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    Ebola-Epidemie 2014

    Deutscher Student wegen Ebola-Verdachts isoliert

    Große Sorge in Ruanda: Ein Medizinstudent aus Deutschland hat über typische Ebola-Symptome geklagt und kam in Quarantäne. Er ist gerade aus Liberia zurückgekehrt. Er wäre der erste Fall in Ruanda.

    Ein Medizinstudent aus Deutschland wird wegen Ebola-Verdachts in einem Krankenhaus in Ruanda untersucht. Der Patient liege auf einer Isolierstation, teilte das Gesundheitsministerium in Kigali mit. Es seien Proben entnommen und an ein Labor geschickt worden. Ein Testergebnis soll binnen 48 Stunden vorliegen.

    Der Deutsche klagte nach Angaben des Ministeriums nach einem Aufenthalt in Liberia über Fieber, zudem hatte er Malaria. Er hatte sich einige Tage in dem westafrikanischen Land aufgehalten, das in der vergangenen Woche wegen der Seuche den nationalen Notstand ausgerufen hatte. Der Student ist der erste Patient in Ruanda, der seit Ausbruch der Epidemie in Westafrika wegen Ebola-Verdachts untersucht wird.

    Seit Ausbruch der Epidemie starben in Westafrika etwa 1000 Menschen. Guinea – wo bis zum 6. August 367 Ebola-Tote gezählt wurden – schloss am Wochenende seine Grenzen. Es solle vermieden werden, dass Infizierte ins Land kommen, hieß es von der Regierung. Den nationalen Notstand auszurufen sei aber nicht nötig, sagte Gesundheitsminister Remy Lamah. Der Ausbruch sei in Guinea unter Kontrolle.

    Erster Ebola-Alarm in Deutschland
    Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation die Epidemie als internationalen Gesundheitsnotfall eingestuft. Nigeria folgte dem Aufruf inzwischen, in den zwei anderen betroffenen Ländern Liberia und Sierra Leone war der Notstand bereits zuvor ausgerufen worden.

    Alarmiert sind auch die europäischen Behörden: Unter anderem hatte ein Patient in Hamburg den ersten Ebola-Verdacht in Deutschland ausgelöst. Nach einigen Stunden Aufregung gab es aber Entwarnung: Der 28-Jährige sei nicht infiziert, gab das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) bekannt.

    Der Afrikaner war am Abend zuvor mit einem Infektionsrettungswagen in das Uni-Klinikum verlegt worden, nachdem er über Fieber und Erbrechen geklagt hatte. Er war vergangene Woche aus Sierra Leone zurückgekehrt. Das Wohnheim des Mannes – eine Unterkunft vorwiegend für Wohnungslose – war wegen des Verdachts für Stunden abgesperrt worden.

    Für Ebola existiert weder eine zugelassene Impfung noch eine spezielle Therapie. Die Virusinfektion, die mit schwerem Fieber und Blutungen einhergeht, verläuft schnell und endet in vielen Fällen tödlich.

    Deutscher Student wegen Ebola-Verdachts isoliert
    Beiden US-Ebola-Patienten geht es besser
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    Kranke auf der Flucht
    Nach der Flucht von 17 Ebola-Patienten in Liberia steigt dort die Furcht vor einer schnelleren Ausbreitung der Epidemie. Das Eindämmen der Epidemie in Westafrika hängt maßgeblich von der Entwicklung in Liberia ab.

    Die 17 Ebola-Kranken, die am Wochenende aus einer Quarantänestation in Liberia geflohen waren, sind am Montag immer noch nicht gefunden worden. „Wir suchen nach ihnen, bislang aber ohne Erfolg“, sagte der liberianische Informationsminister Lewis Brown am Montag. Neben den 17 Verschwundenen suchen die Behörden zudem nach zehn weiteren Infizierten, die schon am Freitag, also einen Tag vor dem Angriff auf die zur Isolierstation umfunktionierte Schule in West Point, von ihren Familienangehörigen aus der Quarantänestation geholt worden sein sollen.

    Die Behörden befürchten eine rasche Verbreitung des Virus nicht nur durch die Infizierten, sondern auch durch die Angreifer, die am Sonntag die Schule mit Knüppeln und Macheten angegriffen und dabei gerufen hatten, Ebola gebe es gar nicht. „Die haben die mit Körpersekreten durchtränkten Matratzen und Decken mitgenommen“, sagte Informationsminister Brown, „und wir fürchten, alsbald mit einer Situation konfrontiert zu sein, die kaum noch zu kontrollieren ist.“

    Brown bestätigte am Montag abermals Pläne des liberianischen Gesundheitsministeriums, den gesamten Slum West Point in der Hauptstadt Monrovia abzuriegeln und unter Quarantäne zu stellen. Diese Pläne, die zum ersten Mal am Freitag vergangener Woche publikgemacht worden waren, sind vermutlich ursächlich für die Attacke auf die Quarantänestation. West Point gilt als der schlimmste Slum der liberianischen Hauptstadt. In ihm leben 80.000 bis 100.000 Menschen ohne funktionierende Abwasserentsorgung, ohne Strom oder Wasser.

    Die Flucht der 17 Infizierten ist auch deshalb so dramatisch, weil nach Einschätzung der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) das Eindämmen der Epidemie in ganz Westafrika maßgeblich davon abhängt, die Verbreitung von Ebola in Liberia zu stoppen. Liberia weist die höchste Zahl an Toten (412 von insgesamt 1145 Opfern) aller betreffenden Länder auf. Neben Liberia sind das Guinea, Sierra Leone und Nigeria.

    Der Zusammenbruch des öffentlichen Gesundheitssystems in Liberia und Sierra Leone hat zudem zu einer Massenflucht in das benachbarte Guinea geführt, wo die Behörden eine schnelle Ausbreitung des Virus befürchten. Nach Worten des Ebola-Beauftragten des guineischen Gesundheitsministeriums, Sakoba Kéita, ist der Regierungsbezirk Macenta im Süden des Landes besonders bedroht, weil dort inzwischen jeden Tag Flüchtlinge aus Liberia eintreffen. „Wir wissen nicht, wie viele Infizierte unter den Neuankömmlingen sind“, sagte Kéita.

    Die in der vergangenen Woche angeordneten Grenzkontrollen durch die guineische Armee scheinen jedenfalls wirkungslos zu sein. Die Nachrichtenagentur AFP zitierte am Montag einen guineischen Militärarzt, der behauptete, die Armee habe weder das Personal noch das Material, die Grenze wirkungsvoll zu überwachen. Im ostafrikanischen Kenia haben die Behörden derweil ihre Grenzen für Reisende aus Guinea, Liberia und Sierra Leone geschlossen. Die Anordnung soll an diesem Dienstag in Kraft treten.
    Quelle

    Belgien isoliert Jugendlichen
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    Berliner Ärzte gehen nicht von Ebola-Infektion aus

    Eine Frau mit hohem Fieber, die in Nigeria war, hat in einem Berliner Jobcenter einen Großeinsatz ausgelöst. Die 30-Jährige kam ins Krankenhaus. Eine Ebola-Infektion gilt aber als unwahrscheinlich.

    Fieber und eine direkte Verbindung nach Westafrika: In einem Jobcenter in Berlin-Pankow ist eine Frau wegen Verdachts auf Ebola von Notärzten behandelt worden. Die 30-jährige Patientin habe mit hohem Fieber die typischen Anzeichen der Infektionskrankheit gezeigt und sei in Nigeria gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher.

    Die Frau wurde erst in einem Notarztwagen isoliert und dann zur Untersuchung in die Infektionsabteilung des Virchow-Klinikums im Stadtteil Wedding gebracht. Genauere Angaben zur Herkunft der Frau machten die Behörden nicht.

    Die Zufahrten zum Krankenhaus wurden von der Polizei inzwischen abgeriegelt, auf dem Gelände wacht ein Sicherheitsdienst. Am Klinikum gibt es auch eine Isolierstation für Seuchenfälle.

    Experten der Charité gehen nach ersten Untersuchungen davon aus, dass es sich bei der Fieberinfektion der Patientin mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um Ebola handelt. Die 30-Jährige habe sich in Afrika nicht in einem Gebiet aufgehalten, in dem Ebola aufgetreten sei, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Die Mediziner gehen von einer infektiösen Magen-Darm-Erkrankung aus.

    Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall

    Wegen des Ebola-Verdachts wurden dennoch auch mehrere Menschen, die mit der Patientin Kontakt hatten, vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht. Es geht darum, möglichen Ansteckungen vorzubeugen. Alle anderen Besucher der Jobcenters, die zunächst im Haus bleiben mussten, durften das Gebäude nach rund zwei Stunden wieder verlassen, berichtete ein Feuerwehrsprecher.



    Die Berliner Feuerwehr habe den Einsatz bei Ebola-Verdachtfällen seit Beginn der Epidemie in Westafrika geübt, sagte ein leitender Notarzt. Die Information Fieber in Kombination mit Afrika reiche im Moment schon für einen Einsatz aus. "Das heißt dann aber erst einmal, dass der Verdacht auf einen Verdacht besteht", ergänzte der Arzt. Unspezifische Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall und Gliederschmerzen könne eine Vielzahl von Ursachen haben. Im Zusammenhang mit Afrika handele es sich dabei oft um Malaria.

    Die Feuerwehr hat einen speziellen Rettungswagen, der mit Isolierbereichen auch für Ebola-Patienten geeignet ist. Er sei am Dienstag aber nicht zum Einsatz gekommen, weil die Patientin bereits in einem anderen Wagen saß, berichtete der Notarzt.

    Die ersten Anzeichen für Ebola sind mit hohem Fieber und Kreislaufproblemen ähnlich wie bei einer Grippe oder bei Tropenkrankheiten wie Malaria. Ebola ist aber weit weniger ansteckend als Grippe und kann nur durch den Kontakt mit den Körperflüssigkeiten eines Infizierten, die in Wunden oder Schleimhäute gelangen, übertragen werden.

    Ebola lässt sich nach einer Infektion über einen Bluttest nachweisen. Das Verfahren dauert in der Regel mehrere Stunden. Berlin ist auf mögliche Ebola-Fälle gut vorbereitet. Die Sonderisolierstation am Virchow-Klinikum hat Platz für bis zu 20 Menschen. Sie werden dort von Ärzten in Schutzanzügen versorgt.

    Weitere Verdachtsfälle

    Auch Spanien hat sich erneut ein Ebola-Verdachtsfall nicht bestätigt. Wie das Gesundheitsministerium im Baskenland mitteilte, hatte eine Laboruntersuchung bei einem Patienten in Bilbao eine mögliche Ebola-Infektion ausgeschlossen.

    Der Mann war kürzlich von einer Dienstreise aus dem westafrikanischen Land Sierra Leone zurückgekehrt, das von der Ebola-Epidemie besonders betroffen ist. Der aus dem Baskenland stammende Patient leidet nach Angaben des Ministeriums an Malaria. Bereits am Sonntag hatte sich bei einem Patienten in der südostspanischen Hafenstadt Alicante ein Ebola-Verdacht nicht bestätigt.

    Entwarnung hatte es auch schon im Fall des 13-jährigen Jungen in Belgien gegeben: Nach einem Sinken des Fiebers könne eine Ansteckung mit dem Virus mit Sicherheit ausgeschlossen werden, sagte der Chefarzt des Krankenhauses in Ostende, Mario Schurges, der Online-Zeitung "DMorgen".

    Nach Angaben des Krankenhauses könne der Junge die Isolierstation noch am selben Tag verlassen. Er werde jedoch weiterhin klinisch behandelt, weil er an Malaria erkrankt sei.

    Mehr als 1200 Tote

    Der Junge war am Sonntag mit hohem Fieber in das Krankenhaus von Ostende eingeliefert worden. Da er sich kürzlich in Guinea aufgehalten hatte, konnte eine Infektion mit dem Virus nicht ausgeschlossen werden. Vorsichtshalber wurde er auf einer Isolierstation untergebracht. Guinea gehört zu den zentralen Herden der Ebola-Epidemie.

    Durch die Ebola-Epidemie in Westafrika sind bisher wahrscheinlich bereits mindestens 1229 Menschen umgekommen. Aus den vier direkt betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone seien zwischen dem 14. und 16. August 113 neue Fälle gemeldet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation mit. 84 dieser Patienten seien gestorben.



    In Liberia werden die Menschen vor Ebola gewarnt, doch viele beharren darauf, ihre Angehörigen zu Hause zu pflegen

    Kollaps im Jobcenter
    Schießbefehl an der Grenze Liberias wegen Ebola

    Richtig so! Lieber auf Nummer sicher gehen, bevor sich der Scheiß noch bei uns ausbreitet.
    Geändert von salviner01 (22.10.14 um 19:24 Uhr)
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    Aufklärung über alle Kanäle: In Liberia wird eine Mauer mit Botschaften bemalt, wie eine Ansteckung mit dem Ebola-Virus vermieden
    werdenkann. (Foto: AP)

    Heute 6000 Infizierte, bald 20 000? Mathematische Modelle zeigen: Alle drei Wochen verdoppelt sich die Zahl der Ebola-Erkrankten, sofern nicht drastisch eingeschritten wird. Doch das wird immer schwieriger.

    Abends zu Hause, so berichtet es Christl Donnelly, wurde ihr das Ausmaß ihrer theoretischen Berechnungen erst so richtig bewusst. Das Fernsehen zeigte einen verzweifelten Ebolapatienten, der versuchte, in eine Klinik zu gelangen. Alle Betten waren belegt und der Mann wurde abgewiesen. "Das Schicksal hat mich bewegt, und dann habe ich gedacht: Nimm das, was du jetzt fühlst, und multipliziere es mit 20 000", sagt sie. Oder 100 000. Oder einer Million.

    Donnelly ist Forscherin am Imperial College in London. Mit Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sie berechnet, wie sich der Ebolaerreger in Westafrika zurzeit ausbreitet. Bisher sind laut WHO fast 6000 Menschen in Guinea, Sierra Leone und Liberia an dem tödlichen Virus erkrankt. 2800 von ihnen sind gestorben. Bleibt die Situation wie sie ist, sind bis Anfang November mehr als 20 000 Fälle zu erwarten, schreiben Donnelly und ihre Kollegen in der aktuellen Ausgabe des New England Journal of Medicine (online vorab).

    Auch andere Forscher versuchen den Trend fortzuschreiben. Die Zahl der Kranken und Toten wächst dann schnell auf 50 000, 100 000, eine halbe Million. Die amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC etwa, hält inzwischen im schlimmsten Fall mehr als 500 000 Fälle bis Ende Januar für möglich. "Ich hoffe inständig, dass wir nichts derartiges sehen werden", sagt Donnelly. "Aber ich fürchte es ist eine realistische Projektion dessen, was uns erwartet, wenn wir uns nicht aufraffen."

    Für Epidemiologen wie Donnelly ist der Kampf gegen eine Epidemie, sei es Ebola, Masern oder die Pocken, im Kern das Ringen darum, eine einzige Zahl zu reduzieren: die Reproduktionsrate R. Diese Kenngröße gibt an, wie viele Menschen ein infizierter Mensch im Durchschnitt ansteckt. Sie ist so etwas wie die Katastrophenschwelle. Liegt R unter 1, so steckt nicht jeder erkrankte Mensch einen weiteren an, und der Ausbruch geht zurück. Ist R aber 2, so steckt jeder erkrankte Mensch, zwei weitere Menschen an. Aus 2 werden 4, dann 8, dann 16. Die Zahl der Kranken und Toten schnellt exponentiell in die Höhe - und genau das beobachten die Forscher zurzeit in Westafrika.

    In ihrer neuen Studie hat Donnelly die Reproduktionsrate R von Ebola in den drei betroffenen Ländern abgeschätzt: Sie schwankt zwischen 1,38 in Sierra Leone und 1,81 in Guinea. In der Praxis bedeutet es, dass sich die Zahl der Ebolafälle etwa alle drei Wochen verdoppelt. So werden aus heute 6000 Fällen in drei Wochen 12 000, in sechs Wochen 24 000 und bis Ende des Jahres mehr als 100 000.

    Ließe sich die Ansteckungsrate halbieren, wäre die Epidemie schnell eingedämmt



    weiterlesen:


    Theoretisch endet das erst, wenn ein Großteil der Bevölkerung infiziert ist und das Virus keine Opfer mehr findet, sagt Christian Althaus, Epidemiologe an der Universität Bern, der eines der ersten Modelle für den Ausbruch berechnet hat. So würden in Liberia fast drei Viertel der Bevölkerung infiziert, jeder zweite würde an Ebola sterben. Nun glaubt kaum jemand, dass es zu einem solchen Horrorszenario kommt. Aber Modelle wie die von Donnelly und Althaus machen plastisch, was im Kampf gegen Ebola auf dem Spiel steht und wie groß die Herausforderung für die Weltgemeinschaft ist.

    Die gute Nachricht dabei: Ebola ist weit weniger ansteckend als andere Erreger. Das Masernvirus zum Beispiel hat eine Reproduktionsrate von etwa 16, ein Erkrankter steckt in einer nicht geimpften Bevölkerung im Schnitt 16 andere Menschen an. Um Ebola in den Griff zu bekommen, müsste die Reproduktionsrate nur halbiert werden. "Wenn wir die Hälfte aller Übertragungen verhindern, dann reicht das, um diesen Ausbruch zu stoppen", sagt Donnelly. Tausende Ärzte und Krankenschwestern riskieren nun ihr Leben, Hunderte Millionen Euro werden ausgegeben, um das R in Westafrika unter eins zu drücken.

    Theoretisch wissen Forscher auch, wie das geht: Menschen die Kontakt mit Ebolapatienten hatten, müssen schnell ausfindig gemacht und überwacht werden. Sobald sie Symptome zeigen, müssen sie isoliert werden.

    Die schlechte Nachricht: Es ist unklar, ob das noch genügt, wenn ein Ausbruch die Ausmaße annimmt, wie derzeit in Westafrika. Schon jetzt erkranken jede Woche Hunderte Menschen. Sie hatten Kontakt mit Tausenden anderen. "Ab einem gewissen Punkt ist es einfach nicht mehr möglich, so viele Menschen drei Wochen lang zu überwachen", sagt Althaus. "Sie können sich das wie bei einem Waldbrand vorstellen", sagt David Fisman, ein Epidemiologe an der Universität von Toronto: "Wenn jemand sein Strichholz hat fallen lassen, reicht noch ein Eimer Wasser, um das Feuer zu löschen. Aber wenn das zwei Tage gewütet hat, brauchen Sie etwas anderes." Was das sein könnte, ist unklar. Forscher und Ärzte suchen deshalb verzweifelt nach guten Ideen, um einen Ausbruch dieser Größe unter Kontrolle zu kriegen.

    Immerhin, ein kleines Signal der Hoffnung hat Donnelly in ihren Daten entdeckt. Nach ihren Berechnungen hat sich die Reproduktionsrate von Ebola seit Beginn des Ausbruchs leicht reduziert, am deutlichsten in Sierra Leone von 2,02 auf 1,38. "Das könnte ein Zeichen sein, dass die Hilfsmaßnahmen einen ersten Effekt zeigen", sagt sie. Es könnte aber auch eine Täuschung sein, sagt Althaus. Möglicherweise breitet sich das Virus immer noch genau so schnell aus, aber weil alle Krankenhausbetten belegt sind, findet ein immer größerer Teil dieses Ausbruchs im Dunkeln statt. "Das ist eine Erklärung, die ich nicht ausschließen kann", sagt Donnelly. Die WHO schätzt, dass womöglich nur jeder vierte Ebolafall gemeldet wird. Sollte das der Fall sein, wären schon heute 20 000 Menschen betroffen.


    www.sueddeutsche.de

    Ebola in den USA: Krankenschwester kritisiert Behoerden
    Ab Dezember Ebola Impfungen in Afrika moeglich Hoffentlich geht das mal gut.
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    AW: Ebola-Epidemie 2014

    US-Forscher melden Erfolg mit Impfstoff gegen Epidemie

    Es könnte ein Durchbruch im Kampf gegen die tödliche Ebola-Seuche sein. Forscher haben in den USA erstmals erfolgreich einen Impfstoff an Menschen getestet. Alle Probanden entwickelten Antikörper.

    US-Forscher sind der Entwicklung eines erfolgreichen Impfstoffes gegen Ebola einen deutlichen Schritt näher gekommen. In der ersten Testphase hätten die 20 gesunden Probanden positiv auf den Stoff reagiert und die für Ebola nötigen Antikörper entwickelt, teilten die Nationalen Gesundheitsinstitute der USA (NIH) am Mittwoch mit. Es könnte allerdings noch mehrere Monate dauern, bis der Impfstoff großflächig eingesetzt werden kann.

    Die Ergebnisse der Studie wurden auf der Internetseite des Fachmagazins "New England Journal of Medicine" veröffentlicht. Den Impfstoff namens ChAd3 entwickelte das Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) in den USA gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline. Benutzt werden dabei für den Menschen harmlose Viren, die zum Beispiel Erkältungen bei Affen auslösen. Durch die gentechnische Veränderung wird Material aus Stämmen des Ebola-Virus gewonnen.

    Seuche in Westafrika hat Forscher angetrieben

    Das Ausmaß der Ebola-Seuche in Westafrika habe die Anstrengungen intensiviert, "einen sicheren und effektiven Impfstoff zu entwickeln", erklärte Anthony Fauci vom NIAID. Eingesetzt wurden in der ersten Testphase sowohl niedrigere als auch höhere Dosen. Die mit den höheren Dosen geimpften Testpersonen entwickelten entsprechend auch stärkere Antikörper.

    Die Impfungen hatten im September begonnen und jeder der Teilnehmer entwickelte innerhalb von vier Wochen im Blut nachweisbare Antikörper. Nebenwirkungen gab es bis auf zwei Fälle leichten Fiebers, das in den 24 Stunden nach der Injektion auftrat, nicht. An den Tests beteiligten sich gesunde Menschen im Alter von 18 bis 50 Jahren.

    Fast 6000 Tote in Westafrika

    Auf der Basis der positiven Ergebnisse werde nun der Plan "umfangreicherer Testphasen" verfolgt, erklärte Fauci. Dazu stehe das Institut in Kontakt mit Vertretern in Liberia und "anderen Partnern" bei den geplanten Testphasen in Westafrika. Diese sollen aber frühestens Anfang kommenden Jahres starten.

    Das Weiße Haus "gratulierte" den Forschern zu den Ergebnissen des "vielversprechenden Impfstoffes". Demnach will Präsident Barack Obama in der kommenden Woche den Nationalen Gesundheitsinstituten einen Besuch abstatten. Bislang gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen Ebola. In Kanada wird derzeit ebenfalls ein Stoff getestet, die Studien hatten Mitte November begonnen.

    Ebola grassiert seit fast einem Jahr in Westafrika. Am stärksten sind neben Liberia die Länder Guinea und Sierra Leone betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte am Mittwoch neue Zahlen zu der gefährlichen Viruserkrankung: Demnach starben bereits 5689 Menschen an Ebola. Insgesamt infizierten sich 15.935 Menschen mit dem Virus.
    stern.de
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    AW: Ebola-Epidemie 2014

    "Wir waren langsam" – WHO räumt Fehler ein

    Der Vorwurf wiegt schwer: Als Hauptgrund für die irrwitzige Ausbreitung des Ebola-Virus in Westafrika sehen Kritiker die zögernde Reaktion der WHO. Nun gibt die Weltgesundheitsorganisation Fehler zu.


    "Wir haben nicht gesehen, was sich vor unseren Augen entwickelt hat." Die WHO hätte nicht rasch genug auf den Ebola-Ausbruch reagiert, gab die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan zu

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals eingeräumt, zu langsam auf die Ausbreitung des Ebola-Virus in Westafrika reagiert zu haben. "Es ist fair zu sagen, dass die Welt, einschließlich der WHO, nicht gesehen hat, was sich entwickelte, was vor unseren Augen passieren würde", sagte WHO-Direktorin Margaret Chan dem britischen Sender BBC. Zuvor hatte die WHO mitgeteilt, das Virus breite sich weiter aus.

    In Anbetracht der Tatsache, dass Ebola eine "alte Krankheit" sei, sei die Reaktion zu langsam gewesen, sagte Chan. "Im Nachhinein kann ich Ihnen sagen: Wir hätten eine viel, viel bessere Reaktion haben können."
    Die WHO war dafür scharf kritisiert worden, zu spät den Ernst der Lage erkannt zu haben. Außerdem wurde ihr vorgeworfen, zu bürokratisch und unter dem Einfluss der Politik zu handeln. Kritiker sehen das Zögern als Hauptgrund für die rasante Ausbreitung des Erregers.

    In Genf eröffnete Chan am Mittwoch eine zweitägige Konferenz zur Ebola-Epidemie. Dort wollten sich die Delegierten mit der Frage befassen, wie die Gesundheitssysteme in den besonders betroffenen westafrikanischen Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea gestärkt werden könnten.

    Virus war bereits entfesselt

    Die Epidemie habe mit dem Tod eines Jungen in Guinea vor einem Jahr begonnen, sagte Chan bei der Konferenz. Doch als sich das Virus ausbreitete, sei bei mehreren Infizierten fälschlich Cholera oder das Lassa-Fieber diagnostiziert worden. Als schließlich am 21. März offiziell Ebola festgestellt wurde, sei das Virus bereits entfesselt gewesen, sagte Chan.

    Sie führte dies unter anderem auf den Ärztemangel in den betroffenen Ländern zurück. Es müsse nach Wegen gesucht werden, die Zahl der Ärzte zu erhöhen, sagte sie vor den Delegierten. Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass Kliniken stets Strom und fließendes Wasser hätten.
    Chan warnte zudem vor falschem Optimismus: Das Virus verbreite sich in Westafrika noch immer schneller, als es bekämpft werden könne. Das Risiko für die Welt bleibe bestehen, solange die Epidemie andauere.

    Krankheitsherd brennt weiter

    Laut WHO grassiert das Virus noch immer in großen Teilen von Sierra Leone, Guinea und Liberia. Der UN-Koordinator des Einsatzes gegen die Krankheit, David Nabarro, sagte in Genf, der Krankheitsherd "brennt weiter im Westen Sierra Leones und in Teilen des Landesinnern von Guinea". Es bedürfe in diesen Regionen mehr ausländischer Helfer, mehr Betten und mehr Behandlungszentren. "Wir können nicht ruhen", sagte Nabarro und warnte vor einem Nachlassen des internationalen Einsatzes.

    Beim schlimmsten Ausbruch des Virus seit seiner Entdeckung starben bisher mehr als 6330 Menschen, fast alle in Sierra Leone, Guinea und Liberia. Laut WHO hat Sierra Leone inzwischen Liberia als Land mit den meisten Infektionen überholt.
    Nabarro würdigte, dass sich Sierra Leone dem WHO-Ziel nähere, 70 Prozent der Ebola-Patienten zu isolieren und 70 Prozent der hochansteckenden Leichen sicher zu begraben. In den kommenden Wochen sollten zudem Hunderte weitere Betten verfügbar werden.

    Arzt in Sierra Leone geheilt


    Aus Sierra Leone gab es zudem gute Nachrichten, als die Behörden meldeten, dass erstmals ein an Ebola erkrankter Arzt nach einer Behandlung im Land geheilt wurde. Der 32-jährige Armeeoffizier war am 26. November positiv getestet worden, wurde nun jedoch aus der Behandlung östlich der Hauptstadt Freetown entlassen, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten.

    Der Zustand eines mit Ebola infizierten italienischen Arztes, der in Rom behandelt wird, verbesserte sich leicht, wie das Spallanzani-Krankenhaus über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Der 50-Jährige hatte sich bei seinem Einsatz für die Organisation Emergency in Sierra Leone infiziert.

    Das US-Magazin "Time" hat unterdessen alle Ärzte, Krankenpfleger und andere Menschen, die gegen das gefährliche Ebola-Virus kämpfen, zur "Persönlichkeit des Jahres" 2014 gekürt. "Sie sind Risiken eingegangen und haben nicht nachgelassen, sie haben Opfer gebracht und Leben gerettet", begründete "Time"-Chefredakteurin Nancy Gibbs auf der Webseite des Magazins die Wahl.

    weil eine Gruppe von Männern und Frauen bereit ist, aufzustehen und zu kämpfen", fügte Gibbs hinzu. "Ebola ist ein Krieg und eine Warnung. Das weltweite Gesundheitssystem ist nirgendwo stark genug, um uns vor einer Infektionskrankheit zu schützen."

    Das medizinische Personal ist bei der Behandlung von Ebola-Patienten einem hohen Risiko ausgesetzt. Das Virus wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten übertragen. Viele Ärzte und Krankenschwestern steckten sich in dem betroffenen Gebiet in Westafrika an, aber auch bei der Behandlung von Ebola-Patienten in den USA und Europa.

    Das "Time"-Magazin benennt jedes Jahr eine "Persönlichkeit des Jahres". Im vergangenen Jahr erhielt Papst Franziskus die Ehre, 2012 US-Präsident Barack Obama.

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    AW: Ebola-Epidemie 2014

    Einsatz Überlebender könnten Seuche abflauen lassen

    Mediziner sind überzeugt: Mit dem Einsatz einer großen Zahl von Überlebenden als Helfer könnte der Verlauf der Ebola-Seuche eine Wendung nehmen. Diese Menschen sind immun gegen das Virus.


    Überlebende der Ebola-Erkrankung, nun immun, organisieren in Guinea und Sierra Leone Hilfe zur Selbsthilfe. Während einige von ihnen die Kinder von Erkrankten betreuen, kämpfen andere gegen Stigmatisierung, beteiligen sich an Aufklärungskampagnen oder pflegen Patienten

    Der vermehrte Einsatz von Ebola-Überlebenden könnte im Kampf gegen die Epidemie in Westafrika die Wende bringen und die Seuche abflauen lassen. Davon sind zumindest die Notfallmediziner Joshua Epstein und Lauren Sauer von der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Staat Maryland) überzeugt.

    Zwar seien Hunderte ausländische Helfer in den betroffenen Ländern im Einsatz, betonen sie im Fachblatt "Nature". Mit den Überlebenden, die höchstwahrscheinlich immun gegen die Krankheit sind, könnten es aber etliche Tausend sein.

    Sowohl in Sierra Leone als auch in Guinea und Liberia seien im Auftrag der UN und von Ärzte ohne Grenzen (MSF) bereits Überlebende als Helfer aktiv, schreiben die Forscher in einem Kommentar. Sie betreuten zum Beispiel Kinder, die während der Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen, in denen Ebola nach der Ansteckung ausbrechen kann, Kontakt zu Infizierten hatten.

    Der Vorteil: Diese Menschen können die oft schwer traumatisierten Mädchen und Jungen versorgen und trösten, ohne furchterregende Schutzanzüge und Masken zu tragen.
    Allein bis Mitte Dezember wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 19.000 Ebola-Infektionen gemeldet, Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle aus. Damit stünden etliche Tausend potenzielle Helfer zur Verfügung, selbst wenn ein Viertel der Überlebenden zu jung, zu alt, zu krank oder zu traumatisiert für einen Hilfseinsatz sei, schreiben die Mediziner.

    Allerdings sei noch unklar, wie geschützt Überlebende langfristig vor einer erneuten Ansteckung sind. Daten dazu gebe es bisher kaum. Es sei allerdings kein einziger Fall eines Menschen bekannt, der sich nach einer Infektion mit dem in Westafrika kursierenden Zaire-Ebola-Virus erneut angesteckt hat. Auch Tierversuche deuteten darauf hin, dass dies unwahrscheinlich ist.
    Dringend nötig sei ein Test zum Nachweis bestimmter Marker, die eine Immunität anzeigen, betonen die Mediziner. Bei Ebola-Überlebenden reichten Handschuhe, Mundschutz und Brille zum Schutz vor anderen verbreiteten Erkrankungen wie HIV aus.

    Schutzanzüge schränken Möglichkeiten enorm ein

    Dies erlaube nicht nur direkteren Kontakt zu Patienten. Es helfe auch, den körperlich extrem anstrengenden Einsatz von Schutzanzügen zu vermindern. In diesen könnten Helfer wegen der Hitze nur etwa zwei Stunden arbeiten.

    Ebola-Überlebende könnten nach einer kurzen Schulung nicht nur Kinder betreuen, sondern auch Patienten versorgen, infektiösen Müll beseitigen, verseuchte Räume desinfizieren und Verdachtsfälle in die Kliniken und Ebola-Zentren bringen.

    Damit hätten die spezialisierten Fachkräfte mehr Zeit, sich ihren anspruchsvollen Aufgaben zu widmen. In großer Zahl eingesetzt, könnten die Überlebenden den Verlauf der Epidemie ändern.
    Eine große Sorge sei allerdings die drohende Stigmatisierung der Helfer, ergänzen Epstein und Sauer. Umso wichtiger seien weitere Informationskampagnen.

    Ärzte ohne Grenzen sei dazu übergegangen, Überlebenden ein Zertifikat mitzugeben, das die Heilung bestätigt, um den Ängsten von Angehörigen und Nachbarn zu begegnen. In einigen Regionen gingen eigens Teams in die Orte und klärten die Bevölkerung auf, bevor Überlebende dorthin zurückkehrten.

    Die Ausbreitung der Ebola-Epidemie bedroht unterdessen die Versorgung von einer Million Menschen. Ohne drastische Verbesserungen beim Zugang der Menschen zu Nahrungsmitteln im Verbreitungsgebiet der Krankheit steigt nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) allein in Guinea die Zahl der Menschen, deren Ernährung nicht gesichert ist, bis März 2015 auf 470.000.


    Gesichter der Überlebenden im Dorf Meliandou. Hier soll die Erstinfektion mit Ebola in Westafrika stattgefunden haben. Im Dorf gibt es keine neuen Erkrankungen – doch die Folgen der Epidemie werden die Überlebenden noch lange spüren

    Die Schließung von Grenzen, Quarantänebestimmungen, Jagdverbote sowie die Angst vor Ansteckung hätten die Produktivität gesenkt, Verarbeitungsketten unterbrochen und die Märkte behindert, erklärten das WFP und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO). Überdies habe ein Mangel an Arbeitskräften die Landwirtschaft in Guinea, Liberia und Sierra Leone stark beeinträchtigt, vor allem die Aussaat.

    Beide UN-Organisationen fordern zu Hilfe für die drei westafrikanischen Länder auf, damit vor allem Saatgut und Düngemittel zur Verfügung gestellt werden. Weltweit sind bei der jüngsten Epidemie bisher mehr als 6800 Menschen gestorben.

    Einsatz Überlebender könnten Seuche abflauen lassen
    Neuester Leichenfund deutet auf das Schlimmste hin
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
    Albert Einstein (1879-1955)

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    AW: Ebola-Epidemie 2014


    Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita (r.) besucht ein Dorf in der Nähe der Grenze zu Guinea: Am Sonntag wurde Mali für Ebola-frei erklärt.
    AFP


    Im westafrikanischen Mali ist die Ebola-Epidemie zu Ende. Das hat der Gesundheitsminister des Landes jetzt erklärt, nachdem 42 Tage lang kein neuer Erkrankungsfall mehr aufgetreten war.

    Die Ebola-Epidemie im westafrikanischen Mali ist offiziell für beendet erklärt worden. Dies sei möglich, weil nun 42 Tage lang keine neuen Fälle der Erkrankung gemeldet worden seien, erklärte der malische Gesundheitsminister Ousmane Koné am Sonntag in Bamako. Der für die Bekämpfung von Ebola in Mali zuständige Uno-Vertreter Ibrahima Socé Fall bestätigte das Ende der Epidemie. In Mali waren sechs Menschen an Ebola gestorben.

    Er rufe für Mali das Ende der Ebola-Epidemie aus, hieß es in einer Erklärung von Koné, die im Fernsehen übertragen wurde. Dabei dankte er den Behörden und Pflegekräften für ihre "wochenlange intensive Arbeit", rief aber gleichzeitig dazu auf, die strengen Hygienestandards und Schutzmaßnahmen weiterhin zu beachten. Den Angaben des Ministers zufolge wurde Anfang Dezember der letzte wegen Ebola behandelte Patient negativ auf das Virus getestet.

    Mali habe die Ebola-Epidemie hinter sich gelassen, erklärte unabhängig von der Regierung auch der Uno-Vertreter Fall. Das Land halte sich dabei streng an die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach sind zwei Inkubationsperioden von 21 Tagen ohne neue Fälle von Ebola nötig, damit ein Land als von der Epidemie befreit betrachtet werden kann.

    In Guinea öffnen die Schulen wieder

    Ebola ist eine gefährliche Viruserkrankung und hoch ansteckend, sobald Patienten Symptome wie Fieber, Schmerzen, Erbrechen oder Durchfall aufweisen. Übertragen wird das Virus durch Körperflüssigkeiten, weshalb Pflegekräfte sehr gefährdet sind.

    Am stärksten betroffen von der jüngsten Epidemie sind die westafrikanischen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea. Die WHO hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass auch dort die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgehe. WHO-Sprecher Tarik Jasarevic sprach von einem "ersten optimistischen Signal".

    Wegen der verbesserten Lage sollten am Montag in Guinea die Schulen und Universitäten mit fast viermonatiger Verspätung wieder öffnen. In Liberia, wo die Schulen seit Ende Juli geschlossen sind, ist der Start für den 2. Februar vorgesehen.

    Nach jüngsten WHO-Angaben starben mittlerweile mehr als 8400 Menschen an Ebola, knapp 21.300 Menschen infizierten sich. Fast alle Todesopfer waren in Sierra Leone, Liberia und Guinea zu beklagen.
    spiegel.de


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    AW: Ebola-Epidemie 2014



    10.000 Tote - aber Hoffnung auf ein Ende

    Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist noch nicht ausgestanden. Doch die gesunkene Zahl von Neuinfektionen gibt Anlass zur Hoffnung, dass das Schlimmste überstanden ist. Nun müsse es um den Wiederaufbau gehen, mahnte die EU-Außenbeauftragte Mogherini.

    Eine Minute des Schweigens - so beginnt die Konferenz mit Vertretern von EU und IWF, den Präsidenten der afrikanischen Krisenländer und der belgischen Königin. Erinnerung an die fast 10.000 Toten, die der Seuche bisher zum Opfer gefallen sind. Es folgt eine Bilanz der Anstrengungen, die im letzten halben Jahr geleistet wurden, von den Vereinten Nationen, der EU und anderen, die Hilfsgelder zur Verfügung stellten, zusammen knapp 4,5 Milliarden, vor allem aber der Helfer vor Ort, medizinisches Personal aus Guinea, Sierra Leone und Liberia, ebenso wie die vielen internationalen Freiwilligen.

    "Jeder Einzelne, der sich beteiligt hat, verdient Dank und Anerkennung. Die Bemühungen haben geholfen, die Ausbreitung einzudämmen. Nun müssen wir dafür sorgen, die Seuche komplett zu stoppen", sagte die belgische Königin Mathilde.

    Nur ein einziger neuer Fall in Liberia

    Tatsächlich haben die Anstrengungen einiges bewirkt. Laut UN ist die Zahl der Krankheitsfälle in allen Krisenländern gesunken. Waren es in den Hochzeiten der Epidemie noch bis zu 100 Fälle am Tag, sehen die Bilanzen heute deutlich besser aus. Noch allerdings in unterschiedlicher Ausprägung, je nach Krisenland, wie die Medizinische Beraterin von Brot für die Welt, Giesela Schneider, berichtet. Sie ist vor kurzem aus Sierra Leone zurückgekehrt. "Ich würde sogar soweit gehen und sagen, in Liberia haben wir den Kampf fast gewonnen", sagt sie. Vergangene Woche sei ein einziger Fall für ganz Liberia gemeldet worden. In Sierra Leone sehe es schwieriger aus. Ende Februar waren von dort 63 neue Fälle gemeldet worden.



    Bauern kehren auf ihre Felder zurück

    Solche Meldungen geben Anlass zur Hoffnung, ebenso wie das, was Liberias Staatschefin Ellen Johnson Sirleaf über ihr Land zu berichten wusste: "Die Wirtschaft lebt schrittweise wieder auf, die Bauern sind zurück auf ihren Feldern, die Schulen öffnen wieder."

    Schulterklopfen allein reicht nicht

    Trotz dieser guten Entwicklung müsse die Konferenz aber mehr bieten als ein allgemeines Schulterklopfen, warnte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Neben der endgültigen Beseitigung des Virus gehe es nun darum, den Übergang von der Notfall- zur Entwicklungshilfe einzuleiten. Denn ohne den Wiederaufbau und die Stabilisierung der Gesundheitssysteme und der geschwächten Volkswirtschaften seien die Krisenländer weiterhin jederzeit anfällig - und zwar für jedwede Epidemien.

    "Wir sind heute hier, um abzusprechen, was weiter an Soforthilfe getan werden muss, damit es keine weiteren Krankheitsfälle gibt und die bestehenden ordentlich behandelt werden. Und wir sind hier, um nach vorne zu schauen, die sozialen Strukturen der Länder zu stärken, die beinahe vernichtet worden wären durch diese schreckliche Krankheit", sagte Mogherini.
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    AW: Ebola-Epidemie 2014

    Westafrika: Ebola-Virus noch nicht unter Kontrolle

    Pro Woche werden in Guinea und Sierra Leone immer noch dreissig Neuansteckungen vermeldet. Nun sind auch in der Hauptstadt Sierra Leones wieder zwei Menschen erkrankt. In den letzten anderthalb Jahren sind 11'000 Menschen an Ebola gestorben.

    Nach mehreren Wochen ohne Neuansteckungen in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, wurden zwei neue Ebola-Fälle gemeldet.

    Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, werde jeder, der eine Leiche wasche und heimlich begrabe, mit einer Gefängnisstrafe belegt, sagte der Leiter des nationalen Ebola-Zentrums. In den betroffenen Bezirken des Landes gelte vom Einbruch der Dunkelheit an eine Ausgangssperre.

    Nur Liberia ist schon Ebola-frei

    Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt gesunken. Es erweist sich jedoch als schwierig, die Seuche ganz unter Kontrolle zu bringen. Die Lage in Guinea ist ähnlich. Nur Liberia hat das Virus offenbar besiegt.
    In den drei westafrikanischen Staaten starben seit Ausbruch der Seuche vor rund anderthalb Jahren mehr als 11'000 Menschen.

    Aus Guinea und Sierra Leone wurden zuletzt insgesamt knapp 30 neue Fälle pro Woche gemeldet, wie die Weltgesundheitsorganisation mitteilte.
    srf.ch


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