Seite 1 von 2 12 Letzte
Ergebnis 1 bis 10 von 15
  1. #1
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.120
    Points
    6.806
    Level
    54
    Level completed: 28%, Points required for next Level: 144
    Overall activity: 48,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    Kampf gegen Steueroasen: 51 Staaten schaffen Bankgeheimnis ab

    Offshore-Leaks: Gigantisches Netzwerk der Steuerhinterzieher enthüllt
    Briefkastenfirmen, Offshore-Konten, dubiose Finanzdeals: Ein Journalistennetzwerk hat 2,5 Millionen Dokumente über Steueroasen in der ganzen Welt zugespielt bekommen. Die Daten offenbaren auch die Namen von 130.000 Personen, die ihr Geld dort angelegt haben.


    Steueroase Jungferninseln: "Gutbezahlte Industrie aus Strohmännern" AP
    Die Diktatorentochter und die Oligarchen bunkern ihr Vermögen auf den britischen Jungferninseln. Die Baronin und die Komponistin lieber auf den Cook-Inseln. Ihre Schattenfirmen heißen Tantris, Moon Crystal, Sequoia. Die Phantasie kennt keine Grenzen.

    Das sind nur einige Details des globalen Systems der Steuerhinterziehung. Wie der Fiskus betrogen wird, welche Methoden dabei angewendet werden - all das kommt jetzt ans Tageslicht. Es ist das größte Datenleck der Geschichte: Anonyme Informanten haben einem internationalen Journalistenkonsortium rund 2,5 Millionen Dokumente über Steueroasen in aller Welt zugespielt.

    Der virtuelle Aktenberg enthüllt 120.000 Briefkastenfirmen, Offshore-Konten und andere dubiose Deals in mehr als 170 Ländern - sowie die Namen von 130.000 Personen, die ihr Geld in Steueroasen geparkt haben: Politiker, Prominente, Waffenhändler, Oligarchen, Finanzjongleure. Darunter sollen auch Hunderte Deutsche sein. Prominentester Fall ist nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung", die exklusive Details veröffentlichte, der 2011 verstorbene Society-Playboy Gunter Sachs.

    15-monatige Mammutrecherche
    "Diese Ermittlungen lüften den Schleier des Offshore-Systems und offenbaren die geheime Welt der Steueroasen", erklärte Gerard Ryle, der Direktor des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), das die weltweite Auswertung der Unterlagen steuerte. Zwar sei grob bekannt, wie unzugänglich die Offshore-Industrie sei. "Aber es überraschte uns doch, wie groß und weitreichend sie ist."

    Das ICIJ stemmte die insgesamt 15-monatige Mammutrecherche in enger Zusammenarbeit mit 86 Journalisten aus 46 Ländern. Zu den beteiligten Medien zählen unter anderem die BBC, der "Guardian ", die "Washington Post", "Le Monde", die Schweizer "Sonntagszeitung" sowie in Deutschland die "SZ" und der NDR.

    Massive Offshore-Geldbewegungen - legal wie illegal - beschäftigen Ermittler und Regierungen seit Jahren. In Deutschland gab es eine intensive Debatte über den Ankauf von CDs mit den Daten von Steuersündern. Immer wieder steht die Schweiz dafür am Pranger. Auch bei der Rettung des Euro-Landes Zypern wurde über Schwarzgeld und Steuerflucht debattiert. Derzeit wird die französische Regierung von einem Schwarzgeld-Skandal erschüttert. Politiker, Ermittler und Aktivisten kämpfen seit langem vergeblich gegen dieses geheime, in weiten Teilen illegale Netzwerk. Insgesamt waren 2012 einer Studie zufolge 21 bis 32 Billionen Dollar in Steueroasen versteckt. Die Enthüllungen könnten helfen, dieses System zu zerschlagen.

    Dahinter stecke "eine gutbezahlte Industrie aus Strohmännern, Buchhaltern, Notaren und Banken", schreibt das ICIJ. Verwickelt seien "viele der größten Geldkonzerne der Welt", namentlich die Deutsche Bank, UBS und die Credit-Suisse-Tochter Clariden, die ihren Kunden Zugang zu Schattenfirmen in Steueroasen wie den Britischen Jungferninseln gäben. Die UBS versicherte prompt, man beachte stets "die höchsten internationalen Normen".

    "So etwas habe ich noch nie gesehen"
    Die Dokumente umspannen einen Zeitraum von fast 30 Jahren. Sie enthüllen Zahlen und Fakten, Geldtransfers, Gründungstermine von Briefkastenfirmen und Verbindungen zwischen Konzernen und Einzelpersonen. Die gesamte Datenmenge ist mehr als 160-mal größer als die der Botschaftsdepeschen, die WikiLeaks 2010 veröffentlichte. "So etwas habe ich noch nie gesehen", staunte Steuerexperte Arthur Cockfield im kanadischen TV-Sender CBC.

    Die Liste der Steuerflüchtlinge ist ebenso lang wie schillernd. Da finden sich, so das ICIJ, neben Politikern aus Pakistan, Aserbaidschan, Thailand, Kanada und anderswo auch "amerikanische Ärzte und Zahnärzte sowie griechische Dorfbewohner, außerdem Familien und Vasallen langjähriger Despoten, Wall-Street-Schwindler, osteuropäische und indonesische Milliardäre, russische Oligarchen, internationale Waffenhändler" - und eine Schattenfirma für Irans Atomprogramm.

    Einige Beispiele:


    # Nach "SZ"-Informationen soll Gunter Sachs vor seinem Selbstmord im Mai 2011 mutmaßliches Vermögen in Steueroasen bei den Finanzämtern nicht vollständig deklariert haben. Es handele sich unter anderem um zwei Firmen und fünf Trusts auf den Cook-Inseln. Ähnliche "Konstrukte" habe Sachs in Panama, auf den britischen Jungferninseln und in Luxemburg gehabt. Seine Nachlassverwalter weisen das freilich zurück: Besagte Firmen seien den Steuerbehörden "schon zu Lebzeiten von Herrn Sachs" offengelegt worden.

    # Ein weiterer prominenter Offshore-Klient auf den britischen Jungferninseln war nach Angaben des NDR der russische Top-Oligarch und Multimilliardär Michail Fridman. Dessen wichtigster Mann im Konstrukt der Firmen sei wiederum der Deutsche Franz Wolf - der 60-jährige Sohn des früheren DDR-Spionagechefs Markus Wolf. Franz Wolf verweigerte auf Anfrage des NDR Auskunft zu den Vorwürfen.

    # Griechische Steuerflüchtlinge unterhalten dem ICIJ zufolge insgesamt 107 Offshore-Firmen auf den Britischen Jungferninseln, von denen aber nur vier bei den Steuerbehörden gemeldet seien. Die Besitzer kämen aus allen Sparten der Gesellschaft, von Athens reichsten Bezirken bis zu entlegenen Dörfern im Norden.

    # Auch Imee Marcos, die Gouverneurin der philippinischen Provinz Ilocos Norte und älteste Tochter des einstigen Diktators Ferdinand Marcos, soll auf den britischen Jungferninseln geheime Trusts besitzen. Die philippinischen Behörden wollen nach Angaben des ICIJ nun ermitteln, ob in der Steueroase Teile des Milliardenvermögens stecken, mit dem der korrupte Marcos das Land verlassen hatte.

    # Die Gattin des russischen Vize-Ministerpräsidenten Igor Schuwalow sowie zwei führende Gazprom-Manager finden sich nach ICIJ-Informationen ebenfalls auf der Liste mit den Steuerflüchtlingen. Auch sie sollen Anteile in den Britischen Jungferninseln halten.

    # Leyla und Arzu Aliyeva, die Töchter des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, tauchen in den Dateien gleich mehrmals auf. Sie sollen drei Firmen auf den britischen Jungferninseln besitzen, berichtete Radio Free Europe / Radio Liberty.

    # Der Parlamentspräsident der Mongolei, Bayartsogt Sangajav, hat laut ICIJ ein geheimes Bankkonto in der Schweiz, auf dem zeitweise mehr als eine Million Dollar gelagert gewesen seien. Vom ICIJ darauf angesprochen, bestätigte er das: "Ich hätte das Konto nicht eröffnen sollen", zitiert die Organisation ihn. "Ich sollte vielleicht den Rücktritt erwägen."

    # Die spanische Baronin und Kunstsammlerin Carmen Cervera, Witwe des Unternehmers Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza, nutzt den Akten zufolge eine Firma auf den Cook-Inseln im fernen Südpazifik, um über Auktionshäuser wie Sotheby's und Christie's millionenschwere Kunstwerke zu kaufen. Ihr Anwalt bestätigte das Arrangement auf Anfrage des ICIJ: Es gebe ihr beim globalen Kunsttransport "maximale Flexibilität".

    # Unter den fast 4000 gebürtigen Amerikanern auf der Liste ist auch die Komponistin Denise Rich, die Hits für Stars wie Celine Dion schrieb. Demnach hielt Rich 2006, als sie in New York lebte, 144 Millionen Dollar in einem Trust auf den Cook-Inseln - plus eine Yacht namens "Lady Joy". Richs Ex-Mann, der Hedgefonds-Manager Marc Rich, war 1983 in den USA wegen Steuerhinterziehung angeklagt, später aber von Präsident Bill Clinton an dessen letztem Amtstag kontrovers begnadigt worden. Denise Rich gab ihre US-Staatsbürgerschaft Ende 2011 auf und lebt heute in Österreich.
    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  2. #2
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.120
    Points
    6.806
    Level
    54
    Level completed: 28%, Points required for next Level: 144
    Overall activity: 48,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    Steuerflucht in enormem Umfang
    100.000 Deutsche nutzen Oasen
    Die Zahl der Personen, die von Deutschland aus Steueroasen in der aller Welt nutzen, ist offenbar weit höher als bislang angenommen. Mindestens 100.000 Personen sollen hierzulande vom aktuellen Steueroasen-Leck betroffen sein. Die Bundesregierung will nun offensiver gegen die internationalen "Steuervermeider" vorgehen.


    Hier werden die Gäste auf den British Virgin Islands willkommen geheißen.
    (Foto: go2bob)(Foto: dpa)
    Die Zahl der Nutzer internationaler Steueroasen n Deutschland soll deutlich höher sein als bislang bekannt. Nach einem "Focus"-Bericht sind mindestens 100.000 Personen hierzulande vom aktuellen Steueroasen-Leck betroffen - darunter deutsche Rentner und Millionäre, aber auch russische und arabische Geschäftsleute, die in Deutschland leben oder Firmen betreiben.

    Medien aus 46 Ländern hatten am Donnerstag zeitgleich vertrauliche Daten aus weltweit zehn Steuerparadiesen veröffentlicht. Aufgelistet werden darin 130.000 mutmaßliche Steuerflüchtlinge aus mehr als 170 Ländern, die ihr Geld vor dem Fiskus versteckt haben sollen. Inwieweit die Steuerflüchtlinge strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können, ist bislang fraglich.

    "Focus" beruft sich auf neue Daten von einer 2,5-Zoll-Festplatte, die dem Blatt zugespielt wurde. Die Daten umfassten 260 Millionen Ein- und Auszahlungen auf Steueroasen-Konten sowie Anfragen über Kontenstände oder Kundenberatungen. Das Magazin teilte weiter mit, man habe die neuen Daten von einem Kölner Computerexperten, der früher im Bankenwesen tätig war, prüfen und entschlüsseln lassen.

    Redaktionen halten dicht
    Zuvor hatten sich die deutschen Medien darauf verständigt, den Steuerbehörden die ihnen zugespielten Unterlagen nicht zu überlassen. "Das Redaktionsgeheimnis ist die Grundlage für solche Recherchen", sagte beispielsweise der Innenpolitik-Chef der "Süddeutschen Zeitung", Heribert Prantl. Die zuständigen Behörden hätten genügend eigene Möglichkeiten zur Ermittlung von Steuersündern. Auch ein Sprecher des Norddeutschen Rundfunks sagte, es würden grundsätzlich keine Rechercheergebnisse weitergegeben. Zudem befänden sich die Daten in der Obhut des Internationalen Netzwerk für Investigativen Journalismus (ICIJ) in den USA, dem die Daten anonym zugespielt worden waren.

    Feldzug nützt den Steueroasen
    Der Kampf gegen Steueroasen ist nach Einschätzung von Finanzwissenschaftlern nahezu aussichtslos. Denn mit jeder ausgetrockneten Steueroase "wird das Geschäft der verbleibenden Steueroasen immer lukrativer", erklärte das Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen. Nach den Forschungen von Professor Kai Konrad und May Elsayyad täuschten die Anfangserfolge der Entwicklungsorganisation OECD im Kampf gegen Steuerparadiese deshalb.

    "Das Geschäft mit denen, die Steuern vermeiden oder hinterziehen wollen, bleibt erhalten. Aber zur Freude der verbleibenden Steueroasen erhalten diese einen erheblich größeren Anteil an den Erträgen, die vor der Steuer versteckt werden sollen", erklärten die Max-Planck-Forscher. Die verbleibenden Steueroasen zur Aufgabe zu bewegen, werde dann fast unmöglich. Aussichtsreicher als die jetzige Politik wäre es laut Konrad und Elsayyad, wenn "die OECD in einem Aufwasch multilaterale Abkommen mit allen Steueroasen schließt".

    Genau das will die Bundesregierung jetzt machen. Das Finanzministerium wird nach "Focus"-Informationen auf einer Tagung der OECD Ende Juni darauf dringen, Maßnahmen gegen die "Gewinnkürzungen und Gewinnverlagerungen" multinationaler Konzerne zu ergreifen. Beamte des Ministeriums fürchteten jedoch, dass sich einige Maßnahmen innerhalb der Europäischen Union (EU) nicht durchsetzen lassen.
    Quelle

    Ministerien verlangen Herausgabe von Steuer-Daten
    Deutsche Bank macht Geschäfte mit Steueroasen


    Geändert von delle59 (29.10.14 um 19:11 Uhr)
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  3. #3
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.120
    Points
    6.806
    Level
    54
    Level completed: 28%, Points required for next Level: 144
    Overall activity: 48,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    Deutsche Fahnder können auf Offshore-Daten zugreifen
    Großer Schlag gegen Steuerhinterzieher: Behörden in den USA, Großbritannien und Australien werten geheime Unterlagen aus Steueroasen aus. Den Ermittlern wurden 400 Gigabyte an Material zugespielt - bald werden auch die deutschen Fahnder die Daten auswerten können.


    Wo Geld gerne wohnt: die Cayman-Inseln
    (Foto: Getty Images)
    Es könnte einer der größten Schläge gegen Steuerhinterzieher weltweit werden: Behörden in den USA, Großbritannien und Australien werten ein gigantisches Datenleck aus Steueroasen aus. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung handelt es sich in weiten Teilen um die sogenannten Offshore-Leaks-Dateien.

    Auch die deutschen Behörden werden Zugriff auf diese Unterlagen bekommen, heißt es aus dem Finanzministerium. Die Arbeit werde international koordiniert, Deutschland bekomme Hilfe bei der Auswertung.

    Es geht um 400 Gigabyte Material, teilt die britische Steuerbehörde mit: "Das Material wird analysiert, erste Resultate zeigen Briefkastenfirmen und Trusts in Singapur, auf den Britischen Jungferninseln, den Cayman-Inseln und den Cook-Inseln." Gegen zwei Australier werde bereits ermittelt, so die dortige Behörde. Insgesamt handele es sich um mehr als zwei Millionen Dokumente.

    "Unsere gemeinsame Arbeit mit Großbritannien und Australien zielt darauf ab, dass es keinen sicheren Hafen mehr für Menschen geben soll, die versuchen, Steuern zu hinterziehen", sagte ein Mitarbeiter der US-Steuerfahndung IRS. "Die Botschaft ist einfach", sagte der britische Finanzminister George Osborne: "Wenn du Steuern hinterziehst, sind wir hinter dir her." Seine Ermittler haben bereits mehrere Hundert Personen, Anwälte und Finanzberater aus Großbritannien in den Daten gefunden.

    Vor ein paar Wochen hatte "Offshore-Leaks" für Aufregung gesorgt. Die Süddeutsche Zeitung hatte mit Journalisten auf der ganzen Welt eine Festplatte mit 260 Gigabyte Daten analysiert (hier alle Artikel im Überblick). 130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern werden in den Unterlagen aufgelistet. Die Dokumente stammen von zwei Firmen, die auf die Errichtung von Offshore-Gesellschaften spezialisiert sind. Sie gehören zu den größten Anbietern weltweit.

    Die SZ hatte sich geweigert, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Dokumente zu übergeben, um die anonyme Quelle der Dokumente zu schützen. Wie genau die amerikanischen, australischen und britischen Behörden nun an die Daten gelangt sind, wurde zunächst nicht bekannt.

    Erst jetzt ist zu erfahren, dass die Quelle die Daten 2009 den dortigen Behörden angeboten und 2010 auch übergeben hat. Erst danach gelangte die Festplatte in die Hände des Internationalen Konsortiums für investigative Journalisten (ICIJ) in Washington. Das ICIJ hatte den Inhalt der Festplatte mithilfe von Computer-Forensikern verifiziert und sodann zur Recherche an die kooperierenden Journalisten weitergereicht - unter anderem an den Guardian, die Le Monde und die Washington Post, in Deutschland an die Süddeutschen Zeitung und den Norddeutschen Rundfunk.

    Nach den Offshore-Leaks-Enthüllungen hat die EU den Kampf gegen Steuerhinterziehung verstärkt. Luxemburg hat angekündigt, sein Bankgeheimnis aufzugeben. Mehrere EU-Länder wollen in Zukunft viele Informationen über Kontoinhaber mit den Finanzämtern in den europäischen Partnerstaaten automatisch austauschen.

    Auch die Steueroase Singapur beugt sich mittlerweile dem internationalen Druck. Bis zur Jahresmitte müssen alle Finanzhäuser in Singapur verdächtige Konten, die auf Steuerhinterziehung hindeuten, auflisten und notfalls kündigen. Geprüft wird dabei etwa, ob Kunden sich verschachtelter Firmengeflechte bedienen oder nahezu ihr gesamtes Vermögen in Singapur bunkern, obwohl sie dort über keine sonstigen Kontakte verfügen. Ab Juli soll es dann allen Banken an den Kragen gehen, die Steuerbetrug Vorschub leisten oder zu lasch kontrollieren. Es drohen harte Strafen, die bis zum Lizenzentzug reichen.
    Quelle

    Jetzt jagt Wolfgang Schäuble die Offshore-Steuerbetrüger
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  4. #4
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.120
    Points
    6.806
    Level
    54
    Level completed: 28%, Points required for next Level: 144
    Overall activity: 48,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    Bankgeheimnis in der EU soll endgültig fallen
    Volle Kontrolle über Kapitaleinkünfte: Zum EU-Gipfel kommt Bewegung in den Streit um das Schließen von Steuerschlupflöchern. Dennoch sollte man keine schnellen Lösungen erwarten.

    Im Kampf gegen die grenzüberschreitende Steuerflucht in Europa soll das Bankgeheimnis für Bürger aus dem Ausland bis Jahresende komplett verschwinden. Diese Frist wolle der EU-Gipfel an diesem Mittwoch in Brüssel setzen, berichteten Diplomaten unmittelbar vor dem eintägigen Spitzentreffen. Verhandlungen mit Drittstaaten wie der Schweiz oder Monaco zum Schließen weiterer Steuerschlupflöcher sollten bis dahin abgeschlossen sein, hieß es weiter. Die Frist bis zum Jahresende ist neu. So eindeutig wollte sich die Gemeinschaft bislang in dieser Frage nicht positionieren. Damit wird auch der Druck auf die Bankgeheimnis-Länder Österreich und Luxemburg verstärkt, einem Ausweiten der EU-Zinssteuer bis Dezember zuzustimmen. Beide haben grundsätzliche Zustimmung signalisiert, fordern aber auch Staaten ausßerhalb der EU einzubeziehen.

    Die meisten EU-Staaten tauschen im Rahmen des Zinssteuergesetzes jetzt schon Informationen über Bankdaten von EU-Bürgern aus anderen Ländern aus. Österreich und Luxemburg wahren bisher das Bankgeheimnis für Ausländer und erheben stattdessen eine anonyme Quellensteuer von 35 Prozent. Nach der Ankündigung Luxemburgs, von 2015 an am automatischen Informationsaustausch teilzunehmen, kam erheblicher Schwung in die Debatte.

    Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker stellte allerdings Bedingungen für die Abschaffung des Bankengeheimnisses und machte erneut klar, dass sein Land erst die Verhandlungen mit den Nicht-EU-Ländern abgeschlossen sehen will. Im Lichte der Ergebnisse werde Luxemburg "vor Ende des Jahres entscheiden, ob und unter welchen Nebenbedingungen wir in den automatischen Informationsaustausch eintreten", sagte er in Brüssel. Luxemburg und Österreich fürchten bei einer Zusage zu schärferen EU-internen Regeln Nachteile im Wettbewerb mit anderen europäischen Finanzplätzen.

    Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann unterstütze den Austausch von Daten ausländischer Konten innerhalb der EU und wolle die Verhandlungen mit Drittstaaten vorantreiben, hieß es vor dem Gipfel aus Wien.

    EU macht Druck im Kampf gegen Steuerflucht
    EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verlangte am Dienstag nochmals ein schärferes Vorgehen gegen die Steuerflucht. Den EU-Staaten entgingen dadurch pro Jahr eine Billion Euro an Einnahmen. Die Regierungen sollten bis 2015 einen automatischen Informationsaustausch über alle Arten von Einkommen vereinbaren, sagte er vor dem Straßburger EU-Parlament. Er werde dem EU-Gipfel hierzu "eine politische Verpflichtung abringen", versprach Barroso. Die Kommission will den Staats- und Regierungschefs in Brüssel beim Steuerthema vorschlagen, nicht nur Zinseinkünfte aus Spareinlagen zu erfassen, sondern auch Einkommen aus Arbeit, Renten, Versicherungspolicen, Dividenden und Kapitalerträgen. Beschlossen ist bereits, von 2015 an im Rahmen eines Gesetzes zur gegenseitigen Amtshilfe Daten über Gehälter, Aufsichtsratsvergütungen und andere Einkünfte auszutauschen.

    Die Bundesregierung warnte vor zu großen Erwartungen an den Gipfel. "Kleine Schritte würden uns hier bereits voranbringen", sagte Außen-Staatsminister Michael Link am Rande von Beratungen in Brüssel.
    Quelle

    EU macht beim Kampf gegen Steuerbetrug ernst
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  5. #5
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.120
    Points
    6.806
    Level
    54
    Level completed: 28%, Points required for next Level: 144
    Overall activity: 48,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    Erneute Veröffentlichung von Steueroasen-Daten sorgt für Aufsehen
    Die in der Nacht auf Samstag online gestellte ICIJ Offshore Leaks Database veröffentlicht über 100.000 hoch brisante Datensätze steuerflüchtiger Personen aus mehr als 170 Ländern. Ziel ist die Bekämpfung von Korruption und Geldwäsche. Dies könnte auch für den nächste Woche stattfindenden G8-Gipfel zum Hauptthema werden.

    [img=350,right]https://darklight.to/picshare/images/454630offshorelinks.jpg[/img] Über 2,5 Millionen Datensätze über mehr als 130.000 Personen. Dies ist die vollständige Anzahl der Offshore-Leaks-Daten, die von anonymen Personen den Medien in über 40 Ländern übermittelt wurden. Ein Auszug wurde am Wochenende vom Internationalen Konsortium für investigativen Journalismus (ICIJ) veröffentlicht.

    Die Datensätze beinhalten Informationen über Offshore.Firmen, -Trusts oder -Stiftungen mit Sitz in Steueroasen wie den Cayman-Inseln, Singapur oder Cook-Island. In diesen Ländern werden besonders niedrige Steuern auf Einkommen und Vermögen gezahlt. So sind sie für viele Firmen lukrative Standorte, da sie auf diese Weise große Vermögenssummen am inländischen Fiskus vorbeischleusen können. Dass eine Firma in den Datensätzen genannt ist, bedeutet jedoch ausschließlich, dass sie ihren Sitz in einer Steueroase haben. Beteiligungen an Steuerbetrug oder ähnlichen korrupten Angelegenheiten kann man daraus jedoch nicht ohne weiteres ableiten.

    In dieser Angelegenheit mehr Transparenz zu schaffen, ist das Anliegen der ICIJ. Es handelt sich hierbei um einen Zusammenschluss von mehr als 150 Journalisten aus rund 60 Ländern, die sich die Erarbeitung und Veröffentlichung schwer zu fassender Themen zur Aufgabe gemacht haben.

    Sie beauftragten die Zeitung La Nación aus Costa Rica mit der Sammlung dieser Informationen und werteten diese dann systematisch aus. Die nun veröffentlichten Daten sind von jeglichen nicht das Thema betreffenden Informationen bereinigt und sollen allein der Aufklärung über Besitzverhältnisse der Firmen dienen.

    Die Veröffentlichung der Daten fand zu einem denkbar guten Zeitpunkt statt. Der Montag beginnende G8-Gipfel wird sich nun in großem Umfang mit der Problematik der Steuerflucht befassen müssen.
    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  6. #6



    Registriert seit
    Apr 2012
    Beiträge
    353
    Points
    346
    Level
    6
    Level completed: 92%, Points required for next Level: 4
    Overall activity: 1,0%
    Achievements:
    Social31 days registered250 Experience Points
    Also... ich hab ja auch schon öfter mal über eine solche Firmengründung nachgedacht und die Firmengründung erfolgt über Treuhänder und da kann sich die Behörde noch so auf'n Kopf stellen, wenn die Anleger es richtig gemacht haben finden die Behörden dort gar keine Verbindungen!

    Weil zum einen wissen sie das da Geld ist, kriegen es aber von da nicht weg
    und zum anderen wird als Inhaber des Kontos ein Treuhänder eingetragen der vermutlich auch auf der Insel lebt und von den US- oder EU-Richtlinien gar nicht betroffen ist.
    Und wenn die Leute 100.000 von Euros in irgendwelchen Ländern unterbringen werden sie garantiert ein paar tausend Euro springen lassen damit ein Treuhänder eingetragen wird und nicht sie selbst, sonnst wäre das Geld dort ja nicht sicher untergebracht!
    Ihr wollt DarkLight unterstützen? Dann kauft euch über einen dieser Links euren nächsten Account:
    Share-Online.biz - Uploaded.net


  7. #7
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.120
    Points
    6.806
    Level
    54
    Level completed: 28%, Points required for next Level: 144
    Overall activity: 48,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    "Eldorado für Geldwäscher"

    Diese Oase liegt in der Wüste – zu den größten Steueroasen gehört auch Deutschland.
    Foto: dpa
    Nicht allein die Karibikinseln sind die großen Steueroasen. Es sind die Industriestaaten in Europa und Amerika, wo das meiste Geld am Fiskus vorbei verdient und gewaschen wird. Auf dem Schattenfinanzindex des Netzwerks Steuergerechtigkeit landet Deutschland auf Platz acht der schlimmsten Steueroasen.

    Wenn es um Steueroasen geht, stellen sich viele Menschen die Palmen-Strände der Cayman-Inseln oder von Barbados vor, was den Frust auf die Steuerhinterzieher noch wachsen lässt. Doch nicht allein die Karibikinseln sind die großen Steueroasen dieser Erde. Es sind die Industriestaaten in Europa und Amerika, wo das meiste Geld am Fiskus vorbei verdient und gewaschen wird. Zu diesem Schluss kommt das internationale Netzwerk Steuergerechtigkeit, eine Nichtregierungsorganisation, die sich für Transparenz und Steuergerechtigkeit einsetzt. Auch Deutschland stellen die Aktivisten ein schlechtes Zeugnis aus. Auf ihrem neuesten „Schattenfinanzindex“ landet Deutschland auf Platz acht der schlimmsten Steueroasen, eine Position schlechter als im letzten Bericht aus dem Jahre 2011.

    Der vom Netzwerk Steuergerechtigkeit erstellte Index berücksichtigt zum einen das Maß an Transparenz, das in einem Land in Bezug auf das Finanzsystem besteht: Wie viele Informationen müssen Unternehmen den Behörden preisgeben? Wie effizient arbeiten die Steuerbehörden? Gibt es effektive Mechanismen zur Bekämpfung der Geldwäsche? Wie viele Informationen werden mit anderen Staaten ausgetauscht?

    Der zweite Faktor, mit dem der Index berechnet wird, ist der Anteil eines Landes am globalen Markt für grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen. Die These: Je bedeutender ein Staat auf diesen Markt ist, desto schlimmer wirken sich Defizite bei der Transparenz weltweit aus. Das erklärt, warum wirtschaftliche Schwergewichte wie die Vereinigten Staaten oder eben auch Deutschland in diesem Index zusammen mit den Cayman-Inseln unter den Top 10 der größten Steueroasen zu finden sind. Angeführt wird die Liste, auf der insgesamt 82 Länder und Gebiete aufgeführt sind, von der Schweiz und Luxemburg.

    Gravierende Regelungslücken in Deutschland
    In Deutschland bestehen nach Ansicht der Autoren große Defizite hinsichtlich der Transparenz. Die Bundesrepublik sei ein „Eldorado für Geldwäscher“, so die Mitautoren Markus Meinzer und Markus Henn. Schätzungen gingen davon aus, dass hierzulande jährlich zwischen 29 Milliarden und 57 Milliarden Euro „gewaschen“ würden. Dabei wird Schwarzgeld so in den Wirtschaftskreislauf eingespeist, dass es am Ende wie legal verdientes Geld erscheint.

    Konkret werden auch Deutschland gravierende Regelungslücken vorgeworfen. So fehle in der Bundesrepublik beispielsweise ein öffentliches Unternehmensregister mit Angaben zu den Personen, in deren Namen die Geschäfte tatsächlich gemacht werden („wirtschaftlicher Berechtigter“). Zudem arbeite die deutsche Steuerverwaltung ineffektiv, weil sie nicht zentral, sondern nur auf der Bundesländerebene organisiert sei.

    Schlechte Noten verdient Deutschland nach Ansicht des Netzwerkes Steuergerechtigkeit auch deshalb, weil die anonyme Abgeltungsteuer und eine ungenügende Aufsicht über das Glücksspiel die Geldwäsche erleichtern. Die neue Bundesregierung müsse hier dringend Abhilfe schaffen, forderten die Autoren des Berichts mit Blick auf die gerade laufenden Koalitionsverhandlungen.

    Platz 10 Japan, Platz 9 Jersey, Platz 8 Deutschland, Platz 7 Libanon, Platz 6 USA , Platz 5 Singapur, Platz 4 Cayman Islands, Platz 3 Hong Kong, Platz 2 Luxemburg, Platz 1
    Schweiz (Tax Justice Network)
    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  8. #8
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.120
    Points
    6.806
    Level
    54
    Level completed: 28%, Points required for next Level: 144
    Overall activity: 48,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    Korruption in Deutschland und Europa
    Jedes Jahr 120 Milliarden Euro Schaden
    Zum ersten Mal legt die EU-Kommission einen Korruptionsbericht vor. Deutschland bekommt zwar insgesamt ein recht gutes Zeugnis. Es werden aber auch Defizite benannt.

    Die Kommission fordert eine klare Regelung für den Wechsel von Politikern in die Wirtschaft. Zudem gibt es Bedenken bei der Wahlkampffinanzierung und der Wirksamkeit der Regeln gegen Abgeordnetenbestechung. "Was die Korruptionsbekämpfung betrifft, gehört Deutschland zu den besten Ländern der EU", sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström, die den Bericht vorlegte.

    Insgesamt betrifft das Thema Korruption alle EU-Mitgliedstaaten und kostet die EU-Wirtschaft jedes Jahr rund 120 Milliarden Euro. Sowohl Art und Umfang der Korruption als auch die Wirksamkeit der Korruptionsbekämpfungsmaßnahmen sei von Land zu Land aber sehr unterschiedlich.

    "Korruption untergräbt das Vertrauen der Bürger in die demokratischen Institutionen und den Rechtsstaat, schädigt die europäische Wirtschaft und vermindert die dringend benötigten Steuereinnahmen", erklärte Malmström.

    "Drehtür-Effekt" vermeiden
    Immer wieder wird in Deutschland über eine Karenzzeit für Politiker vor einem Wechsel in die Wirtschaft debattiert. Zuletzt stand dabei Ronald Pofalla (CDU) im Blickpunkt, weil der ehemalige Kanzleramtschef in den Vorstand der Deutschen Bahn wechseln will. Die EU-Kommission mahnte nun an, einen Weg zu finden, diesen "Drehtür-Effekt" zu vermeiden.

    Die Kommission beanstandet auch die rechtliche Situation zum Thema Abgeordnetenbestechung in Deutschland. Zwar hat die Bundesrepublik die Anti-Korruptions-Konvention der Vereinten Nationen im Jahr 2003 unterschrieben, ratifiziert ist das ganze bis heute nicht. Dafür müsste es auch schärfere gesetzliche Regelungen geben, denn bisher ist hierzulande nur der Kauf von Stimmen bei Wahlen oder Parlamentsabstimmungen strafbar, alles andere nicht. Bei Beamten sind die Regeln deutlich schärfer gefasst.

    Schon mehrfach gab es den Versuch, das Gesetz zu verschärfen, doch in der vergangenen Legislaturperiode blockierten Union und FDP entsprechende Versuche. Dabei war einer der Hauptinitiatoren für eine Gesetzesverschärfung ein Christdemokrat: Siegfried Kauder, der ehemalige Vorsitzende des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag. Doch Kauder hat sich nicht nur wegen dieser Frage mit seiner Partei überworfen und ist nun kein CDU-Mitglied mehr. Die Kritiker eines Gesetzes befürchten, dass dann schon die Annahme kleinster Gastgeschenke im Wahlkreis beispielsweise ein Problem wären. Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hatte einen eigenen Vorschlag unterbreitet. Er regte an, den Paragrafen 108e im Strafgesetzbuch zu verschärfen. Dieser regelt die Bestechung von Abgeordneten. Lammert wollte den Paragrafen um den Aspekt Vorteilsnahme erweitern. Doch auch er scheiterte. Problematisch ist auch Sicht einiger Rechtsexperten, dass es anders als in Deutschland in der UN-Konvention keine Unterscheidung von Amtsträgern und Mandatsträgern gibt. Abgeordnete sind demnach Mandatsträger und keine Amtsträger. Für Amtsträger gibt es schärfere Regeln. Mandatsträger aber, so die Begründung, können keine Einzelfallentscheidungen treffen, sondern immer nur Gesetze allgemeiner Art beschließen, was sie weniger anfällig für Korruption mache. Allerdings kritisierte auch der Bundesgerichtshof den Paragrafen 108e schon vor Jahren als "praktisch bedeutungslose symbolische Gesetzgebung".

    SPD und Union haben sich im Koalitionsvertrag nun auf die Formel: "Wir werden die Strafbarkeit der Abgeordnetenbestechung neu regeln" verständigt. Der Ball liegt bei den Fraktionen. Auch CSU-Chef Horst Seehofer hatte sich bereits im Wahlkampf für ein Gesetz ausgesprochen.

    Das Thema Karenzzeit wiederum liegt in der Hand der Bundesregierung. Sie soll einen entsprechenden Vorschlag erarbeiten. Den gibt es aber noch nicht. Schließlich müssen auch einige Fragen abgewogen werden: Welche Form soll die Regelung haben? Eine gesetzliche oder eine Art Selbstverpflichtung? Eine gesetzliche Regelung ist zwar eindeutig, hätte aber auch zur Folge, dass eine Karenzzeit von beispielsweise 18 Monaten für einen Wechsel auch bedeuten würde, dass die entsprechende Person 18 Monate weiter bezahlt werden müsste.

    "Dringender Handlungsbedarf"
    Christian Lange (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, sieht in dem Bericht einen Beleg dafür, dass es "dringenden Handlungsbedarf" gibt. "Das Parlament sollte wie im Koalitionsvertrag festgehalten, die Strafbarkeit von Abgeordnetenbestechung zügig neu regeln und ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen, damit wir mit Syrien und Nordkorea nicht einer der wenigen Staaten sind, die die Konvention noch nicht ratifiziert haben", sagte Lange dem Tagesspiegel. Auch der von der Kommission kritisierte Mangel an Regeln zur Vermeidung von Interessenskonflikten zwischen Politik und Wirtschaft sollte seiner Meinung nach rasch angegangen werden. "Nur ist hier aus meiner Sicht eine Selbstverpflichtung von 18 Monaten sinnvoller als ein Gesetz, weil es leichter umzusetzen ist und keine langwierigen und am Ende für den Staat kostspieligen juristische Auseinandersetzungen nach sich zieht", sagte Lange.

    Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Haßelmann, wiederum forderte gesetzliche Regelungen. "Der Anti-Korruptionsbericht der EU zeigt einmal mehr, dass wir dringenden Regelungsbedarf haben, wenn es um die Abgrenzung von Regierungstätigkeit und Lobbyismus geht. Wir brauchen endlich eine gesetzliche Regelung zur Karenzzeit", sagte Haßelmann. Die Grüne kritisierte die SPD wegen ihrer vermeintlichen Zögerlichkeit beim Thema Abgeordnetenbestechung. "Das UN-Abkommen gegen Korruption wartet seit zehn Jahren auf seine Ratifizierung, weil die Union sich gegen eine Verschärfung der Regelung zur Abgeordnetenbestechung sperrt. Der schwarz-rote Koalitionsvertrag enthält nur eine lasche, unverbindliche Formulierung zur Korruptionsbekämpfung. Es ist enttäuschend, wie sich die SPD hier einfach wegduckt."
    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  9. #9
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.120
    Points
    6.806
    Level
    54
    Level completed: 28%, Points required for next Level: 144
    Overall activity: 48,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    EU kippt Bankgeheimnis - Einigung auf neues Gesetz
    Im Kampf gegen die grenzüberschreitende Steuerflucht fällt in der EU das Bankgeheimnis für Ausländer.

    Die Mitgliedstaaten verständigten sich nach einem langen Tauziehen auf die Ausweitung des Informationsaustausches zwischen den Steuerbehörden der EU-Länder. „Wir haben endlich eine Einigung. Das ist ein wichtiger Durchbruch“, sagte ein EU-Diplomat am Mittwoch in Brüssel kurz vor dem EU-Gipfel.

    Gegen die Verschärfung des EU-Zinssteuergesetzes hatten sich Luxemburg und Österreich lange gesperrt. Bislang halten sie an ihrem Bankgeheimnis für EU-Ausländer fest und erheben stattdessen eine anonyme Quellensteuer von 35 Prozent.

    Die Verschärfung des Zinssteuergesetzes ist Thema beim EU-Gipfel am Donnerstag. Die Richtlinie regelt bis jetzt, dass Mitgliedstaaten einige Zinserträge von EU-Ausländern an die Steuerbehörden des jeweiligen Heimatlandes melden. Das reformierte Gesetz soll laut vorbereiteter Gipfel-Abschlusserklärung bereits in der kommenden Woche vom EU-Ministerrat förmlich verabschiedet werden.

    Künftig soll die Kommunikation zwischen den Steuerbehörden der EU-Staaten ausgeweitet werden, so dass ebenso Gewinne aus Lebensversicherungen oder Investmentfonds sowie Aktiendividenden berücksichtigt werden. Auch Drittländer wie die Schweiz sollen mit an Bord - die Verhandlungen dafür laufen. Den EU-Staaten entgeht nach Angaben der EU-Kommission jedes Jahr eine Billion Euro durch Steuervermeidung und Steuerbetrug.

    Die EU-Staatenlenker hatten bereits bei ihrem Gipfel im vergangenen Mai das Signal gegeben, das Ende des Bankgeheimnisses für EU-Ausländer einzuläuten. Die Verhandlungen bei den Finanzministern waren aber ausgesprochen kompliziert und es kam zu Verzögerungen. Die reformierte Zinsrichtlinie soll nach früheren Angaben zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.
    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  10. #10

    Registriert seit
    Jun 2012
    Beiträge
    133
    Points
    91
    Level
    1
    Level completed: 82%, Points required for next Level: 9
    Overall activity: 0%
    Achievements:
    7 days registered
    Was sagt denn eigentlüsch das land von alois naja sagen wir hitler zu?

    Dort liegt mehr kohle aus den arabüsch, rusüch, us raum zz...juhu wir haben die schweiz...naja geld wandert gerne nüsch...meins auch..

    Bitcoin is der hammer und nichT tod zu bekommen...habe nun mitlerweile aus 13 fast 17 gemacht...werde die aber nicht auscaschen....

    Und ja ich bin ein steuerhinterzieher!ich mache für leute schwarz gewisse arbeiten...mal ne mauer mauern oder hucken für nen fufi am tag...denkt nach ihr sünder


    Habe meine kohle zz in singapur

Lade weitere Posts
Seite 1 von 2 12 Letzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •