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    [font=georgia, serif]Rauball fordert Fifa-Boss Blatter zum Rücktritt auf[/font]







    Der Präsident des deutschen Ligaverbandes sagt "Welt Online": Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand solle Fifa-Präsident Sepp Blatter "seine Amtsgeschäfte schnellstmöglich in andere Hände geben."






    Reinhard Rauball, der Präsident des deutschen Ligaverbandes, fordert die unverzügliche Einberufung eines Außerordentlichen Fifa-Kongresses





    Reinhard Rauball hatte am Freitagnachmittag, 17 Uhr, einen wichtigen Termin. Der Präsident des Ligaverbandes ließ sich telefonisch mit Sepp Blatter verbinden. Und was der Chef des Fußball-Weltverbandes Fifa dabei von seinem deutschen Amtskollegen zu hören bekam, erfreute ihn gar nicht. Im Gegenteil: Blatter dürfte selten klarere Worte gegen sich vernommen haben. Rauball forderte ihn zum Rücktritt auf.



    "Nach dem derzeitigen Stand sollte Blatter seine Amtsgeschäfte schnellstmöglich in andere Hände geben. Für einen Reformprozess braucht die Fifa jemanden, der gewillt ist, einen Neuanfang zu machen. Es ist immer schwierig, jemanden einzubinden, der selbst Teil der Umstände ist, die einen Reformprozess erst erforderlich gemacht haben", sagte Rauball der "Welt Online".



    Blatter bagatellisiert Schmiergeld





    Am Mittwochabend war offiziell bekannt geworden, dass Joao Havelange, Blatters Vorgänger, und Ricardo Teixeira, der ehemalige Chef des brasilianischen Fußballverbandes, von der mittlerweile insolventen Vermarktungsagentur ISL zusammen rund zwölf Millionen Euro plus eine nicht veröffentlichte Summe bekommen habe. Insgesamt waren 123 Millionen Schweizer Franken (rund 100 Millionen Euro) von ISL an die Fifa geflossen. Blatter hatte das bagatellisiert.

    Darum fordert Rauball nun "die unverzügliche Einberufung eines Außerordentlichen Fifa-Kongresses". Dort müsse Havelanges Ehrenpräsidentschaft aufgehoben werden: "Zudem müssen alle Fakten auf den Tisch gelegt werden. Ich habe den Bericht der Staatsanwaltschaft gelesen: Hier liegt mehr im Argen, als bisher bekannt ist, wenngleich die weiteren Zahlungen andere bedeutende Sportverbände betreffen mögen."













    Ehrenmänner? Wohl kaum! Fifa-Präsident Sepp Blatter (rechts) im Gespräch mit Joao Havelange, seinem Vorgänger







    Blatter hatte angegeben, dass solche "Zahlungen", wie er das Schmiergeld nennt, zum Zeitpunkt der Auszahlung nicht verboten gewesen seien: "Man kann die Vergangenheit nicht mit den Maßstäben von heute messen. Sonst endet man bei der Moraljustiz. Ich kann also nicht von einem Delikt gewusst haben, welches keines war." Rauball hat diese Erklärung betroffen gemacht: "Er hatte Kenntnis von diesen Geldbewegungen, wenngleich erst deutlich später. Deshalb hat er die Sorgfaltspflicht gegenüber den Mitgliedsverbänden nicht erfüllt." Zwanziger kannte "das gesamte Ausmaß" nicht





    Das hatte auch den Unmut von Theo Zwanziger erregt. "Auch wenn die Zahlungen an Funktionäre der Fifa und anderer Sportverbände zur damaligen Zeit juristisch nicht oder nur schwer strafbar gewesen sind, so sind sie unter ethischer Gesichtspunkten einfach unanständig. Gerade für einen Verband, der in seiner Satzung das Gebot des Fair Play verankert hat. Aus moralischer Sicht waren Schmiergelder schon immer Schmiergelder", sagt der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).



    Er sitzt als einziger deutscher Vertreter im Fifa-Exekutivkomitee, das sich am kommenden Dienstag zu einer außerordentlichen Sitzung trifft. Dort soll der "Ethik-Codex" verabschiedet werden, der zukünftig den Weltverband zu einer besseren Organisation machen soll. Am Donnerstag studierte der Jurist Zwanziger die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft und war entsetzt: "Das gesamte Ausmaß war mir bis dato nicht bekannt. Ich muss ehrlich zugeben: Es bedrückt mich sehr, was ich dort lesen musste."



    "Wo ist das restliche Geld?"





    Wie Rauball fordert auch Zwanziger, der 2011 ins höchste Fifa-Gremium gewählt wurde, die Aberkennung von Havelanges Ehrenpräsidentschaft: "Natürlich hat Blatter recht, wenn er sagt, dass diese nur durch den Fifa-Kongress aberkannt werden kann. Ich bin aber der Meinung, dass dieser Weg aufgrund der nunmehr bekannten Sachverhalte begangen werden muss."

    Rauball denkt auch an die Außenwirkung des Skandals: "Wir können nicht von den Kindern und Jugendlichen die Einhaltung von Regeln und Fair Play fordern, wenn wir auf der anderen Seite fragwürdige Geschäfte einfach laufen lassen." Darum fordere er bedingungslose Aufklärung: "123 Millionen Franken soll ISL insgesamt an Funktionäre gezahlt haben. Belegt ist, dass Havelange und Teixeira rund 14 Millionen davon bekommen haben. Nur etwas mehr als zehn Prozent der Gesamtsumme ist also aufgeklärt. Wo ist das restliche Geld geblieben?"




    Er wolle wissen, wer davon profitiert hat, welchem Zweck diese Zahlungen dienten und wie viel Geld der Fifa durch den ISL-Konkurs entgangen ist. "Mir ist nicht bekannt, dass Jean-Marie Weber, der die Gelder im Auftrag der ISL damals verteilt haben soll, auch nur einmal vom Ethikrat der Fifa geladen worden ist, um solche Fragen zu beantworten. Es kursieren ja noch weitere Namen als nur die von Havelange und Teixeira."



    Allofs: Bei der Fifa wohl gängige Praxis





    Das sieht auch Klaus Allofs, Manager des Bundesligavereins Werder Bremen, so. Zwar könne in einem Weltverband nie zu 100 Prozent sichergestellt werden, dass alles mit rechten Dingen zugehe. Aber besonders, wenn es um die Vergabe von Weltmeisterschaften gehe, müsse jede Form der Beeinflussung ausgeschlossen werden.

    "Leider scheinen Dinge wie die, die nun ans Tageslicht gekommen sind, in Großorganisationen wie der Fifa gängige Praxis zu sein", sagte Allofs "Welt Online". Er und andere Vereinsvertreter hätten sich schon zuvor von der Fifa oft nicht gut vertreten und informiert gefühlt: "Das war nicht immer vorbildlich."




    Mittlerweile haben sich auch sportferne Organisationen eingeschaltet. So rief der Europarat die Fifa zu mehr Transparenz auf. Blatter solle die Fakten auf den Tisch legen, forderte der Europarat-Berichterstatter für Ethik und gute Führung im Sport, Francois Rochebloine. Außerdem müsse die Fifa die Bestimmungen des Europarats für Transparenz und Verantwortung im Sport konsequent umsetzen. Die Schmiergeldaffäre sei "eine Beleidigung für das schönste Spiel der Welt und seine Anhänger".



    Und auch die Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) rügt den Weltverband. "Ich wundere mich, dass Herr Havelange immer noch Ehrenpräsident ist, obwohl seit vielen Jahren bekannt ist, dass er Zahlungen bekommen hat", erklärte Sylvia Schenk, Vorstandsmitglied von TI Deutschland. Die Fifa müsse nun Konsequenzen ziehen und "auch fragen, wer hat wann was gewusst und gedeckt hat". Sepp Blatter wird diese Fragen beantworten müssen – oder zurücktreten.



    Quelle: Die Welt
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    FIFA-Präsident spricht über Unregelmäßigkeiten bei WM-Vergabe



    Blatter: Deutschland hat WM 2006 gekauft




    6. Juli 2000: Blatter (l.) gratuliert den den Deutschen um Beckenbauer (2.v.l.) zur WM 2006





    Der zuletzt stark in die Kritik geratene FIFA-Präsident Joseph Blatter hat den Verdacht genährt, dass es bei der Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könnte.





    Angesprochen auf mögliche Unregelmäßigkeiten bei den WM-Vergaben 2018 an Russland sowie 2022 an Katar sagte der 76-Jährige dem Schweizer "SonntagsBlick": "Gekaufte WM... Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv."

    Auf die Frage, ob er vermute, dass die WM 2006 an Deutschland gekauft gewesen sei, antwortete der Schweizer: "Nein, ich vermute nicht. Ich stelle fest."



    Bei der Vergabe im Juli 2000 war Charles Dempsey das Zünglein an der Waage. Der Neuseeländer hatte sich kurzfristig der Stimme enthalten und machte somit den Weg frei für eine erfolgreiche deutsche Bewerbung.

    Zuvor war davon ausgegangen worden, dass Dempsey für den aussichtsreichen Mitbewerber Südafrika stimmen würde.







    Blatter im Kreuzfeuer der Kritik



    Blatter war in den vergangenen Tagen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil brisante Akten in der Affäre um Schmiergeldzahlungen an ranghohe FIFA-Funktionäre dokumentierten, dass er bestens über die Zahlungen informiert gewesen war.

    Der Präsident des deutschen Ligaverbandes, Reinhard Rauball, forderte Blatter in einem persönlichen Gespräch zum Rücktritt auf. "Ich sagte ihm, das sei nicht so einfach, wie er sich das vorstelle. Schließlich bin ich vom Kongress gewählt", sagte Blatter. Neben Rauball hatte auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach Kritik an Blatter geäußert. Er sei "erschüttert und geschockt", sagte Niersbach auf einer Schiedsrichtertagung des Deutschen Fußball-Bundes. "Ich habe das bis jetzt nicht glauben können."

    Blatter zeigt sich trotz der Ereignisse um die FIFA und seine Person nicht amtsmüde - im Gegenteil. Eine erneute Kandidatur als Präsident würde er "nicht ausschließen", sagte er dem "SonntagsBlick". "Schauen wir mal, wie es mir gesundheitlich geht. Ich war gerade beim Check, habe vier Kilo abgenommen."



    Blatter distanziert sich von Havelange



    Die Aussage ist nicht nur vor dem Hintergrund der harschen Kritik an Blatter bemerkenswert. Am kommenden Dienstag trifft sich das FIFA-Exekutivkomitee in Zürich und will weitere Reformschritte einleiten. In der Diskussion ist unter anderem eine Amtszeit- und Altersbeschränkung, was mit einer weiteren Präsidentschaft Blatters konterkarieren würde.



    Blatter distanzierte sich in dem Interview auch erstmals vom FIFA-Ehrenpräsidenten Joao Havelange, einem der dokumentierten Empfänger von Schmiergeldzahlungen des 2001 pleitegegangenen Sportrechtevermarkters ISL/ISMM. Seine persönliche Meinung sei: "Er muss weg. Er kann nicht Ehrenpräsident bleiben nach diesen Vorfällen."

    Der Brasilianer Havelange hatte laut der jüngst veröffentlichten Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug Schmiergelder in Höhe von mindestens rund 1,2 Millionen Euro angenommen. Sein Landsmann Ricardo Teixeira hat demnach "Provisionszahlungen" in Höhe von circa 10,5 Millionen Euro kassiert.

    spox.com
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
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