Eine der erfolgreichsten Fußballerinnen der Welt erhebt schwere Vorwürfe gegen Sepp Blatter. Der ehemalige Fifa-Präsident soll sich ihr unsittlich genähert haben. Seine Reaktion kommt prompt.

Die Affären um sexuelle Belästigungen haben den Fußball erreicht. Beteiligt sind zwei sehr prominente Personen: auf der einen Seite der langjährige Fifa-Präsident Joseph Blatter, auf der anderen Seite mit Hope Solo eine der berühmtesten Fußballspielerinnen der Welt.

Solo, dreimal Olympiasiegerin und Weltmeisterin mit den USA, erhob in einem Interview mit der der portugiesischen Zeitung „Expresso“ schwere Vorwürfe gegen Blatter. Der heute 83 Jahre alte Schweizer habe sie bei einer Preisverleihung im Jahr 2013 belästigt.

„Blatter griff mir an den Hintern“, sagte die 202-malige Nationalspielerin, die im Vorjahr ihre Karriere beendet hatte. Der Vorfall soll sich vor vier Jahren bei der Weltfußballer-Gala „Ballon d‘Or“ ereignet haben. Damals zeichnete Solo ihre Landsfrau Abby Wambach zur Fußballerin des Jahres aus. Kurz vor dem gemeinsamen Auftritt soll Blatter sich Solo unsittlich genähert haben.

Blatter: „Lächerliche Vorwürfe“

„Es war direkt, bevor ich auf die Bühne gegangen bin“, sagte sie in einem weiteren Gespräch mit dem englischen „Guardian“: „Ich war geschockt". Solo habe sich zusammenreißen müssen: „Ich wollte mit meiner Teamkollegin die größte Auszeichnung ihrer Karriere feiern, also habe ich meinen Fokus komplett auf Abby gerichtet."

Blatter wies die Anschuldigungen vehement zurück. Dem Schweizer „Blick“ sagte er: „Die Vorwürfe sind so lächerlich wie der Penalty für die Schweizer Nationalmannschaft am Donnerstag." Die Schweiz hatte im WM-Play-off durch einen dubiosen Handelfmeter in Nordirland 1:0 gewonnen.



Solo hatte sich bereits Mitte Oktober bei Instagram zum Thema geäußert und ihr Mitgefühl mit den sexuell belästigten Schauspielerinnen in Hollywood geäußert. Nun erzählte sie ihre eigene Geschichte. Solo sagte dem „Expresso“, sexuelle Belästigung im Sport sei weit verbreitet. „Es passiert nicht nur Hollywood.“

„Ich hatte immer das Gefühl, mit diesen Situationen klar zu kommen und habe Rückgrat bewiesen“, beschrieb Solo nun ihre Motivation: „Aber es gab nie Konsequenzen für die Täter. Das muss sich ändern - Schweigen wird die Welt nicht ändern. Während es in diesem Fall Blatter war, der mächtigste Mann im Fußball, sind sexuelle Übergriffe und unangemessenes Verhalten auf jeder Stufe des Frauen-Sports vorhanden. Das muss aufhören.“
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Hoffentlich bricht ihm das jetzt entgültig das Genick Zeit wird es.