Seite 1 von 2 12 Letzte
Ergebnis 1 bis 10 von 11
  1. #1
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.127
    Points
    6.818
    Level
    54
    Level completed: 34%, Points required for next Level: 132
    Overall activity: 45,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    Folgen des Klimawandels

    Die asiatische Buschmücke breitet sich in Deutschland aus
    Die asiatische Buschmücke, welche als Überträger des gefährlichen West-Nil-Virus gilt, breitet sich rasant und großflächig in Deutschland aus. Neuste Untersuchungen zeigen bereits ein Ausmaß, mit dem die Forscher nicht gerechnet haben.


    © CDC 7887 Ochlerotatus japonicus / James Gathany / Wikipedia

    Wie das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg mitteilte, verbreitet sich die asiatische Buschmücke (Hulecoeteomyia japonica) mit einem rasantem Tempo in Deutschland. Die größten Populationen konnten bisher in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nachgewiesen werden. Noch vor einiger Zeit konnte sie lediglich vereinzelt im südlichen Baden-Württemberg, in der Nordschweiz und in lokelen Gebieten Belgiens nachgewiesen werden.

    Die Wissenschaftler wurden auf die exotische Mückenart aufmerksam, nachdem fachkundige Bürger der Region Bonn einige Exemplare an das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung sendeten. Die Forscher gingen anschließend vor Ort auf die Suche und fanden eine erschreckende Vielzahl der Mücken und deren Larven. “Wir konnten zahlreiche Mücken in Blumenvasen, Gießkannen und anderen offenstehenden Wasserbehältern nachweisen”, berichtete die Biologin Doreen Werne.

    Die Wissenschaftler konnten ein etwa 2.000 Quadratkilometer großes Gebiet abgrenzen, indem die asiatische Buschmücke extrem häufig auftritt. In der Region zwischen Koblenz und Köln konnten die Forscher zudem nachweisen, dass die asiatische Buschmücke die heimischen Mückenarten verträngt.

    Da die asiatische Buschmücke das gefährliche und aggressive West-Nil-Virus überträgt, sind die Behörden in Alarmbereitschaft. Jedoch konnten die Forscher noch keine Übertragung der Krankheit nachweisen. Jedoch glauben die Forscher, dass sich die asiatische Buschmücke weiter in Deutschland ausbreiten wird und damit auch vermehrt Fälle des West-Nil-Virus auftreten werden. Jedoch ist die Voraussetzung für eine Krankheitsübertragung, dass die Mücke zuvor infiziertes Blut aufgenommen hat.

    Experten vermuten, dass der fortschreitende Klimawandel der Grund dafür ist, warum sich die asiatische Buschmücke und andere exotische Mückenarten so schnell in Deutschland ausbreiten. Schon seit Jahren versuchen die Wissenschaftler den Überblick über eingesiedelte Mückarten zu behalten – dies wird allerdings von Jahr zu Jahr schwieriger.

    Derzeit werden in Deutschland zahlreiche Mückenfallen aufgebaut um mehr über die eingewanderten Mücken zu erfahren und um zu untersuchen ob die Mücken gefährliche Viren in sich tragen. Auch die Bevölkerung ist dazu aufgerufen gefangene Mücken einzuschicken. So konnten die Forscher bereits über 100.000 Mücken untersuchen. Dabei wiesen sie die Sindbis-, Batai- und die Usutu-Viren nach. Auch die gefährliche Malariamücke (Anopheles plumbeus) wurde gerade in ländlichen Regionen Deutschlands vermehrt nachgewiesen.

    Die Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) arbeiten dabei eng mit den Kollegen des riedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems zusammen. Auf der Internetseite erfahren Sie, wie auch Sie helfen können.
    Quelle

    Nebel zwingt Mücken zur Notlandung
    Vorkommen und Vektorkompetenz von Stechmücken als Überträger von Arboviren in Deutschland
    Geändert von delle59 (04.04.15 um 09:09 Uhr)
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  2. Bedankos salviner01 bedankte(n) sich für diesen Post
  3. #2
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.127
    Points
    6.818
    Level
    54
    Level completed: 34%, Points required for next Level: 132
    Overall activity: 45,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    Exotische Mücken bergen erhebliche Gesundheitsrisiken
    Durch steigende Temperaturen und globalen Handel konnten sich verschiedene exotische Mückenspezies in Deutschland ansiedeln. Die Gefahr: sie können Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen.


    In Deutschland gesichtet: die Asiatische Tigermücke gilt als besonders aggressiv
    © James Gathany/Centers for Disease Control and Prevention's/DPA


    Die in Deutschland beheimatete Gemeine Hausmücke Culex pipiens hat Konkurrenz aus Asien bekommen. "Die Asiatische Buschmücke hat sich inzwischen in Deutschland etabliert. Wir sind uns sicher, dass sie hier überwintert", bilanziert der Insektenforscher Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems. Das FLI ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Erstmals war die Asiatische Buschmücke 2008 in Süddeutschland entdeckt worden, später vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch in diesem Jahr konnten die FLI-Wissenschaftler das Insekt in Nordrhein-Westfalen nachweisen.

    Unter den 50 heimischen Arten wurde Aedes japonicus - so ihr lateinischer Name - als erste einst exotische Stechmückenart in den Katalog der in Deutschland lebenden Mücken aufgenommen. "Die Bekämpfung der Buschmücke macht keinen Sinn mehr, sie hat sich zu weit in Deutschland ausgebreitet", sagt Kampen.

    Mückenarten im Visier der Entomologen
    In einem neuen Sicherheitslabor nehmen die FLI-Wissenschaftler die Asiatische Buschmücke wie auch heimische Mückenarten jetzt genauer ins Visier. Vor zwei Monaten starteten die Entomologen in dem mit Luftschleusen gesicherten "Insektarium" erste Zuchtversuche des Exoten. In gazebespannten Boxen und bei Idealbedingungen - mindestens 70 Prozent Luftfeuchtigkeit und 24 Grad Raumtemperatur - sollen sich männliche und weibliche Buschmücken zunächst zur Befruchtung treffen.

    Das ist nicht ganz einfach, da Mücken in der freien Natur Kopulationsschwärme bilden. Gelingt die Zucht, wollen die Biologen und Insektenforscher Ende 2014 erste Infektionsversuche starten, um das Übertragungspotenzial zu erforschen.

    Die Asiatische Buschmücke hat es in sich: Die Mücke mit den geringelten Mustern an den Beinen kann möglicherweise bislang in Deutschland nicht auftretende Krankheiten wie das West-Nil-Fieber, das Dengue-Fieber oder das Chikungunya-Fieber übertragen. Diese Erkrankungen sind gefährlich für den Menschen. Das West-Nil-Fieber ist eine Zoonose - das Virus kann per Mücke von einem infizierten Tier auf den Menschen übertragen werden. West-Nil-Erkrankungen gibt es auch in Griechenland - mehrere Erkrankte starben.

    Ausbreitung durch Klimawandel und Globalisierung
    Mit dem Klimawandel und dem globalisierten Handel dringen immer mehr Exoten-Mücken nach Mitteleuropa vor. Auch die aggressive Asiatische Tigermücke wurde in Deutschland gesichtet. Dass sie sich ebenso wie die Asiatische Buschmücke in Deutschland etablieren wird, ist für die Forscher nur eine Frage der Zeit. Angesichts wärmerer Temperaturen könnten aber auch heimische Mückenarten Überträger bislang hier nicht bekannter Krankheitserreger werden, sagt Stefanie Becker, Leiterin des FLI-Instituts für Infektionsmedizin. "Jedes Virus hat eine Temperaturspanne, unter denen es sich besonders gut entwickelt."

    Dass Mücken Krankheiten übertragen, spricht für die Gewieftheit bestimmter Erreger. "Es ist schlau von dem Virus, mit den Mücken einen Zwischenwirt zu haben, der selbst nicht erkrankt", sagt Becker. Schon lange gibt es in Europa Viren, die durch heimische Stechmücken auf den Menschen übertragen werden, darunter das Sindbis-Virus, das Tahyna-Virus oder das Batai-Virus. Die Infektionen sind in der Regel nicht schwerwiegend und gehen meist mit leichten Symptomen einer Sommergrippe einher.

    Kehrt Malaria nach Deutschland zurück?
    "Nach der Ausrottung der Malaria in Deutschland verschwand auch das Interesse an der Mückenforschung - bis 2006 an der Blauzungenkrankheit Tausende Rinder und Schafe starben", sagt der Leiter des Bundesforschungsinstituts, Thomas C. Mettenleiter. Der durch die Seuche verursachte volkswirtschaftliche Schaden wird allein in Deutschland auf 200 Millionen Euro geschätzt.

    Für die Tierseuchenforscher auf der Insel Riems rücken vor allem solche exotischen, von Mücken übertragbare Erreger in den Blick, die neben dem Menschen auch Nutztieren wie Rinder, Schafe, Pferde oder Geflügel gefährlich werden können. Dazu zählen das Rifttal-Fieber-Virus oder das Japanische Enzephalitis-Virus. Das in Afrika beheimatete Rifttal-Fieber-Virus kann von verschiedenen Stechmückenarten übertragen werden und ist von Kenia inzwischen bis auf die arabische Halbinsel vorgedrungen, wie Becker berichtet. Auch das ursprünglich in Afrika beheimatete Usutu-Virus, an dem auch in Deutschland Amseln verendeten, wird von Stechmücken übertragen.
    Quelle
    Geändert von delle59 (04.04.15 um 09:11 Uhr)
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  4. #3
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.127
    Points
    6.818
    Level
    54
    Level completed: 34%, Points required for next Level: 132
    Overall activity: 45,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    AW: Die asiatische Buschmücke breitet sich in Deutschland aus


    Typisch für die Asiatische Buschmücke sind die weißen Querbinden über ihrem Körper.
    (Foto: picture alliance / dpa)


    Buschmücke kommt nach Deutschland

    Wer mag schon Mücken? Die einheimischen Insekten sind lästig und hinterlassen juckende Quaddeln. Damit nicht genug. Eine Einwanderermücke, die es immer öfter in Deutschland gibt, könnte schwere Krankheiten übertragen.

    Die gefährliche Asiatische Buschmücke könnte sich in Deutschland weiter ausbreiten. Sie ist ein möglicher Überträger von Krankheiten wie dem West-Nil-Fieber. Nach Modellberechnungen von Wissenschaftlern droht eine Verbreitung auch in Südhessen, im Saarland und im nördlichen Nordrhein-Westfalen, wie das Senckenberg-Forschungszentrum Frankfurt mitteilte.

    "In diesen Gebieten ist das Klima gemäßigt und wärmer und damit ein idealer Lebensraum für die Asiatische Buschmücke", sagte Professor Sven Klimpel. Kürzlich hatten die Forscher um Klimpel ihre Ergebnisse im Fachjournal "Parasitology Research" veröffentlicht. Bereits nachgewiesen ist die Asiatische Buschmücke (Ochlerotatus japonicus japonicus) den Experten zufolge in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

    Keine Gefahr durch Buschmücke

    Wegen des milden Winters könnte sie bald lästig werden. Der wissenschaftliche Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs/Speyer), Norbert Becker, warnte vor Panikmache. Bisher gehe in Deutschland von der Asiatischen Buschmücke keine Gefahr für den Menschen aus. Die Mückenart stammt ursprünglich aus Süd-China, Japan und Korea und gelangt auf dem Landweg nach Deutschland.

    "Vor allem mit Autoreifen und dem Güterverkehr kommen die Mücken hierher", sagte Klimpel. In Teilen Deutschlands und Europas herrschten ähnliche klimatische Bedingungen wie in den Herkunftsländern, deshalb fühlten sie sich hier so wohl. Das erste Mal wurde die Mückenart 2008 im südlichen Baden-Württemberg entdeckt.

    "Bisher ist das Übertragungspotenzial in Europa nur im Labor nachgewiesen, aber noch nicht im Freiland", sagte Klimpel. In den USA sei das West-Nil-Virus aber bereits bei Mücken festgestellt worden. Infektionen bei Menschen bleiben oft unbemerkt. Allerdings kann das West-Nil-Virus auch grippeähnliche Beschwerden mit Fieber auslösen, in schweren Fällen kann es etwa zu Gehirnentzündungen kommen.
    n-tv.de
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  5. Bedankos master_of_disaster, Mr.Maguu, eddy-dien8 bedankte(n) sich für diesen Post
  6. #4
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.127
    Points
    6.818
    Level
    54
    Level completed: 34%, Points required for next Level: 132
    Overall activity: 45,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    AW: Folgen des Klimawandels

    Amerikanische Elche drohen auszusterben

    Die globale Erderwärmung hat logischerweise auch Auswirkungen auf die Tierwelt. Bei einigen Tierarten ist dies offensichtlich: So leiden Eisbären unter steigenden Temperaturen am Nordpol. Doch auch andere Tierpopulationen sind durch die Folgen der steigenden Temperaturen in ihrer Existenz bedroht. So sorgen wärmere Temperaturen beispielsweise dafür, dass sich Parasiten und Krankheitserreger in immer neue Gebiete ausbreiten können. Genau davon ist nun auch der Amerikanische Elch betroffen. Die zunehmende Verbreitung von tödlichen Krankheiten hat die Population auf dem amerikanischen Kontinent massiv schrumpfen lassen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen.



    Fadenwürmer und Zecken breiten sich aus


    So gab es im Bundesstaat Minnesota vor zehn Jahren noch rund 8000 Elche. Inzwischen ist der Bestand auf nur noch 3500 Exemplare gesunken. Wissenschaftler haben dabei die Todesursache zahlreicher Elche genauer untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass sich rund 80 Prozent der untersuchten Tode mit dem Klimawandel in Zusammenhang bringen lassen. So zeichnet der Fadenwurm „Parelaphostrongylus tenuis“, der das zentrale Nervensystem der Elche attackiert und letztlich zu deren Tod führt, für den Tod von rund 60 Prozent der untersuchten Elche verantwortlich. Weitere zwanzig Prozent ließen sich zudem auf blutsaugende Zecken zurückführen.

    Auch der Nachwuchs leidet

    Dabei ist der Klimawandel natürlich nicht für die Existenz des Fadenwurms und der Zecken verantwortlich. Die wärmeren Temperaturen sorgen aber dafür, dass sich die beiden Krankheitserreger schneller ausbreiten und in komplett neue Gebiete vordringen können. Wissenschaftler haben zudem beobachtet, dass der Nachwuchs der Elche deutlich schwächer ist als in der Vergangenheit und zudem gezwungenermaßen öfter alleine unterwegs ist. Dies macht die jungen Elche logischerweise anfälliger für Attacken von Raubtieren.

    Elche sind allerdings bei weitem nicht die einzigen bedrohten Tiere. Eine Studie der „University of Connecticut“ kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass rund ein Sechstel der weltweiten Tierarten auf lange Sicht verschwinden könnten.
    trendsderzukunft.de
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  7. Bedankos Struppi, eddy-dien8 bedankte(n) sich für diesen Post
  8. #5
    Avatar von eddy-dien8


    Registriert seit
    Dec 2014
    Ort
    I am a Viking
    Beiträge
    5.948
    Points
    1.004
    Level
    17
    Level completed: 4%, Points required for next Level: 96
    Overall activity: 82,0%
    Achievements:
    Social1000 Experience PointsOverdrive

    AW: Folgen des Klimawandels

    "Wir sind im Begriff, den Regenwald aufzuessen"



    Atlantischer Regenwald auf der Ilha do Cardoso im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo.



    • Im 34. Bericht des Club of Rome warnt die Organisation vor dem Verlust tropischer Regenwälder.
    • In Südostasien habe sich die Entwaldung beschleunigt, es seien bereits Urwälder von der Größe Indiens verschwunden.
    • In Brasilien spitzt sich die Situation momentan zu.


    Primärwälder von der Größe Indiens sind bereits verschwunden

    Der Verlust tropischer Regenwälder nimmt nicht nur Tieren und Pflanzen den Lebensraum, sondern befeuert auch den Klimawandel. Der 34. Bericht des Club of Rome, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde, warnt davor, erste Erfolge beim Schutz von Regenwäldern wieder zu gefährden. "Das Zusammentreffen von Agrarindustrie, Klimawandel und Zerstückelung der Flächen durch Straßen ist ein tödlicher Giftcocktail", kritisiert der langjährige Generaldirektor des WWF International, Claude Martin, in seinem Bericht zum Status quo der Tropenwälder.

    Zwar sei die Entwaldung in manchen Regionen wie etwa Brasilien zuletzt etwas langsamer fortgeschritten, sagte Martin. In Südostasien habe sie sich aber beschleunigt. Dort entstanden zahlreiche Palmöl-Plantagen. Auch dem Anbau von Soja muss viel Wald weichen. "Wir sind im Begriff, den Regenwald aufzuessen, und zwar auf sehr unnachhaltige Weise", sagte Martin. Allein durch Holzeinschlag seien bereits Primärwälder ("Urwälder") von mehr als der Größe Indiens verschwunden.

    Dabei sind Regenwälder wichtige Treibhausgas-Speicher. "In normalen Jahren werden allein im Amazonasbecken durch den Regenwald 0,4 bis 0,6 Gigatonnen Kohlenstoff gebunden", erläuterte Martin. Dies bremst den Klimawandel.

    "Entscheidungsträger spielen wortwörtlich mit dem Feuer"

    In Brasilien, dem Land mit dem größten Regenwald-Block der Erde, spitzt sich die Situation momentan zu. "Das Land hat große Erfolge im Regenwaldschutz im Amazonas erzielt und kann für andere Staaten als Modell funktionieren", sagt Jörg Andreas Krüger, Experte für Biodiversität beim WWF Deutschland. Derzeit stehe die Regierung jedoch unter dem Druck der Agrar-, Energie- und Bergbauindustrie. Eine Verfassungsreform drohe bestehende Schutzgebiete aufzulösen, auch neue Bergbaugebiete seien geplant.

    Umweltschützer fordern, den Regenwaldschutz wieder weiter nach vorne auf die Agenda zu rücken. "Die politischen Entscheidungsträger spielen wortwörtlich mit dem Feuer", sagte Graeme Maxton, Generalsekretär des Club of Rome. Nach jahrzehntelangem Raubbau umfassen die verbliebenen Waldflächen am Amazonas, in Afrika und Asien noch eine Fläche, die größer ist als die der USA. Wird die Abholzung nicht gestoppt, werden bis 2050 voraussichtlich Waldgebiete von der doppelten Größe Spaniens verschwinden.

    Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Experten verschiedenster Disziplinen aus mehr als 30 Ländern. 1968 gegründet, setzt sich die gemeinnützige Organisation für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Wegweisend war der erste Bericht "Grenzen des Wachstums" aus dem Jahr 1972. Es war die erste bedeutende wissenschaftliche Studie, die sich mit der Begrenztheit der Ressourcen auseinandersetzte und vor einem Ende des weltweiten Wachstums innerhalb der nächsten hundert Jahre warnte.

    Quelle


  9. Bedankos delle59, Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
  10. #6
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.127
    Points
    6.818
    Level
    54
    Level completed: 34%, Points required for next Level: 132
    Overall activity: 45,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    AW: Folgen des Klimawandels



    Tausende tote Krabben färben Strände in Kalifornien orange

    Die Bilder wirken unheimlich: Tausende tote Krabben säumen Strände in Südkalifornien. Wissenschaftler führen die Schwemme auf das Klimaphänomen El Niño zurück.

    Tausende tote Krabben färben derzeit die Strände in Südkalifornien orange. Die Tiere der Art Pleuroncodes planipes würden vor allem um San Diego auftreten, teilte die Scripps Institution of Oceanography in La Jolla (US-Staat Kalifornien) mit.

    Die Wissenschaftler nennen das Klimaphänomen El Niño als Grund für die Schwemme. „Dass die Tiere in so hoher Zahl stranden, ist üblicherweise auf wärmeres Wasser zurückzuführen”, sagte Linsey Sala von dem Institut, das zu den ältesten Forschungseinrichtungen der USA zählt. Die Tiere wandern normalerweise nicht, sondern leben immer in einem bestimmten Gebiet, wenn auch in unterschiedlichen Wassertiefen. Strömungen und Wind können aber dafür sorgen, dass sich Populationen bewegen.

    Die Tiere wanderten demnach an den Strand und verendeten dort. Teilweise bilden sie große orangerote Teppiche, die mit großen Rechen weggekehrt werden. Berichten zufolge haben manche Spaziergänger die Krabben eingesammelt und gekocht. Die Wissenschaftler raten aber davon ab, die Krabben zu essen. Niemand könne wissen, ob sich in den Körpern Gifte entwickelt hätten.

    Die Krebstiere werden in den USA einfach „red crabs” oder „tuna crabs” genannt. Sie erinnern mit ihren Scheren an kleine Hummer, sind allerdings schon zu Lebzeiten orange - nicht erst nach dem Kochen. Sie ernähren sich von Pflanzen und Kleinsttieren und dienen wiederum etwa großen Fischen und Walen als Nahrung.
    fnp.de

    Mehr über die Tiere
    Mitteilung des Instituts
    Geändert von delle59 (11.07.15 um 08:15 Uhr)
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  11. Bedankos eddy-dien8, Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
  12. #7
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.127
    Points
    6.818
    Level
    54
    Level completed: 34%, Points required for next Level: 132
    Overall activity: 45,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    AW: Folgen des Klimawandels


    Hilfreich. Hummeln sind wichtige Bestäuber. - Foto: dpa

    Den Hummeln wird es zu heiß

    Der Klimawandel verursacht ein Hummelsterben. Denn die Insekten ziehen sich aus dem Süden zurück, weichen aber trotzdem kaum nach Norden aus.

    Derzeit brummt es allerorten über den Wiesen und Blumenbeeten. Oft sind es Hummeln, die Nektar sammeln und dabei Blüten bestäuben. Ähnlich wie die Honigbienen spielen sie ein wichtige Rolle beim Anbau von Obst und Gemüse, Raps, Tomaten und Paprika. Doch der Klimawandel bringt die summenden Landwirtschaftshelfer schwer in Bedrängnis. Ihr Verbreitungsgebiet hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verkleinert, berichten Biologen im Fachmagazin „Science“.

    Studienleiter Jeremy Kerr von der Universität Ottawa und seine nordamerikanischen Kollegen haben 31 Hummelarten in ihrer Region analysiert, während Oliver Schweiger vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle und Pierre Rasmont von der Universität Mons in Belgien für 36 europäische Hummelarten zuständig waren. Rund 423 000 Beobachtungen dieser Arten aus den Jahren 1901 bis 2010 haben die Forscher ausgewertet und dabei ein erstaunliches Muster entdeckt. Auf beiden Kontinenten haben die Tiere einen rund 300 Kilometer breiten Streifen ganz im Süden ihres Vorkommens verloren und sind dort seither verschwunden. Im Norden haben sie aber kaum neue Regionen erschlossen. Dabei stiegen die Temperaturen an ihrer nördlichen Verbreitungsgrenze in dieser Zeit um 2,5 Grad. Riesige Areale wurden so „Hummel-tauglich“, nur nutzten die Insekten diese Chance nicht. Ihr Verbreitungsgebiet wurde unterm Strich kleiner. „Der Klimawandel quetscht die Hummeln wie in einem Schraubstock ein“, sagt Kerr.

    Für Schmetterlinge dagegen wächst das Verbreitungsgebiet

    Andere Arten wie etwa Schmetterlinge reagieren anders. Auch wenn es im Süden ihres Verbreitungsgebietes wärmer wird, geben sie diese Regionen nicht auf. Da es im Norden ebenfalls wärmer wird, nutzen sie diese Situation und erschließen dort neue Gebiete. Ihr Verbreitungsgebiet wächst also – auch wenn die Bewegung der Tiere in Richtung Norden etwas langsamer abläuft, als es die Temperaturen erlauben würden.

    Die Erklärung der Forscher lautet, dass viele dieser Arten in den Tropen entstanden und sie sich später polwärts ausbreiteten. Daher kommen sie wohl mit steigenden Temperaturen besser zurecht. Hummeln dagegen entwickelten sich in kühlen Regionen, sie fliegen oft schon bei wenigen Grad über null. Mit hohen Temperaturen kommen sie anscheinend weniger gut zurecht. „Es scheint ihnen einfach zu heiß zu werden“, vermutet Kerr.

    Jede dritte Hummelart in Nordamerika zeigt bereits Verluste, bei manchen ist der Rückgang an Tieren dramatisch, berichten die Forscher. Noch in den 1970er und den frühen 1980er Jahren war die Dunkle Erdhummel im südlichen Ontario weit verbreitet. Trotz intensiver Suche hat Sheila Colla von der York-Universität in Toronto in den letzten zehn Jahren gerade zwei dieser Insekten aufgestöbert, berichtet die Biologin.

    Landnutzung und Schädlingsbekämpfung sind nicht ausschlaggebend

    Eine denkbare Ursache für den Verlust könnte auch der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln und die Art der Landnutzung sein. Das haben die Forscher ebenfalls untersucht, doch diese Faktoren spielen demnach nur eine untergeordnete Rolle. Das bestätigt auch eine Untersuchung von UFZ-Forscher Oliver Schweiger an mehr als 1000 europäischen Bestäuber-Arten von Schmetterlingen über Hummeln bis zu Bienen, die als Einzelgänger leben. Demnach beeinflusst der Klimawandel das Vorkommen dieser Arten weit mehr als zum Beispiel der Einsatz von Pestiziden.

    „Solche Bestäuber sind für die Versorgung mit Lebensmitteln essenziell“, sagt Kerr. „Wir müssen ihre Chancen verbessern. Vor allem aber müssen wir endlich ernsthaft beginnen, den Klimawandel zu bremsen.“ Bis solche Maßnahmen wirken, vergehen aber viele Jahre. Daher schlägt er vor, der Natur etwas zu helfen: Hummelköniginnen könnten in Gebiete verfrachtet werden, die der Klimawandel Hummel-tauglich gemacht hat und in die sie aus eigener Kraft offensichtlich nicht fliegen.
    tagesspiegel.de

    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  13. Bedankos Struppi, UnKnOwN, eddy-dien8 bedankte(n) sich für diesen Post
  14. #8
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.127
    Points
    6.818
    Level
    54
    Level completed: 34%, Points required for next Level: 132
    Overall activity: 45,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    AW: Folgen des Klimawandels


    AFP

    Eiskalter Vielfraß: Eisbär lässt sich Delfin schmecken

    Es ist ein seltenes Naturschauspiel: Biologen haben beobachtet, wie ein Eisbär Delfine verspeist. Was trieb die Zahnwale in die kalten Gewässer des Nordens?

    Ungewöhnlich warmes Wasser habe die Delfine wohl in die Arktis gelockt, vermuten Biologen. Denn eigentlich meiden die Tiere die üblicherweise kalte Region, doch jetzt waren sie gefangen unter Eisschollen.

    Als sie Luft schnappen wollten in einer Lücke im Eis, muss es wohl passiert sein. Ein Eisbär, der auf einer Scholle auf Robben hoffte, schnappte zu. Wenig später erspähten die Forscher um Jon Aars vom Norwegian Polar Institute in Tromsø das blutige Spektakel - ihnen gelangen im April 2014 nach eigenen Angaben die ersten Fotos von einem Eisbären, der einen Delfin frisst.

    Bei einem Delfin blieb es nicht. Einen zweiten hatte der Eisbär im Eis versteckt: Wie in einem natürlichen Kühlschrank habe er sein Opfer gelagert, berichten die Forscher im Fachblatt "Polar Research". Übrig gebliebene Nahrung aufzubewahren, sei ein seltenes Verhalten bei Eisbären, schreibt der "New Scientist".



    In den folgenden Monaten entdeckten Jon Aars und seine Kollegen in der Gegend im norwegischen Svalbard weitere Eisbären, die Delfine fraßen. "Es hat uns überrascht, dass es bislang keine Berichte über das Phänomen gab", sagte der Forscher dem "New Scientist".


    Auch andere Tiere könnten Opfer der Bären werden. Als wählerisch waren Eisbären nie bekannt, sie essen alles, Hauptsache, es ist Fleisch.
    spiegel.de

    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  15. Bedankos Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
  16. #9
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.127
    Points
    6.818
    Level
    54
    Level completed: 34%, Points required for next Level: 132
    Overall activity: 45,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    AW: Folgen des Klimawandels

    Darum steigt die Zahl
    der Quallen in den Meeren


    Biologen warnen vor einer Ausbreitung von gefährlichen Arten


    © Bild: Istockphoto.com/leru

    Experten zeigen sich besorgt: Immer mehr Quallen tummeln sich in unseren Meeren. Auch im Mittelmeer sind so viele Quallen wie nie zuvor unterwegs. Biologen befürchten, dass es zu einer Ausbreitung von gefährlichen Arten kommt. Die möglichen Ursachen für die steigende Zahl der Meeresbewohner sind den Experten bekannt. Eine große Mitverantwortung tragen vor allem die Menschen.

    Welche Ursachen zur explosionsartigen Vermehrung der Quallen beitragen und wie die Überlebenstricks der gefährlichen Schönheiten des Meeres aussehen:

    1. Kein neues Phänomen

    Fest steht, dass Quallenplagen an europäischen Stränden nichts Neues sind. Abhängig vom Fortpflanzungszyklus der Nesseltiere, vom Strömungsaufkommen und von der Wassertemperatur, werden besonders in Sommermonaten immer wieder Tausende Tiere an Land gespült. Da Quallen zur Gruppe des Planktons gehören und von der Wasserströmung getragen werden, sind die Tiere nicht in der Lage, ihre Reiseroute durch die Meere selbst zu bestimmen.

    2. Die Verantwortung der Menschen

    Quallenplagen sind stark vom Eingriff des Menschen in den maritimen Lebensraum mitbestimmt. Die weltweite Überfischung und der dadurch verursachte Rückgang natürlicher Feinde sind ebenso mitbestimmend wie die Erderwärmung, die zu einer explosionsartigen Vermehrung bestimmter, besonders robuster Arten geführt hat. Denn Quallen sind Überlebenskünstler, die sich auch an widrigste Lebensumstände anpassen können. Seit 600 Millionen Jahren treiben die durchsichtigen Nesseltiere, die zu 98 Prozent aus Wasser bestehen, durch unsere Weltmeere - in nahezu unveränderter Form.

    Durch die Überfischung fehlen den Quallen oftmals die natürlichen Feinde. Der Klimawandel begünstigt laut Experten zusätzlich den Vormarsch giftiger Arten Richtung Norden. Viele Tiere gelangen über den vor kurzem verbreiterten Suezkanl dorthin.

    3. Giftige Jagd

    Die Jagdtechniken sind es, die vielen Menschen Angst vor Quallen machen. Denn die wenige Millimeter bis zu mehrere Meter großen Tiere jagen ihre Beute - Fische und Plankton - zumeist mittels ihrer Gifttentakel. Gift, das auch für den Menschen bedrohlich werden kann. Während die im Mittelmeer lebenden Quallenarten bisher selten mehr als brennende und juckende Nesselausschläge verursachen, können andere Medusenarten mitunter zu tödlichen Schönheiten werden. Vor den Küsten Australiens etwa lebt das giftigste Meerestier der Erde - die Seewespe. Mit ihren 60, bis zu zwei Meter langen Tentakeln brennt die feingliedrige und nahezu durchsichtige Qualle ihr Gift in die Haut ihrer Beute. Die Folge: Innerhalb weniger Minuten werden Skelett-und Herzmuskulatur sowie Atmung gelähmt. Das Gift der Seewespe ist so aggressiv, dass jährlich mehr Menschen daran sterben als durch Haiattacken.

    Hilft bei Kontakt mit der Seewespe einzig ein rasch verabreichtes Gegengift, genügen bei herkömmlichen Quallenarten einfachere Maßnahmen. So empfehlen Experten, nach dem unfreiwilligen Kontakt mit einer Qualle eventuell noch festsitzende Tentakel mit Essig zu lösen, die betroffenen Hautstellen mit Sand abzureiben und danach mit kalten Umschlägen oder Eiswürfeln zu kühlen.

    4. Ewiges Leben.

    Dass das einfache, aber Millionen Jahre lang bewährte und höchst erfolgreiche Bauprinzip der Medusen steigerbar ist, belegen die Forschungserkenntnisse eines italienischen Meeresbiologen. Ferdinand Boero von der Universität Lecce entdeckte bereits vor Jahren im Mittelmeer eine neue Quallenart. Die Besonderheit von Turritopsos nutricula: ewiges Leben. Werden die Körperzellen der kleinen Qualle im Lauf ihres Lebens älter und sterben ab, so lässt sich das Tier auf den Meeresboden sinken. Dort verlieren sämtliche Nerven-und Nesselzellen ihre Funktion, und aus der Qualle bildet sich ein neues, junges Tier. Der in der Tierwelt einzigartige Vorgang wiederholt sich immer, sobald der Organismus der Qualle alt wird - bis in alle Ewigkeit.
    news.at
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  17. Bedankos eddy-dien8, Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
  18. #10
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.127
    Points
    6.818
    Level
    54
    Level completed: 34%, Points required for next Level: 132
    Overall activity: 45,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    AW: Folgen des Klimawandels


    Im Februar 2015 bereits waren Anzeichen einer verbreiteten Korallenbleiche vor Samoa festgestellt.
    @ AP

    El Nino und Klimawandel
    Weltweites Korallensterben


    Da bleiben nur Gerippe: In den Tropen breitet sich derzeit eine massive Korallenbleiche aus. Die Riffe gehen reihenweise an zu warmem Wasser zugrunde. Amerikas Ozeanforscher sehen schwarz, wie es weiter geht.

    Es ist ein ozeanischer Flächenbrand vor den Traumständen dieser Welt, eine Verbrennung dritten Grades an den prachtvollsten und ökologisch wertvollsten Bodenbedeckungen dieses Planeten - wüste, weisslich-blasse Kalkgerippe bleiben, wo bis vor kurzem noch farbenfrohe Skelettwiesen ins glasklare Meerwasser ragten. So muss man sich die Szenerie vorstellen, mit der sich immer mehr Korallentaucher in den Tropen konfrontiert sehen. Zweimal erst, im Jahr 1998 und deutlich später 2010 noch einmal, waren solche Ereignisse, die Meeresforscher als Korallenbleiche (Coral bleaching) bezeichnen, zu beobachten.

    Jetzt also die dritte Welle eines weltweiten Korallensterbens. Die amerikanische Nationale Behörde für Ozeanographie und Atmosphärenforschung (NOAA) warnt: Bis Ende des Jahres könnten 95 Prozent der Korallenstöcke vor den amerikanischen Küsten - in der Karibik vor allem, vor Kalifornien und im Golf von Mexiko - Umweltbedingungen ausgesetzt sein, so heisst es, „die das Ausbleichen der Korallen bewirken“. Besonders hart trifft es in diesen Wochen Hawaii. Um das Vulkanarchipel sind die Temperaturen im August so schnell und deutlich gestiegen, dass die Korallenspezialisten ein flächendeckendes Absterben der Riffe bis weit hinaus vor den Küsten befürchten.


    Das NOAA-Riff-Watch-Alarmierungssystem: Die hochgradig gefärdeten Riffe sind rot markiert.
    © NOAA

    Korallenbleichen sind eine Art Panikreaktion der Natur: Es ist die Antwort der sesshaften, koloniebildenden Meeresorganismen auf plötzlichen ökologischen Stress. Vor allem reagieren sie auf schnell steigende Wassertemperaturen, verbunden oft mit extremen Wetterlagen und verschmutztem Oberflächenwasser. Die Temperaturtoleranz der festsitzenden, skelettbildenden Nesseltiere ist denkbar eng: Sie gedeihen am liebsten in tropischen, warmen und seichten Gewässern. Auf mehr als sechshundert tausend Quadratkilometer wird die Ausdehnung entlang der Küsten geschätzt. Doch wenn sich das tropische Wasser mehrere Wochen um 0,8 bis 1 Grad über dem langjährigen Mittelwert erwärmt, reagieren die bunten, photosynthetisch aktiven Einzelleralgen, die mit den Korallentieren in Symbiose leben und die wichtigste Futterquelle der Korallen darstellen, hochgradig allergisch. Sie bilden giftige Substanzen und werden von den Korallen-Polypen ausgestoßen. Zurück bleiben die bleichen Korallenstöcke, die bei längerem Anhalten dieses Zustandes ebenfalls absterben.

    Im Jahr 1998, während der bisher ausgedehntesten Korallenbleiche, sollen weltweit etwa 16 Prozent der Korallenstöcke abgestorben sein, in einigen Regionen wie Teilen des Great Barrier Riffs waren mehr als die Hälfte der Riffe um Inseln und an den Küsten für Jahre verödet. Ein dramatischer Verlust. Nicht nur, dass Korallenriffe generell eine Touristenattraktion sind, in und von ihnen leben Tausende Fischarten, ein Viertel bis ein Drittel der der Artenvielfalt im Meer soll an die Koexistenz der selbst schon extrem artenreichen Korallen gebunden sein. Es sind die sichersten Kinderstuben diverser Fischarten. Sie sind also auch die Basis für eine ganze Industrie. Schätzungsweise eine halbe Milliarde Menschen sind ökonomisch vom Gedeihen der Korallenriffe abhängig.


    Bereits 1998 und 2010 beobachteten Forscher der NOAA die Korallenbleiche.
    (Foto: picture alliance / dpa)

    Umso größer wuchsen die Sorgen im Sommer vorigen Jahres, als sich das neuerliche Bleichereignis zunächst oft lokal begrenzt vom Südpazifik aus über den Indischen Ozean und schließlich in den Nordpazifik ausbreitete. In diesem Sommer dann war Florida Leidtragender. Hauptursache: Wie 1998 die Warmwasseranomalie El Nino, die sich alle paar Jahre mit unterschiedlciher Intensität im zentralen Pazifik bildet, und Ozeane wie Atmosphäre nahezu weltweit beeinflusst. Inzwischen hat sich dieses Phänomen zu einem der gewaltigsten Klimaanomalien der Gegenwart und einem durchaus mit 1997/98 vergleichbaren El Nino ausgewachsen.

    Dazu kommt, so schreibt es auch die NOAA in ihrer Alarmierungsmeldung, dass der Klimawandel die Erwärmung der Wassertemperaturen sukzessive hochtreibt. Die ozeanographischen Hürden für Korallenbleichen senken sich zusehends. Und wenn die derzeitigen Vorhersagen der Klimaforscher und Meteorologen zutreffen, dürfte sich dieser vermeintliche „Mega-El-Nino“, der die Tempteraturen teilweise um mehr als zwei Grad über dem langjährigen Mittelwert der jeweiligen Region steigen lässt, bis weit ins Jahr 2016 fortsetzen. Das bedeutet: Die Korallenbleiche wie das zu erwartende Wetterchaos hat noch lange kein Ende.

    In den nächsten Wochen werden vor allem Korallen in der Karibik leiden, ebenso vor Haiti, der Dominikanischen Republik, Puerto Rico sowie die amerikanischen Virgin Islands bis hinunter zu den Windwar Islands. Glaubt man „NOAAs Coral Reef Watch“ wird Anfang nächsten Jahres ein Höhepunkt im Indischen Ozean und im Südostpazifik sowie vor Australien zu erwarten sein. Bis zu 38 Prozent der weltweiten Riffe sollen einer neuen Berechnung zufolge stark gefährdet sein, sofern sich El Nino wie prognostiziert fortsetzt. Das hat die NOAA zusammen mit Forschern der australischen University of Queensland (UQ) ausgerechnet.


    60-Prozent-Wahrscheinlichkeit einer Korallenbleiche, gerechnet auf die nächsten vier Monate.
    © NOAA Riff Watch

    Wenn man weiß, dass bereits vor Ausbruch der neuen Korallenbleiche weltweit mehr als die Häfte der Korallenriffe als bedroht gegolten hat, kann man die ökologischen Auswirkungen erahnen. Allerdings muss das nicht heißen, dass die betreffenden Küsten dauerhaft von kahlen Kalkgerippen umsäumt sein werden. Stellen sich wieder die für Korallen-Gemeinschaften adäquaten Temperaturen ein, kann es durchaus wieder zu eienr Ausbreitung kommen. Betrachtet man die gegenwärtige Erwärmungstendenz, spricht freilich auf lange Sicht nicht viel dafür, dass solche Erholungsszenarien längere Zeit Bestand haben könnten.
    faz.net
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  19. Bedankos eddy-dien8, Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
Lade weitere Posts
Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 03.11.14, 19:58
  2. Kabel Deutschland drosselt Filesharing-Nutzung
    Von delle59 im Forum Netzwelt
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 29.10.14, 18:58
  3. Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 19.01.14, 10:17
  4. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 15.07.12, 17:38

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •