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    Stammzellenforschung

    Erbgutanalyse
    US-Firma sichert sich Patent auf "Designer-Babys"
    Ein Traum-Kind mit hübschen Augen und hoher Lebenserwartung? Ein US-Unternehmen hat ein Patent auf die Selektion von Samen- und Eizellen erhalten. Den Eltern eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten.

    Zumindest die Wünsche wurden bereits zuvor bei vielen Eltern laut: "Ach, wenn unser Baby doch deine blauen Augen und meine Stupsnase bekäme", hofft manch ein Elternteil noch weit vor der Geburt des Kindes. Bisher ist das aber allenfalls schnell daher gesagt. Denn selbst, wenn sie das wollten, können sich Eltern die Merkmale ihres Sprösslinges ja schließlich nicht aussuchen.

    Oder etwa doch? Zumindest hat die amerikanische Biotechnologie-Firma 23andMe ein Patent auf die Auswahl von Designer-Babys ergattert. Damit könnten Eltern berechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ihr Kind eine bestimmte Haarfarbe oder eine angeborene Herzerkrankungen bekommt – und wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür mit einem anderen Partner wäre.

    Damit würde 23andMe sein bisheriges Portfolio deutlich erweitern. Mit Genanalysen hat sich das Biotech-Unternehmen zwar bereits zuvor beschäftigt, nur dienten die Gesundheitsprofilen und Abstammungsanalysen. Ethisch nicht immer unbedenklich, doch natürlich längst nicht so heiß diskutiert wie die vorgeburtliche Erbgutanalyse.

    Patent für Kinderwunschzentren
    Kritik dürfte dem Unternehmen allerdings nicht fremd sein. Denn interessanterweise ist eine Gründerinnen, Anne Woijcicki, die (Noch-)Ehefrau von Google-Mitbegründer Sergei Brin. Wenig verwunderlich ist da, dass auch Google selbst in der Unternehmen investiert hat.

    Ob beide Unternehmen aber mit dem neuen Patent zusätzlich Profit machen werden, ist derzeit noch relativ unklar. Im US-amerikanischen Technologie-Magazin "Wired" lässt 23andMe zumindest verlauten, dass das Unternehmen keine Pläne in Richtung "Designerbaby" schmiede. "Als wir die Technik vorgestellt und das Patent ausgefüllt haben, dachten wir, dass sie Anwendung in Kinderwunschzentren finden könnte. Wir selbst haben diese Idee nie weiter verfolgt, noch haben wir Pläne, dies zu tun", sagt die Sprecherin von 23andMe, Catherine Afarian im Gespräch mit Wired.

    Kritik aus Deutschland
    Obwohl das Patent noch weit von seiner Umsetzung in die Praxis entfernt ist, wird es bereits kritisiert. "Geschäftsideen, die auf der Produktion von Designer-Babys beruhen, dürfen nicht durch Patente gefördert werden", sagt Christoph Then, Geschäftsführer des Münchner Instituts für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie "Testbiotech".

    Zumindest in Europa hat das wohl auch dazu beigetragen, dass das Patent zwar in den USA, nicht aber weltweit gilt. "In Europa können Patente wegen Verstößen gegen die guten Sitten und die öffentliche Ordnung zurückgewiesen werden", sagt Then. Zudem sei das Patent als Geschäftsidee anzusehen. Und diese würden am Europäischen Patentamt (EPA) ohnehin als nicht patentierbar gelten.

    Tatsächlich hat sich das EPA bereits mit dem US-Patent beschäftigt. Gemäß der Angaben eines Sprechers von 23andMe hat das US-Unternehmen versucht, auch in Europa ein Patent zu erwerben. Nachdem das EPA die Recherche allerdings beendet hatte, zog 23andMe den Antrag wieder zurück. Eine Prüfung nach europäischem Patentrecht habe nicht stattgefunden", sagt der Sprecher. Stattdessen werden sich wohl bald diverse Ethikkommissionen einer weiteren Prüfung widmen.
    Quelle

    Umstrittene Tests: Wenn der Gentest zur Massenware wird
    Geändert von salviner01 (25.11.14 um 23:41 Uhr)
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
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    Grundsatzurteil: Europa-Gericht erlaubt umstrittene Stammzellpatente

    Der Europäische Gerichtshof hat Patente auf die Herstellung von Stammzellen erlaubt, die Forscher aus unbefruchteten Eizellen produzieren. Mit dem Urteil definieren die Richter neu, wann sich teilende Eizellen als Embryo gelten.


    Menschliche Eizelle (künstlerische Darstellung): Sind Patente auf künstliche zur Weiterentwicklung angeregte menschliche Eizellen zulässig?

    Es gibt ein Grundsatzurteil zu einer der wichtigsten Fragen der Biomedizin: Wann beginnt menschliches Leben? Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass das EU-weite Verbot eines Patents auf menschliche Embryonen nur dann gilt, wenn sich aus den benutzten Stammzellen auch ein Mensch entwickeln kann.

    Zellen, die das trotz Stimulation "in keinem Fall" können, sind auch keine "menschlichen Embryonen", heißt es in dem in Luxemburg verkündeten Urteil. Damit sei die Verwendung eines solchen Organismus "zu industriellen oder kommerziellen Zwecken grundsätzlich patentierbar", heißt es im Urteil.

    Zuvor war der kanadischen Stem Cell Corporation (ISCO) in Großbritannien untersagt worden, sich die Herstellung solcher Stammzellen patentieren zu lassen. Nun hat das Unternehmen gute Chancen, das Patent doch noch durchzusetzen.

    ISCO gewinnt ihre Stammzellen aus unbefruchteten Eizellen, die durch chemische, mechanische oder elektrische Stimulation zur Teilung angeregt werden. Weil den Zellen das männliche Erbgut fehlt, können sie sich derzeit aber nicht zu einem Menschen entwickeln.

    Die gewonnen Stammzellen werden genutzt, um Gewebe zu züchten oder zur Erforschung von Gentherapien. ISCO ist auf die Entwicklung von neuen Therapieverfahren für schwere Krankheiten wie Parkinson spezialisiert.

    Potenzial zur Menschwerdung entscheidend


    Bereits im Juli hatte der Generalanwalt des EuGH Cruz Villalón in einem Gutachten dafür plädiert, das Patent für die Herstellung der Stammzellen aus sich teilenden, unbefruchteten Eizellen zu erlauben. Aus seiner Sicht könne eine Eizelle, die ohne Befruchtung zur Weiterentwicklung angeregt worden ist, und die nicht fähig ist, sich zu einem Menschen zu entwickeln, nicht als menschlicher Embryo angesehen werden.

    Zuvor war ISCO das Patent aufgrund eines Urteils von 2011 verwehrt worden. Damals hatte der EuGH in einem Streit zwischen Oliver Brüstle, der in Bonn an Stammzellen forscht, und Greenpeace festgelegt, dass embryonale Stammzellen nur dann patentiert werden dürfen, wenn für ihre Entwicklung keine Embryonen getötet werden müssen. Die Richter betrachteten damals auch sich teilende unbefruchtete Eizellen als Embryo. Das hat sich nun geändert.

    Grundsätzlich sind Teile des menschlichen Körpers in der Europäischen Union nicht patentierbar. Für Stammzellen, die im Labor gezüchtet werden, gibt es jedoch Ausnahmen. Laut EuGH müssen britische Gerichte nun entscheiden, ob die Organismen, die ISCO patentieren möchte, tatsächlich nicht die Fähigkeit haben, sich zu einem Menschen zu entwickeln.

    Quelle

    Ich bin für die Stammzellenforschung. Dadurch kann vielen kranken Menschen geholfen werden und wir sind nicht mehr so abhängig von Organspenden. Der Fortschritt ist nicht aufhaltbar.
    Geändert von salviner01 (18.12.14 um 23:46 Uhr)
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
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  3. Bedankos delle59, black sheep bedankte(n) sich für diesen Post
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    AW: Stammzellenforschung

    Hoffnung für Glatzenträger?

    Forscher schaffen aus Mäuse-Stammzellen Hautstück mit Haaren

    Japanische Forscher schafften aus Stammzellen von Mäusen ein Hautstück mit Haaren und Talgdrüsen. Für die Herstellung menschlicher Haut könnte dies ein wichtiger Schritt sein.

    Für Menschen, die unter Verbrennungen und Narben auf der Haut leiden oder mit Haarausfall zu kämpfen haben, könnten dies gute Nachrichten sein: Japanischen Forscher ist es gelungen, aus den Stammzellen von Mäusen ein Hautstück mit Haaren und Talgdrüsen zu schaffen.

    Die künstliche Haut könne nach einer Transplantation auf eine Maus sämtliche natürlichen Funktionen übernehmen, schreiben sie im Fachjournal «Science Advances».

    Stammzellen von Mäusen: Forscher produzieren Haut mit Haaren und Talgdrüsen

    Das Team um Ryoji Takagi von der Tokyo University of Science hatte sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) von Mäusen so beeinflusst, dass sich dreidimensionale kleine Gewebe-Klümpchen entwickelten und später auch Hautzellschichten, Haarfollikel und andere Hautstrukturen. Anschließend transplantierten die Forscher dieses Gewebe in die Haut anderer Mäuse. Nach vierzehn Tagen wuchsen den transplantierten Nacktmäusen in diesem Bereich Haare.


    Mithilfe der Stammzellen von Mäusen ist es Forschern aus Japan gelungen, ein Hautstück
    mit Haaren und Talgdrüsen zu schaffen. Foto: Takashi Tsuji, Riken/dpa


    Das künstliche Gewebe ging zudem normale Verbindungen mit den umgebenden Nerven- und Muskelfasern ein. Andreas Trumpp, Leiter der Abteilung Stammzellen und Krebs am Deutschen Krebsforschungszentrum, bezeichnete die neue Forschung an Mauszellen als prinzipiell interessant.

    Ein erster Schritt zur Herstellung menschlicher Haut

    Sie könne aber nur ein erster Schritt zur Herstellung menschlicher Haut sein. Auch habe die Studie noch nicht bewiesen, dass tatsächlich alles bei dieser neuen Haut richtig funktioniere.
    augsburger
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  5. Bedankos eddy-dien8, reho bedankte(n) sich für diesen Post
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    AW: Stammzellenforschung

    Bin mir nicht sicher ob ich so was an meinen Körper lassen würde.

  7. Bedankos delle59 bedankte(n) sich für diesen Post
  8. #5
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    AW: Stammzellenforschung

    Forscher züchten Mäuse aus künstlicher Eizelle

    Aus Mäusestammzellen haben japanische Forscher im Labor Eizellen hergestellt und mit ihnen Mäusenachwuchs gezüchtet. Langfristig soll die Forschung helfen, Unfruchtbarkeit beim Menschen zu behandeln.

    Erstmals haben Forscher aus erwachsenen Körperzellen von Mäusen im Reagenzglas Eizellen entwickelt, aus denen nach künstlicher Befruchtung fruchtbare Nachkommen entstanden sind. So lassen sich künftig prinzipiell von Individuen jeden Alters und Geschlechts funktionsfähige Eizellen herstellen - zumindest bei Mäusen. Ob das Verfahren auch beim Menschen funktioniert, ist allerdings unklar.

    Das Team um Katsuhiko Hayashi von der Kyushu-Universität im japanischen Fukuoka gewann die Eizellen unter anderem aus Bindegewebszellen, die sie erwachsenen Mäusen aus der Schwanzspitze entfernten. Diese Fibroblasten behandelten sie zunächst mit einer Substanzmischung, sodass sie sich zu sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) entwickelten.

    Erfolgsquote von 3,5 Prozent


    IPS-Zellen können sich noch in jedes Gewebe differenzieren - in Hautzellen, Muskelzellen oder, wie im Versuch, in Keimzellen. Zunächst entwickelten die Forscher ihre Alleskönnerzellen zu sogenannten Urkeimzellen, aus denen sich auch bei der natürlichen Entwicklung Eizellen und Spermien bilden. Anschließend ließen sie die Urkeimzellen zu Eizellen reifen, indem sie sie mit Zellen aus Eierstöcken von Mäusen mischten.

    Die entstandenen Eizellen befruchteten sie im Reagenzglas, berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature". 11 von 316 derart produzierten Embryonen entwickelten sich nach einer Schwangerschaft in weiblichen Mäusen zu gesunden Nachkommen, die fruchtbar waren. Das entspricht einem Anteil von 3,5 Prozent. Darüber hinaus konnten die Forscher aus den befruchteten Eizellen im Blastozysten-Stadium embryonale Stammzellen isolieren.

    Ethisch umstritten


    Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Ergebnis ein großer Erfolg. "Die Erzeugung von Keimzellen im Labor war für viele Jahre von Rückschlägen geplagt", erklärt Thomas Zwaka von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York. Dass es nun doch gelungen sei, habe ungeheure Implikationen: "Wir stehen kurz davor, komplette Kontrolle über unsere Keimbahn zu erlangen", so Zwaka. Das Potenzial, aber auch die Gefahren seien enorm, da Eingriffe in die Keimbahn das Erbgut künftiger Generationen beeinflussen.

    Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, sagte: "Sollte sich das nun an der Maus entwickelte Verfahren auf den Menschen übertragen lassen, könnte dies langfristig die Gewinnung fast unbegrenzter Mengen von Eizellen aus Körperzellen ermöglichen." So könne eine künstliche Befruchtung für deutlich mehr Frauen in Frage kommen - auch in höherem Alter. Zudem würde die Eizellspende, die in Deutschland verboten ist, überflüssig werden.

    Denkbar seien auch genetisch eigene, gemeinsame Kinder für lesbische oder schule Paare - allerdings ist eine Leihmutterschaft in Deutschland verboten.

    Anwendung beim Menschen "reine Spekulation"


    Wie groß der Schritt von der Maus zum Menschen ist, bewerten Experten unterschiedlich. Nach der Methode sei es nun vorstellbar, dass ähnliche Ergebnisse in Zukunft auch für den Menschen erreicht werden könnten, sagt Michele Boiani vom Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster. "Da die Generierung humaner iPS-Zellen bereits etabliert ist, stellt der Schritt von der Maus zum Menschen nunmehr eine ethische, jedoch keine technische Frage dar."

    Dagegen meint Henning Beier vom Uniklinikum Aachen: "Anwendungen dieses Modellsystems auf die Reproduktion oder auf die Reproduktionsmedizin beim Menschen sind reine Spekulation und daher an dieser Stelle nicht angebracht."

    Die japanischen Forscher hatten ihre Arbeit schon vor mehr als einem Jahr bei "Nature" eingereicht. Die Zeitschrift hatte die Details offenbar eingehend geprüft, vermutlich weil es auf dem Gebiet der Stammzellforschung in den vergangenen Jahren einige Studien gab, die wegen Fehlern oder gar Täuschung zurückgezogen werden mussten.

    Ein Team um Hayashi hatte bereits 2012 funktionsfähige Eizellen aus Körperzellen von Mäusen geschaffen. Allerdings mussten die Forscher die Zellen damals noch in Eierstöcken von Weibchen heranreifen lassen, um Eizellen zu gewinnen. Diesmal geschah die Eireifung komplett im Labor, allerdings benötigten die Forscher dazu noch Eierstockzellen.
    spiegel.de

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    Avatar von Volltreffer

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    AW: Stammzellenforschung

    Reparatur im Gehirn




    Viele Menschen fürchten in der zweiten Lebenshälfte wohl nur eines mehr als das körperliche Gebrechen, und das ist der geistige Abbau. Sei es durch das Alter an sich, Verletzung oder Krankheit: Wenn Hirnzellen sterben, sind sie für immer verloren. Anders als zum Beispiel im Darm gibt es unter der Schädeldecke keine Stammzellen, die steten Nachschub liefern. Neurobiologen versuchen seit vielen Jahren, erneuerungsfähige Zellen von außen ins Gehirn zu schleusen. Offen blieb aber, ob die regenerierten Neuronen sich dort auch korrekt einfügen und genau so funktionieren wie ihre zerstörten Vorgänger. In Nature berichtet ein Team um Magdalena Götz vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München nun von einem ersten Erfolg: Die Wissenschaftler pflanzten Mäusen embryonale Neuronen in die zuvor beschädigte Sehrinde des Gehirns und verfolgten das Schicksal der übertragenen Zellen. Tatsächlich nahmen die neuen Neuronen den für sie vorgesehenen Platz im Netzwerk ein und stellten auch die richtigen Verknüpfungen zu den noch vorhandenen Zellen her. Sie waren zudem in der Lage, Signale zu übertragen. Alzheimer ist deshalb noch nicht besiegt: In Menschen verbietet sich eine Transplantation embryonaler Zellen aufs ethischen und rechtlichen Gründen. Vom Prinzip her haben die Forscher jedoch erstmals bewiesen, dass Lücken im Gehirn von außen reparabel sind.

    Quelle: Süddeutsche Zeitung Donnerstag, 27. Oktober 2016, Nr. 249 (Papierform)

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  10. Bedankos delle59, Struppi bedankte(n) sich für diesen Post

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