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    Die USA werden zum Kifferparadies

    Die USA werden zum launigen Kifferparadies
    Ausgerechnet das prüde Amerika ist dabei, Cannabis als Rauschmittel zu legalisieren. Die Mehrheit der US-Bürger will es so. Dabei ist der Joint out – Geschäftemacher haben längst Besseres auf Lager.


    Schon seit einem Jahr ist es im US-Bundesstaat Colorado legal, Marihuana zu
    konsumieren. Ab dem Neujahrstag 2014 ist nun auch der Verkauf der Droge
    erlaubt.
    Behutsam nimmt Matt Brown eine große Blüte Marihuana aus der transparenten Frischhaltetüte. Gute Qualität, die Knospen der getrockneten Pflanzen sind kompakt und mit einem süßlich duftenden Harz bedeckt. Mit den Fingern zupft Brown das Gras entzwei und bröselt es in eine Glaspfeife.

    Um ihn herum, in einem Bus in der Innenstadt von Denver, sitzen zwei Dutzend Zuschauer, die meisten sind Männer in Anzügen. Es ist einer dieser Partybusse, die sonst vor allem für feucht-fröhliche Junggesellenabschiede durch die Stadt fahren. Statt Stuhlreihen gibt es ein Ledersofa, das sich u-förmig durch den ganzen Bus zieht. Die Männer sitzen im Kreis, Reiseleiter Brown mit der Pfeife in der Mitte.

    Brown zieht genüsslich an der Pfeife, dann lässt er sie herumgehen. Manche nehmen tiefe Züge und blasen dicke Ringe in den Bus, andere paffen ein wenig unsicher und geben die Pfeife schnell weiter oder schütteln dankend den Kopf.

    Man muss hier kein Kiffer sein, um mitmachen zu dürfen. Wichtig ist dagegen, dass man Geld hat: mindestens eine Million Dollar. So wollen es die Aufnahmekriterien für das Cannabis-Investoren-Netzwerk ArcView, dem die Männer angehören. Sie alle wollen mitverdienen an der vermutlich lukrativsten neuen Branche, die die USA gerade zu bieten hat: der Cannabiswirtschaft.

    Colorado und Washington als Testmärkte
    Ausgerechnet das puritanisch geprägte Amerika steht vor einer Drogen-Revolution. Vom 1. Januar an werden mit Colorado und Washington zwei Bundesstaaten Cannabis als Rauschmittel erlauben. Die beiden Staaten gelten als Testmärkte.

    Läuft der Versuch erfolgreich, könnten bald schon weitere nachziehen. In 14 Bundesstaaten werden entsprechende Petitionen gerade diskutiert. Schon jetzt erlauben außerdem 20 Staaten Cannabis als Medizin und ahnden auch den illegalen Konsum oft nur als Kavaliersdelikt.

    Ein neuer Markt tritt nun zutage, den es im Schatten der Kriminalität schon lange gibt. Etwa 18 Millionen Amerikaner kiffen regelmäßig. Schätzungen von ArcView zufolge liegt der Jahresumsatz auf dem amerikanischen Cannabis-Schwarzmarkt aktuell irgendwo zwischen 18 und 30 Milliarden Dollar.

    Legal werden mit dem Rauschmittel dagegen bislang 1,4 Milliarden Dollar verdient. Mit der allmählichen Legalisierung könnte die Summe in den kommenden fünf Jahren um über 700 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar steigen. Einer Harvard-Studie zufolge würde eine komplette Freigabe dem US-Fiskus jährlich bis zu 13,7 Milliarden Dollar einbringen.

    Viel liberaler als die Niederlande
    Als erstes westliches Land der Erde sind die USA dabei, Cannabis von der Herstellung über die Verarbeitung bis zum Handel komplett zu regulieren und zu legalisieren. Damit geht Amerika weiter als etwa die Niederlande. Dort ist der Verkauf und der Konsum von Marihuana in kleinen Mengen zwar schon seit den 1970er-Jahren erlaubt, der Anbau dagegen blieb verboten.

    Coffeeshops müssen ihr Gras also illegal durch die Hintertür schaffen, um es dann legal zu verkaufen. Weiter als die USA ist nur Uruguay: Als erstes Land weltweit legalisierte die kleine südamerikanische Nation Anfang Dezember die gesamte Cannabis-Distribution vom Anbau bis zum Konsum. Weitere Länder dürften folgen, wenn das Experiment in den USA gelingt. In Berlin-Kreuzberg versucht die Bezirksregierung gerade den ersten legalen Coffeeshop Deutschlands durchzusetzen.

    "Wir stehen vor dem größten wirtschaftlichen Umbruch seit dem Fall der Berliner Mauer und der Öffnung des Ostens", sagt Steve DeAngelo. Der 55-Jährige hat ArcView vor drei Jahren gegründet. Gleichzeitig betreibt er das Harborside Health Center im kalifornischen Oakland, mit 30 Millionen Dollar Jahresumsatz die größte medizinische Ausgabestelle für Hanf im Land.

    Faktisch ist DeAngelo damit der größte legale Marihuana-Dealer des Erdballs. Dass sich mit 58 Prozent Zustimmung heute die Mehrheit der US-Bevölkerung für eine Legalisierung ausspricht und sogar 80 Prozent Cannabis als Medizin anerkennen, ist nicht zuletzt sein Verdienst.

    "Es würde für drei Todesstrafen reichen"
    Seit mehr als 40 Jahren kämpft der Hippie mit Hut, Anzug und geflochtenen Zöpfen für die Hanf-Freigabe. Trotz seiner Exzentrik ist der redegewandte Aktivist in der Branche und bei den Investoren hoch geachtet. Da stört auch nicht, dass er ständig seinen winzigen Chihuahua namens Goliath unter dem Arm hält. Goliath trägt eine Schärpe mit dem Aufdruck "Emotional Support Dog".

    DeAngelo hat ihn als therapeutischen Begleiter eintragen lassen. "Der Hund hilft mir, mit der ständigen Angst vor dem Gefängnis klarzukommen", sagt DeAngelo. Denn auch wenn der medizinische Verkauf von Cannabis in Kalifornien seit 1996 erlaubt ist, bewegte er sich in den vergangenen Jahren ständig in einer rechtlichen Grauzone.

    Bis zum August dieses Jahres waren Anbau und Verkauf von Marihuana laut Bundesrecht verboten. "Ich habe so viel Cannabis verkauft in den vergangenen Jahren, dass es für drei Todesstrafen reichen würde", sagt DeAngelo.

    Seit August ist er diese Sorge zumindest teilweise los. Da veröffentlichte das Justizministerium in Washington ein Rundschreiben, wonach die Regierung künftig das Recht der Bundesstaaten anerkennt: Erlaubt ein Staat den Anbau, Verkauf und Konsum von Gras, wird das auf Bundesebene nicht mehr geahndet.

    Die Zahl der Investoren hat sich verdoppelt
    Die Probleme sind damit für DeAngelo und andere Cannabis-Händler nicht vollständig beseitigt. Noch immer dürfen sie keine Kreditkarten annehmen und keine Bankkonten haben, auch vom Steuerrecht werden sie benachteiligt. DeAngelo muss seinen gesamten Millionenumsatz in Bargeld abwickeln. Die Steuern bringt sein Unternehmen mit Geldtransportern zum Finanzamt.

    Trotzdem sei die Stellungnahme des Justizministeriums ein Meilenstein, sagt DeAngelo: "Das ist der Wendepunkt, für den ich seit der Teenagerzeit gekämpft habe." Die neue Rechtssicherheit gebe der Branche den entscheidenden Kick, der bislang noch fehlte. Denn auch die Geldgeber müssen jetzt nicht mehr bangen, ins Visier der Bundesbehörden zu kommen.

    Für das Wachstum sei das sehr wichtig, denn Banken scheuen sich weiter, Kredite an die Branche zu vergeben. Risikokapitalgeber sind weniger zimperlich: Seit August hat sich die Zahl der ArcView-Investoren auf 100 verdoppelt.

    Die meisten von ihnen sind zur ArcView-Konferenz nach Denver, Colorado, gereist. Sie treffen hier auf 21 Start-up-Unternehmer, die ihre Geschäftsideen präsentieren wollen und nach zahlungskräftigen Geldgebern suchen.

    Cannabis-Touren in Kiffer-freundliche Hotels
    Einer von ihnen ist Reiseleiter Brown, der einen Teil der Anleger auf die Cannabis-Tour eingeladen hat. Zusammen mit einem Geschäftspartner hat der 31-Jährige Anfang des Jahres "My 420 Tours" gegründet. 420 ist in den USA ein Slang-Ausdruck für Haschisch. Die Firma will Reisen für Kiffer-Touristen organisieren, sie in Kiffer-freundlichen Hotels unterbringen, Marihuana-Shops und Plantagen besuchen, Gras-Anbau-Seminare und Backkurse für Haschkekse anbieten.

    Drei solcher Touren hat Brown 2013 organisiert. Noch ist das Geschäft etwas mühsam. Seit November 2012 ist der Konsum in Colorado zwar schon straffrei, der Kauf jedoch nur mit ärztlichem Rezept erlaubt. Brown muss den Stoff deswegen an seine Kunden verschenken, um sie bei Laune zu halten.

    Er selbst hat ein ärztliches Rezept für Cannabis, denn er leidet seit Jahren an der chronischen Darmkrankheit Morbus Crohn. Marihuana hilft ihm, die Schmerzen zu lindern. Brown kündigte deswegen vor sechs Jahren seinen gut bezahlten Job bei der Unternehmensberatung Accenture in New York und zog ins Kiffer-freundliche Colorado. Anders als Colorado gehört New York zu den Bundesstaaten, die Cannabis als Medizin bislang nicht erlauben.

    Mit dem Jahreswechsel wird das Geschäft dort richtig abgehen, glaubt Brown. "Wir erwarten Hunderttausende von Cannabis-Touristen, die nach Denver kommen." Im ersten Jahr könnte die Firma laut Browns Businessplan schon 2,3 Millionen Dollar Umsatz machen. Ein Geldgeber, der anonym bleiben will, lässt sich an diesem Tag von dem Konzept überzeugen und investiert 100.000 Dollar in "My 420 Tours".

    Vom Heil- zum Genussmittel
    "Auf euren Schultern liegt eine große Verantwortung", sagt DeAngelo. Colorado und Washington seien die Blaupause für die bundesweite Regulierung. Deswegen sei es wichtig, dass in den beiden Staaten alles richtig läuft. Es dürfe keine bekifften Rüpel in Fußgängerzonen geben, keine Autounfälle mit zugedröhnten Fahrern und schon gar keinen Verkauf an Jugendliche: "Wir dürfen den Prohibitions-Verfechtern keinen Stoff für deren Vorurteile geben."

    DeAngelo will die Branche wegführen vom Image der heruntergekommenen Drogensüchtigen, die nicht mehr von ihren Sofas hochkommen. Dank der medizinischen Forschung ist er seinem Ziel schon um einiges näher gekommen. Es gilt heute als wissenschaftlich anerkannt, dass Cannabis bei einer ganzen Reihe von schweren Krankheiten – wie Krebs, Aids, Epilepsie, Alzheimer und multipler Sklerose – helfen kann.

    Aber auch weniger schlimme Leiden wie Angstzustände, Stress, Schlaf- oder Appetitlosigkeit können damit bekämpft werden. "Cannabis ist wirklich ein Wellness-Mittel", wirbt DeAngelo. "Anders als an Alkohol oder Zigaretten ist noch nie jemand an Cannabis gestorben", behauptet der Drogen-Unternehmer. :yes:

    Der Bus hat jetzt vor der Cannabis-Ausgabestelle Lotus Medical gehalten. Der 2009 eröffnete Laden sieht tatsächlich mehr nach Wellness als nach Coffeeshop aus. Statt Reggae läuft gedämpfte Fahrstuhlmusik, an den Wänden hängen keine Hanfposter, sondern beruhigende Naturaufnahmen von Wasserfällen, Waldlandschaften und Meeresbrandungen.

    Kaubonbons statt Joints
    In einem Nebenraum wird gerade ein Patient massiert. Die Verkaufstheke erinnert mit ihren bauchigen Einmachgläsern voller Gras an eine altertümliche Apotheke. Neben Marihuanasorten mit verspielten Namen wie "Bubble Berry", "Pineapple Express" oder "Juicy Fruit" gibt es auch eine große Auswahl an haschversetzten Kaubonbons und Tinkturen.

    "Die meisten unserer Kunden sind Mitte 30, wir haben auch deutlich ältere Kunden", sagt Lotus-Chef Eric Santus. Weil in Amerika kaum noch jemand raucht, gehe der Trend zu den Kaubonbons und Tinkturen. "Davon verkaufen wir mittlerweile mehr als von dem Gras", berichtet Santus. Auf den Produktbeschreibungen sind die Anteile an cannabinoiden Wirkstoffen aufgelistet.

    Der bekanntere der beiden, Tetrahydrocannabinol (THC), ist für die berauschende Wirkung des Cannabis verantwortlich. Es gibt allerdings auch Produkte, die wenig THC und dafür viel Cannabidiol (CBD) enthalten. CBD hat keine nennenswerte berauschende Wirkung, gilt dafür aber als entzündungs- und schmerzlindernd.

    Reiseleiter Brown bringt das für die Kiffer-Neulinge in der Gruppe auf eine einfache Formel: "CBD macht dich gesund, THC macht dich dicht." Die Investoren lassen sich grinsend mit ein paar "Probier-Packungen" beschenken, dann ist Feierabend für heute.

    Eine Anbau-App für 200.000 Dollar
    Am nächsten Tag beginnt die eigentliche Konferenz. Die Probier-Packungen haben alle offenbar gut verkraftet. Im eleganten Ballsaal des Denver Athletic Clubs nehmen die Investoren an runden Tischen Platz. Nur die kleinen Hanfpflänzchen als Tischdeko weisen darauf hin, dass es sich hierbei nicht um ein gewöhnliches Wirtschaftstreffen handelt.

    Im Fünf-Minuten-Rhythmus präsentieren Start-up-Unternehmen ihre Geschäftsideen. Als Erster kommt Jason Levin, ein junger Ingenieur aus Berkeley, auf die Bühne. Seine Firma Uptoke habe den ersten portablen Vaporizor erfunden, der wirklich etwas taugt. Sagt zumindest Levin. Bei 190 Grad wird das Gras in dem stiftförmigen Gerät verdampft statt verbrannt. "So werden nur die Cannaboide freigesetzt, unerwünschte, schädliche Nebenprodukte dagegen nicht", erklärt Levin.

    Als Nächstes kommt Apeks. Das Unternehmen aus Ohio präsentiert eine Maschine, die mithilfe von Kohlendioxid Hanföl aus Marihuana extrahieren kann. Firmenchef Andy Joseph will eine Million Dollar Kapital. Billiger wäre ein Investment bei GrowBuddy. Die Firma bietet eine App für Smartphones an, die Hobbyzüchtern beim Cannabis-Anbau hilft. Sie braucht 200.000 Dollar.

    Richtig ins Geld geht dagegen, was der deutsche Auswanderer Ralf Rainer von Albedyhll aus Kalifornien vorhat. Er will eine Art Gesundheitskarte für Cannabis-Patienten als Standard einführen: Patientendaten sollen auf der Chipkarte gespeichert und gleichzeitig in einer Datenbank erfasst werden, auf die Ausgabestellen sowie Ärzte zugreifen können. Kostenpunkt der Investition: vier Millionen Dollar.

    Banken tun sich schwer mit der Branche
    Von Albedyhll sagt, seine Firma sei auf private Investoren angewiesen: "Auch wenn wir wie die meisten Firmen hier nur indirekt mit Cannabis zu tun haben, trauen sich Banken nicht an uns ran. Bis unsere Industrie kein Stigma mehr hat, wird es noch dauern."

    Die Investoren im Raum stört das wenig. Gemeinsam vertreten sie mehrere Milliarden Dollar. Einige ArcView-Mitglieder gehören dem amerikanischen Geldadel an, wie der Hyatt-Erbe Joby Pritzker oder der Verleger-Nachkomme Richard Wolfe. Silicon-Valley-Millionäre sind auch dabei. Zum Beispiel Adam Wiggins, der seine Internetfirma Heroku vor drei Jahren für 250 Millionen Dollar an Salesforce.com verkauft hat.

    Ein großer Teil der Investoren zählt selbst zu den Veteranen der Cannabisbranche und betreibt legale Plantagen, Ausgabestellen oder Haschbonbon-Fabriken. Aber auch einige Vertreter der Wall Street sind vor Ort, nur wollen die sich vorsichtshalber nicht mit der Presse unterhalten.

    Weniger Berührungsängste hat da Adam Denmark Cohen. Der sonnengebräunte Amerikaner steckt in einem perfekt sitzenden italienischen Anzug, bis vor einem Jahr leitete er den Private-Equity-Fonds Brilla. Als Finanzinvestor verwaltete er 180 Millionen Dollar, die er in Luxushotels investierte.

    Auch der Senator kommt zur Konferenz
    Ein gutes Geschäft, trotzdem stieg Cohen im Dezember 2012 aus, um seinen neuen Fonds Mjardin zu gründen. Mjardin ist ebenfalls ein Private-Equity-Fonds. Der aber steckt sein Geld ausschließlich in die Cannabisbranche. Eine Million Dollar beträgt die Mindesteinlage für Kunden. Dafür verspricht Cohen ihnen 20 bis 30 Prozent Rendite innerhalb von vier Jahren.

    Die Branche sei eine Goldgrube, sagt der Investor. "Es ist fast ironisch: Geld war der Grund, warum Cannabis verboten wurde in den USA. Jetzt wird es der wirtschaftlichen Anreize wegen wieder legalisiert."

    Wie viele glaubt auch der Vermögensverwalter an die Theorie, Cannabis sei 1937 wegen einer gezielt gesteuerten Hetzkampagne verboten worden. Mächtige amerikanische Industriemagnaten hätten Hanf damals als Konkurrenz bei der Papier- und Textilherstellung gefürchtet. Inzwischen ist Cannabis in den USA wieder gesellschaftsfähig.

    Zum Abschluss der Konferenz hat ArcView die Dachterrasse des "Four Seasons" in Denver gemietet. Als sei es das Normalste von der Welt, steht die illustere Gesellschaft am Abend an der Poolbar des Fünf-Sterne-Hotels, die Gäste halten einen Cocktail in der einen Hand und einen Joint in der anderen. Für ein paar Minuten kommt sogar ein Senator des Staates Colorado vorbei und gratuliert zur Konferenz.

    DeAngelo drückt seinen Chihuahua fest an seine Brust und sagt: "Goliath, jetzt haben wir es geschafft."
    Quelle


    Geändert von delle59 (27.12.14 um 13:15 Uhr)
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    USA: Banken dürfen mit Marihuana-Anbietern Geschäfte machen

    Cannabis-Pflanze / Bild: epa
    Die US-Regierung hat den Betreibern von Coffeeshops die Eröffnung von Bankkonten ermöglicht. Das Thema ist rechtlich äußerst heikel.

    Nach der Freigabe von Marihuana in Colorado hat die US-Regierung den Betreibern von Coffeeshops die Eröffnung von Bankkonten ermöglicht. Das Finanzministerium in Washington veröffentlichte am Freitag Richtlinien, wie Geldhäuser mit den staatlich lizenzierten Marihuana-Anbietern Geschäfte machen dürfen.

    Das Thema ist rechtlich äußerst heikel: Während Marihuana seit Jahresbeginn in Colorado und bald auch im Bundesstaat Washington vertrieben werden darf sowie 18 weitere Bundesstaaten das Rauschmittel für medizinische Zwecke freigegeben haben, stuft die US-Bundesregierung es weiter als illegale Droge ein. Die US-Banken und Kreditkartenfirmen hatten befürchtet, bei Geschäften mit Herstellern oder Verkäufern von Marihuana Bundesgesetze zur Geldwäsche zu verletzen. Nun steckte die Regierung in Washington einen engen Rahmen ab, in dem die Finanzinstitute Dienstleistungen für die junge Branche erbringen können.

    Die Banken müssen demnach genau darauf achten, dass ihre Kunden über die nötigen Lizenzen verfügen und sich an die gesetzlichen Auflagen halten. Dazu gehört unter anderem das Verbot, Marihuana an Minderjährige zu verkaufen oder mit Drogenkartellen zusammenzuarbeiten. Außerdem müssen die Banken den Behörden über ihre Marihuana-Geschäfte regelmäßig Bericht erstatten und "verdächtige Aktivitäten" melden.

    "Transparenz in der Marihuana-Industrie"
    Bisher konnten Coffeeshops ihre Geschäfte nur in bar abwickeln. Die neuen Regeln würden "größere finanzielle Transparenz in der Marihuana-Industrie fördern" und "die Gefahren reiner Bargeschäfte abschwächen", erklärte die Direktorin der Strafverfolgungsbehörde des Finanzministeriums (FinCEN), Jennifer Shasky Calvery. "Da sich einige Bundesstaaten entschieden haben, den Handel mit Marihuana zu legalisieren und zu regulieren, strebt FinCEN an, den Schatten der historisch verdeckten finanziellen Operationen des Marihuana-Geschäfts zu verlassen."

    Eine Garantie für die rechtliche Unbedenklichkeit von Marihuana-Geschäften wollte die Regierung aber nicht abgeben. Viele Banken dürften sich daher genau überlegen, ob sie das Risiko eingehen, die Konten von Coffeeshops oder Hanfbauern zu führen. Das US-Bundesgesetz bewertet Marihuana als Droge der gefährlichsten Kategorie und stellt es damit auf eine Stufe mit Heroin.

    Freigabe in 18 Bundesstaaten und Washington
    Die Befürworter der Legalisierung von Marihuana haben in den USA seit einigen Jahren Rückenwind. Derzeit haben 18 Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington das Rauschmittel auf Rezept freigegeben, wobei die medizinischen Bedingungen unterschiedlich streng sind. Während viele Staaten Marihuana nur bei Krebs und anderen schweren Erkrankungen erlauben, kann es in Kalifornien schon für Rückenschmerzen verschrieben werden. Im November 2012 stimmten die Bundesstaaten Colorado und Washington in einem Referendum für eine komplette Freigabe für Menschen über 21 Jahre.

    US-Präsident Barack Obama sorgte im Jänner mit der Bemerkung für Aufsehen, er halte Kiffen nicht für gefährlicher als das Trinken von Alkohol. Zugleich bezeichnete Obama, der in seiner Jugend selbst zum Joint griff, das Rauchen von Marihuana in einem Interview mit der Zeitschrift "The New Yorker" aber als "schlechte Idee" und "Laster". Laut einer Umfrage des Nachrichtensenders CNN vom vergangenen Monat spricht sich mittlerweile eine Mehrheit von 54 Prozent der Amerikaner für die Legalisierung von Marihuana aus.
    Quelle
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  3. #3
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    Marihuana wird legal und das rauchen von Tabak wird mit allen Mitteln bekämpft. Eine sehr merkwürdige gesellschaftliche Entwicklung. Die Raucher werden öffentlich und gesetzlich diskriminiert, in dem sie an immer weniger Orten ihr Bedürfnis befriedigen dürfen und die Preise werden durch die Steuer künstlich nach oben geschraubt. Es ist sehr erfreulich, dass diese Maßnahmen fruchten und immer weniger Jugendliche überhaupt anfangen zu rauchen[Quelle}. Und trotzdem befürworten immer mehr Menschen, vorallem Politiker, die Legalisierung von Marihuana [Quelle]. Wir ersetzen also die eine Droge mit der stärkeren Droge. Da ich persönlich auch hin und wieder mal einen durchziehe :smoke: , weis ich auch, was Marihuana für ein Suchtpotenzial hat. Durch eine Legalisierung würden auch Jugendliche, viel leichter an das Zeug rankommen. Wenn ich da an meine Kinder denke, wie sie dann mit 13 Jahren anfangen zu kiffen und sich nicht mehr in der Schule konzentrieren können, wird mir Angst und Bange . Sollte es wirklich zu einer Legalisierung kommen, dann nur unter ärztlicher Aufsicht und mit hohen Steuern, sodass es sich unsre Jugendlich von ihren Taschengeld niemals Leisten könnten.
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
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  4. #4
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    Personalausweis reinstecken, "Gras" wählen, zahlen und abchillen.

    Im US-Staat Colorado wird der erste Marihuana-Automat weltweit aufgestellt. Der Apparat namens "ZaZZZ" funktioniert wie ein Zigarettenautomat und sei vor allem für schüchterne Leute ein Gewinn.


    Er heißt "ZaZZZ", ist der erste "Gras"-Automat der Welt und steht demnächst in Avon im US-Bundesstaat Colorado

    Gut drei Monate nach der Legalisierung von Marihuana soll im US-Staat Colorado jetzt der erste "Gras"-Automat in Betrieb gehen. Lokale Medien bezeichneten den am Wochenende vorgestellten Apparat namens "ZaZZZ" als weltweit ersten Marihuana-Automaten. Er soll ähnlich wie ein Zigarettenautomat funktionieren, sagte Stephen Shearin, Geschäftsführer des Automaten-Unternehmens, der Zeitung "The Salt Lake Tribune". Allerdings sei das Automaten-Marihuana zumindest vorerst ausschließlich zu medizinischen Zwecken zu bekommen. Zum Gebrauch benötige man daher seinen Personalausweis. Der werde mit biometrischen Daten abgeglichen, die mehrere Kameras am Automaten aufnehmen.

    So einfach geht's

    Vor allem für "schüchterne Leute" sei die Maschine ein Gewinn, sagte Shearin: "Einfach den Personalausweis reinstecken, Produkte auswählen und zahlen." Der Automat soll schon bald in einer Apotheke in Avon in der Nähe von Denver in Betrieb gehen. In Colorado ist der Kauf und Verkauf von Marihuana seit Jahresbeginn für Bürger über 21 Jahre legal.

    Quelle
    Geändert von salviner01 (23.10.14 um 22:32 Uhr)
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    Hasch-Automaten in Kanada
    Volle Dröhnung auf Knopfdruck
    Eigentlich ist Cannabis in Kanada verboten. Nur die medizinische Anwendung für Schmerzpatienten ist seit einigen Jahren erlaubt. Jetzt gibt es Cannabis erstmals aus dem Automaten.

    Er sieht aus wie einer dieser Süßigkeitenautomaten auf Bahnsteigen. Doch das Modell im kanadischen Vancouver spuckt weder Schokoriegel noch Gummibärchen aus. Wer hier ein paar Münzen einwirft, kann zwischen unterschiedlichsten Sorten Cannabis wählen. Für vier kanadische Dollar (2,70 Euro) gibt die Maschine ein versiegeltes Plastiktütchen mit einem Gramm der Sorte „Cotton Candy“ frei. „Purple Kush“ kostet zwei Dollar mehr. Das beste Gras sei „Pink Kush“, empfiehlt Chuck Varabioff.

    Varabioff ist der Chef der British Columbia Pain Society, einer von 400 Abgabestellen in Vancouver, in denen Marihuana an Schmerzpatienten verkauft wird. Und die erste, in der Automaten den Verkauf übernehmen.

    Cannabis wurde 1923 in Kanada verboten und gilt bis heute als illegale Droge. Doch die medizinische Anwendung ist seit 1999 erlaubt. Ein Gerichtsurteil vom April hat einen regelrechten Haschisch-Boom ausgelöst. Seither dürfen lizensierte Unternehmen Cannabis anbauen und vertreiben - bisher versorgten 30.000 Kleinproduzenten, die den Hanf zu Hause züchteten, den Markt.

    Die medizinischen Abgabestellen sind ein relativ neues Phänomen. Über Jahrzehnte wurde Hasch auf der Straße gehandelt. Vor zehn Jahren schätzte eine Studie des Fraser Institute den Umsatz dieses illegalen Handels auf sieben Milliarden kanadische Dollar (4,7 Milliarden Euro) allein in der Provinz British Columbia.

    Es werde streng kontrolliert, wer in der British Columbia Pain Society einkaufe, versichert der Betreiber. Nur wer mindestens 19 Jahre alt sei und ein Rezept von einem Arzt oder Heilpraktiker vorweisen kann, werde zu den Automaten vorgelassen. Das Tütchen mit den getrockneten Hanfblättern dürfen die Kunden mit nach Hause nehmen oder vor Ort rauchen.

    Wie Justin Johnson. Johnson sitzt an dem mit einer Lüftungsanlage ausgestatteten Tisch und inhaliert den Rauch aus einer gläsernen Pfeife. Er fühle sich „bekifft, ein bisschen euphorisch und unruhig“, sagt er lächelnd. „Und sofort sind all meine Schmerzen verschwunden.“ Er kiffe, seit er sich bei seiner Arbeit als Koch den Rücken verletzt habe, als er einen Sack Kartoffeln hoch hob, erklärt Johnson.

    In Zukunft will Ladenbetreiber Varabioff auch in Krankenhäusern und Altenheimen Hasch-Automaten aufstellen. Er glaubt an die schmerzlindernde Wirkung von Cannabis, seit er einen älteren Verwandten hat leiden sehen. Varabioff selbst verzichtet jedoch auf das Hasch-Pfeifchen: Er hat Asthma.
    Quelle
    Geändert von delle59 (27.12.14 um 13:16 Uhr)
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    Ich würde vorschlagen wir machen hier einen Sammeltread draus: Alles rund um Marihuana

    Haschisch-Klage abgewiesen

    Bei Alkohl ist die Sache klar, die Grenzwerte liegen fest. Doch wie sieht es beim Gebrauch von Haschisch aus? Das musste nun das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig klären.




    Haschisch-Konsum und Autofahren - das geht nicht. Das entschieden die Leipziger Richter. "Ein gelegentlicher Konsument von Cannabis muss seinen Konsum und das Fahren in jedem Fall so trennen, dass eine cannabisbedingte Beeinträchtigung seiner Fahrtüchtigkeit unter keinen Umständen eintreten kann," heißt es in der Pressemitteilung des Gerichts.

    Es wies damit die Klage eines 29-jährigen Autofahrers aus Freiburg ab, dem die Fahrerlaubnis entzogen wurde. Bei einem Drogentest wurden 1,3 Nanogramm THC pro Milliliter Blut nachgewiesen. THC ist der Wirkstoff von Cannabis.

    "Träge und erweiterte Pupillen"

    Am 6. September 2008 wurde der Freiburger Autofahrer in der Nähe von Rottweil gestoppt. Die Polizisten notierten später im Protokoll: "Der Fahrer wirkte etwas träge und hatte erweiterte Pupillen." Ein Drogentest ergab 1,3 Nanogramm THC pro Milliliter Blut. Das Landratsamt reagierte schnell und entzog dem Mann den Führerschein.

    Doch das wollte der nicht hinnehmen – und klagte: erst am Verwaltungsgericht Freiburg, dann am Verwaltungsgerichtshof Mannheim. Doch beide Gerichte sagten: Ab einem Nanogramm THC pro Milliliter Blut ist ein Führerscheinentzug völlig in Ordnung. Auch wenn der Kläger nur ab und zu kiffe, zeige ein solcher Wert, dass er zwischen Kiffen und Autofahren offenbar nicht unterscheiden könne.

    Keinen Grenzwert festgelegt

    Dabei hatte der Gerichtshof in München hatte in einem anderen Fall entschieden: Bis zwei Nanogramm muss der Führerschein nicht sofort entzogen werden. Erst einmal muss ein Gutachten her – der so genannte Idiotentest.

    Das Leipziger Gericht nahm zu den Grenzwerten keine Stellung, denn der Kläger habe keine "revisionsrechtlich erheblichen Rügen erhoben". Es bestätigte lediglich die Auffassung der Gerichte in Freiburg und Mannheim, dass der Kläger "nicht ausreichend zwischen Autofahren und Haschisch-Konsum trennt".

    Quelle
    Geändert von salviner01 (23.10.14 um 23:51 Uhr)
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  7. Bedankos delle59, Rungor bedankte(n) sich für diesen Post
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    Können wir, wenn es soweit ist, machen, erstmal müssen wir auch die Thread-Überschriften auch ändern können.





    Geändert von delle59 (27.12.14 um 13:31 Uhr)
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    AW: Die USA werden zum Kifferparadies

    Im Rausch der Freiheit

    Marihuana-Industrie in den USA wittert großes Geschäft – 2014 wohl zwei Milliarden Euro Umsatz



    Die Qualität muss stimmen: Chico Benjamin Suarez, Marihuana-Händler aus den USA,
    kontrolliert seine Hanf-Pflanzen. Foto: Johnston/dpa

    In Deutschland steigt der Cannabis-Konsum weiter an. Sollte man das Hanf also gleich freigeben, wie es die USA derzeit vormachen und die Grünen seit Jahren fordern. Was sagt dazu eigentlich Berlin?

    Am Anfang war eine Annonce. „Die Cannabis-Industrie sucht Mitarbeiter – werde ein Freiheitskämpfer und verdiene 50 000 bis 100 000 Dollar im Jahr“, stand im November 2007 im Anzeigenteil des „East Bay Express“. Richard Lee flankierte mit der provokanten Stellenausschreibung in dem kalifornischen Wochenblatt die Gründung der Oaksterdam University, der ersten US-Hochschule für Geschäfte mit Marihuana. Außerdem wollte er ein Zeichen für die Legalisierung der Droge setzen. Wie sehr Lee der Zeit voraus war, sollte sich noch zeigen.

    Sieben Jahre später ist das Cannabis College in Oakland Symbol einer Boom-Branche: Aus einem kleinen Klassenraum in einer Ladenzeile wurde ein Uni-Campus mit angeschlossenem Museum, Hanf-Labor und drei weiteren Filialen in den USA. Neben Gras-Anbau und Kochen mit Cannabis wird dort auch vermittelt, wie der Handel mit Marihuana funktioniert – unter anderem, welche Rechtsrisiken es gibt. Einen offiziell anerkannten Abschluss kann Oaksterdam zwar nicht bieten, trotzdem ist das Abschlusszertifikat gefragt wie nie.

    Kein Wunder: Die Nachhilfe können in Amerika derzeit mehr Menschen denn je gebrauchen – in 23 von 50 US-Bundesstaaten ist der Handel mit Marihuana mittlerweile erlaubt. Wenngleich die Droge meist nur zu medizinischen Zwecken zugelassen wird, ist ein großer Markt rund um das Geschäft mit Cannabis entstanden. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Umsatz mit legalen Verkäufen 2014 auf umgerechnet fast zwei Milliarden Euro ansteigen und in den nächsten Jahren weiter massiv wachsen wird. Das lockt immer mehr Glücksritter an.

    So zum Beispiel Jamie Perino. Sie wird in der neuen TV-Serie „Pot Barons of Colorado“ (Cannabis Barone) vom US-Sender MSNBC beim Versuch begleitet, in der Marihuana-Industrie Geld zu machen. „Ich habe alles aufgelöst, was ich hatte – Pensionsfonds, Altersvorsorgekonten – und es in dieses Geschäft gesteckt“, sagt die 37-Jährige.

    In Denver, wo es mehr Läden für Kiffer als Starbucks-Filialen gibt, hat sie „Euflora“ gegründet – einen Marihuana-Handel im Stil eines Apple-Stores. Colorado, Spitzname „The High State“, ist wegen seiner laxen Gesetze inzwischen zur Hochburg der Branche geworden. Dank der Steuereinnahmen ist Marihuana auch für den Staat höchst attraktiv.

    Für Unternehmer hingegen ist das Geschäft zwar lukrativ, jedoch auch äußerst riskant und stressig. So erschwert es die Rechtslage beispielsweise, Bankkonten zu eröffnen. In der Firma „Medicine Man“ der Brüder Andy und Pete Williams aus Denver stapelt sich darum das Bargeld. Bei einem Jahresumsatz von zwölf Millionen Dollar wird das schnell lästig – ein Sicherheitsdienst passt auf die Scheine auf, und ständig muss nachgezählt werden. Banken halten sich bisher aus dem Marihuana-Business heraus, um nicht in den Verdacht der Geldwäsche zu geraten. Deshalb geben sie auch keine Kredite, so dass die Finanzierung von Eigenmitteln und Wagniskapital abhängt.

    Auf dem Weg in die Legalität ist Amerikas Cannabis-Wirtschaft noch immer ein Cash-Geschäft. Mitarbeiter erhalten zum Monatsende Bargeld statt Gehaltsschecks. Die vielen juristischen Hürden und Baustellen sind es auch, die bislang das richtige „Big Money“ zaudern lassen – internationales Finanzkapital, Fondsmanager und Firmenjäger der Wall Street. Doch das werde sich früher oder später ändern, ist man sich in der Branche sicher. „Es wird der Tag kommen, wenn die Gesetze etwas gelockert werden und das große Geld Zutritt zur Industrie erhält“, sagt Pete Williams. „Bis dahin muss unsere Marke entweder groß genug sein, oder wir werden verkaufen.“ „Gebt das Hanf frei“: Mit diesem Spruch setzte sich der Grüne Hans-Christian Ströbele 2002 für kurze Zeit an die Spitze der deutschen Cannabis-Legalisierungsbewegung. Heute, zwölf Jahre später, fordern die Grünen immer noch die bundesweite Hanf-Freigabe. „Kiffen für die schwarze Null“, heißt die Devise mit der der Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek der Bewegung jüngst neuen Schwung geben wollte.

    Auch Krebspatienten oder an Multipler-Sklerose-Erkrankte beispielsweise streiten seit Jahren schon vor Gericht für die Lizenz zum Selbstanbau von Cannabis. 2015 könnte es ein endgültiges Urteil geben. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte im Juli gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts in Köln Berufung eingelegt. Die Richter hatten für die Vergabe in Ausnahmefällen gestimmt.

    Eine Legalisierung ist in Deutschland – anders als in den USA – dennoch nicht in Sicht. Zumindest nicht, wenn es nach Marlene Mortler geht. Die CSU-Frau ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung – und strikte Gegnerin der Bewegung. Das Kleinreden der Cannabis-Gefahren sei „verantwortungslos“. Gerade für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis etwa 25 Jahren habe Cannabis ein großes Gefahrenpotenzial. Mortler stützt sich auf eine neue Zusammenstellung von Daten zum Rauschmittelkonsum, die die deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) vorgelegt hat. „Cannabis ist nach wie vor die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge“, heißt es im Bericht. 0,5 Prozent der Erwachsenen seien abhängig von Marihuana oder missbrauchten die Substanz. Viele Betroffene suchen Hilfe. Bei Menschen, die erstmals in Sucht-Behandlung waren, stand Cannabis laut dem Bericht vergangenes Jahr an erster Stelle. Der Anteil stieg binnen eines Jahres von 58,4 auf 59,5 Prozent. „Eine Legalisierung von Cannabis wäre ein völlig falsches Signal und würde diesen Trend noch verstärken“, so Mortler.

    Zum Thema:

    Auf einen BlickAmerika erlebt nicht seinen ersten Hanfboom. Vor 250 Jahren priesen schon Ärzte in den USA den medizinischen Wert der Cannabis-Pflanze. Angebaut – und wohl auch konsumiert – wurde Hanf unter anderem von zwei Pflanzern aus Virginia: George Washington und Thomas Jefferson, Gründungsväter und später erster und dritter Präsident der Vereinigten Staaten. Die Marihuana-Marken tragen heute allerdings andere Namen: So können Konsumenten in den USA beispielsweise „Marley Natural“ – benannt nach Reggae-Ikone Bob Marley – kaufen. dpa
    saarbruecker-zeitung.de
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
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  10. Bedankos Rungor bedankte(n) sich für diesen Post
  11. #9
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    AW: Die USA werden zum Kifferparadies

    Facebook-Investor macht jetzt in Marihuana

    Nach Investitionen in Facebook oder PayPal musste für den Silicon-Valley-Milliardär wohl mal was Handfestes her. Peter Thiel investiert jetzt in Marihuana. Der Branche wird enormes Wachstum zugetraut.


    Thiels Founders Fund ist unter anderem an den Trendfirmen Airbnb, Spotify, SpaceX, Oculus und Lyft beteiligt
    © Fred Prouser/Reuters


    Amerikas boomende Marihuana-Industrie erhält Verstärkung durch einen der berühmtesten Silicon-Valley-Milliardäre: Der durch seine frühen Einstiege bei Facebook und PayPal bekannte Peter Thiel hat sich mit seinem mehr als zwei Milliarden Dollar schweren Founders Fund an der auf Cannabis-Geschäfte spezialisierten Private-Equity-Firma Privateer Holdings beteiligt, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Über die Höhe der Investition gibt es keine konkreten Angaben, es ist lediglich die Rede von "mehreren Millionen Dollar".

    Privateers Portfolio besteht aus drei Startups, die von der fortschreitenden Cannabis-Legalisierung in den USA profitieren wollen. Zuletzt hatte die Beteiligungsfirma Schlagzeilen gemacht, als sie die Erben der Reggae-Ikone Bob Marley als Namensgeber für die Marke "Marley Natural" gewinnen konnte. Privateer bezeichnet den Einstieg des ersten institutionellen Großinvestors als Meilenstein für die ganze Branche. Der Founders Fund, den Thiel 2005 mit zwei seiner PayPal-Mitbegründer startete, ist unter anderem an den Trendfirmen Airbnb, Spotify, SpaceX, Oculus und Lyft beteiligt.

    Obwohl Marihuana - in der Regel zu medizinischen Zwecken - mittlerweile in 23 von 50 US-Staaten erlaubt ist, haben viele Firmen es schwer, Kapitalgeber zu finden. Banken gewähren kaum Kredite, um nicht mit den Geldwäschegesetzen in Konflikt zu geraten. Dennoch ist rund um das Geschäft mit Cannabis ein Milliardenmarkt entstanden. Experten gehen davon aus, dass der Umsatz mit legalen Verkäufen in den nächsten Jahren massiv wachsen wird. Die Branche setzt auf einen weiteren Abbau der rechtlichen Hürden, der früher oder später das ganz große Geld anlockt.
    stern.de

    Bob Marley lebt - als Cannabis-Marke
    Geändert von delle59 (09.01.15 um 10:30 Uhr)
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