Insidern ist die chinesische Szenegruppe 3DM zweifellos ein Begriff. Das liegt auch daran, dass 3DM in Sachen "Öffentlichkeitsarbeit" bei weitem nicht so schüchtern agiert wie andere Cracker-Gruppen. Das rächte sich nun ein Stück weit, denn damit wurde man auch zum öffentlichkeitswirksamen Ziel für Klagen. Und nun verlor man eine.

3DM ist in der Spiele-Piraterie-Szene einer der ganz großen Namen, einer breiten Öffentlichkeit wurde man mit den Bemühungen im Zusammenhang mit der Anti-Tamper-Lösung Denuvo bekannt. Aushängeschild und Chefin von 3DM ist eine Frau mit dem Alias Bird Sister, sie ist auch immer wieder nicht um Kommentare und sonstige Wortmeldungen verlegen.

Zuletzt hat sich Bird Sister zu einer Klage gegen den japanischen Spiele-Publisher Koei Tecmo geäußert. Denn das Unternehmen hat 3DM in China verklagt, weil man der Cracker-Gruppe vorgeworfen hat, zahlreiche Spiele gecrackt und verbreitet zu haben.

Die Rechtfertigung bzw. Verteidigung von Bird Sister war allerdings eher kurios. Denn sie sagte gegenüber der chinesischen Seite Chuapp (via Haogamers), dass sie sich wundere, dass eine japanische Firma das Recht an einer chinesischen Vorlage haben dürfe.

Die Geschichte der Drei Reiche

Gemeint ist damit "Die Geschichte der Drei Reiche", einem Klassiker der chinesischen Literatur. Hierzu bietet Koei Tecmo seit bereits Jahrzehnten eine Strategie-Spielereihe an, diese wurde zuletzt auch von 3DM "angeboten". Kotaku allerdings verweist auf den Umstand, dass das Werk seit langem Public Domain ist und ein chinesisches Unternehmen sich die Urheberrechte auch gar nicht zurückholen könnte.

Abgesehen davon ist die Forderung ohnehin unsinnig, da auf das Spiel sehr wohl ein Copyright besteht. Zu dieser Ansicht kam auch ein Gericht in China und verurteilte 3DM zu einem Schadenersatz in Höhe von 1,62 Millionen Yuan (rund 207.000 Euro). Außerdem wurde die Gruppe angewiesen, die Verbreitung von Koei Tecmo-Spielen einzustellen. Wie man das effektiv vollstrecken will, ist allerdings nicht bekannt.
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