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    Onlinebesteller sollen sich Pakete selbst abholen

    Onlinebesteller sollen sich Pakete selbst abholen
    Die Paketdienste GLS und DPD schränken ihren Service ein. Anstatt die Ware bis zur Haustür zu bringen, sollen sich Kunden die Pakete selbst in Shops abholen. Marktführer DHL geht einen anderen Weg.

    Ein Starbucks-Café an einer belebten Kreuzung in Berlin morgens um neun Uhr: Calvin, Dorothea und Ole bestellen sich ihren Latte macchiato mit Sojamilch. Draußen parkt ein weißer Paketlaster in zweiter Reihe. Der Fahrer trägt Kartons in das Café, die drei Onlineshopper unterschreiben auf dem Handscanner, dass sie ihre neuen Schuhe und Pullover auch tatsächlich bekommen haben.

    Abends auf dem Weg nach Hause kommen sie noch am Drogeriemarkt und beim Biohändler vorbei, wo Paketdienste vor Kurzem Shops eingerichtet haben. Dort holen sie sich die nächste Onlinebestellung ab – vom selben Tag. In ein paar Jahren könnten das Alltagsszenen sein, denn Pakete im Stundentakt sind für die Paketdienste kein Problem mehr: solange sie nur wissen, wo sie die Paketempfänger antreffen.

    Weil nichts für DPD, GLS, UPS, Hermes oder auch Marktführer DHL schlimmer und teurer ist, als umsonst an Haustüren zu klingeln, werden sie sich noch mehr einfallen lassen. Doch was sich im ersten Augenblick wie ein Zusatznutzen für den Kunden anhört, ist in Wirklichkeit eine Einschränkung des Service der Paketdienste. Sie wollen ihre Kosten drücken, und deshalb soll der Kunde künftig derjenige sein, der dem Paket entgegenkommt.

    Zustellung an der Haustür gegen Aufpreis

    In Schweden, Dänemark oder Finnland ist dies längst üblich: Wer online einkauft und ein Paket bekommt, wird vom Paketdienst über den Zustelltag informiert und holt sich anschließend die Sendung selbst im Paketshop ab. Die Zustellung bis an die Haustür gibt es nur gegen Aufpreis: In Schweden ist sie doppelt so teuer wie die Ablieferung im Shop. Geht es nach dem Willen von GLS-Chef Rico Back, könnte dies auch in Deutschland Alltag werden. "Wir brauchen einen Bewusstseinswandel. Onlinebesteller müssen sich ihre Sendungen selbst abholen", sagte der Manager der "Welt".

    Die Pakete sollen gut eine Woche in den Läden liegen bleiben. "Onlinebesteller müssen sich schon beim Bestellen darüber klar werden, wohin sie ihr Paket haben wollen", sagte Back. Anderenfalls werde die Flut der Onlinepakete bald nicht mehr zu bewältigen sein.

    Konkurrenten äußern sich ähnlich: Der Paketdienst DPD könnte von den bislang zugesagten drei Versuchen, ein Paket abzuliefern, demnächst zwei streichen. "Wenn wir unser Netz an Paketshops wie geplant ausgebaut haben, werden wir darüber nachdenken, ob wir weniger Zustellversuche machen", sagte DPD-Chef Arnold Schroven der "Welt".

    Neuartige überdimensionierte Paketkästen

    Doch dieser Ausbau wird nicht einfach werden, denn neue Paketshops will auch die Konkurrenz öffnen: United Parcel Service, DHL, DPD oder GLS jagen sich gegenseitig Läden ab und umgarnen die Shopbetreiber. Vom Marktführer DHL, der Paket-Tochter der Deutschen Post, sind allerdings keine Pläne bekannt, die Auslieferung in der Postfiliale auszuweiten und die Ablieferung an der Haustür einzuschränken.

    Ganz im Gegenteil: DHL testet in der Gegend um Ingolstadt neuartige überdimensionierte Paketkästen, in denen die Zusteller Pakete hinterlegen können. Allerdings steht das Angebot nur für Ein- und Zweifamilienhäuser zur Verfügung und ist für Mietshäuser bislang ungeeignet.

    Die Entwicklung des Paketmarktes zwingt die Anbieter zum Umdenken: Von Januar bis Juni 2013 ist der deutsche Paketmarkt um 3,8 Prozent gewachsen, Inlandspakte legten dabei etwas mehr zu als Sendungen ins Ausland oder aus dem Ausland. Mittlerweile liegt der Anteil der Pakete von Geschäftsadressen zu Privatadressen bei 53 Prozent – was wiederum dem blühenden Onlinehandel zuzuschreiben ist.

    Die Handynummer macht es einfacher

    Vor einem Jahr waren dies noch 49 Prozent. Mode, Elektronik und Bücher sind die drei häufigsten Onlineeinkäufe. Weitere 40 Prozent sind Paketsendungen zwischen Firmenadressen, die restlichen sieben Prozent sind Pakete von Privatadresse zu Privatadresse. Ohne den Marktführer Deutsche Post sind in Deutschland rund 200.000 Beschäftigte im Paketversand tätig, drei Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Doch um die Jahr für Jahr steigenden Paketmengen abarbeiten zu können, muss sich in der Zustellung einiges ändern – meinen die Chefs von GLS und DPD.

    Denn die Paketfahrer treffen die Paketempfänger viel zu selten beim ersten Versuch zu Hause an. Der Schlüssel zu allen Problemen der Branche ist die elektronische Kommunikation: Wer es schafft, von Privatkunden eine Handynummer oder E-Mail-Adresse zu bekommen, kann mit viel größerer Wahrscheinlichkeit ein Paket erfolgreich schon bei der ersten Tour zustellen.

    Wenn der Kunde weiß, wann das Paket ankommt und wo er es entgegennehmen kann, steigt die Ablieferungsquote auf 90 Prozent. Zum Standard soll werden, dass der Kunde eine Stunde vor der Paketzustellung erneut informiert wird. All das soll verhindern, dass Paketdienste den für sie teuren zweiten Zustellversuch benötigen.

    Kiosks, Reinigungen und Kopiergeschäfte

    Doch um das Verhalten der Kunden zu ändern und sie in die Paketshops zu locken, muss einiges geschehen: Meist sind dies kleine Kioskläden, Reinigungen oder Kopiergeschäfte, die Auslieferung ist oftmals umständlich. "Wir wollen erreichen, dass die Abfertigung eines Paketes im Laden höchstens drei Minuten dauert", sagte GLS-Chef Back.

    Computerscanner sollen Papier überflüssig machen, Tablets dem Paketshop-Betreiber die Arbeit erleichtern. Denn dessen Bezahlung ist nicht gerade üppig: Zwischen 50 Cent und einem Euro bekommt der Kleinunternehmer pro Paket. "Von den Einnahmen kann kein Ladenbesitzer leben. Aber er kann Kundschaft in sein Geschäft locken und mehr von seinen anderen Waren verkaufen", sagte DPD-Chef Schroven.

    Doch auch technische Spielereien sollen helfen. So will DPD ein in Großbritannien bereits eingeführtes Extra mit Namen "Follow my Parcel" nach Deutschland bringen: "Verfolge mein Paket" erlaubt es dem Paketempfänger, per Google Maps zu beobachten, wo sein Paketlaster gerade unterwegs ist. 15 Minuten vor der Ablieferung wird er per WhatsApp oder SMS informiert, dass der Wagen gleich vor der Tür steht. "In England ist die Online-Karte ein Riesenerfolg. Mitte nächsten Jahres wollen wir das in Deutschland anbieten", sagt Schroven.

    Kunden wie Zalando drücken die Preise

    In der Branche wird mit harten Bandagen gekämpft, der Druck der Onlinehändler auf die Paketdienste steigt. "Wir machen nicht jeden Preiskampf mit. Wir müssen mit dem Geschäft Geld verdienen. Einen Zustellpreis von zwei Euro oder weniger akzeptieren wir nicht", sagte Back. Auch DPD-Chef Schroven hat sich entschieden: Kunden wie Zalando, die extrem die Preise drücken, finden sich bei DPD nicht auf den Listen.

    Die Kalkulation sieht etwa so aus: Im Durchschnitt kostet den Paketdienst ein Fahrzeug mit Fahrer im Monat rund 5000 Euro. Bei den üblichen 100 Paketstopps am Tag sind das etwa 2,50 Euro je Sendung – die das Unternehmen etwa einnehmen muss, um keinen Verlust einzufahren. "Bei einem Preis, der deutlich darunter liegt und der von manchen Onlinehändlern gezahlt wird, geht diese Rechnung nicht auf", sagt Schroven. DPD nehme solche Aufträge nicht an.

    Doch die Onlinehändler selbst haben großes Interesse daran, dass das Paket den Empfänger rasch erreicht. Ihre Erfahrungen besagen, dass eine Zustellung noch am Tag der Bestellung die Quote der Retouren deutlich senkt: Wer seine neue Jeans nach wenigen Stunden bekommt, zieht sie gleich für den Abend an und tauscht sie nicht am übernächsten Tag wieder um.

    Was geschieht mit sperriger Ware?

    Bei manchen Produkten könnte die Zustellung der Pakete bei Starbucks und Co. allerdings in Zukunft mitunter für skurrile Situationen sorgen. Man stelle sich vor, Amazon hätte an einem bestimmten Tag Waschmaschinen oder Trockner zum unschlagbaren Preis im Angebot, die massenweise Käufer finden. In den Läden der US-Kaffeehaus-Kette könnte es dann künftig aussehen wie im Lagerraum eines Elektronikmarktes.

    Die Branchenmanager registrieren bereits einen Wandel: Zum Beispiel in der Logistik für Apotheken ändern sich die Standards. Heute fährt der Paketdienst GLS nicht mehr alle 22.000 deutschen Apotheken täglich an.

    "Was bis vor Kurzem nach zwei Stunden angeliefert werden musste, kommt jetzt schon mal am nächsten Tag", sagte Firmenchef Back. Das "ausufernde Belieferungssystem" der Apotheken pendele sich wieder ein, nicht jede Pillenpackung müsse tatsächlich in wenigen Stunden geliefert werden.

    Bei den Arbeitsbedingungen tut sich was

    Und die Menschen, die Pakete an die Haustür fahren? Die Arbeitsbedingungen der Paketfahrer, die in den vergangenen Jahren für viel Kritik gesorgt haben, ändern sich allmählich. "Der Kampf um die besten Fahrer hat begonnen. In etlichen Regionen liegen die Arbeitslöhne längst über dem von Teilen der Politik geforderten Mindestlohn", sagt Back. GLS und auch DPD arbeiten mit Subunternehmern zusammen. Veränderungen gibt es meist in der Arbeitsorganisation, etwa bei den Fahrwegen.

    Zwischen 1600 und 2000 Euro soll der typische Bruttolohn eines GLS-Fahrers liegen. Dennoch findet die Gewerkschaft Ver.di immer wieder andere, niedrigere Zahlen. DPD-Chef Schroven gibt seinem Unternehmen Zeit bis Ende 2014, um Arbeit für die Fahrer zu verbessern. "Wir müssen die Jobs attraktiver machen, und das geht nur über geringere Arbeitszeit und vernünftige Bezahlung", sagt Schroven. Anders als GLS-Chef Back schreckt ihn ein Mindestlohn nicht ab. "Wenn für alle am Markt die gleichen Bedingungen herrschen, ist für mich ein Mindestlohn kein Weltuntergang."

    Quelle
    Geändert von salviner01 (25.11.14 um 23:48 Uhr)
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
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  2. #2

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    Was soll das denn bitte?warum bezahle ick dann immer bei meinen Bestellungen Porto und Versand wenn ick die scheiße dann selbst heimschleppen muss...

    Ein wunder:

    Vom Marktführer DHL, der
    Paket-Tochter der Deutschen Post, sind allerdings keine Pläne
    bekannt, die Auslieferung in der Postfiliale auszuweiten und die Ablieferung an der Haustür einzuschränken.


    Ein hoch auf DHL....obwohl ick meinen net mehr mag der wirft de Pakete gerne mal übern Zaun die Sau

  3. #3
    Avatar von master_of_disaster



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    Talla, das sehe ich genau so wie du!!

    Ich finde es sowieso eine Dreistigkeit, dass die Postboten jedes mal morgens um 9 von der Tür stehen und dann merken, dass niemand der ganz normal arbeiten geht zuhause ist.
    Das machen die dann z.B. Montag und Dienstag und dann darfst du dir dein Paket via Expresslieferung Di. Abends bei der Post abholen. :headbang:
    „Die Anzahl unserer Neider bestätigt unsere Fähigkeiten.“ - Oscar Wilde

  4. #4

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    Bei DHL mag das ja noch schleichen weil hast ja an jeder Ecke ne post wo de abholen kannst...hatte mal nen packet über dpd liefern lassen da musst ick 30km fahren um im lieferzentrum mein packet zu holen...Sauerei wenn das dann Standard werden soll

  5. #5
    Avatar von Struppi




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    Naja, da ich sag nur: Servicewüste Deutschland. :swear:
    Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum.
    &
    Nehmt mich nicht zu ernst, lacht lieber mit mir - es sei denn, ich höre mich verärgert an

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