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    Syrien-Konflikt

    Wer hat welche Interessen im Syrien-Konflikt?

    Mehr als vier Jahre sind vergangen und über 250.000 Menschen ums Leben gekommen, bis sich wichtige Akteure im Syrien-Konflikt zu Gesprächen über eine friedliche Lösung zusammenraufen konnten.

    Allein dass sich Erzrivalen wie der Iran und Saudi-Arabien an einen Tisch setzen, gilt als Erfolg - auch wenn der irakische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif und sein saudischer Kollege Adel bin-Ahmed al-Dschubeir sicherheitshalber an am weitesten voneinander entfernten Ecken platziert wurden.

    Doch selbst wenn mit dem Treffen der Einstieg in Friedensverhandlungen geschafft sein sollte, bleiben für die Unterhändler dicke Bretter zu bohren: Denn die Syrien-Krise birgt unterschiedliche Chancen und Risiken für die Beteiligten, die teils gegensätzliche Interessen in der Region verfolgen.

    IRAN

    Als Schutzmacht der Schiiten unterstützt der Iran die libanesische Hisbollah-Miliz, die in Syrien auf der Seite der Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad kämpft. Zugleich ist die Islamische Republik Erzfeind der USA und der Saudis und blieb daher bei Verhandlungen außen vor. Es war wohl erst die russische Militärintervention, die in Washington einen Sinneswandel auslöste. Gespannt wartet die Welt nun, wie sich der Iran in den Verhandlungen verhält.

    Einerseits sind die Hoffnungen groß, dass sich das Land über das Atomabkommen hinaus aus der Isolation befreien und auch andere strittige Positionen wie die Hilfe für die Hisbollah aufgeben könnte. Andererseits ist Assad ein alter Verbündeter und die Unterstützung für die Hisbollah Teil der iranischen Staatsräson. Es ist unklar, zu wie vielen Zugeständnisse die Konservativen um den geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei bereit sind.

    SAUDI-ARABIEN

    Saudi-Arabien gilt als Schutzmacht der Sunniten, zu denen die meisten Aufständischen in Syrien ebenso wie die Anhänger der Extremistenmiliz Islamischer Staat zählen. In Syrien unterstützt das Königreich sunnitische Rebellen im Kampf gegen Assad und den IS. Saudi-Arabien hat großes Interesse daran, dass der Erzfeind Iran seine Macht in der Region nicht noch mehr ausdehnt und der IS nicht weiter an Stärke gewinnt, da das saudische Königshaus um die Stabilität der eigenen Monarchie fürchtet. Zudem teilt Saudi-Arabien die Furcht vor einem Zerfall Syriens, der ein Auseinanderbrechen des Libanons und des Iraks nach sich ziehen und die ganze Region tiefer ins Chaos stürzen könnte.

    TÜRKEI

    Die große Angst der türkischen Führung ist die Gründung eines eigenen Kurdenstaates. Deshalb beobachtet das Land misstrauisch, wie die Kurden im Norden Syriens ihre autonomen Zonen ausbauen. Auch im Irak gewinnen die Kurden an Stärke: Die kurdischen Peschmerga sind dort neben den vom Iran unterstützten Schiitenmilizen die stärkste militärische Kraft, nachdem die von den USA aufgebaute Armee unter dem Ansturm des IS weitgehend zusammenbrach.

    In der Türkei selbst ist der Konflikt zwischen der Regierung und der kurdischen PKK wieder voll entflammt. In dieser Situation könnte ein Zerfall des Iraks die Gründung eines Kurdenstaates erleichtern. Dies alles spielt sich im Schatten des türkischen Wahlkampfes und eines zunehmend härteren Vorgehens von Präsident Recep Tayyip Erdogan ab.

    RUSSLAND

    Russland hat mit der Militärintervention und der erfolgreich organisierten Gesprächsrunde in Wien bereits einen großen Erfolg erzielt: Beim Thema Syrien verhandelt die Großmacht wieder auf Augenhöhe mit den westlichen Staaten - eine Rolle, die das Land anstrebt. Allerdings leidet Russland unter einer Wirtschaftskrise wegen des niedrigen Ölpreises und der Sanktionen in der Ukraine-Krise. Der Militäreinsatz in Syrien ist teuer. Es mehren sich die Zeichen, dass er keinen durchschlagenden Erfolg bringt.

    Ein wichtige Rolle im Friedensprozess könnte daher eine Möglichkeit sein, sich auch für eine Zukunft nach Assad Einfluss und den russischen Marine-Stützpunkt Tartus zu sichern, zugleich aber auch einen Schritt zum Ende der Luftangriffe zu gehen. Außerdem verärgert Russland mit dem Militäreinsatz die reichen Golfstaaten, mit denen es eigentlich Geschäfte machen will.

    USA

    Die USA sind durch die russische Militärintervention in Zugzwang geraten. Sie haben bei dem jahrelangen Krieg im Irak einen hohen Blutzoll gezahlt - nur um nun zu sehen, wie die Armee zerfällt. Zugleich gewinnt in Bagdad ausgerechnet der alte Feind Iran an Macht, da der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi militärisch immer stärker auf die Unterstützung der Schiitenmilizen angewiesen ist.

    Quelle


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    AW: Syrien-Konflikt

    Krieg in Syrien: Merkels Ohnmacht



    Angela Merkel

    "Unendlich kompliziert": So sieht Angela Merkel die Lage in Syrien. Der Krieg hat massive Auswirkungen auch in Deutschland - und könnte sogar ihre Kanzlerschaft gefährden.

    "Es muss Schluss sein mit dem Einsatz geächteter Kampfmittel wie Fassbomben. Es muss Schluss sein mit gezielten Angriffen auf Krankenhäuser und humanitäres Personal. Es muss Schluss sein mit der Politik des Aushungerns."
    Einen Monat ist es her, dass Angela Merkel zuletzt deutliche Worte zur Lage in Syrien fand. So eindringlich der Appell auf dem Jahresempfang für das Diplomatische Corps in Meseberg klang, so groß ist auch die Hilflosigkeit, die daraus spricht.

    Denn seit mehr als fünf Jahren herrscht Krieg in Syrien, Städte liegen in Trümmern, Hunderttausende Menschen sind tot. Und die internationale Staatengemeinschaft weiß nicht, wie sie dem Blutvergießen ein Ende machen soll.

    Man kann der Kanzlerin nicht vorwerfen, dass ihr das Schicksal der Menschen in Syrien egal sei. Und zwar nicht nur, weil sie um ihre humanitäre Verantwortung weiß. Gleichgültigkeit oder eine Kapitulation vor dem dramatischen Status quo wären aus Merkels Sicht - sowohl der persönlichen wie der politischen - töricht.

    Tatsächlich ist der Krieg in Syrien Merkels größtes Problem. Das ist nicht übertrieben. Denn ganz abgesehen von den Grausamkeiten, die die Kämpfe zwangsläufig mit sich bringen, abgesehen von der gefährlichen Instabilität für die ganze Region, ist der Krieg die Hauptursache für innen- und außenpolitische Verwerfungen, die die einst Unantastbare so angreifbar gemacht haben, dass mancher schon die Kanzlerinnendämmerung heraufziehen sieht.


    • Da ist zu allererst die Flüchtlingskrise, die Europa und vor allem Deutschland in Atem hält. Millionen Syrer sind auf der Flucht vor der Gewalt in ihrer Heimat, mehr als 500.000 haben Schutz in der Bundesrepublik gesucht. Eine gewaltige Herausforderung.
    • Die Bewältigung der Krise wiederum treibt Europa auseinander. Im Umgang mit den Flüchtlingen wurde deutlich, wie schlecht es um die europäische Solidarität steht. Der Brexit wirkt wie ein Fanal für eine EU, in der die Fliehkräfte immer stärker werden.
    • Merkels Flüchtlingspolitik spaltet auch die Gesellschaft in Deutschland. Viele Menschen halten die Herangehensweise der Kanzlerin für blauäugig, das Verhältnis zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU ist zerrüttet, am rechten Rand feiert die AfD mit Stimmungsmache gegen Flüchtlinge Wahlerfolge. Die jüngsten Anschläge im Namen des "Islamischen Staats" haben das Klima weiter vergiftet.
    • Merkel ließ sich in einen gefährlichen Anti-Terror-Krieg hineinziehen, den es ohne den Konflikt zwischen Assad-Anhängern und Assad-Gegnern wohl nicht gegeben hätte, und für den es - wieder einmal - keine echte Exit-Strategie gibt. Nach den Terroranschlägen von Paris schickte Deutschland Tornados, die zwar keine Bomben abwerfen, aber mit ihren Aufklärungsbildern Schützenhilfe beim Kampf gegen den IS in Syrien leisten. Als Anschlagsziel ist Deutschland damit noch mehr in den Fokus der IS-Terrormiliz gerückt.
    • Der Krieg in Syrien zwingt Merkel zu zweifelhaften Kooperationen mit autoritären Herrschern: Mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schmiedete Merkel einen wackligen Flüchtlingspakt, der Europa vor neuen Migrantenbewegungen schützen soll. In der Türkei leben derzeit mehr als 2,5 Millionen syrische Flüchtlinge. Und ohne Russlands Präsident Wladimir Putin wird es in Syrien keine Lösung geben.

    Eine Lösung. Wäre die bei einem früheren Eingreifen des Westens noch möglich gewesen? Die Staatengemeinschaft und damit auch Deutschland hat Assad ein ums andere Mal davon kommen lassen, selbst als dieser Giftgas gegen sein Volk einsetzte. Sie hat den Überlebenswillen des syrischen Machthabers unterschätzt, sie wurde von der Stärke des IS überrascht, genauso vom Eingreifen Russlands an der Seite Assads.

    Die Gemengelage, hat Merkel einmal gesagt, sei "unendlich kompliziert".

    Und jetzt? Deutschland bemüht sich redlich. Man hat Anfang des Jahres eine große Geberkonferenz für syrische Flüchtlinge organisiert, gibt Milliarden, um deren Notlage zu mildern. Doch es ist Symptombekämpfung.

    Bei der Bekämpfung der Ursachen geht es dagegen nicht voran. Die im Februar in der Syrien-Gruppe vereinbarte Waffenruhe ist nichts mehr wert, echte Friedensverhandlungen gibt es momentan nicht. In der "Bild"-Zeitung musste sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier jüngst gegen den Vorwurf wehren, der Westen schaue dem Grauen in Aleppo tatenlos zu: "Was machen wir denn Tag und Nacht? Wir suchen ununterbrochen nach Wegen, die Kriegsparteien zu Verhandlungen zu bewegen."

    Die Erfolge auf der diplomatischen Ebene allerdings bleiben einstweilen aus. Wie der so oft beschworene "politische Übergang" aussehen soll, ist völlig ungewiss, zumal sich bei den Kriegsparteien vor Ort nicht einfach zwischen Gut und Böse unterscheiden lässt.

    Ein selbstsicherer Assad ließ jüngst in einem TV-Interview mit dem US-Sender NBC jedenfalls wissen, dass er gar nicht an einen Rückzug denke. Stolz verwies er auf die Unterstützung des Kreml.

    So sieht es fast so aus, als könne ein ohnmächtiger Westen nur darauf warten, dass Putin irgendwann zur Einsicht kommt und Assad fallen lässt. Allerdings macht man sich darüber auch in der Bundesregierung keine Illusionen. Einige der Akteure, so erklärte Steinmeier jüngst, hätten "derzeit keinerlei Interesse, den Konflikt zu beenden".

    Der Krieg in #Syrien muss endlich enden. Frieden, Freiheit, Leben ohne Diktatur f alle Syrer https://t.co/Z8bUtM6qU4 pic.twitter.com/Aim5LAGW6b

    Quelle








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    AW: Syrien-Konflikt

    Reality-Star trifft Realität

    Emotionale Kehrtwende des US-Präsidenten: Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien stellt sich Donald Trump plötzlich klar gegen Assad - und damit gegen Russland. Nur: Welche Taten lässt er seinen Worten folgen?



    So aufgewühlt zeigt sich Donald Trump selten. "Kleine Babys!", wütet der US-Präsident über den jüngsten mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien. "Ihr Tod war ein Affront gegen die Menschlichkeit." Und: "Ich sage Ihnen, dieser Angriff auf die Kinder gestern hat einen mächtigen Eindruck auf mich hinterlassen."

    Trump steht im Rosengarten des Weißen Hauses, neben ihm sein Gast, der jordanische König Abdullah II. Dessen Besuch war lange geplant, doch die Nachrichten aus Jordaniens nördlichem Nachbarstaat machen diesen Termin erst so richtig prägnant - und setzen den politischen Novizen Trump unter akuten Zugzwang: Plötzlich steht er vor seiner ersten globalen Doppelkrise.

    Erst Nordkorea, nun Syrien: Der Reality-Star trifft auf die Realität. Der begegnet er typisch, indem er voranprescht, gesteuert von Instinkten und Gefühlen. "Was gestern passiert ist, war unzumutbar", sagt er bei seinem Auftritt mit Abdullah II., der völlig vereinnahmt wird vom Syrien-Horror. "Diese abscheuliche Tat des Assad-Regimes kann nicht geduldet werden."

    Trump schweigt zu Details

    Ein Satz mit buchstäblicher Sprengkraft: Hatte Trump den syrischen Diktator Baschar al-Assad nicht stets als "politische Realität", ja, eben geduldet, mutmaßlich um dessen Verbündeten Russland nicht zu nahe zu treten? "Assad sieht besser aus als die andere Seite", hatte Trump noch vor eineinhalb Jahren getönt, obwohl Assads Gräueltaten da längst offensichtlich waren.

    Was also jetzt? Was hat ihn umgestimmt? Offenbar die aktuellen Bilder aus Syrien: "Für mich hat das viele Linien überschritten, nicht nur eine rote" - eine Anspielung auf die leeren Drohungen seines Vorgängers Barack Obama gegen Assad vor fast vier Jahren. "Meine Einstellung zu Syrien und Assad", sagt Trump und klingt fast, als sei er darauf stolz, "hat sich sehr verändert."

    Aber was heißt das? Diplomatie? Sanktionen? Bomben? Bodentruppen? Was will Trump denn anders machen als Obama, der sich genauso empört zeigte, doch dann - ganz bewusst - taten- und erfolglos blieb?

    Und wo bleibt dabei Assads Waffenbruder Wladimir Putin, der plötzlich merken muss, dass der von ihm gesegnete neue US-Präsident viel unberechenbarer ist als geplant?

    Trump schweigt sich aus über solche lästigen Details, wie immer. Entweder will er sich nicht allzu festlegen lassen, oder er weiß es selbst noch nicht so genau. Denn alles geht ja so schnell: Trumps Rückwärtsrolle - über die Experten lange rätseln werden, ob sie impulsiv ist oder durchdacht - ist die Top-Schlagzeile eines Tages, an dem sich die Ereignisse überschlagen.

    Russland hält weiterhin zu Assad

    Denn in das politische Washington platzte zugleich eine weitere Meldung: Trumps ultrarechter Chefberater Stephen Bannon verliert seinen Sitz im nationalen Sicherheitsrat. Dahinter steckt womöglich ein interner Machtkampf, bei dem sich die etabliert-altgedienten Experten um Sicherheitsberater H.R. McMaster gegen den Russland-nahen Ideologen Bannon durchgesetzt haben - was wiederum auch mit zum Syrien-Zickzack geführt haben könnte.

    Begonnen hatte das Hin und Her in New York, im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Frankreich berief eine Syrien-Sondersitzung ein, und wie es der Kalender will, führen die USA im April den Vorsitz unter Leitung ihrer neuen Botschafterin Nikki Haley, einer diplomatisch ebenfalls unerfahrenen Ex-Gouverneurin. Drama programmiert: Frankreich, Großbritannien und die USA haben in aller Eile eine Syrien-Resolution gezimmert. Die verurteilt den Giftgaseinsatz aufs Schärfste und setzt eine internationale Untersuchung ein. Hauptaugenmerk: die syrische Luftwaffe.

    Doch es ist klar, dass Russland das nie akzeptieren wird. Das signalisiert Moskau schon vorab, indem es Assad ausdrücklich in Schutz nimmt. Im Sicherheitsrat geht Russlands Vizebotschafter Wladimir Safronkow - ein rabiater Ersatz für den kürzlich verstorbenen, allseits respektierten Uno-Veteran Witali Tschurkin - noch weiter. Bis hin zur Absurdität.

    Die Resolution reflektiere die "Anti-Damaskus-Kampagne" des Westens, bellt er, und gehöre "auf die Müllhalde der Geschichte". Die Hintermänner des "angeblichen Vorfalls" seien nicht Assads Truppen, sondern "chemische Terroristen". Safronkows lange, wütende Tirade strotzt vor falschen Schuldzuweisungen, Ablenkungsmanövern, Nebelkerzen, Fake News - eine Strategie, die auch den Amerikanern inzwischen vertraut vorkommen dürfte.

    Trump in derselben Situationen wie Obama

    Nikki Haley pariert das mit einem ihrerseits flammenden Vortrag. Bebend hält sie zwei Fotos toter Kinder hoch: "Schaut auf diese Bilder. Wir können vor diesen Bildern nicht die Augen verschließen." Anders als Trump macht sie nicht nur Assad verantwortlich, sondern namentlich auch Russland. "Dieser Rat sieht sich als Verfechter des Friedens und der Menschenrechte", ruft sie. "Wir verdienen diese Beschreibung nicht, wenn wir heute nicht handeln."

    Das kurze, doch bewegende Statement macht Haley im Handumdrehen zum neuen Uno-Star. Obwohl sie sich damit selbst widerspricht - hat sie Assad doch vor Kurzem erst als unverrückbares Mobiliar im Nahen Osten dargestellt. Ähnlich wie US-Außenminister Rex Tillerson, der noch vorige Woche postuliert hatte, Assads Schicksal müsse "vom syrischen Volk bestimmt" werden, nicht vom Westen.

    Haley und Trump merken freilich, dass sie sich bei ihrem koordinierten - und bei den gemütsbewegten Wählern sicher populären - Syrien-Sinneswandel nicht mit Schall und Rauch begnügen können. Wie erwartet blockiert Moskau die Resolution, sie wird nun neu verhandelt, sprich verwässert. Wie auch immer: Sie hätte wohl so wenig Effekt wie all die Resolutionen vor ihr.

    So findet sich Trump genau da, wo Obama vor dreieinhalb Jahren war. "Die USA stehen an der Seite unserer Alliierten auf der ganzen Welt und verurteilen diese abscheuliche Attacke", sagt er im Rosengarten. Und nun? Er winkt ab: "Ich sage ungern, wohin ich gehe und was ich tue."

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    Geändert von eddy-dien8 (06.04.17 um 12:07 Uhr)

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    AW: Syrien-Konflikt

    USA drohen Assad mit neuen Angriffen

    Eskaliert der Krieg in Syrien weiter? Die US-Botschafterin bei der UNO sagte, man sei darauf vorbereitet, noch mehr zu tun. Der Schritt sei "vollkommen gerechtfertigt" gewesen.


    Nikki Haley, US-Botschafterin bei der UNO

    Nach ihrem Raketenangriff gegen einen syrischen Luftwaffenstützpunkt haben die USA mit weiteren Angriffen gegen die Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gedroht.

    "Wir sind darauf vorbereitet, noch mehr zu tun, hoffen aber, dass es nicht notwendig sein wird", sagte am Freitag in New York die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley. Die USA sähen dem Einsatz von Chemiewaffen nicht tatenlos zu. Auch die Verbreitung solcher Kampfmittel zu verhindern, sei im nationalen Sicherheitsinteresse der USA.

    Den jüngsten US-Angriff in Syrien bezeichnete die Gesandte als einen maßvollen Schritt, der "vollkommen gerechtfertigt" gewesen sei. Kurz vor Haleys Äußerungen hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres gefordert, eine weitere Eskalation zu vermeiden.

    Wenige Stunden später starteten von der syrischen Militärbasis Al-Schairat laut Aktivisten erneut Kampfjets zu Einsätzen in Syrien. Die Jets hätten von dem Stützpunkt aus Angriffe auf Ziele nahe Palmyra geflogen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Aktivisten konnten keine Angaben dazu machen, ob es sich um syrische oder russische Militärmaschinen handelte.

    Russland verurteilte den US-Angriff als "ungeheuerliche Verletzung" des Völkerrechts. US-Außenminister Rex Tillerson solle sich bei seinem Besuch in Russland in der nächsten Woche erklären, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums. "Wir werden ihm sagen, was wir davon halten", so Maria Sacharowa.

    US-Präsident Donald Trump hatte den Raketenangriff als Reaktion auf den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff mit mindestens 70 Toten in Nordsyrien bezeichnet, für den er Assad verantwortlich machte.

    Die USA hatten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag 59 Marschflugkörper des Typs Tomahawk auf einen Luftwaffenstützpunkt des syrischen Regimes abgefeuert. In einer kurzen Ansprache hatte Trump keine weiteren Angriffe angedroht. Es war die erste US-Attacke auf die Streitkräfte des syrischen Machthabers in dem seit sechs Jahren andauernden Bürgerkrieg.

    Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hatte den Angriff als "nachvollziehbar" bezeichnet, Kanzlerin Merkel sagte, Assad trage "die alleinige Verantwortung für diese Entwicklung". Wer Chemiewaffen einsetze, begehe ein Kriegsverbrechen.

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    AW: Syrien-Konflikt

    US-Militärschlag gegen Syrien

    Erst flogen Raketen, dann gab es Cocktails

    Als US-Präsident Trump die Militärschläge gegen Syrien verkündet, lauscht sein Vize Pence auf dem OAS-Gipfel einer Rede über Frieden. Dann droht der US-Vizepräsident Russland und Iran.

    "Assad und seine Schutzherren täten gut daran, nicht unsere Entschlossenheit oder die unseres Militärs zu testen." So hat US-Vizepräsident Mike Pence auf dem Gipfel amerikanischer Staaten nach dem Militärschlag von USA, Frankreich und Großbritannien in Richtung Syrien und seiner Schutzmächte gedroht. Explizit nannte Pence Teheran und Moskau als Financiers. Russland verbreite zudem Falschinformationen. "Russlands Lügen werden im Angesicht der Wahrheit zerbröseln", sagte Pence.

    Tags zuvor, bei der offiziellen Eröffnung des OAS-Gipfels in Peru, war Pence plötzlich aus dem Saal des Nationaltheaters verschwunden. Wo war der US-Vizepräsident? Zunächst hatte auch er zugehört, als Luis Almagro, Präsident der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), seine fast schon philosophische Rede bei der Gipfeleröffnung am Freitag darbot. Als dieser sprach und mit einer Forderung nach Demokratie, Frieden und Freiheit schloss, schlugen in Syrien Marschflugkörper und Luft-Boden-Raketen ein.

    Der Angriff der Allianz auf die syrischen Anlagen war die Reaktion von US-Präsident Donald Trump auf den mutmaßlichen Giftgasangriff des syrischen Regimes Baschar al-Assads, weshalb er seine Teilnahme am OAS-Gipfel abgesagt und Pence geschickt hatte. Der fand sich nun in einer skurrilen, wenn nicht zynischen Situation wieder.

    Als Almagro seine Rede vom Frieden hielt, und der zuhause gebliebene Trump seine eigene wegen des Raketenangriffs im US-Fernsehen, war Pence wohl auf dem Weg ins oder bereits im Hotel. Auf der Bühne in Lima folgte ein Tanz- und Musikprogramm mit peruanischen Panflötenspielern. Kriegsschiffe und Luftwaffe beschossen zugleich ein mutmaßliches Chemiewaffenlager und eine Kommandoeinrichtung in der syrischen Stadt Homs sowie ein Forschungszentrum in der Hauptstadt Damaskus.

    Gerüchte, Pence sei wegen des Militärschlags bereits wieder auf dem Weg zurück in die USA, erwiesen sich als falsch. Wenig später begrüßte Perus Präsident Martín Vizcarra ihn zum Abendprogramm. Die beiden tauschten ein paar vertraute Worte aus, dann verschwand Pence im Inneren des festlich beleuchteten Regierungspalastes. Es gab Cocktails.

    Pence rechtfertigt Angriff

    Bei seiner Anreise in Lima hatte der Vizepräsident die peruanische Empfangsdelegation minutenlang warten lassen. Seine Maschine stand mit offener Flugzeugtür auf dem Rollfeld. Kurz darauf setzte auch die aus Argentinien auf, und in Windeseile war Staatschef Mauricio Macri mitsamt seiner Gattin Juliana Awada schnellen Schrittes im Flughafengebäude verschwunden. Pence indes nahm sich Zeit – und den gepanzerten SUV am Ende des roten Teppichs, um davonzubrausen.

    Der Hauptteil des Gipfels fand am Tag nach dem Militärschlag gegen Syrien statt. Jeder der 33 anwesenden Staatsvertreter gab eine Stellungnahme zum Hauptthema des Treffens ab, der Korruptionsbekämpfung, aber viele bezogen sich auch auf den Angriff der westlichen Allianz. Die meisten verurteilten den Einsatz von Chemiewaffen, Kuba jedoch auch den Angriff der USA. "Er war unilateral, illegal und ohne Beweise über einen tatsächlichen Chemiewaffeneinsatz", sagte der kubanische Vertreter. Die Attacke sei eine klare Verletzung internationalen Rechts.

    Pence kam als letztes zu Wort und begann mit "Grüßen von Präsident Donald Trump". Er verteidigte den Angriff auf Syrien. "Die schrecklichen Bilder toter Kinder und leidender Menschen sind der Beweis dafür, was geschah. Es waren die Taten eines Monsters." Der Militärschlag der Allianz gegen Assad sei "effektiv, überwältigend und erfolgreich" gewesen.

    "Das war eine eindeutige Botschaft an Assads Regime, dass wir den Einsatz von chemischen Waffen nicht tolerieren werden und dazu bereit sind, jeden weiteren Einsatz zu verhindern", sagte Pence. Die anderen amerikanischen Staaten rief er zur Unterstützung auf. Russland und Iran drohte er mit den Worten Trumps: "Nationen können auch danach beurteilt werden, mit wem sie sich umgeben."

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