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Auf Nachbarn angewiesen
Schweizer Luftwaffe fliegt auch im Notfall erst ab 8 Uhr
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Einsatz in den frühen Morgenstunden - zu früh für die Schweizer Luftwaffe


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Zwei Kampfjets hefteten sich am Morgen an die Fersen eines im Schweizer Luftraum entführten Flugzeugs, doch keine der Maschinen gehörte zur Schweizer Luftwaffe. Der Grund: In der Alpenrepublik müssen Kampfjet-Piloten erst um 8 Uhr zur Arbeit.

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Die entführte Maschine der Ethiopian Airlines,die am frühen Montagmorgen in Genf landete, wurde in der Luft von insgesamt vier Kampfjets verfolgt. Zwei davon stammten aus Italien, über der Schweiz übernahmen dann zwei Flieger aus Frankreich. Doch wo war die Schweizer Luftwaffe?

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Vermutlich im Bett. Dennwie die Schweizer Zeitung "Blick.ch" berichtet, sind Schweizer Kampfjets nur zu Bürozeiten tätig – also erst morgens ab 8 Uhr einsatzbereit.

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24-Stunden-Bereitschaft wäre zu teuer

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Grund dafür seien Kostenersparnisse, heißt es in dem Bericht. Für Notfälle, wie die Flugzeugentführung am Montagmorgen, gebe es eine gegenseitige Abmachung der Alpenrepublik mit ihren Nachbarländern. "Wir haben ein Abkommen mit Frankreich, Italien und auch Deutschland, das den luftpolizeilichen Einsatz im Schweizer Luftraum erlaubt", erklärt Luftwaffensprecher Jürg Nussbaum gegenüber FOCUS Online. Wie lange es diese Ãœberwachung bereits gebe, könne er nicht genau sagen. "Wenn ich mich richtig erinnere, hatte die Schweiz noch nie eine Rundum-Ãœberwachung."

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Der Einsatz von Waffen sei den benachbarten Luftwaffen jedoch nicht gestattet – dieser hätte bei der heutigen Entführung auch nicht zur Debatte gestanden. Um 4.30 Uhr haben die italienischen Behörden ihre Schweizer Kollegen informiert, um 6.00 Uhr war der Einsatz dann beendet. Am Boden hätten dann Schweizer Einsatzkräfte übernommen - Kollegen aus Deutschland seien nicht dabei gewesen, sagt Nussbaum.

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Verteidigungsminister will Nachtbetrieb wieder einführen

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Weil ihr das Geld fehlt, kann die Schweizer Luftwaffe nur an besonderen Anlässen eine Dauerbereitschaft garantieren. "Wir haben eine elektronische 24-Stunden-Luftraumüberwachung, aber Interventionsmöglichkeiten nur zu Bürozeiten oder auf besondere Anordnung", erklärt der Luftwaffen-Sprecher. Soll heißen: Schweizer Kampfjet-Piloten arbeiten von 8 bis 17 Uhr. Dies sei mit der geopolitischen Lage der Alpenrepublik zu begründen, denn die Schweiz befinde sich in keiner Krisensituation. "Es ist eine Frage der Finanzen. Da dem Schweizer Militär nicht viel Geld zur Verfügung steht, müssen Prioritäten gesetzt werden." Wie hoch die dadurch entstehenden Ersparnisse sind, konnte der Luftwaffensprecher nicht benennen.

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Verteidigungsminister Ueli Maurer sei jedoch dabei, diesen Zustand zu ändern. "Ein Morgenröt am Horizont", freut sich Sprecher Nussbaum. Im Rahmen des Projektes "Ilana" soll die 24-Stunden-Bereitschaft für die Schweiz wieder eingeführt werden - wann genau steht jedoch noch nicht fest.

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Quelle: Focus.de


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