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<span style="color:#008000;">Eine Frage der Ehre:
<span style="color:#008000;">RusseÂ*trickst Bank mitÂ*selbstverfasstem Vertrag aus
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Ganz schön frech: Ein russischer Ex-Polizist änderte eigenmächtig die Bedingungen in einem Kreditkartenvertrag, zwei Jahre lang lebte er auf Kosten der Bank. Nun soll er seine Rechnung begleichen. Stattdessen verklagt er das Geldhaus wegen Vertragsbruch - und Verleumdung.

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Der Streit vor Gericht dauert nun schon drei Jahre und er ist noch lange nicht zu Ende, wie russische Medien berichten. Und so fing die Geschichte an: Vor fünf Jahren bekam der 42-jährige Agarkow Werbematerial von Tinkoff Credit Systems (TCS) für eine neue Kreditkarte zugesandt. Wenn er von dem Angebot überzeugt sei, solle er den beigelegten Vertrag unterschreiben und gleich an die Bank zurückschicken. Dann könne er schon in den nächsten Tagen eine neue Kreditkarte in Händen halten. Für den Ex-Polizisten aus dem Provinzstädtchen Woronesch ein lockendes Angebot. Noch lukrativer wurde es, als er einfach einen neuen Vertrag aufsetzte - und die Konditionen im Kleingedruckten zu seinen Gunsten veränderte.

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So fügte er hinzu, dass er nicht aufgefordert werden könne, irgendwelche Gebühren zu zahlen, und die Bank jederzeit einem unbegrenzten Kreditlimit zustimmen würde. Ebenso würde die Bank seine Rechnungen übernehmen. Und das Wichtigste: Mit jeder einseitigen Vertragsänderung sei die Bank verpflichtet, dem Kunden, also Agarkow, jeweils rund 70.000 Euro Schadensersatz zu überweisen, bei einem Vertragsbruch sogar 150.000 Euro. Damals, im Mai 2008, bekam Agarkow wenige Tage später wirklich seine Kreditkarte zugesendet, und zwar zu seinen Konditionen. Offenbar hatten die Bankangestellten den Vertrag nicht noch einmal geprüft. So lebte Agarkow zwei Jahre lang auf Kosten seiner Bank.

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2010 schließlich forderte die Bank ihren Kunden Agarkow auf, endlich seine Rechnungen zu begleichen, andernfalls würde man den Vertrag mit ihm kündigen. Der Russe wähnte sich anfangs noch in Sicherheit, schließlich hatte ein Gericht 2010 bestätigt, der Vertrag sei wasserdicht. Die Bank habe ihn ja so akzeptiert, lautete die Begründung. So musste die TCS eingestehen, den Vertrag nicht noch einmal gelesen zu haben.

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Seitdem versucht die Bank, die Schulden bei ihrem Klienten einzutreiben. 2012 forderte man bei Gericht zumindest die Gebühren der vergangenen zwei Jahre ein. Den unerhörten Forderungen ihres Ex-Klienten will man nicht nachgeben.

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"Die Träumerei hat ein Ende"

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Im Juli 2013 krönte Agarkow seine dreiste Masche: Er will nun seine ehemalige Bank wegen Vertragsbruch auf rund eine halbe Million Euro verklagen. Sie hätte in den ersten zwei Jahren insgesamt acht Vertragsänderungen ohne seine Zustimmung durchgeführt.

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TCS-Direktor Oleg Tinkoff hält die Klage für Unfug: "Der Diamantenrausch hat nun sein Ende", twitterte der Banker. "Und auch die Träumerei vom großen Geld." Für ihn sei das Ganze immer noch eindeutig ein Betrugsfall. Das Gericht hat in diesem Fall noch nicht entschieden. Der Prozess soll erst im September in die nächste Runde gehen.

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Die Ironie der Geschichte: Agarkow will vor Gericht nun auch um seine Ehre kämpfen. So forderten er und sein Anwalt eine öffentliche Entschuldigung der Bank, die ihn als Betrüger bezeichnete. "Wir verlangen eine Entschädigung für diese Verleumdung", sagte sein Anwalt Dmitrij Michalewitsch der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Schließlich sei die Bank für diese absurde Situation verantwortlich.

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Quelle: Spiegel.de


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