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    Löw plant ohne Dortmunder in der Startelf

    Freitag will sich die deutsche Nationalmannschaft in Köln für die WM qualifizieren. Gegen Irland könnte bereits ein Punkt reichen. Gelingen soll das ohne einen BVB-Star in der Startelf.

    Nein, Bayern Münchens Philipp Lahm (r.) und Thomas Müller scherzen hier beim Training in Düsseldorf sicherlich nicht aus Freude darüber, dass kein Dortmunder in der Startelf im Spiel gegen Irland stehen wird. Optimistisch sind sie dennoch

    Vor eigenem Publikum mit einer großen Party das Ticket für die Weltmeisterschaft in Brasilien lösen, anschließend so schnell wie möglich den neuen Vertrag bis 2016 klar machen und nebenbei eine offene Rechnung mit Schweden begleichen: Joachim Löw hat klare Vorstellungen von einem goldenen Oktober – für sich und die deutsche Nationalmannschaft.

    "Am Freitag wollen wir endgültig das Ticket für die WM lösen. Dann kann alles ganz schnell gehen", sagt der Bundestrainer, der gegen Außenseiter Irland vor 46.237 Zuschauern im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion in Köln (20.45 Uhr/ARD) die Teilnahme an der WM-Endrunde am Zuckerhut vorzeitig perfekt machen kann. Aufgrund der weitaus besseren Tordifferenz gegenüber Verfolger Schweden würde mit großer Wahrscheinlichkeit schon ein Punkt gegen die Iren reichen.

    Mit einer Liebeserklärung an Köln und den ansässigen FC hat Löw die Zuschauer in der Domstadt noch einmal auf dieses wichtige Match eingeschworen: "Köln ist eine tolle Stadt, weltoffen und tolerant. Ich habe gute Erinnerungen an Köln", sagte der 53-Jährige und erinnerte an das 3:0 gegen Tunesien während des Confed-Cups 2005: "Die Kölner Fans sind gierig auf unsere Mannschaft."

    Und genauso emotional wie die Zuschauer soll auch seine Mannschaft gegen den kampfstarken Gegner von der grünen Insel agieren: "Wir sind in Pflichtspielen auch gierig, wollen das Spiel natürlich gewinnen und dann vor heimischer Kulisse die Qualifikation perfekt machen."

    Erst die Pflicht, dann die Wiedergutmachung

    Auch ohne seine angeschlagenen Torjäger Miroslav Klose und Mario Gomez ist Löw von einem Erfolg gegen die in der Gruppe C chancenlosen Gäste, die vor einem Jahr beim Hinspiel 1:6 unter die Räder gekommen waren, hundertprozentig überzeugt. "In Schweden werden wir am Dienstag ein Freundschaftsspiel bestreiten, in dem wir aber noch eine offene Rechnung begleichen wollen", sagte er mit Blick auf den Abschluss der WM-Qualifikation in Stockholm.

    Dort will Löw gegen Zlatan Ibrahimovic und Co. nach dem kuriosen 4:4 am 16. Oktober 2012 die Kräfteverhältnisse wieder zurechtrücken. Vor einem Jahr hatte Deutschland gegen die Tre Kronor eine 4:0-Führung verspielt.

    Zunächst muss aber die Pflicht gegen Irland erfüllt werden. "Wir wissen, dass die Iren bis zur letzten Minute alles geben. Aber wir müssen unser Spiel machen. Wenn wir das abrufen, was wir können, holen wir die drei Punkte", sagte der neue Arsenal-Star Mesut Özil, und sein ehemaliger Madrider Mannschaftskollege Sami Khedira kündigte an: "Wir wollen schnell für klare Verhältnisse sorgen. Aber die Iren wollen uns natürlich ärgern. Deshalb müssen wir geduldig sein, wenn es am Anfang nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen."

    Dass das Match nicht automatisch ein Selbstläufer wird, ist auch Löw bewusst: "Es ist egal, welcher Trainer auf der Bank sitzt und welche Spieler auf dem Platz stehen: Aufgeben kennen die Iren nicht, deshalb ist diese Mannschaft immer schwer zu spielen." Und auch Thomas Müller warnt, dass "gegen Mannschaften mit viel Herz" immer viel passieren könne.

    Nur noch die linke Offensivposition fraglich

    Müller ist eine der Optionen für die Rolle des Alleinunterhalters im Angriff. "Das entscheiden wir erst nach dem Abschlusstraining, da haben wir einige Möglichkeiten", sagte Löws Assistent Hansi Flick. Wahrscheinlich ist, dass Aufsteiger Max Kruse in vorderster Front und Bayern-Stürmer Müller im Nationalteam weiter auf seinem angestammten Platz im rechten Mittelfeld spielen wird. Eine andere, wenn auch unwahrscheinliche, Variante wäre Özil als einzige Spitze.

    Müller rechts vorne, Philipp Lahm rechts hinten: Löw beordert damit die beiden Bayern-Stars auf ihre angestammten Positionen zurück. Im Verein hatte Lahm zuletzt im defensiven Mittelfeld gespielt und Müller als Sturmspitze.

    Seine Startelf für die Partie hat Löw weitgehend im Kopf. Offen ist wohl nur noch die linke Offensivposition, wo in Abwesenheit der verletzten Lukas Podolski und Marco Reus der Schalker Julian Draxler und André Schürrle vom FC Chelsea konkurrieren.

    Vor Torhüter Manuel Neuer werden außer Lahm die Innenverteidiger Jerome Boateng und Per Mertesacker die Innenverteidigung bilden. Mats Hummels bleibt wieder nur ein Platz auf der Bank. Damit wird die DFB-Elf nach den verletzungsbedingten Absagen von Reus, Marcel Schmelzer, Ilkay Gündogan und Sven Bender ohne Dortmunder beginnen.

    Schmelzer wird hinten links vom Hamburger Marcell Jansen vertreten. Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger in seinem 99. Länderspiel und Real-Star Sami Khedira bilden die Doppel-Sechs, davor wird zwischen Müller und Draxler oder Schürrle Mesut Özil die Fäden ziehen. Als Sturmspitze wird der Mönchengladbacher Max Kruse beginnen.

    Neuerungen beim Debüt von King

    Bei den Iren fungiert Noel King nach dem Rücktritt von Giovanni Trapattoni zum ersten Mal als Interimscoach und wird im 500. Länderspiel der Iren gleich das System ändern. Statt des vom früheren Bayern-Trainer Trapattoni praktizierten 4-3-3 setzt King auf ein 4-2-3-1.

    Deutschland: Neuer/Bayern München (27 Jahre/41 Länderspiele), Lahm/Bayern München (29/101), Mertesacker/FC Arsenal (29/93), Boateng/Bayern München (25/32), Jansen/Hamburger SV (27/40), Schweinsteiger/Bayern München (29/98), Khedira/Real Madrid (26/42), Müller/Bayern München (23/44), Özil/FC Arsenal (24/49), Draxler/Schalke 04 (20/8) oder Schürrle/FC Chelsea (22/26), Kruse/Borussia Mönchengladbach (25/3). Trainer: Joachim Löw

    Irland: Forde/FC Millwall (33/12), Coleman/FC Everton (25/17), St. Ledger/Leicester City (28/36), Clark/Aston Villa (24/8), Wilson/Stoke City (26/10), Gibson/FC Everton (25/19), McCarthy/FC Everton (22/18), McGeady/Spartak Moskau (27/60), Doyle/Wolverhampton Wanderers (30/53), McClean/Wigan Athletic (24/16), Keane/Los Angeles Galaxy (33/129). Trainer Noel King

    Quelle:welt.de
    Geändert von salviner01 (14.11.14 um 22:12 Uhr)

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