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    Platin und Wasser aus dem All

    US-Firmen planen Bergbau auf Asteroiden
    Platin und Wasser aus dem All
    Bislang war Bergbau im Weltall nur etwas für Science-Fiction-Autoren. Jetzt beschäftigen sich schon mindestens zwei ernst zu nehmende Firmen mit dem Thema. Der Wettlauf um die Erforschung und letztlich Ausbeutung stellarer Ressourcen ist eröffnet.


    Foto: picture alliance / dpa)
    Eine Firma namens Deep Space Industries hat angekündigt, ab 2015 ein Flotte von Raumschiffen loszuschicken, die nach geeigneten Asteroiden für Ressourcenabbau Ausschau halten soll. Das Konkurrenzunternehmen Planetary Resources hatte ähnliche Pläne bereits im vergangenen Jahr beschrieben - und vor wenigen Tagen den ersten Prototypen eines Erkundungssatelliten vorgestellt.

    In einer Pressemitteilung kündigte Deep Space Industries an, 25 Kilogramm schwere "FireFly"-Raumkapseln aus preiswerten Bauteilen zu fertigen und diese gemeinsam mit größeren Kommunikationssatelliten ins All zu transportieren. Die Mission soll heute um 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Firmensitz im kalifornischen Santa Monica offiziell vorgestellt werden. Auf der Webseite der Firma ist bislang nur eine futuristisch anmutende Grafik zu sehen.

    Rohstoffe im All per 3D-Drucker verarbeiten?
    Es handle sich um das "erste kommerzielle Unternehmen zur Erforschung kleinerer erdnaher Asteroiden", sagte Rick Tumlinson, der als CEO bei DSI verantwortlich zeichnet - und als einer der profiliertesten Fürsprecher von Weltraummissionen gilt.

    Tumlinson will die Rohstoffe nicht nur von Asteroiden zur Erde bringen, sondern sie bereits vor Ort verarbeiten. Mit einem den Angaben zufolge bereits patentierten 3D-Drucker namens "MicroGravity Foundry" soll Material aus Himmelskörpern per Laser zu komplexen Bauteilen verarbeitet werden. Aus diesen könnten eines Tages direkt im All Kommunikationssatelliten gebaut werden - oder Plattformen, von denen aus Sonnenenergie gesammelt und zur Erde "gebeamt" werden könne, wie es heißt.

    Menschheit als "ultra-terrestrische Spezies"
    Ähnlich hochfliegend sind die Pläne der Firma Planetary Resources, die erstmals im vergangenen August an die Öffentlichkeit trat. Mitgründer Peter Diamandis der 1995 schon die gemeinnützige X-Price-Foundation startete) brachte als Ziel der Mühen ins Gespräch, das gesamte innere Sonnensystem zu besiedeln und die Menschheit zu einer "ultra-terrestrischen Spezies" zu machen.

    Nun stellte der Chefingenieur der Firma in einem Youtube-Video den Prototypen eines ersten Raumfahrzeugs vor. Das Arkyd-100 Space Telescope, das sogar nur 11 Kilogramm schwer sein soll, ist ebenfalls als Forschungs-Raumschiff konzipiert. In der Pipeline seien aber bereits zwei weitere, größere Gefährte, sagte er.
    Quelle


    Rohstoffförderung im Weltraum
    Planetary Resources will Edelmetalle auf Asteroiden schürfen


    Geändert von delle59 (01.11.14 um 10:55 Uhr)
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    Auf der Jagd nach kosmischen Rohstoffen
    Der Kampf der Schatzjäger im All hat begonnen
    Das Weltall ist eine Schatztruhe voller wertvoller Rohstoffe. Mittlerweile tobt ein Kampf unter Asteroidenjägern, die auf Planetoiden schürfen wollen. Ihr ambitioniertes Ziel: 2015 soll die erste Mission starten.


    Foto: DSI
    Zuerst sollen die Leuchtkäfer (englisch: Firefly) ins Reich der Asteroiden vordringen. Die Aufgabe dieser nur 25 Kilogramm schweren Raumflugkörper ist, kosmische Gesteinsbrocken zu untersuchen und herauszufinden, wie sie zusammengesetzt sind, welche Mineralien sie enthalten und wie schnell sie rotieren. Ein Asteroid kann ein solider Felsblock sein, aber auch ein loser Haufen aus Kieselsteinen, den nur seine eigene Schwerkraft zusammenhält.

    Dann folgen die Libellen (englisch: Dragonfly). Sie landen auf einem von den Leuchtkäfern als tauglich befundenen Asteroiden und holen jeweils 30 bis 60 Kilogramm schwere Materialproben zurück zur Erde. Schließlich machen sich die „Harvestors“ (Erntemaschinen) auf den Weg. Bei ihnen handelt es sich um regelrechte Weltraumfabriken. Sie docken an geeigneten Asteroiden an und beginnen, in großem Stil Rohstoffe abzubauen und daraus Güter zu produzieren, die für andere Raumfahrtmissionen benötigt werden.

    Start der ersten Explorationssonde im Jahr 2015
    Noch sind solche Pläne Science-Fiction, und die Raumsonden „FireFly“ und „DragonFly“ sowie der „Harvestor“ existieren nur in Form von Konstruktionszeichnungen in den Computern der Firma Deep Space Industries (DSI). Doch das in McLean (US-Staat Virginia) ansässige Unternehmen will die Gewinnung von Rohstoffen auf Asteroiden rasch realisieren. Jetzt kündigte DSI den ersten Start einer Explorationssonde bereits für 2015 an.
    Gegenüber herkömmlichen Raumflügen sollen die Flüge zu den Asteroiden sehr kostengünstig sein. Einer der Gründe dafür ist die Leichtbau-Konstruktion der Sonden. Die „FireFly“ etwa will DSI aus billigen Komponenten bauen, wie sie in den würfelförmigen Mini-Satelliten verwendet werden, die Forschungsinstitute, aber auch Universitäten schon heute in größerer Zahl ins All schießen. Bei Starts größerer Satelliten sollen sie huckepack sie mitfliegen. „Dies ist die erste kommerzielle Kampagne, um kleine Asteroiden zu erforschen, die in Erdnähe vorbeifliegen“, erklärt DSI-Chef Rick Tumlinson. „Indem wir preisgünstige Technologien nutzen und das Erbe unseres Raumfahrtprogramms mit der Innovationsfreude junger Ingenieure verbinden, können wir Dinge tun, die vor einigen Jahren noch unmöglich gewesen wären.“


    „FireFlys“ sind die Späher, die als Vorhut Asteroiden auf ihren
    Reichtum an Rohstoffen untersuchen sollen. Foto: DSI
    Ihre Ziele sollen die Leuchtkäfer nach Flügen erreichen, die zwischen zwei und sechs Monaten dauern. Eine Vorauswahl von Asteroiden will DSI mithilfe der US-Raumfahrtbehörde Nasa und einiger Forschergruppen identifizieren. „Mein Smartphone hat mehr Rechenkraft, als es bei den gesamten Apollo-Mondmissionen gab“, so Tumlinson. „Wir können erstaunliche Maschinen bauen, die kleiner, billiger und schneller sind als je zuvor. Wir denken an eine Fließbandproduktion für die „FireFlys“, die jedes Objekt untersuchen können, das in die Nähe der Erde kommt.“

    Zur Finanzierung des Projekts will DSI weitere Unternehmen gewinnen. „Die Öffentlichkeit wird durch Echtzeitübertragungen aus dem Kontrollraum an den Missionen teilhaben, es wird Online-Kurse in Asteroiden-Bergbau geben, und Firmen können Expeditionen zu einzelnen Asteroiden sponsorn“, schwärmt DSI-Vorstand David Gump. „Unternehmen wie Google, Unilever und Red Bull unterstützen Raumfahrtprojekte mit Millionen von Dollar. Für sie könnte es verlockend sein, eine „FireFly“-Expedition ins All zu finanzieren.“ Durch die Kombination von Wissenschaft, bergmännischer Prospektion und den Patenschaften für Asteroiden-Missionen ergäbe sich eine Gewinnsituation für alle Beteiligten.
    Quelle

    Sonnenstrom aus dem All

    „Dragonflys“ landen auf einem von den „FireFlys"als tauglich
    befundenen Asteroiden und holen jeweils 30 bis 60 Kilogramm
    schwere Materialproben zurück zur Erde.
    3D-Drucker soll Langzeitmissionen sichern

    Jedes Jahr werden über 900 Planetoide in Erdnähe entdeckt (Illustration). Nasa/mb
    Der Wettlauf der Asteroidenjäger

    Edeletalle, sogar Wasser wollen die Rohstoffjäger abbauen
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    Gold, Iridium und Helium-3
    Nasa plant Rohstoffabbau auf dem Mond


    Astronaut Edwin "Buzz" Aldrin am 21. Juli 1969 auf dem Mond: Wird hier bald Helium-3 gefördert?
    Foto: NASA
    Die Nasa rüstet sich für den Wettlauf um die Rohstoffe des Mondes. Da kein Staat Besitzansprüche auf den Erdtrabanten erheben darf, arbeitet die US-Weltraumbehörde künftig mit Privatunternehmen zusammen. Eine Lücke im Weltraumvertrag von 1967 macht dies möglich.

    Rohstoffsuche in der Tiefsee oder der Arktis galt lange als das technische Non plus ultra, wenn es um das Bohren oder Schürfen nach Rohstoffen ging. Die Nasa setzt jetzt jedoch noch einen drauf. Seit heute können sich bei der amerikanischen Weltraumbehörde private Unternehmen bewerben, die auf dem Erdtrabanten Rohstoffe fördern wollen, wie der US-Blog The Verge berichtet.

    Das Förderprogramm, das dieser Science-Fiction zugrunde liegt, heißt "Catalyst", ein Akronym der Nasa für "Lunar Cargo Transportation and Landing by Soft Touchdown", was soviel wie Warentransporte zum Mond mit weicher Landung bedeutet. Das Unternehmen, das sich in der am 17. März endenden Ausschreibung durchsetzt, soll Roboterfahrzeuge konstruieren, die sich für den Abbau der lunarischen Bodenschätze eignen.

    Zu diesen Bodenschätzen gehören seltene Metalle wie Gold, Platin, Iridium und Rhenium. Wichtigster Rohstoff des Mondes ist indes das Gas Helium-3. Es enthält im Kern zwei Protonen, aber nur ein Neutron. Das macht es zu einem idealen Brennstoff für Kernreaktoren, da die Energiegewinnung ohne den Umweg über verdampftes Wasser erfolgen könnte. Darüber hinaus fiele im Kernspaltungsprozess so gut wie keine Radioaktivität an und auch Strahlenschäden im Reaktor wären passé. Fusionsforscher sehen in dem Isotop daher eine Energiequelle der Zukunft.

    Billionen-Dollar-Schatz - astronomische Geschäfte
    Auf der Erde kommt Helium-3 wegen ihres schützenden Magnetfelds nur in Spuren vor. Auf dem ungeschützten Mond haben Sonnenwinde die geladenen Teilchen hingegen reichlich geweht. Der US-Physiker Gerald Kulcinski, der das Fusion Technology Institute (FTI) der University of Wisconsin in Madison leitet, geht von einer Million Tonnen Helium-3 auf der Mondoberfläche aus. Zum Vergleich: Rund vierzig Tonnen würden ausreichen, um den Energiebedarf der USA ein Jahr lang zu decken. Ein Billionen-Dollar-Schatz, der vielen privaten Unternehmen bereits den Traum von astronomischen Geschäften beschert hat.

    Dass es angesichts der politisch fragwürdigen Vereinnahmung eigentlich neutraler Gebiete überhaupt zu einem Vorstoß der Nasa im Wettlauf um die Weltraumbodenschätze kommt, liegt an einer Gesetzeslücke. So verbietet es der 1967, zwei Jahre vor der ersten Mondlandung, verabschiedete "UN-Weltraumvertrag" (Outer Space Treaty of the United Nations) Staaten, einen Eigentumsanspruch auf Asteroiden, Monde oder Planeten zu erheben. Der Haken: Das von mittlerweile 192 Staaten ratifizierte Abkommen gilt explizit nur für Staaten. Weshalb manche - unter anderem die Nasa - zu der Interpretation neigen, dass Firmen oder Privatpersonen von dem Vertragswerk ausgenommen sind.

    Der Versuch der Vereinten Nationen, diese universale Gesetzeslücke zu schließen, ist bislang misslungen. Der 1979 verabschiedete "Mondvertrag" (Agreement Governing the Activities of States on the Moon and Other Celestial Bodies), der auch Privatleute und Firmen einschließt, wurde bislang weder von den USA, Russland noch China ratifiziert.

    Angesichts des Multimilliarden-Dollar-Geschäfts, das der Helium-3-Abbau amerikanischen Weltraumunternehmen einbringen könnte, verwundert der Vorstoß der Nasa kaum. Zumal private Konzerne im Raumfahrtgeschäft - oft gemeinsam mit der Nasa - schon heute in Regionen vorstoßen, die bei der Verabschiedung des Weltraumvertrags 1967 als kaum denkbar galten.

    So wird die Versorgung der Internationalen Raumstation (ISS) nach der Abwrackung der Nasa-Spaceshuttles inzwischen von amerikanischen Privatunternehmen wie die von Elon Musk gegründete Firma SpaceX mit dem Raumfrachter "Dragon" und Orbital Science mit dem Raumfrachter "Cygnus" übernommen - von der US-Weltraumbehörde finanziert.

    Auch mit der unter anderem von Google-Gründer Larry Page unterstützten Firma Planetary Resources, die in ferner Zukunft vorhat Rohstoffe von Asteroiden auszubeuten, unterhält die Nasa eine Partnerschaft. In dem gemeinsam mit der Nasa vorangetriebenen Crowdsourcing-Projekt sollen mithilfe einer weltweiten Nutzergemeinde zunächst Asteroiden gefunden und klassifiziert werden. Langfristig verspricht Planetary Ressources, eine neue Industrie an der Schnittstelle von Weltraumerkundung und Rohstoffförderung zu schaffen. Bis 2017 will das Unternehmen ein Raumschiff präsentieren, das in der Lage ist, Gesteinsproben von fernen Asteroiden zu sammeln und zur Erde zu bringen.

    Wacklige Visionen
    Dass kühne Weltraumvisionen mit Vorsicht zu genießen sind, zeigt indes das Beispiel Virgin Galactic, der Weltraumtourismusfirma des Milliardärs Richard Branson. Der 63-Jährige Brite hatte einst für 2007 die ersten Weltraumflüge für Touristen angekündigt, musste das Projekt aber immer wieder nach hinten verschieben. 2011 eröffnete er zwar den in der Wüste des US-Bundesstaats New Mexico gelegenen Weltraumbahnhof "Spaceport America". Doch der von dort für 2012 versprochene Flug ins All fiel aus. Ende 2014, verspricht Branson, sollen die Weltraumtouristen, die schon zu Hunderten die 200.000 Dollar teuren Tickets für einen Flug ins All gebucht haben, endlich abheben.

    Einen Schritt weiter ist da der Amerikaner Dennis Hope. Schon 1980 meldete er beim Grundstücksamt von San Francisco seine Besitzansprüche auf den Mond an. Da in den USA weder der "Weltraumvertrag" von 1967 noch der "Mondvertrag" von 1979 dagegen sprachen und auch nach der erforderlichen achtjährigen Frist niemand Einspruch gegen die Gebietsansprüche erhoben hatte, vermarktet Hope seit Jahren über sein Unternehmen "Lunar Embassy" die Anwesen auf dem Erdtrabanten. Mit etwas Glück, ergattern Käufer ein Grundstück, das reichlich Raum für traumhafte Rohstofffunde lässt.
    Quelle
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    Amerikaner wollen Asteroiden ausbeuten
    Seltene Metalle, Erze, Platin oder Gold sind teilweise in großen Mengen in Asteroiden enthalten. Konzerne wollen sie mit ausgeklügelten Systemen abbauen. Ein kompliziertes Vorhaben.


    Bevor der Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden losgehen kann, sollen die Brocken zunächst
    mithilfe eines Teleskops genau untersucht werden. Foto: planetaryresources.com
    m Auftrag eines Großkonzerns rauschte die "Nostromo" durch das All. Sie war ein besonderes Raumschiff: Sie brachte Rohstoffe von fremden Himmelskörpern zur Erde. Bis ein außerirdisches Wesen fast die gesamte Besatzung tötet. Am Ende zerstörte sich Nostromo schließlich selbst.

    So war das im Film "Alien". Was Regisseur Ridley Scott 1979 in Szene setzte, soll bald Wirklichkeit werden. Natürlich viel weniger dramatisch. Eher nüchtern stellen sich die Leiter des Unternehmens Planetary Resources den Abbau von Rohstoffen vor. Sie wollen nicht die Erde, sondern den Rest des Universums nach Rohstoffen durchsuchen. Ihr Ziel ist der Bergbau im All. Im Sommer dieses Jahres stellen sie dafür ein Raumvehikel vor, das durch das All fliegende Brocken suchen und erkunden soll. In etwa drei Jahren wollen sie mit dem Abbau von Rohstoffen auf den fliegenden Brocken beginnen.

    Im Visier haben sie Asteroiden. Hunderttausende dieser Trümmerbrocken rauschen durch den Weltraum. Je leistungsfähiger die Teleskope werden, desto mehr Asteroiden entdecken die Astronomen – manchmal sind es mehrere in einer Woche. Manche der Brocken haben einen Durchmesser von Hunderten Kilometer, die meisten aber sind zwischen einem und drei Kilometer groß oder sogar noch kleiner.

    Sie bestehen meist aus bröckeligem Gestein, zusammengepresstem Eis und Staub. Klumpen aus purem Gold fliegen zwar, soweit bisher bekannt, nicht durchs All. Doch stecken in Asteroiden wertvolle Rohstoffe: Erze, Platin, Gold, seltene Metalle – und Wasser.

    Damit will Planetary Resources Geld verdienen. Vorher aber müssen die Techniker des Unternehmens die Asteroiden finden und erkunden, ob sich der Bergbau dort überhaupt lohnt. Sie müssen in ihre Nähe kommen, auf ihnen landen, und erst dann können die Rohstoffe geborgen werden.

    Parallelflug von Teleskop und Asteroid
    Planetary Resources setzt das erste aus privaten Geldern entwickelte Weltraum-Teleskop ein, um nach Asteroiden Ausschau zu halten. Phase eins des Projektes beginnt dann. Demnächst will das Unternehmen das Vehikel präsentieren, mit dem es die Asteroiden erkunden will. Es ist mit zahlreichen wissenschaftlichen Messinstrumenten ausgestattet. Damit lassen sich Position und Zusammensetzung eines Asteroiden sowie die Zugänglichkeit der Ressourcen sehr genau bestimmen. Das erledigt das Vehikel im Fly-by-Modus: Hat es einen Asteroiden entdeckt, begleitet es ihn beim Flug durchs All. Und zwar so lange, wie es zum Datensammeln braucht.

    Mehr als 1500 Asteroiden bewegen sich in einer ähnlichen Umlaufbahn wie die Erde. Sie sind leicht zu erreichen. Die Website von Planetary Resources hat eine poetische Beschreibung für diese Asteroiden gefunden: Sie seien die "tief hängenden Früchte des Sonnensystems". Dazu kommen weitere etwa 9000 immerhin erdnahe Asteroiden.

    In einem nächsten Schritt wollen die Forscher mithilfe von Lasertechnologie in den Tiefen des Alls, weit entfernt von der Erde, nach weiteren ressourcenreichen Asteroiden suchen. So soll auch der Wert dieser Brocken, die zum Beispiel zwischen Mars und Jupiter ihre Bahnen ziehen, ermittelt werden.

    Abschleppen im All
    In der Theorie beginnt dann Phase zwei: Raumvehikel schnappen sich gewinnversprechende Kandidaten und schleppen sie in Richtung Erde. In der Umlaufbahn des Mondes lassen sie sie frei. Wie das funktionieren soll, hat Planetary Resources allerdings noch nicht verraten. Die Pläne dafür hat das Unternehmen zusammen mit der Nasa angeblich schon ausgearbeitet.

    "Nur" eine Milliarde Dollar soll es demnach kosten, einen 30 Kilometer dicken Brocken abzuschleppen, heißt es bei Planetary Resources. Dabei dürfte das Vorhaben sehr energieaufwendig sein: Die Asteroiden sind äußerst schnell, man brauchte schon ein immens großes Gegengewicht, um einen durch das All rasenden Gesteinsbrocken von einigen Kilometern Durchmesser einzufangen.

    Auch Phase drei der Pläne erscheint gewagt. Denn wer auf einem der Brocken Rohstoffe abbauen will, muss Maschinen auf ihm abstellen. Doch Asteroiden entwickeln wegen ihrer relativ geringen Größe und des geringen Gewichts nur wenig Anziehungskraft. Das erschwert die Landung auf ihnen.

    Bergbau unter Extrembedingungen
    Dann muss auf dem Asteroiden auch noch gebuddelt, das Gestein herausgeholt, das wertvolle Material vom bloßen Geröll getrennt – und schließlich zur Erde transportiert werden. Selbst wenn das Zielobjekt seine Bahnen um den Mond zieht, ist der Rohstoff nicht gerade zum Greifen nah. Von der Erde bis zur Abbaustelle sind es immer noch mindestens 300.000 Kilometer.

    Der Bergbau auf fremden Himmelskörpern ist alles andere als einfach. Selbst nach fünf Jahrzehnten Raumfahrtforschung ist das Vorhaben mit der derzeit verfügbaren Technologie nicht zu schaffen. Es fehlen geeignete Antriebe und Treibstoffe. Auch automatische Bergwerke für den All-Einsatz gibt es noch nicht. Roboter aber sollen auf jeden Fall die Arbeit erledigen, eine bemannte Mission würde nicht nur deutlich mehr technische Probleme aufwerfen, sie wäre auch viel zu teuer.

    Die Techniker von Planetary Resources arbeiten nach eigenen Angaben daran, die optische Kommunikation ins All hinein zu verbessern, sie wollen effizientere Mikroantriebe entwickeln und die Zusammenarbeit zwischen den Raumfahrtvehikeln optimieren. Sie setzen auf Innovationen aus der Mikroelektronik, der Medizintechnik und der IT. Wie genau Planetary Resources letztlich den Bergbau betreiben wollen, darüber schweigen die Verantwortlichen. Sie belassen es bei ebenso geheimnisvollen Andeutungen.

    Teuer aber lukrativ?
    Interessant dürfte noch ein anderer Aspekt sein: die Finanzierung. Bergbau ist schon auf der Erde eine milliardenschwere Unternehmung, im All wären astronomisch hohe Summen fällig. Allein einen geeigneten Kandidaten unter den Asteroiden auszuwählen kostet wohl 100 Millionen Dollar. Hinter Planetary Resources stecken jedoch durchaus finanziell potente – und illustre – Geldgeber.

    Manche von ihnen sind auch bekannt dafür, dass sie das technisch scheinbar Unmögliche möglich machen wollen. James Cameron ist dabei, der Regisseur des zweiten "Alien"-Teils, sowie die Google-Gründer Eric Schmidt und Larry Page. Google mischt schon bei zahlreichen Hightech-Projekten mit. Es heißt, der Konzern miete von der Nasa den Hangar One in Kalifornien, um dort die ersten Raumvehikel für Planetary Resources bauen zu lassen.

    Die Nasa ist Partner von Planetary Resources, und hier kommt das in den Asteroiden steckende Wasser als wichtiger Rohstoff ins Spiel. Wenn die Technik dafür verfügbar wäre, ließe es sich in Sauer- und Wasserstoff aufspalten und diesen für Raketentreibstoff nutzen.

    Nach Angaben des Unternehmens könnten sie aus einem wasserreichen Asteroiden mit nur 500 Meter Durchmesser Wasser im Wert von 50 Milliarden Dollar extrahieren. Mit dem Wasser und den Raumfahrtvehikeln ließe sich ein Brennstoff-Depot einrichten, zum Beispiel in einer Umlaufbahn der Erde. Dort könnten Raumschiffe einen Zwischenstopp einlegen und auftanken.

    2,6 Milliarden Dollar für ein einziges Bergwerk
    Wenig Konkretes hat Planetary Resources darüber verlauten lassen, wie teuer der Abbau der Erze und Metalle sein könnte. Von 2,6 Milliarden Dollar ist die Rede – für ein einziges Bergwerk im All. Genaue Schätzungen für den resultierenden Ertrag gibt es nicht.

    Mit dem Projekt wollen die Initiatoren auch andere Einnahmequellen erschließen. Als Asteroidenexperten könnten sie dabei helfen, Brocken abzulenken, die auf Kollisionskurs mit der Erde sind. Sie könnten Landetrainings für Astronauten anbieten, die für ihren Flug zum Mars üben müssen. Zudem könnten sie längere Aufenthalte auf dem Mond möglich machen, der schließlich auch einige Rohstoffvorkommen zu bieten hat.

    Zwar sieht der Weltraumvertrag von 1967 vor, dass Staaten keine Besitzansprüche auf die Rohstoffe des Mondes in Zusammenarbeit mit privaten Firmen erheben dürfen. Für private Unternehmen gilt das aber nicht. Bis diese Woche konnten Unternehmen bei der Weltraumbehörde Konzepte für ein Roboterfahrzeug vorstellen, das Rohstoffe auf dem Mond abbauen könnte.

    Auf dem Erdtrabanten gibt es so wertvolle und seltene Metalle wie Gold, Platin, Rhenium und Iridium. Auch Helium-3 gibt es dort viel, anders als auf der Erde. Das Gas ist auch bei besonders tiefen Temperaturen noch gasförmig und daher ganz besonders für die Kernfusion geeignet. Die will bislang zwar nicht so recht gelingen, gilt manchen Experten aber als eine der wichtigsten Energiequellen der Zukunft. Auf dem Mond soll es eine Million Tonnen Helium-3 geben. Fünf bis zehn Tonnen könnten ausreichen, um Deutschland ein Jahr lang mit Energie zu versorgen. Vorausgesetzt, die Kernfusion käme jemals zum Laufen – und die Bergbauroboter lernten endlich fliegen.
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