Putins Eurasische Union plant den Anti-Euro-Rubel
Russlands Staatschef Putin unterzeichnet mit Kasachstan und Weißrussland ein Abkommen über eine Wirtschaftsunion. Ziel ist es, mit den einstigen Sowjetrepubliken eine Konkurrenz zum Euro zu schaffen.


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Die Staatschefs Russlands, Weißrusslands und Kasachstans haben jetzt den Startschuss für eine eurasische Wirtschaftsunion gegeben. Wladimir Putin, Alexander Lukaschenko und Nursultan Nasarbajew unterzeichneten in der kasachischen Hauptstadt Astana ein Abkommen, das die bereits bestehende Zollunion erweitern und im Januar in Kraft treten soll. Ein Ziel der Eurasischen Union ist neben dem Wegfall der Grenzkontrollen eine gemeinsame Währung, die sich sogar zu einem Konkurrenten des Euro entwickeln soll.

Die Wirtschaftsunion garantiere den freien Verkehr von Waren und Dienstleistungen und die Abstimmung der Energie-, Industrie- und Verkehrspolitik, meldete der Kreml, auf dessen Initiative der Vertrag geschlossen wird. Experten messen dem Abkommen allerdings zunächst auch kaum wirtschaftliche Bedeutung bei, sondern gehen davon aus, dass Putin Russlands politischen Einfluss im postsowjetischen Raum stärken will.

Nach dem Willen Moskaus sollte ursprünglich auch die Ukraine der Union beitreten. Stattdessen läuft nun für Kiew am Donnerstag eine Frist zur Begleichung von Gasschulden im Umfang von knapp 1,5 Milliarden Euro bei Russland ab. Moskau droht bei Nichtzahlung mit einem Lieferstopp.

Tadschikistan und Kirgistan sollen die nächsten sein
Mit der Eurasischen Union will der Kreml mit den früheren Sowjetrepubliken ein Gegengewicht zur EU schaffen, die weit nach Osten hin expandiert ist. Allerdings: Estland, Lettland und Litauen sind bereits EU-Mitglieder. Andere Ex-Teilrepubliken der Sowjetunion wie die Ukraine, Moldau und Georgien streben eher eine engere Zusammenarbeit mit Brüssel an. Putin und Kasachstans Nasarbajew entwickelten das Konzept eines eigenen ökonomischen und politischen Blocks nach EU-Vorbild zwischen Westeuropa und China.

Als erster Schritt in diese Richtung wurde 2007 die Zollunion von Russland, Weißrussland und Kasachstan vereinbart. 2012 wurde ein einheitlicher Wirtschaftsraum geschaffen, der einen freien Austausch von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften garantieren soll. Eine gemeinsame Wirtschaftskommission mit Sitz in Moskau koordiniert die Zusammenarbeit.

Die nun vereinbarte politische Eurasische Union soll im Januar 2015 an in Kraft sein. Den drei Gründungsmitgliedern sollen die mittelasiatischen Republiken Tadschikistan und Kirgistan folgen. Ein Ziel der Eurasischen Union ist neben dem Wegfall der Grenzkontrollen eine gemeinsame Währung.
Quelle

So funktioniert die Eurasische Wirtschaftsunion
Zum Unterschreiben verdammt