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    Rechtschreibreform gescheitert?

    Doppelt so viele Fehler dank Rechtschreibreform

    Die neue Rechtschreibung verwirrt Schüler, statt zu helfen. Die Verantwortlichen wollen das nicht hören, aber neue Studien zeigen jetzt klar: Die Schreibleistung hat sich dramatisch verschlechtert.


    Merkwürdig still geworden ist es um den "Rat für deutsche Rechtschreibung" in Mannheim, der doch eigentlich eingesetzt war, als "maßgebende Instanz in Fragen der deutschen Rechtschreibung" die "Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum zu bewahren". Wäre er wirklich aktiv, müsste er Alarm schlagen. Denn weder ist es gelungen, die durch die Rechtschreibreform zerrüttete Einheitlichkeit zurückzugewinnen, noch die Rechtschreibleistungen der Schüler zu verbessern.

    Sie haben sich vielmehr bei allen Schultypen dramatisch verschlechtert. Dafür werden zwar verschiedenste Gründe, unter anderem neue Unterrichtspraktiken, angeführt. Aber ein erstaunlich hoher Anteil von Fehlern geht offenbar unmittelbar auf die Reform von 1996 zurück. Sie scheint auf bestem Wege, sich als der größte Rohrkrepierer der deutschen Kulturpolitik seit 1945 zu erweisen.

    Schon 2008 hatte der Germanist Uwe Grund (Saarbrücken, heute Hannover) in einer umfangreichen Studie nachgewiesen, dass sich die Fehlerquote in Schülerdiktaten und -aufsätzen gegenüber der Zeit vor der Reform erhöht hat. Kritiker hatten ihm darauf eine zu schmale Datenbasis angekreidet. Jetzt hat Grund auf der Jahrestagung der Forschungsgruppe Deutsche Sprache in Frankfurt/Main nachgelegt und auf der Grundlage einer erdrückenden Datenmenge ermittelt, dass die falschen Schreibungen in Diktaten und Aufsätzen seit der Rechtschreibreform verdoppelt haben.

    Die Reform provoziert Fehler

    Dem Befund liegen für die Auswertung von Schülerarbeiten aus der Zeit vor der Reform ein Korpus von 1500 Klassenarbeiten der Gymnasialstufe mit 400.000 Wörtern, die Sekundärauswertung einer DDR-Studie mit 2,2 Millionen Wörtern sowie zwei Schweizer Studien zur 6. Klasse der Primarschule sowie zu den Abiturklassen zugrunde. Für die Zeit nach der Reform hat Grund zusätzlich zwei Studien im Auftrag der Kultusministerkonferenz zum Leistungsstand bei Neuntklässlern (2008 und 2010) sowie die erst vor wenigen Wochen publizierte Erhebung des Gießener Germanistikprofessors Wolfgang Steinig über die Rechtschreibleistungen von Viertklässlern 1972/2001 herangezogen. Insgesamt kann er sich damit für diesen Bereich auf einen Korpus mit 3,5 Millionen Wörtern stützen.

    Die Erkenntnisse auf dieser riesigen Datenbasis sind alarmierend. Sie zeigen nicht nur, dass sich die Fehlerquote "in etwa verdoppelt" hat, sondern auch, "dass gerade in den Bereichen, in denen die Reform eingegriffen hat (zum Beispiel Groß-/Kleinschreibung, Getrennt-/Zusammenschreibung), die Fehlerzahlen besonders stark angestiegen sind". Der Vermutung, ein solcher Anstieg müsse mindestens zum Teil den noch mangelhaften Deutschkenntnissen von Migrantenkindern angelastet werden, kommt der Autor damit zuvor, dass er diesen Faktor in seiner Analyse von vornherein herausrechnet.

    Als Totalblamage für die neue, 1996 eingeführte Rechtschreibung erweist sich auch das vermeintliche Prunkstück der Reform, die geänderte Schreibung von Wörtern mit Wechsel zwischen ss und ß. Auf der Grundlage seines gewaltigen Datenmaterials aus der Zeit vor der Reform kann Grund aufzeigen, dass hier überhaupt kein Änderungsbedarf bestand: "Auf dem Gymnasium musste eine Lehrerin sechs Klassenarbeiten mit einer durchschnittlichen Länge von 220 Wörtern durchsehen, um auf einen Fehler in Wortformen wie Naß, Nässe (jetzt Nass, Nässe), wußten (jetzt wussten) und ähnlich zu stoßen." Das hat sich mit der Reform geändert. Die neue s-Schreibung erweist sich als Fehlerfalle und treibt die Fehlerzahl um durchschnittlich 20 bis 30 Prozent in die Höhe.

    Die ss/ß-Änderung ist ein Reinfall

    Vor allem hat die neue ss/ß-Schreibung bei Wörtern mit einfachem Silbenschluss-"s" zu Verwirrung, Unsicherheit und einer völlig neuen Fehlerkategorie geführt. Wie bereits andere Studien belegt haben, kommt es vermehrt zu Unsinnsschreibungen wie "Sarkassmus", "Kommunissmus", "Nazissmus" (in Anlehnung an "Narzissmus"), und zwar um so mehr, je mehr die alten "ß"-Schreibweisen ("Narzißmus") in Vergessenheit geraten.

    Es mutet peinlich an, wie derart alarmierende Forschungsergebnisse von Mitgliedern des Rates für deutsche Rechtschreibung bisher übergangen oder bagatellisiert worden sind. Noch 2011 hatte der Germanist Jakob Ossner gemeint, "in die verbreitete Klage über den Rechtschreibverfall nicht ohne weiteres einstimmen" zu können. Es könne "viele Gründe dafür geben", dass die Rechtschreibleistungen gesunken sind. Auf diesem beschönigenden Standpunkt zu beharren wird nach Grunds jüngster Studie, die der Autor 2014 nochmals erweitern will, immer schwerer fallen.

    Hinzu kommt, dass Grunds Erkenntnisse durch weitere unabhängige Studien gestützt werden. Das jüngste Beispiel bildet die Gießener Längsschnittstudie, die die Schreibkompetenz von Viertklässlern unter die Lupe nimmt. Hier stieg die Fehlerzahl pro hundert Wörter von sieben (1972) über zwölf (2002) auf 17 (2012) Fehler – ein verheerendes Resultat, dessen Auswirkungen in letzter Konsequenz alle Berufssparten bis hin zu den Universitäten, der Wirtschaft und den Kulturinstituten zu spüren bekommen.

    Quelle


    Rechtschreibreform produziert Analphabeten
    Pisa Test
    Geändert von salviner01 (27.11.14 um 15:07 Uhr)
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  2. Bedankos reho, Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
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    AW: Rechtschreibreform gescheitert?

    Fehlerquote an Schulen steigt

    Die Rechtschreibreform hat ihr Ziel verfehlt


    Ein ausgesprochen schlechtes Zeugnis stellen Forscher er 1996 eingeführten Rechtschreibreform aus. Zwanzig Jahre danach stellen sie fest, dass die Rechtschreibschwäche an deutschen Schulen zunimmt. Die Reform war einst angetreten, um das Problem zu verbessern.

    Die "Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996" wurde eingeführt, um die Rechtschreibung zu vereinfachen. Doch der Saarbrücker Bildungsforscher Uwe Grund weist mit einer Studie nach, dass Schüler heute mehr Probleme mit der Rechtschreibung haben als früher.

    Fehlerquote ist gestiegen


    Bei den Schülern der Unterstufe (5. bis 7. Klasse) sei die durchschnittliche Fehlerzahl in Vergleichsdiktaten von vier Fehlern in den 1970er Jahren auf sieben Fehler in den 2000er Jahren gestiegen, wie die Studie von Uwe Grund zeigt. Rund die Hälfte aller Schüler der 9. Klasse verfügten bundesweit über "nicht ausreichende" Rechtschreibkenntnisse.


    Schüler machen heute mehr Fehler als vor der Rechtschreibreform. (Quelle: dpa)

    Rechtschreibreform "ein Flop"

    Der Studie zufolge entfallen in Vergleichsarbeiten 75 Prozent der gemachten Fehler "auf die drei wichtigsten Reformbereiche: Getrennt-/Zusammenschreibung, Groß-/Kleinschreibung und die s-Schreibung". Die Rechtschreibreform sei "ein Flop", resümierte Grund, der für seine Untersuchung zahlreiche Studien zur Rechtschreibreform auswertete.

    Gerade beim "Herzstück der Reform" – den Änderungen bei der Verwendung von "ß" und "ss" – hätten sich die Erwartungen "offensichtlich nicht erfüllt", sagte Grund. Bei der Unterscheidung der Wörter "das" und "dass" hätten "die Schüler, und nicht nur sie, mehr Probleme als früher".
    t-online.de

    Dass" oder "das"? Weiß kein Schüler mehr – Sie schon?


    Meine Söhne sind jetzt in dem Alter das ich das alles hautnah mitgemacht habe. Ich hab vor 20 Jahren schon gesagt dass das nix gibt. Mit den 3 " f " oder " l " (Schifffahrt zB.) mag ja in Ordnung sein, aber warum man bei Delfin oder Delphin andere Schreibweisen eingeführt hat hab ich nie verstanden. Die deutsche Sprache wird immer mehr verunglimpft und aussterben, sie wird der Migration geopfert. Damit jeder Hirni (angeblich) sie versteht, bzw. verstehen soll.


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  4. Bedankos reho, märi, Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
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    AW: Rechtschreibreform gescheitert?

    Zitat Zitat von delle59 Beitrag anzeigen
    Ich hab vor 20 Jahren schon gesagt dass das nix gibt. Mit den 3 " f "
    Das habe ich auch so gesagt. Ich schreibe so, wie es mir gefällt und mit dem 'daß' und 'das' kann ich noch ganz gut beantworten: Ich habe gelernt, daßßßßß man daS schreibt, wenn man es durch dies ersetzen kann . Anderenfalls bleibt man bei daß.

    OK, mit den zwei/drei Mitlauten komm ich noch klar. Trotzdem ist das für mich auch eine sinnfreie Änderung. Sorgt doch nur dafür, dass man länger braucht, um ein Wort zu schreiben und man auch leichter ein F (bei M und N noch schlimmer) die Übersicht verliert.

    Alles in Allem seh ich aber das Problem (unter anderem mit den Pronomen) aber wo anders: Wie groß ist der Anteil der Schulanfänger, welche bei der Einschulung eindeutig Deutsch nicht als Muttersprache besitzen???? Ein Großteil der Eltern davon haben sogar einen deutschen Pass. Denke mal (weiter gedacht), hier liegt das Problem....
    Fehlende/mangelhafte Integration!!!!
    Für mich soll nur derjenige eine deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, der auch beweist, dass er in der Sprache UND im Wissen, wie ein ordentlicher Rechtsstaat funktioniert. Die doppelte Staatsbürgerschaft hätte sogar den Vorteil, dass man einem (wiederholtem!!!) Straftäter (nach langjähriger!!! Haftstrafe) oder radikalisierte Islamisten die deutsche wegnehmen und ihn/sie könnte ausweisen könnte. Soll er doch am eigenen Leib erfahren, für was der IS steht. Denke mal, das würde schon etwas abschrecken...

    Achja, hat die Rechtschreibreform auch andere deutschsprachige Länder wie Österreich und die Schweiz erreicht? Wenn ja, wie sieht die Sache dort aus?

    LG,

    Struppi
    Geändert von Struppi (17.08.16 um 20:03 Uhr)
    Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum.
    &
    Nehmt mich nicht zu ernst, lacht lieber mit mir - es sei denn, ich höre mich verärgert an

  6. Bedankos eddy-dien8, märi, delle59 bedankte(n) sich für diesen Post

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