Der Höhenflug der Bitcoins treibt mitunter seltsame Blüten. Er bringt einen IT-Experten auf die Idee, seine weggeworfene Festplatte auf einer Müllkippe zu suchen. Auf ihr sind ein Vermögen gespeichert: 7500 Bitcoin.

Die digitale Währung steht heute bei 12500 Dollar. Also schlummert auf der Speicherplatte rechnerisch ein Wert von rund 93 Millionen Dollar (78 Millionen Euro).

Das Problem ist nur: James Howells (32) aus Wales hat die Festplatte vor vier Jahren aus Versehen weggeworfen. Den für das Erzeugen der Bitcoin genutzten Laptop hatte Howells zerlegt, die Komponenten verkauft. Nur die Festplatte schlummerte in der Schublade und ging bei einem Umzug verloren.

Damals waren Bitcoin nur wenigen Insidern bekannt. Mit dem Hype und dem steil steigenden Kurs wurde der Schmerz über den Verlust immer größer. Das brachte der Waliser auf die Idee, seinen Schatz auf der Müllkippe zu heben und die Festplatte auszugraben.

Gemeinde verweigert die Grabung

Nun würde der Beinahe-Multimillionär Howells gern nach seinem Schatz graben, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass die Festplatte die Jahre im Müll heil überstanden hat, immer mehr abnimmt. Doch die Gemeinde Newport verweigerte knallhart die Zustimmung.

Aufwändige Ausgrabungen seien nicht möglich, die Kosten würden in die Millionen gehen und Umweltschäden verursachen, so die Begründung der Stadt. Privatpersonen sei das Suchen auf der Halde verboten. Schatzsucher nicht willkommen.

50 Prozent für die sture Stadt

Doch der sture Pechvogel Howells hält dagegen: Er hat Investoren gefunden, die die Ausgrabung finanzieren wollen und verspricht der Kommune sogar einen Anteil von zehn Prozent seines verlorenen Schatzes. Ohne Erfolg. Auch die Erhöhung des Angebots auf 50 Prozent hat die Stadt bisher nicht umgestimmt.

Doch Howells gibt nicht auf, er will jetzt für den Stadtrat kandidieren. Und das Verbot nach der Suche im Müll erlauben. Das kostet Zeit. Die Festplatte, sie ist irgendwo da draußen und gammelt vor sich hin. Der Bitcoin-Hype wird nicht ewig dauern. Der schnelle Reichtum In weiter Ferne, so nah.

Experten gehen davon aus, dass bis zu jeder vierte Bitcoin durch Verlust des Speichermediums verloren gegangen sind. Auch Tesla-Chef Elon Musk berichtete kürzlich auf Twitter, dass er schon Bitcoin verlegt habe - und die digitale Währung nicht erfunden habe. "Fortune" geht davon aus, dass zwischen 2,78 und 3,79 Millionen Bitcoins verloren gegangen sind.
t-online.de

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