Seite 3 von 3 Erste 123
Ergebnis 21 bis 22 von 22
  1. #21
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59





    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.770
    Points
    7.193
    Level
    56
    Level completed: 22%, Points required for next Level: 157
    Overall activity: 43,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    AW: [ST] Kampf gegen Kinderpornografie im Internet

    FBI: Schutz eigener Malware wichtiger als Strafe für Kinderpornos

    Die US-Bundespolizei wollte eigentlich die Kunden eines Anbieters von Kinderpornographie belangen. Vorerst ließ man den Prozess gegen einen Beschuldigten aber platzen. Die Behörden entschieden sich lieber dafür, die eigene Malware geheim zu halten.

    In dem Verfahren geht es um Nutzer der Plattform Playpen, die - versteckt im Tor-Netzwerk - entsprechende Inhalte anbot, berichtete das US-Magazin Ars Technica. Als es dem FBI gelang, den Server ausfindig zu machen, ließ man ihn noch einige Tage als Honeypot laufen und schob den Besuchern eine Malware unter, die den Ermittlern die IP-Adressen der Nutzer übermittelte. (siehe Post 18) Auf Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse sollen nach derzeitigem Stand landesweit 135 Strafverfahren geführt werden.

    Diese könnten nun allerdings zum Teil schlicht ins Wasser fallen. In einem Prozess stellte der Richter klar, dass die Behörden den Quellcode der eingesetzten Malware als Beweisstück offenlegen müssen. Denn eine ordentliche Beweiskette kann in einem Gerichtsverfahren nur aufgestellt werden, wenn transparent nachvollziehbar ist, auf welche Weise die Belege zusammengetragen wurden, mit denen der Beschuldigte überführt werden soll.

    Zero Days gibt's nicht im Überfluss

    In dem Moment, in dem die Source Codes aber in den Prozessunterlagen auftauchen, sind sie quasi öffentlich. Der eingesetzte Exploit wäre dann natürlich nicht mehr brauchbar - entweder, weil der jeweilige Software-Hersteller die zugehörige Sicherheitslücke schließen würde oder die Hersteller von Antiviren-Software ihre Scanner entsprechend nachjustieren. Und neue Zero-Day-Exploits für zukünftige Einsätze von Spionage-Malware sind nicht so einfach zu bekommen - entweder muss man eigene teure Fachleute mit der Suche nach bisher unbekannten Schwachstellen betrauen oder entsprechende Informationen auf dem Schwarzmarkt einkaufen, wo man in Konkurrenz zu diversen Kriminellen steht.

    Vorerst hat man sich beim FBI daher entschieden, den Prozess lieber mangels ordentlicher Beweise platzen zu lassen, als die eingesetzte Malware unbrauchbar zu machen. Darauf dürfte nun natürlich eine ethische Auseinandersetzung entbrennen: Ab welcher Schwere eines Tatvorwurfs wäre es denn angebracht, eine teure Software für eine Verurteilung zu opfern? Das Inbesitzbringen von Kinderpornographie - was in der öffentlichen, moralischen Wahrnehmung sicher schon mit zu den schwereren Delikten gehört - scheint offenbar eine zu niedrige Hürde darzustellen.

    Aktuell ist es noch nicht zu spät, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Bis Ende Mai kann die Staatsanwaltschaft noch einen Antrag ans Gericht stellen, die Beweisaufnahme doch noch unter anderem Vorzeichen durchzuführen. Ist diese Frist allerdings abgelaufen, wäre faktisch ein Präzendenzfall geschaffen, der bisher unkalkulierbare Folgen haben kann.
    winfuture.de
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  2. Bedankos Buster01 bedankte(n) sich für diesen Post
  3. #22
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59





    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.770
    Points
    7.193
    Level
    56
    Level completed: 22%, Points required for next Level: 157
    Overall activity: 43,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    AW: [ST] Kampf gegen Kinderpornografie im Internet

    Ermittlungen im Darknet

    Australiens Polizei betrieb riesige Kinderporno-Plattform

    Auf der Online-Plattform "Childs Play" tummelten sich Tausende Pädophile - und ahnten nicht, dass die Polizei das Forum betrieb. Fast wäre die Aktion der Behörden durch Recherchen einer norwegischen Zeitung aufgeflogen.

    Eine Spezialeinheit der australischen Polizei hat fast ein Jahr lang eine große Plattform mit kinderpornografischem Material im Darknet betrieben. Ziel der Ermittler war es, möglichst viele Informationen über die Nutzer des Forums zu sammeln.

    Das alles berichtet die norwegische Zeitung "VG" in einem investigativen Report. Die Journalisten waren demnach bei ihren Recherchen selbst mit dem Thema befasst - und hatten den Betreiber der Website bei der australischen Polizei gefunden.

    Als die Journalisten die Polizei konfrontierten, stellte sich heraus, dass sie mit ihrer Recherche mitten in eine streng geheime Operation vorgestoßen waren: Der ursprüngliche Betreiber der Site "Childs Play", ein Kanadier, der sich WarHead nannte, war 2016 im US-Bundesstaat Virginia festgenommen worden. Er hatte sich mit einem Forumsmitglied getroffen, um eine Vierjährige zu vergewaltigen.

    Die Nutzer des Forums ahnten nicht, dass der Betreiber festgenommen worden war. Und sie ahnten nicht, dass die US-Behörden den australischen Kollegen die Kontrolle über die Darknet-Plattform überlassen hatten. Das hatte einen Grund: Die australische Polizei darf bei Fahndungen Bilder posten, die Missbrauch zeigen- damit hatte die Spezialeinheit Argos Taskforce in Queensland einen Vorteil.

    Polizei postete Missbrauchsfotos


    Denn die Nutzer der Plattform erwarteten mindestens einen Eintrag von WarHead pro Monat - mit einem kinderpornografischen Foto. So etwas würden Polizisten nicht machen, war das Kalkül. Bei einem Eintrag ohne Foto hätte jeder Nutzer gewusst, dass WarHead in Schwierigkeiten ist.

    Die Polizisten begannen, sich als WarHead auszugeben und luden auch Missbrauchsfotos hoch, eine ethische und juristische Gratwanderung. Heimlich sammelten die Ermittler Informationen über Nutzer, bis die Seite 2017 offline genommen wurde. "VG" hielt seinen Bericht zurück, um die Ermittlungen nicht zu gefährden und erhielt im Gegenzug Einblick in die Ermittlungen.

    Gegründet im April 2016, waren bis zur Schließung der Plattform mehr als eine Million Nutzer registriert. Rund hundert sollen Kindesmissbrauch gefilmt und Videos sowie Fotos geteilt haben. Argos-Leiter Jon Rouse sagte, die Aktion habe weltweit Kinder gerettet und zur Festnahme Krimineller geführt.

    Die Aktion brachte der Polizei die Identitäten Hunderter Personen in aller Welt ein, die auf "Childs Play" aktiv waren. Die beiden Männer, die sich zur Vergewaltigung der Vierjährigen verabredet hatten, wurden deswegen schon zu lebenslanger Haft verurteilt. Wegen ihrer Beteiligung an "Childs Play" sollen sie noch vor Gericht kommen.

    spiegel.de
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  4. Bedankos eddy-dien8, dewa bedankte(n) sich für diesen Post
Seite 3 von 3 Erste 123

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 29.12.16, 20:05
  2. Kampf gegen den Terror
    Von delle59 im Forum Politik
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 18.06.16, 22:31
  3. Kampf der Roboter-Giganten: USA gegen Japan
    Von delle59 im Forum Technik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 07.07.15, 13:00
  4. Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 15.03.14, 20:42
  5. Kampf um das Internet der Zukunft
    Von delle59 im Forum Netzwelt
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 29.11.13, 12:59

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •