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    Weltklimakonferenz in Lima

    UN-Klimagipfel
    Im Land mit der höchsten CO2-Emission der Welt
    Ausgerechnet in Doha diskutieren 15.000 Delegierte über die Zukunft des Klimaschutzes: In keinem anderen Land wird pro Kopf der Bevölkerung so viel Kohlendioxid freigesetzt wie im Emirat Katar.


    Foto: dapd
    Der am Montag gestartete UN-Klimagipfel führt die rund 15.000 Teilnehmer gleichsam in die Höhle des Löwen, denn das gastgebende Emirat Katar hat – je Einwohner gerechnet – die höchsten Kohlendioxid-Emissionen der Welt. Jeder der 1,7 Millionen dort lebenden Menschen verursacht im Durchschnitt einen Ausstoß von 31 Tonnen Kohlendioxid (CO2 ) pro Jahr.

    Zum Vergleich: Ein US-Bürger bringt es auf 17,3 Tonnen, ein Deutscher auf 9,9 und ein Chinese auf 7,2 Tonnen. Katar verdankt seinen Reichtum großen Vorkommen von Öl und Gas – fossilen Brennstoffen, deren Verbrennung ein Teil des Klimaproblems ist, um dessen Lösung in den kommenden zwei Wochen in Doha gerungen werden wird.

    Einige Vorreiterstaaten, allen voran die Europäische Union, setzen sich dafür ein, dass der internationale Klimaschutz Fahrt aufnimmt. Nur jene seinerzeit 15 EU-Staaten, für die das Kyoto-Protokoll eine Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes von acht Prozent vorsah, haben ihr Ziel erfüllt, ja übererfüllt – das Minus liegt derzeit bei 18 Prozent. Dazu trägt insbesondere Deutschland mit seiner CO2 -Reduktion von 26,5 Prozent bei.

    Ausstoß von Kohlendioxid erreicht Rekordwert
    Global nimmt der Ausstoß an Kohlendioxid jedoch zu. Vor wenigen Tagen meldete die Weltorganisation für Meteorologie Rekordwerte der Konzentrationen für Treibhausgase in der Atmosphäre – allen voran Kohlendioxid, Methan und Lachgas.

    Die Weltbank präsentierte jüngst eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, nach der sich die Erde bis Ende dieses Jahrhunderts um vier Grad erwärmen könnte, wenn der Emissionstrend anhält. Ein Anstieg von zwei Grad Celsius gilt gerade noch als verkraftbar für Mensch und Natur.

    "Mit der Erwärmung werden Temperaturextreme, Hitzewellen, Starkregen und Dürren voraussichtlich zunehmen. Deshalb sind die Risiken einer Vier-Grad-Welt sehr viel höher als die einer Zwei-Grad-Welt", heißt es in dem Weltbank-Bericht.

    Die meisten Regionen seien zwar in der Lage, sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen, doch Weltbank-Präsident Jim Yong Kim warnt: "Es ist für das Wohl der menschlichen Gemeinschaften lebenswichtig, Wege zur Vermeidung des Vier-Grad-Szenarios zu finden. Es würde alle Regionen der Welt beeinträchtigen, doch gerade die Ärmsten und Verletzlichsten wären am stärksten betroffen."

    Auf dem Doha-Gipfel wollen die Delegierten der 195 Vertragsstaaten der Klimakonvention Weichen für die Zukunft stellen. Zunächst gilt es, konkrete Punkte zur Weiterführung des Kyoto-Protokolls ab 2013 festzulegen. Bislang haben sich unter anderen die EU, die Schweiz, Norwegen, Kroatien, Kasachstan, die Ukraine, Weißrussland und Australien zum Folgeabkommen Kyoto 2 bekannt.

    Größte Klima-Sünder nicht mit von der Partie
    Insgesamt sind diese Staaten jedoch nur für rund 15 Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich. Immerhin nehmen sie die Forderung ärmerer Staaten ernst, dass die Industrieländer bei der CO2 -Reduktion vorangehen sollten. Allerdings sind einige große Industriestaaten nicht mit von der Partie: die USA, Russland, Kanada, Japan, Neuseeland – und der weltweit größte CO2 -Emittent China.

    Im nächsten Schritt soll bis 2015 ein globaler Klimavertrag entstehen, der unter anderen auch die USA, China und Indien verpflichtet, ihre Emissionen zu begrenzen. Er könnte 2020 in Kraft treten. In Doha müsste ein Fahrplan ausgearbeitet werden, nach dem das neue Vertragswerk in drei Jahren fertiggestellt und auf dem Klimagipfel 2015 verabschiedet werden könnte.

    Außerdem geht es um konkrete Finanzzusagen für ärmere Staaten; sie sollen zusätzliches Geld für Klimaschutzmaßnahmen erhalten und auch dabei unterstützt werden, sich an den Wandel anzupassen. Von 2020 an sollen jährlich 100 Milliarden Dollar fließen.

    Ein wichtiges Finanzinstrument ist der Grüne Klimafonds, dessen institutionelle Regeln in Doha vervollständigt werden sollen. Neue Geldquellen könnten etwa erschlossen werden, indem der Flug- und der Schiffsverkehr in den globalen Klimaschutz einbezogen werden.

    Überangebot an Emissionsrechten
    In Europa wird bereits mit Emissionsrechten gehandelt. Derzeit gibt es jedoch ein Überangebot. Bundesumweltminister Peter Altmaier fordert deshalb, überschüssige Zertifikate stillzulegen. Außerhalb der EU möchte Russland künftig Gutschriften für mehrere Gigatonnen Kohlendioxid verkaufen.

    Das Land darf laut Kyoto-Protokoll in diesem Jahr ebenso viel CO2 ausstoßen wie 1990, hat aber wegen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs derzeit weniger Emissionen. Die EU und Entwicklungsländer wehren sich gegen das russische Ansinnen.

    Eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielt die Landnutzung, allen voran der Umgang mit den Wäldern. Werden sie zerstört, können sie kein CO2 mehr aufnehmen, und der in den Böden und in den Bäumen gespeicherte Kohlenstoff wird als CO2 oder Methan frei.

    Deshalb werden Entwicklungsländer finanziell belohnt, wenn sie ihre Rodungsraten reduzieren. Und Industrieländer, die ihren Treibhausgasausstoß nach dem Kyoto-Protokoll senken müssen, dürfen es sich anrechnen lassen, wenn sie eine Waldwirtschaft betreiben, durch die weniger Kohlenstoff als bisher freigesetzt wird.
    Quelle

    UN-Klimabericht: Gefährliche Erderwärmung kaum noch zu stoppen
    Die guten Europäer gegen den Rest der Welt
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
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    AW: Weltklimakonferenz in Lima

    Das Schachern der Welt um einen Klima-Vertrag

    In Lima ringen 195 Staaten bis zum 12. Dezember um die Eckpunkte eines neuen Weltkllimavertrags. Alle sind gefordert, doch jeder will nur so viel geben, wie unbedingt nötig. Unter dieser Voraussetzung zeichnen sich wieder zähe Verhandlungen ab.

    + In Lima verhandeln vom 1. bis 12. Dezember 195 Staaten über den UN-Weltklimavertrag +

    + Obama hat angekündigt, dass die USA bis 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren wollen +

    + Die EU will bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger CO2 ausstoßen im Vergleich zu 1990 +

    + Der größte Emittent China will erst nach 2030 den Kohlendioxidausstoß senken +


    Der Klimawandel in Verbindung mit der größer werdenden Weltbevölkerung wird der Menschheit wachsende
    Probleme bereiten. Auf der Klimakonferenz in Lima wollen die beteiligten Staaten nun verhandeln, wie
    man den Klimawandel aufhalten könnte.
    dpa/Hotli Simanjuntak

    Ohne Schneekanonen könnten Veranstalter in Deutschland derzeit Wettbewerbe wie Abfahrten, Skispringen und Biathlon vergessen. Dem Wintersport droht eine schwierige Zukunft. Ein Bote des Klimawandels? Es sind zweifelsohne Luxusprobleme gegen die von Südsee-Inseln, die ihr Staatsgebiet durch Überflutung verlieren könnten. 2014 könnte das wärmste Jahr aller Zeiten werden.

    Die Klima-Karawane trifft sich nun in Perus Hauptstadt Lima, um zu verhandeln, wie der Trend noch zu stoppen ist. Zum Symbol der Erderwärmung ist der Eisbär geworden. 2004 wurden in Alaska und im Nordwesten Kanadas noch 1500 Eisbären gezählt, zuletzt waren es nur noch 900. "Das sommerliche Packeis auf dem Meer ist seit Jahren auf dem Rückzug und ohne Eis fehlt den Bären die Plattform zum Robbenjagen. Das macht das Überleben, gerade für Jungtiere, immer schwieriger", sagt Sybille Klenzendorf vom WWF-Arktisprogramm.

    In Lima verhandeln 195 Staaten

    Bei der Klimakonferenz 2010 im mexikanischen Cancún war beschlossen worden, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Doch die bisherigen Maßnahmen reichen dafür sicher nicht. In Lima, wo vom 1. bis 12. Dezember 195 Staaten verhandeln, soll das Gerüst beschlossen werden für den globalen UN-Klimavertrag, der bei der Konferenz in Paris im Jahr darauf geschaffen werden soll. Bis hin zu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war zuletzt neue Hoffnung geschöpft worden - vor allem weil die Bremser USA und China sich ein ganz klein wenig bewegen.

    Globaler Klimavertrag: Die Verhandlungspartner sollen ihn Ende 2015 in Paris vereinbaren. Er soll 2020 in Kraft. Alle Staaten sollen sich daran beteiligen. Ziel ist es, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Ein Ziel, das die bisher verkündeten Reduktionsvorhaben nicht erreicht werden. Zudem sollen arme Länder Geld für Klimaschutz und Anpassung erhalten.

    Klimarahmenkonvention: Auf dem Erdgipfel von Rio de Janeiro vereinbarten die Staaten 1992 die Grundlage für die genannten Klimaabkommen. Die Treibhausgase dürfen demnach nur so weit steigen, dass sich "die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können" und "die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird". 195 Staaten haben die Konvention ratifiziert, auch die USA.
    US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, dass die USA bis 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren wollen. China will vom Jahr 2030 an den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids senken. Ist das wirklich ausreichend? In Berliner Regierungskreisen wird registriert: Chinas Führung sei nervös, wegen Tausender ungenehmigter Demos gegen Luftverschmutzung im Land. Auch Indien bewege sich. Aber: Immer geht es auch um Lasten- und Schuldverteilung. Denn lange wuchs nur der Westen - mit entsprechender CO2-Verschmutzung.

    China will bis 2030 mehr ausstoßen als heute

    Letztlich wird auf eine Eigendynamik gehofft, in eine positivere Richtung als 2009 - damals scheiterte in Kopenhagen ein erster Anlauf für ein globales Abkommen kläglich. Alle Staaten sollen möglichst bis zur Konferenz in Lima, spätestens aber bis Ende März ihre nationalen Minderungsziele vorlegen. In Peru werde es vor allem darum gehen, welche Gase einbezogen werden und auf welche Zieljahre sich die Verpflichtungen beziehen sollen, sagt der deutsche Klima-Unterhändler Karsten Sach.

    Die EU will bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger CO2 ausstoßen im Vergleich zu 1990. China, mit Abstand größter Emittent, will bis dahin mehr ausstoßen als heute schon. Anders als im Kyoto-Protokoll, einst von Merkel 1997 als Umweltministerin mit erstritten, könnte es keine verbindlichen Regelungen, sondern ein Sammelsurium nationaler Ziele geben, mit denen sich das Zwei-Grad-Ziel nicht mehr erreichen lässt. Ein rechtsverbindliches Abkommen scheint derzeit utopisch.

    Kyoto-Protokoll: Das Abkommen von 1997 wurde 2012 bis zum Jahr 2020 verlängert, um die Zeit bis zum Weltklimavertrag zu überbrücken. Auch Kyoto verpflichtet die Staaten auf Reduktionsziele. Die Verlängerung umfasst jedoch nur die EU-Länder und zehn weitere Staaten.
    Klimaerwärmung von drei bis vier Grad bis 2100

    Bisher ist es oft ein frustrierendes Nullsummenspiel - die EU spart mühsam CO2 ein, andere Staaten stoßen umso mehr aus. Letztlich könnte nur ein globaler Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten den Ausstoß kontrolliert deckeln. Also ein weltweiter Preis für den Ausstoß von CO2. Der seit dem Jahr 1750 vom Menschen verursachte Kohlendioxidausstoß ist zur Hälfte seit 1970 angefallen. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zeigt eine Grafik: die heißesten Sommer in Europa seit 1500 - 2010, 2003, 2002, 2006 und 2007.

    Ohne eine baldige aktive Klimaschutzpolitik läuft es bis 2100 auf drei oder sogar vier Grad Erwärmung hinaus. Zumindest in Sachen Klimafinanzierung gab es zuletzt auch gute Nachrichten. Der grüne Klimafonds ist bereits mit 9,3 Milliarden Dollar gefüllt - fast eine Milliarde davon kommt aus Deutschland. Das Geld soll vom Klimawandel betroffenen Staaten zum Beispiel beim Schutz vor Überflutungen helfen oder beim Ausbau der Wind- und Solarenergie.
    Umweltexperte sieht Bewegung als "reine PR-Aktion"

    Merkel kommt nun eine Schlüsselrolle zu. Denn der nächste G7-Gipfel findet im Juni 2015 in Bayern statt. Dort könnte sie die Industriestaaten auf einen ehrgeizigen Kurs einschwören. Aber selbst Deutschland droht - trotz Energiewende - wegen viel Kohlestroms sein Vorreiterziel von 40 Prozent weniger Treibhausgasausstoß bis 2020 zu verfehlen.
    Lutz Wicke, Professor am Institut für Umweltmanagement der Europäischen Wirtschaftshochschule Berlin, nennt sich selbst einen "grünen Schwarzen". Der frühere Berliner Staatssekretär ist ernüchtert. "Im Grunde wird das ein Gipfel der Unverfrorenheit", sagt er mit Blick auf die Klimagipfel in Lima und Paris. "Man will das Zwei-Grad-Ziel völkerrechtlich fixieren, aber einen Vertrag beschließen, mit dem der Klimawandel praktisch ungebremst weiter fortschreitet."

    Es gehe bisher nur um unverbindliche nationale Minderungsbeiträge. "Die können reichen von minus 40 Prozent bis 2030 bei der EU bis zu Null Prozent bei China." Bei den chinesischen Wachstumsraten sei bis dahin mindestens eine Verdopplung der gegenwärtigen jährlichen Emissionen zu erwarten. Daher sieht Wicke die Bewegung als "reine PR-Aktion".
    focus.de


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