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    Avatar von salviner01




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    Wie die Lobbies die Welt regieren

    Unmoralische Angebote auf dem Campus

    Geschenke, Events oder gesponserte Vorlesungen: Pharmafirmen umgarnen den medizinischen Nachwuchs. Die Unis schauen zu.


    Pharmakonzerne wissen, dass Ärzte die Medikamente jener Firmen häufiger verschreiben, von denen sie regelmäßig Vertreterbesuch bekommen. Deshalb bemühen sich die Konzerne auch, möglichst schon angehende Ärzte auf ihre Seite zu bringen. Doch Deutschlands Medizinstudenten sind gegen die Avancen der Pharmaindustrie kaum gefeit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter allen deutschen Medizindekanaten und rund 1100 Medizinstudenten, die Cora Koch und Klaus Lieb von der Universitätsklinik Mainz durchgeführt haben (GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung, Bd. 31, Doc10, 2014). Nur zwei der 30 Universitäten, die auf die Anfrage antworteten, hatten Richtlinien erlassen, mit denen sie ihren Mitarbeitern und Studenten eine Anleitung zum Umgang mit Pharmaunternehmen an die Hand gaben. "Das ist eine bemerkenswert niedrige Zahl", sagt Lieb. "Wir hinken den USA hier zehn bis 15 Jahre hinterher."

    Für Koch und Lieb überraschend: Die übrigen Dekanate hatten auch gar kein Interesse an einer Regelung.

    "Nur sechs von 30 Universitäten ohne Richtlinie gaben an, an einer Erarbeitung interessiert zu sein", schreiben Koch und Lieb. Die Mehrheit der Studenten wünschte sich dagegen sehr wohl mehr Informationen darüber, wie sie mit den Firmenvertretern umgehen sollten - ob nun in Form von Richtlinien oder auch Vorlesungen.
    Charmeoffensive der Pharmaindustrie

    Das sei auch dringend nötig, meinen Lieb und Koch. Denn die Studenten haben ihrer Ansicht nach in Sachen Pharmaindustrie durchaus blinde Flecken: Es sei auffällig gewesen, dass etwa drei Viertel der Studierenden der Meinung waren, dass die Finanzierung der Lehre durch Pharmaunternehmen "keine gute Methode sei, die Lehre zu verbessern", sagt Lieb. Gleichzeitig waren aber ebenso viele Studierende der Meinung, dass Pharmavertretern der Zugang zu Medizinstudenten auf dem Campus nicht verboten werden solle.

    "Möglicherweise halten die Studierenden objektiv gesehen einen Einfluss von Pharmaunternehmen in der Lehre für problematisch, halten sich dagegen aber subjektiv für in der Lage, die Interaktionen mit den Pharmavertretern so steuern zu können, dass sie glauben, nicht beeinflusst zu werden", schreiben Koch und Lieb. So forderten auch nur 22 Prozent der Studierenden, dass sich ihresgleichen nicht mit Pharmavertretern treffen sollen. Dabei haben Studien klar gezeigt, dass sich das Verschreibungsverhalten von Ärzten durch Besuche durch Industrievertreter verändert - mitunter zum Nachteil der Patienten.

    Wie groß die Charmeoffensive der Pharmaindustrie im Medizinstudium ist, hatten Koch und Lieb erst im vergangenen Sommer ebenfalls in Form einer Umfrage gezeigt (Deutsches Ärzteblatt, Bd. 110, S. 584, 2013): Nur zwölf Prozent der Studenten haben demnach noch nie ein Geschenk von einer Pharmafirma angenommen oder eine gesponserte Veranstaltung besucht. 40 Prozent hielten den Inhalt solcher Veranstaltungen zwar für "verzerrt", fanden sie aber trotzdem informativ und hilfreich. Und fast die Hälfte war der Ansicht, dass es in Ordnung sei, durchaus auch teurere Geschenke anzunehmen, da dies nur einen minimalen Einfluss auf sie habe.

    [Quelle]

    Tja früh übt sich. Vor zwei Jahren hatte ich mir mal ne Sehne im Daumen durchgeschnitten :crying: . Die blöde Ärztin hat mich 5 Wochen lang, 2x die Woche für 2 Minuten Nachuntersuchung eingeladen. Warscheinlich damit sie ihre Quote erfüllt. Und zu allem Überfluss, wollte sie mir für die letzte Woche eine Schiene für 50 Euro verkaufen, die ich gar nicht brauchte. Da hab ich gesehen, wo unser Krankenkassengeld hinfließt.
    Geändert von salviner01 (22.10.14 um 19:11 Uhr)
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
    Albert Einstein (1879-1955)

  2. Bedankos Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
  3. #2
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    Tja, ist leider so, da gibt`s genug Dokus die das behandeln, von freiverkäuflichen Mdikamenten bis zu verschreibenden.

    Die Tricks der Pharmaindustrie



    Das Pharma-Kartell - ZDF Frontal 21


    und so weiter und so weiter uke:
    Geändert von salviner01 (27.11.14 um 15:57 Uhr)
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
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  4. Bedankos Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
  5. #3
    Avatar von eddy-dien8


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    AW: Wie die Lobbies die Welt regieren

    Medizinische Vorgaben: Welchen Einfluss hat die Pharmaindustrie?


    Video: Medizinische Vorgaben... - Plusminus - ARD | Das Erste

    Medizinische Leitlinien sind für alle Ärzte wichtige Behandlungsvorgaben. Deren Autoren arbeiten oft auch für die Pharmaindustrie.

    Über zehn Jahre lang hat Corinna Wagner Medikamente gegen ihren leichten Bluthochdruck genommen. Es schien, als gäbe es keine Alternative für sie.

    Doch dann begannen die Nebenwirkungen. Sie fühlte sich schlapp und müde. Das blutdrucksenkende Mittel hat sie millionenfach geschluckt. So wie es die Leitlinie für Bluthochdruck empfiehlt. Auch die ehemalige Ärztin von Corinna Wagner hat sich daran gehalten. "Die war wirklich ehrlich überzeugt, dass es das Beste für mich ist. Ich hab das Gefühl, sie hat sich gar nicht auseinandergesetzt mit irgendwelchen kritischen Punkten", sagt Wagner.

    Deshalb hat sie den Arzt gewechselt. Gemeinsam haben die beiden vor einigen Wochen entschieden, die Medikamente abzusetzen. Die Leitlinie, die diese Medikamente vorschreibt, zu ignorieren. Ein Tabubruch, der Folgen für den Arzt haben kann. "Es reicht einmal im Leben, dass ein Patient der Meinung ist, ich hätte ihn falsch behandelt, weil er einen Herzinfarkt bekommen hat", sagt Doktor Gunter Frank. "Ich habe mit besten Argumenten keinen Cholesterinsenker verordnet, und vielleicht die Blutdruckeinstellung nicht so scharf gemacht. Ich kann es dann nicht nachweisen, dass er den Herzinfarkt auch anders bekommen hätte." Vor Gericht würden nach Aussage des Arztes die Leitlinien aber herangezogen werden.

    Die Leitlinien sagen, welche Werte kritisch sind, was die Patienten schlucken sollen, wer überhaupt ein Bluthochdruckpatient ist.

    Wie neutral sind die Empfehlungen?

    Bei den Informationen zu neuen Medikamenten ist der Neurologe Professor Thomas Lempert skeptisch. Denn die Pharmaindustrie habe die Leitlinien für die Gewinnmaximierung entdeckt. "Leitlinien sind für einen Pharmahersteller enorm attraktiv. Weil eine Leitlinien Empfehlung einen enormen Multiplikationseffekt hat", sagt Lempert. "Wenn darin steht, dass mein Produkt das beste für die Behandlung ist, dann ist mir ein Millionenumsatz garantiert. Und manchmal ein Milliardenumsatz, wenn es sich um eine Volkskrankheit handelt."

    Was in die Leitlinien hineinkommt, entscheidet eine Leitlinienkommission. Die besteht aus Ärzten, die Experten auf dem Gebiet sind. Bei regelmäßigen Treffen diskutieren sie das Pro und Contra zum Beispiel von neuen Medikamenten. Grundlage der Diskussion: Studien. Aber auch die persönliche Meinung zu einem neuen Präparat ist wichtig. Die kann bei den Abstimmungen sogar eine entscheidende Rolle spielen. Parallel bekommen viele Experten ganz offiziell von der Pharmaindustrie Honorare zum Beispiel für Vorträge und Beratungstätigkeiten. Häufig auch von den Firmen, deren Medikament zur Diskussion steht, und über das sie abstimmen müssen.

    Wie unabhängig sind die Experten?

    Lempert fragt sich immer häufiger, wie unabhängig ein Experte damit sein kann? Zudem kennt er die Branche und weiß, dass die Firmen die Leitlinien genau im Blick haben. "Und wenn man die Industrievertreter hört, wollen die oft mit ihrem Produkt in den Leitlinien genannt werden. Und da es Verbindungen zwischen Leitlinien Autoren und Industrie gibt, ist das ein delikates Thema, mit dem man richtig umgehen muss", so Lempert. Verbindungen zwischen Leitlinienautoren und Herstellerfirmen - die finden wir unzählige Male. Experten erhielten für Forschungsvorhaben, Vorträge und Beratertätigkeiten ganz offiziell Honorare. Über die Höhe wird normalerweise nichts bekannt. Dass Ärzte mit Pharmaunternehmen zusammen arbeiten, kommt häufig vor.



    Vor Gericht werden die Leitlinien unter Umständen herangezogen.

    "Das kann im Einzelfall mal sinnvoll sein, zum Beispiel um Medikamente weiterzuentwickeln. Die Fülle von Beraterverträgen, die wir heute haben, weckt allerdings den Verdacht, dass es ein Marketinginstrument der Industrie ist", so Lempert. Eine Befragung zeigte, dass mehr als die Hälfte der Autoren einer Leitlinie finanzielle Verbindungen mit Pharma- oder Medizinprodukte-Herstellern hatten. Aber kaum einer enthielt sich bei der Abstimmung über das Ergebnis.

    Sorgen, nicht neutral zu sein, hatte offenbar kaum jemand.

    Lempert will die Leitlinien besser machen, den Einfluss der Pharmaindustrie verringern. Zusammen mit dem pharmakritischen Ärzteverband Mezis und Transparency International hat er "Leitlinien-Watch" gegründet. Schon weit über siebzig Leitlinien für Ärzte haben sie nach Interessenskonflikten durchforstet.

    Pluspunkte bekommt sogar schon, wer die Kontakte zu den Firmen überhaupt benennt. "Wichtig ist, dass am Ende nur wenige, oder möglichst gar keine Leute mit Interessenkonflikten dabei sind. Und die wenigen, die dabei sind, dann auch außen vor bleiben, wenn es um Entscheidungen und Empfehlungen geht." Von den bislang ausgewerteten Leitlinien haben nur acht mit gut abgeschnitten. 31 machen ihre Interessenskonflikte einigermaßen transparent. Genauso viele nicht.

    Finanzierung durch Pharmagelder

    Die für Corinna Wagner gültige Leitlinie zu Bluthochdruck stammt aus den USA und wurde von deutschen Experten nach ausgiebiger Diskussion übernommen. Fast alle von ihnen hatten Kontakte zur Industrie. Auch der Koordinator der Leitlinie, Professor Kintscher. Er bekam unter anderem Honorare für Beratertätigkeiten, die er korrekt veröffentlicht hat. Auf Nachfrage antwortet er, dass "die Aufgabe der Autoren [...] die Übersetzung der englischen Version in einen deutschen Text" war. Und er versichert, "dass die Verbindungen zur Industrie seine Arbeit [...] inhaltlich nicht beeinflusst haben."



    Bildunterschrift: Der Eintrag in die Leitlinien bringt den Herstellern Millionenbeträge.


    Ein weiteres Beispiel sind die Leitlinien für Rheumapatienten. Auch hier bekamen fast alle Experten Industrie-Honorare. Und noch etwas fällt auf: Die Rheuma-Leitlinie wurde teilweise direkt mit Pharmageldern finanziert. Die Deutsche Rheuma-Gesellschaft, die für diese Leitlinie verantwortlich ist, schreibt uns dazu, dass es ... "einen Pool gab, in den die sechs [...] Unternehmen einen Betrag von je 7.000 Euro eingezahlt haben. Eine Einflussnahme auf die wissenschaftliche Meinungsbildung im Rahmen der Leitlinienerstellung [...] war vertraglich strikt ausgeschlossen."

    Corinna Wagner fühlt sich inzwischen besser. Ihre Werte sind normal. Auch ohne Medikamente. In den nächsten Wochen wird ihr Arzt sie engmaschig kontrollieren. "Also ganz konkret besteht die Gefahr, dass wir alle Teil eines Businessplans werden, wo ich als Arzt eben die Funktion der Verschreibung habe. Der Patient die des Endverbrauchers. Und der Nutzen, für den das Ganze eigentlich gemacht ist, aus dem Blick gerät", so Doktor Frank.

    Quelle










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