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    Europa - Rezession und Arbeitslosigkeit

    Krise in der Euro-Zone

    Europa wird zum Kontinent der Arbeitslosen

    Noch nie war in Zeiten der Währungsunion die Zahl der Arbeitslosen in den 17 Euro-Ländern so hoch: Mehr als 18 Millionen Menschen sind ohne Job. Verheerend ist die Lage vor allem in Südeuropas Krisenländern. In Spanien findet mehr als jeder zweite Jugendliche keine Arbeit mehr.

    Spanien, Griechenland, Portugal, Frankreich: Tausende von Menschen haben in diesen Tagen gegen Sparmaßnahmen ihrer Regierungen protestiert - allein in Frankreich waren es am Wochenende mehr als 80.000 Menschen.


    Das signalisiert, wie dramatisch die Zustände in vielen Ländern mittlerweile sind - was sich auch auch in den neuesten Arbeitslosenzahlen widerspiegelt: 18,2 Millionen Menschen waren im August in der Euro-Zone arbeitslos - 34.000 mehr als noch im Juli und 2,1 Millionen mehr als im August 2011.

    In der gesamten EU sind es sogar 25,5 Millionen Menschen, die mittlerweile ohne Arbeit sind. Die Quote liegt unverändert bei 11,4 Prozent in der Euro-Zone und bei 10,5 Prozent in der gesamten EU.

    Besonders betroffen ist Spanien, wo die Quote mittlerweile bei 25,1 Prozent liegt. Für Griechenland liegt lediglich der Wert vom Juni vor - da waren es bereits 24,4 Prozent. Noch verheerender ist die Lage bei den Jugendlichen: In Spanien liegt die Quote bei den Personen unter 25 Jahren bei 52,9 Prozent nach 52,7 Prozent im Monat zuvor. Noch schlechter dürfte es mittlerweile in Griechenland aussehen, wo bereits im Juni die Quote bei 55,4 lag.

    Rezession im dritten Quartal

    Es gibt derzeit wenig Hoffnung, dass sich an dieser Lage bald etwas ändert: Die Geschäfte der Industrie in den Euro-Ländern liefen im Sommerquartal so schlecht wie seit drei Jahren nicht mehr. Der sogenannte Einkaufsmanagerindex, mit dessen Hilfe Ökonomen anhand von Industrie-Kennziffern wie Auftragslage, Einkaufspreisen oder Beschäftigtenzahl die Entwicklung der Wirtschaft zu prognostizieren versuchen, stieg zwar im September um einen Punkt auf 46,1 Punkte. Das Barometer verharrte damit aber auch den 14. Monat in Folge unter der wichtigen Marke von 50 Zählern, ab der sich die Wirtschaft auf Wachstumskurs befinden soll.

    Es gilt nunmehr als wahrscheinlich, dass die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone im dritten Quartal erneut zurückgehen wird. Im ersten Jahresviertel hatte das Euro-Zonen-Bruttoinlandsprodukt, das die Wirtschaftleistung der Währungszone abbildet, noch stagniert, im Frühjahrsquartal war es um 0,2 Prozent geschrumpft.

    Zunehmend schwieriger wird die Situation vor allem in Frankreich. Dort lief es für die Industrie so schlecht wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Euro-Länder leiden unter einer schwachen Binnennachfrage, weil viele Regierungen im Kampf gegen die Schuldenkrise Steuern erhöht und Ausgaben gekürzt haben. Hinzu kommt die Flaute im Welthandel, die die Exporte belastet. Die Welthandelsorganisation WTO hat erst vor wenigen Tagen ihre Prognose für das globale Exportwachstum in diesem Jahr von 3,7 auf 2,5 Prozent gesenkt. Für 2013 wurde die Vorhersage von 5,6 auf 4,5 Prozent korrigiert.

    Pessimistischer Ministerpräsident

    Die griechische Wirtschaft dürfte nach Ansicht der Regierung im nächsten Jahr sogar schon zum sechsten Mal in Folge schrumpfen. Im Haushaltsentwurf für 2013 werde von einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 3,8 bis 4,0 Prozent ausgegangen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einem Regierungsvertreter.

    Nach einer gut einwöchigen Pause setzt die Geldgeber-Troika ihre Kontrollen in Griechenland fort. Der Bericht der Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB ) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist Voraussetzung für die Auszahlung einer nächsten Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro. Im Finanzministerium zeigte man sich am Montag besorgt, dass es erneut Meinungsverschiedenheiten und demnach auch Verspätungen geben könnte. Einer der wichtigsten Streitpunkte sei, dass die Troika auf eine sofortige Entlassung von 15.000 Staatsbediensteten poche. Athen dagegen plant eine Art Frührente für die Beamten.
    Quelle
    Geändert von salviner01 (01.11.14 um 18:27 Uhr) Grund: Defektes Bild und Videoentfernt
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    Die Eurozone fällt zurück in die Rezession

    Die Eurozone fällt zurück in die Rezession
    Die Schuldenkrise treibt die Eurozone erstmals seit 2009 wieder in die Rezession. Auch ein leichtes Wachstum der beiden Schwergewichte Deutschland und Frankreich konnte nicht verhindern, dass die Wirtschaft der 17 Mitgliedsstaaten im Sommer erneut schrumpfte. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Juli und September um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte.


    Euro glänzt nur noch matt.Bild: APA
    Bereits im Quartal davor schrumpfte die Wirtschaft um 0,2 Prozent. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Fachleute von einer Rezession.

    Während Deutschland und Frankreich als größte Volkswirtschaften des Währungsraums noch zulegen konnten, schrumpfte Österreichs Wirtschaft im abgelaufenen Vierteljahr. Das BIP verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent, und im Jahresabstand stagnierte die Wirtschaft, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) heute in seiner Schnellschätzung zum Zeitraum Juli bis September mit. Auch die Niederlande sind betroffen: Wegen einer Immobilienkrise und schrumpfender Exporte schrumpfte die Wirtschaft dort um 1,1 Prozent.

    Die Talfahrt in Krisenländern wie Spanien, Italien, Portugal und Griechenland ging unvermindert weiter. Wegen der Schuldenkrise und des harten Sparkurses in vielen Ländern sind die Aussichten für die Eurozone eher düster. "Dieser Rückfall in die Rezession ist hausgemacht", sagte Ökonom Paul de Grauwe von der London School of Economics. "Das ist das Ergebnis übertriebener Sparmaßnahmen in den südlichen Ländern und dem Unwillen der nördlichen Ländern, etwas anderes zu tun." Auch andere Experten äußerten sich skeptisch.

    Die Eurozone steht damit deutlich schlechter da als die USA. Die weltgrößte Volkswirtschaft legte um 0,5 Prozent zu, Japans Wirtschaft hingegen schrumpfte deutlich um 0,9 Prozent, das Wachstum in China schwächte sich zuletzt auf hohem Niveau ab. Auch die globale Konjunktur kühlt sich weiter ab, wie das Barometer für das Weltwirtschaftsklima des Ifo-Instituts im vierten Quartal signalisiert.
    Quelle
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    20 Millionen Arbeitslose in der Euro-Zone befürchtet
    Eine Analyse der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young prognostiziert für dieses Jahr einen Negativ-Rekord bei der Arbeitslosigkeit. Der Ausblick für Deutschland ist verhalten.

    Die Jobkrise in der Euro-Zone wird sich nach Prognose der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young im Jahr 2013 verschärfen. In der zweiten Jahreshälfte werde die Zahl der Arbeitslosen mit knapp 20 Millionen einen Rekordwert erreichen, heißt es in einer Studie. 2010 waren es lediglich 15,9 Millionen.

    Grund für den Anstieg ist die schwache Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach um 0,2 Prozent schrumpfen, nachdem es bereits 2012 um etwa 0,4 Prozent zurückgegangen ist. "Ein weiteres schwieriges Jahr liegt vor der Euro-Zone", sagen die Experten voraus.

    Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat 2012 sein bestes Jahr seit 1991 erlebt, ist zum Jahresende aber stärker in den Sog des europaweiten Wirtschaftsabschwungs geraten. Im Jahresdurchschnitt verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit (BA) knapp 2,9 Millionen Erwerbslose, fast 80.000 weniger als 2011.

    Die positive Bilanz ist dem guten Start im vergangenen Jahr zu verdanken. Im Jahresverlauf kippte das Bild, seit Oktober steigt die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich immer stärker an. Die Behörde stelle sich "auf ein schwieriges Jahr 2013" ein, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise.

    Schlechte Prognose für Griechenland
    Besonders düster sind die Prognosen für Griechenland. Die Wirtschaft dürfte um 4,3 Prozent einbrechen und erst 2015 wieder wachsen. Die Arbeitslosenquote soll deshalb in diesem Jahr auf 28 Prozent nach oben schnellen.

    Kaum besser sieht die Lage in Spanien aus. Hier rechnet Ernst & Young mit einer Arbeitslosenquote von 27 Prozent. Im dritten Quartal 2012 war die Quote auf den Rekordwert von 25 Prozent gestiegen.

    Aktuell ist die Arbeitslosigkeit in dem Euro-Krisenland zum ersten Mal seit Juli wieder gesunken. Die Zahl der bei den spanischen Behörden gemeldeten Arbeitssuchenden ging im Dezember um 1,2 Prozent oder 59.094 auf knapp 4,85 Millionen zurück. Wie das Arbeitsministerium in Madrid mitteilte, ist das der stärkste Rückgang aller Zeiten für den Monat Dezember.

    Jobzuwachs in den USA
    2014 dürfte die Währungsunion das Schlimmste hinter sich haben. Die Wirtschaft soll dann um 1,0 Prozent wachsen, 2015 sogar um 1,4 Prozent. "Das gilt jedenfalls, wenn die Verschuldungskrise in der Euro-Zone sich nicht durch unvorhergesehene Ereignisse wie etwa einen Austritt Griechenlands verschärft", schränken die Experten ein.

    Auf den Arbeitsmarkt dürfte sich die Stabilisierung aber erst mit Verzögerung auswirken. "So werden im Jahr 2014 in der Euro-Zone immer noch 19,6 Millionen Menschen ohne Job sein. Zwischen 2010 und 2014 wird die Zahl der Arbeitslosen damit um fast ein Viertel steigen."

    Die Privatwirtschaft der USA hat im Dezember weitaus mehr Jobs geschaffen als erwartet. Ihre Zahl legte um 215.000 zu, teilte die private Arbeitsvermittlung ADP am Donnerstag mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 133.000 gerechnet. Im November wurden nach oben korrigierten Angaben zufolge 148.000 neue Stellen geschaffen.
    Quelle


    Geändert von delle59 (26.11.14 um 19:26 Uhr)
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    Die Krise erreicht den Norden
    Die Euro-Zone verharrt in der Rezession. Die neuen Sorgenkinder heißen Frankreich und Niederlande.


    Trostlos: In südeuropäischen Ländern wie Spanien grassiert die Arbeitslosigkeit.
    Foto: getty/Pablo Blazquez Dominguez
    BRÜSSEL –

    In den 17 Staaten der Euro-Zone schrumpft die Wirtschaftsleistung sogar um 0,3 Prozent. Erst im kommenden Jahr soll es zu mehr Wachstum kommen. „Wir haben enttäuschende harte Zahlen von Ende des vorigen Jahres, aber etwas erfreulichere weiche Indikatoren aus jüngster Zeit“, so EU-Währungskommissar Olli Rehn bei der Vorstellung seiner Winterprognose.

    Die trug den Titel „Der Gegenwind wird langsam überwunden“. Wobei die Betonung auf langsam liegt. Die Arbeitslosigkeit steigt 2013 EU-weit auf zwölf Prozent - Rekordniveau. Rehn hält aber am Sparkurs fest. „Der noch nicht abgeschlossene Abbau von Ungleichgewichten“, belaste gegenwärtig noch das Wachstum, heißt das in seiner Sprache. Noch etwas ist bemerkenswert.

    Nicht allein der kriselnde Südens macht Europa Sorgen, auch Frankreich und Holland werden das Defizitziel dieses Jahr verfehlen. Die Krise frisst sich gen Norden. Es wird einsam um den Leuchtturm Deutschland. Ein Blick auf Europas neue Problemzonen.

    Frankreich ist das neue Sorgenkind in der EU. Das hat es nun schriftlich. Nur magere 0,1 Prozent Wachstum lautet Rehns Prognose für 2013. Das Etatdefizit beträgt 3,7?Prozent der Wirtschaftsleistung, weit über den angestrebten 3,0 Prozent. Das birgt Probleme. Das erste hat Olli Rehn. Er könnte nun ein Defizitverfahren gegen Frankreich eröffnen, an deren Ende Strafzahlungen stehen. Könnte, denn es gibt Ausnahmen, etwa bei besonderen Belastungen. Rehn drückte sich am Freitag vor einer Entscheidung. Er werde diese Frage „erst im Mai aufgreifen, wenn die Frühjahrsprognosen vorliegen“. Frankreich erhält also vorerst noch ein wenig Zeit.

    Für Frankreichs Staatspräsident François Hollande sind die Probleme dringlich. Es nütze nichts, an einem Ziel festzuhalten, wenn man es nicht erreichen kann – hat er sich zuletzt dagegen gewehrt, das Defizitziel als gottgegeben zu begreifen. Rehn aber gibt klar zu verstehen, dass „wichtige strukturelle Reformen notwendig sind, weil die Wachstumschancen gering sind“. Erste Reformen, wie Steuererleichterungen für die Wirtschaft, hat Hollande angestoßen, bei Reformen am Arbeitsmarkt gibt es Kritik von seiner Parteilinken.

    Merkel will Defizitziel einhalten

    Erst in dieser Woche lehnte ein US-Investor die Übernahme eine Reifenfabrik in Frankreich ab. Die Arbeiter würden nur drei Stunden arbeiten, klagte er und teilte Industrieminister Arnaud Montebourg per Brief mit. „Sie können ihre Arbeiter behalten.“ Frankreich steht vor schwierigen Wochen.

    Ebenso wie Kanzlerin Angela Merkel. Die deutsche Regierungschefin pocht darauf, das Defizitziel einzuhalten. In ihren Analysen zur Euro-Krise wird stets auf das deutsche und französische Ignorieren der Maastricht-Kriterien nach 2003 als Ursache verwiesen. Es wird also spannend wie Rehn im Mai entscheidet.

    Die Niederlande sind neu in den Fokus der Kommission geraten. Das Wachstum ist schwach, die Arbeitslosigkeit steigt. Der private Konsum sank im letzten Quartal 2012 zum achten Mal in Folge, er ist nun auf dem Stand des Jahres 2003. Ursache ist die Krise am Immobilienmarkt. Erst im Januar musste die Regierung die Immobilienbank SNS Reaal verstaatlichen. Die geschätzten Kosten von rund zehn Milliarden Euro treiben die Schuldenquote des Staates in die Höhe. Die Niederlande, Heimat von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und Merkels Verbündeter im Kampf für strikte Etatpolitik in Europa, werden daher das Maastricht-Kriterium für das Defizit in diesem Jahr verfehlen.

    Slowenien ist ein stiller Krisenfall. Auch hier schlummert eine Bankenkrise. Weitere Gelder um die Banken zu stützen, könnten notwendig sein, heiß es in Rehns Bericht. Das Land fiel im letzten Halbjahr 2012 in die Rezession zurück. Ein kleiner, aber ein weiterer Krisenherd im Herzen Europas.

    Deutschland bleibt der Musterschüler in Europa, das belegen die Zahlen. Das Etatdefizit liegt bei 0,2?Prozent, das Wachstum, in diesem Jahr mit 0,5 Prozent bescheiden, werde 2014 anziehen, so Rehn. Doch wird es um den Musterschüler einsam angesichts der Lage in den anderen Staaten. Und selbst das Vorbild kennt kleine Schwächen. Die Kommission wünscht eine stärke Binnennachfrage der deutschen Verbraucher. Die anderen EU-Staaten hoffen das auch. Doch wird die Last allmählich ein bisschen schwer für den Kraftprotz in Europa.
    Quelle


    Geändert von delle59 (26.11.14 um 19:28 Uhr)
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    EU kann ihre Rechnungen kaum noch bezahlen
    Im Haushalt der Europäischen Union klafft eine Milliardenlücke. Der zuständige Kommissar fordert einen Nachtragshaushalt – dann wäre das Budget so hoch wie nie zuvor.


    Das Budget der EU bis 2020: Die Bauern sind nach wie vor die größten Profiteure
    Foto: Infografik Die Welt
    Im EU-Haushalt für dieses Jahr klafft nach Berechnungen der EU-Kommission ein Loch von gut elf Milliarden Euro. Ein Nachtragshaushalt über diese Summe sei notwendig, um noch offene Rechnungen des vergangenen Jahres und noch nicht gedeckte Zahlungen für 2013 zu begleichen, erklärte Haushaltskommissar Janusz Lewandowski.

    Die Lücke sei so groß, weil die EU-Staaten die Mittel in den vergangenen Jahren zu stark begrenzt hätten. Deshalb hätten sich unbezahlte Rechnungen aufgetürmt. Diese würden auch nicht verschwinden, wenn die EU den Kopf in den Sand stecke, sagte Lewandowski. Mit dem Nachtrag würde das Budget für 2013 auf 144 Milliarden Euro steigen – das wäre der bisher höchste Jahreshaushalt.

    Der größte Teil des zusätzlichen Finanzbedarfs entfällt auf Strukturfonds, mit denen Wachstum und Beschäftigung gefördert wird. Für Bildung und Studienförderung wird ein Zuschuss von 126 Millionen Euro gebraucht.

    Erasmus-Programm in der Klemme
    Sollten die Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament den Nachtragshaushalt nicht bewilligen, könnten in diesem Jahr weniger Studenten mit dem Erasmus-Programm gefördert werden, warnte die Kommission.

    Die Einigung über einen Nachtragshaushalt ist auch eine Bedingung des Parlaments für seine Zustimmung zum Finanzrahmen für die Jahre 2014 bis 2020. Die Mitgliedsstaaten sind beim mittelfristigen Haushaltsplan erstmals auf die Zustimmung des Parlaments angewiesen.

    Auf ihrem Gipfel im Februar hatten sich die Staaten nach langen Verhandlungen auf das komplexe Zahlenwerk geeinigt. Als Grenze für die Verpflichtungsermächtigungen legten sie 960 Milliarden Euro fest.

    In dieser Höhe können Projekte zugesagt werden, die zum Teil erst nach 2020 finanziert werden müssen. Die tatsächlich absehbaren Zahlungen sollen sich auf 908 Milliarden Euro belaufen.
    Quelle
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    Wegen hoher Arbeitslosigkeit
    Uno warnt vor sozialen Unruhen in Europa
    Die Arbeitslosigkeit ist wegen der Rezession in vielen europäischen Ländern merklich gestiegen. Die Vereinten Nationen warnen vor sozialen Unruhen - und fordern weniger Sparpolitik.


    Demonstrationen gegen die Sparpolitik gibt es auch in Spanien.
    © dpa
    Die Vereinten Nationen sehen wegen der schweren wirtschaftlichen Rezession in vielen europäischen Ländern offenbar ein erhöhtes Risiko sozialer Unruhen. Dies sei Ergebnis einer Analyse der Arbeitsmarktexperten der Uno, die an diesem Montag vorgestellt werde, berichtet der „Spiegel“.

    Die zu den Vereinten Nationen gehörende Internationale Arbeitsorganisation (ILO) gehe davon aus, dass das Risiko vor allem in Ländern wie Zypern, Griechenland, Portugal und Italien stark gestiegen sei. In Deutschland, Finnland und Belgien hingegen sei es hingegen gesunken. Die ILO messe das Risiko mit einem speziellen Indikator, der derzeit um zwölf Prozentpunkte höher liege als vor Ausbruch der Finanzkrise.

    Geringere Jugendarbeitslosigkeit nur in Deutschland
    Die Studie hebe hervor, dass die Beschäftigung in lediglich fünf der 27 EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, wieder über dem Niveau von vor der Krise liege. Deutschland sei zudem das einzige Land, in dem die Jugendarbeitslosigkeit seit dem Jahr 2008 gesunken sei.

    Die ILO mache vor allem die Sparpolitik, die den Krisenländern verordnet wurde, für den Anstieg der Arbeitslosigkeit in der EU auf inzwischen 26 Millionen Menschen verantwortlich. Die Euro-Staaten hätten zu viel Wert darauf gelegt, ihre Haushalte zu sanieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die ILO schlage vor, bei der künftigen Krisenpolitik mehr Rücksicht auf Arbeitsplätze zu nehmen. Konkret fordere sie etwa eine Beschäftigungsgarantie für junge Leute.
    Quelle

    Arbeitslosigkeit im Euroraum auf Rekordhoch
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    Folge der Massenarbeitslosigkeit: Uno warnt vor sozialen Unruhen in Europa
    Die Wirtschaftskrise in Europa erhöht die Gefahr sozialer Unruhen. Zu diesem Ergebnis kommt die Internationale Arbeitsorganisation der Uno. Vor allem die harte Sparpolitik in vielen Ländern habe die Lage verschlimmert.


    Arbeitslose in Griechenland (Archivbild): In vielen Staaten Europas sieht es schlecht aus. DPA
    Genf - Fünf Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise ist die Arbeitslosenquote in vielen Industriestaaten deutlich gestiegen - und somit auch das Risiko sozialer Unruhen. Europa sei von dieser Entwicklung besonders stark betroffen, schreiben die Uno-Experten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in ihrem Weltarbeitsmarktbericht 2013. Deutschland allerdings gehört laut den Angaben zu den wenigen Ländern, in denen die Beschäftigungsrate höher ist als vor der Finanzkrise.

    Weltweit werde die Zahl der Menschen ohne Job von jetzt 200 Millionen bis 2015 um acht Millionen ansteigen, warnt die ILO in ihrem am Montag vorgelegten Bericht. Das Risiko sozialer Unruhen sei in 46 von 71 untersuchten Volkswirtschaften gewachsen. Vor allem in der Europäischen Union habe sich diese Gefahr - nach einem Index mit Faktoren wie Arbeitsmarktlage, Lebensstandard und Vertrauen in die jeweilige Regierung - von durchschnittlich 34 Prozent im Jahr 2006 auf 46 Prozent im Jahr 2012 erhöht.

    "Wir brauchen einen auf Jobs und produktive Investitionen fokussierten globalen Aufschwung sowie besseren sozialen Schutz für die ärmsten und verwundbarsten Gruppen", sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder zur der Vorlage der Umfangreichen Studie der UN-Sonderorganisation in Genf. "Und wir müssen gegen die soziale Ungleichheit vorgehen, die in vielen Teilen der Welt größer wird."

    Maßgeblich schuld ist laut ILO die teils dramatische Sparpolitik. Sie führt häufig zu steigender Arbeitslosigkeit: "Die Zunahme des Unruherisikos in der Europäischen Union ist wahrscheinlich ein Ergebnis der politischen Reaktionen auf die Staatsschuldenkrise und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen sowie deren Wahrnehmung von Wohlstand", heißt es in dem Bericht.

    So befinde sich die Euro-Zone seit dem dritten Quartal 2011 in einer Rezession, die Arbeitslosigkeit habe dort die Rekordhöhe von mehr als zwölf Prozent erreicht. Zugleich gehe die Einkommensschere in der Währungsunion weiter auseinander. "Dieses düstere wirtschaftliche Szenario hat ein fragiles Umfeld geschaffen, in dem immer weniger Menschen Möglichkeiten sehen, einen guten Job zu bekommen und ihren Lebensstandard zu verbessern", heißt es in dem Bericht.

    Deutschland als positives Beispiel
    Am stärksten habe die Gefahr von Unruhen in Zypern, Tschechien, Griechenland, Italien, Portugal, Slowenien und Spanien zugenommen. Deutschland gehört zu den Ländern mit deutlich gesunkenem Unruherisiko. Überhaupt bekommt die Bundesrepublik im Wahljahr 2013 von der Uno-Sonderorganisation Traumnoten: Die Beschäftigungsrate - der Anteil aller Menschen im arbeitsfähigen Alter, die einen Job haben - sei in Deutschland von 54,7 Prozent Ende 2007 auf 57,1 Prozent Ende 2012 gestiegen.

    Zwischen 2007 und 2012 seien in der Bundesrepublik mehr als zwei Millionen neue Jobs geschaffen worden - "verglichen mit 2,7 Millionen Jobs, die im selben Zeitraum in der EU insgesamt verloren gingen". Die einst relativ hohe deutsche Arbeitslosenrate sei heute eine der geringsten in der EU; die Jugendarbeitslosigkeit betrage 7,7 Prozent gegenüber 23,5 Prozent in der EU. Allerdings gebe es Defizite hinsichtlich der Qualität der Jobs. So sei der Anteil von Beschäftigten mit niedrigsten Löhnen oder in Zeitarbeit in der Bundesrepublik nicht weiter zurückgegangen.

    Eine positive Entwicklung verzeichneten im EU-Raum auch die Arbeitsmärkte in Österreich, Ungarn, Luxemburg, Malta, Polen und Rumänien. Auch dort liegen die Beschäftigungsraten über dem Vorkrisen-Niveau. Hingegen seien sie in Zypern, Griechenland, Portugal und Spanien in den letzten zwei Jahren um jeweils drei Prozentpunkte gesunken. Insgesamt müssten in den 27 EU-Ländern fast sechs Millionen neue Jobs entstehen, allein um das Niveau der Beschäftigung vor der Krise wieder zu erreichen.

    Im weltweiten Vergleich zeigt sich laut ILO immer stärker ein Ungleichgewicht bei der Arbeitsmarktlage: Während die Mehrzahl der europäischen und anderer industrialisierter Länder immer noch mit den Krisenfolgen ringe, gehe in aufstrebenden Volkswirtschaften und vielen Entwicklungsländern der Aufschwung weiter.
    Quelle


    Weltarbeitsmarktbericht 2013: UN-Organisation warnt vor Unruhen durch Arbeitslosigkeit

    70 Milliarden Euro für die Jugend
    Trotz Fachkräftemangels Ältere Arbeitslose haben kaum Chancen auf einen Job
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    EU-Gipfel: Finanzrahmen bis 2020 steht
    Nach einigem Hin und Her haben sich die EU-Staatenlenker in der Nacht endgültig auf die Finanzplanung für die kommenden sieben Jahre geeinigt. Am Schluss hatten Einwände Großbritanniens noch einmal für Wirbel gesorgt.


    EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy bestätigte die Einigung am frühen Freitagmorgen nach mehrstündigen Beratungen. "Die Antwort ist positiv", sagte er.

    Einwände von Großbritannien hatten zuvor für Spannungen bei dem Treffen der Staatenlenker gesorgt. Der britische Regierungschef David Cameron äußerte Bedenken wegen des "Briten-Rabatts". London erhält seit 1984 einen Abschlag auf seine EU-Zahlungen, weil es vergleichsweise wenig von den Agrartöpfen der Union profitiert. Zuletzt belief sich der Rabatt auf 3,6 Milliarden Euro pro Jahr.

    Cameron wehrte sich dem Vernehmen nach gegen mögliche Einbußen von bis zu zehn Prozent durch Änderungen bei der Bemessungsgrundlage. Einen Ausweg fand der Gipfel nach den Worten von Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker in Form eines neuen Zugeständnisses. Beschlossen wurde nun, dass Großbritannien 200 Millionen Euro mehr Rabatt als bisher bekommen solle, so Juncker.

    Merkel lobt Einigung
    Die grundsätzliche Einigung im Haushaltsstreit war erst am Donnerstagmorgen erzielt worden. Zuvor hatte es monatelange Verhandlungen zwischen den Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament gegeben.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Einigung. "Das ist von ganz zentraler Bedeutung, um vor allem etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu tun", sagte Merkel. In der Debatte über den Rabatt für Großbritannien habe es eine "zufriedenstellende Lösung" gegeben.

    Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit
    Mit der Einigung auf den künftigen Finanzrahmen von 2014 bis 2020 in Höhe von 997 Milliarden Euro haben die Staats- und Regierungschefs auch den Weg freigemacht, um milliardenschwere Hilfen zugunsten arbeitsloser Jugendlicher in Europa früher als geplant auszuzahlen. Demnach sollen die im Haushalt dafür vorgesehenen sechs Milliarden Euro bereits in den kommenden zwei Jahren ausgegeben werden.

    Durch eine in den Verhandlungen mit dem EU-Parlament beschlossene Flexibilisierung des Budgets könnten die Mittel für die Initiative für Jugendbeschäftigung sogar auf "insgesamt acht Milliarden Euro anwachsen", sagte Ratspräsident Van Rompuy.

    "Jugendliche sollen merken, dass wir was tun"
    Kleine und mittlere Unternehmen sollen mit günstigen Krediten unterstützt werden. Vorgesehen ist zudem eine sogenannte Jugendgarantie. Damit soll Jugendlichen binnen vier Monaten nach Ende ihrer Ausbildung oder nach einem Jobverlust ein Angebot für eine neue Stelle, einen Ausbildungsplatz oder zumindest ein Praktikum vorgelegt werden.

    "Wir müssen Menschen in Arbeit bringen", betonte Bundeskanzlerin Merkel. "Und da dürfen wir nichts Falsches versprechen." Die große Zahl jugendlicher Arbeitsloser wieder in Arbeit zu bringen, werde "eine Zeit dauern", fügte die Kanzlerin hinzu. "Aber schön wäre, die Jugendlichen in Europa merken mal, dass wir was tun."

    Europaweit haben mehr als 5,6 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren keinen Job. Besonders schlimm ist die Lage in Spanien und Griechenland, wo die Quote bei 56 beziehungsweise sogar knapp 63 Prozent liegt.
    Quelle

    Europas Jobgarantie für junge Erwachsene
    Geändert von delle59 (26.11.14 um 19:30 Uhr)
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    Deutschland hat zweitgrößten Niedriglohn-Sektor Europas

    Deutschland hat den zweitgrößten Niedriglohnsektor in Europa. Nur in Litauen erhalten mehr Menschen einen Niedriglohn. Die Hartz-IV-Reformen haben diese Entwicklung begünstigt. Auch Vollzeitarbeit schützt nicht vor geringen Einkommen. Frauen und Teilzeitbeschäftigte sind sich jedoch besonders stark unter den Geringverdienern vertreten.


    Seit 1990 hat die Lohnungleichheit in Deutschland stetig zugenommen. Mit den Arbeitsmarktreformen, die in Deutschland in Zusammenhang mit der Agenda 2010 durchgeführt wurden, hat sich dieser Trend verfestigt. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab, „für Deutschland eine besonders starke Ungleichheit der Löhne aus abhängiger Erwerbsarbeit, zumindest in der unteren Hälfte der Lohnverteilung.“

    Arbeitnehmer werden dem Niedriglohnsektor zugeordnet, wenn ihr Lohn zwei Drittel des durchschnittlichen Nettolohns (Median) unterschreitet und auch hier schneidet Deutschland schlecht ab. Die Ergebnisse beziehen sich auf das Jahr 2010. Die Lohnungleichheit unter Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Deutschland ist größer als in fast allen anderen Ländern der EU. Die Harzt-IV-Gesetze hätten diese Beschäftigungsentwicklung „begünstigt“, so die Studie.

    Deutschland profitiert derzeit von einem weitgehend flexibilisierten Arbeitsmarkt. Die Kündigungsschutzregeln wurden gelockert und neue Möglichkeiten für befristete Arbeitsverhältnisse wurden geschaffen. Von den flexiblen Beschäftigungsregeln sollten vor allem die Unternehmen profitieren, zumal geringfügige Beschäftigungen von der Sozialversicherunspflicht ausgenommen wurden.

    Das Niveau der Beschäftigung ist infolgedessen gestiegen. Allerdings wurden auch tiefgreifende Einschnitte bei den Sozialleistungen vorgenommen, vor allem die Einführung des ALG-II, das auf Sozialhilfe-Niveau angesiedelt ist.

    In Deutschland muss fast jeder Vierte von einem Niedriglohn leben (24,1%). Nur in Litauen werden noch mehr Menschen gering entlohnt (27,5%). Auf dem dritten Platz liegt Zypern, gefolgt von Bulgarien, Großbritannien und Polen (siehe Grafik). Die Länder mit den kleinsten Niedriglohnsektoren sind Belgien, Frankreich, Italien sowie die skandinavischen Länder.

    In Deutschland sind vor allem Teilzeitbeschäftigte (40,1%) besonders häufig im Niedriglohnbereich tätig. Die Minijobber (11%) sind in Deutschland so stark vertreten wie in keinem anderen Land. Aber auch Vollzeitbeschäftigung garantiert keine hohen Löhne. Im europäischen Vergleich hat Deutschland die sechsthöchste Quote der Vollbeschäftigten (19,5%), die einen geringen Lohn erhalten.

    Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer und beziehen daher auch häufiger Niedriglöhne. Im europäischen Vergleich arbeiten in Deutschland die meisten Frauen im Niedriglohnsektor (32,4%). Bei den Männern sind es gerade mal 16,7 Prozent. Dieser Kontrast ist in keinem anderen Land so deutlich ausgeprägt.

    Auch der Anteil der Geringqualifizierten (44,5%) – Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium – ist in Deutschland höher als im Rest Europas. In Deutschland sind es mehr als die Hälfte der befristet Beschäftigten, die Vergütungen unterhalb der Niedriglohnschwelle erhalten.

    Etwas mehr als ein Drittel der Niedriglohnarbeiter arbeiten in Kleinbetrieben. Besonders hoch sind die Quoten im Handel, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen. Bessere Verdienstmöglichkeiten gibt es hingegen in größeren Betrieben und in den Branchen des verarbeitenden Gewerbes sowie im Öffentlichen Dienst.

    Einerseits sollten die Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 Anreize bieten, eine neue Arbeit aufzunehmen. Sei es durch verbesserte Vermittlung oder durch Weiterbildungsmaßnahmen. Durch sie entwickelte sich aber auch einer der größten Niedriglohnsektoren in Europa, der zwar neue, aber nur wenige stabile Arbeitsverhältnisse geschaffen hat. Dies kritisierte zuletzt auch Belgien.

    Wie hoch die Arbeitslosigkeit in Deutschland wirklich ist, ist umstritten. Durch die Einführung der Harzt-IV-Gesetze hat sich auch die Zählung der Arbeitslosigkeit geändert. Menschen im Niedriglohnsektor gelten zwar nicht als arbeitslos, können aber oft nicht von ihrer Arbeit leben.
    Quelle
    Geändert von salviner01 (01.11.14 um 18:30 Uhr)
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    Niedriglohn in Europa

    Sorry Delle, wenn ich dir hier widersprechen muss.

    Ich bin beruflich in ganz Europa unterwegs. Daher sehe ich die Lohnentwicklung in Europa. Das Diagramm im vorhergehenden Beitrag ist etwas verwirrend. Dort wird nur der Vergleich mit den Durchschnittslöhnen im eigenen Land verglichen. Aber in den kleinen eliptischen Kreisen, wird der wahre Durchschnittslohn pro Stunde geschildert. Durchschnitt Deutschland 9,54€. Durchschnitt Ungarn 1,86€. Was ist da wohl mehr Niedriglohn. In Ungarn z.B. sind die Verbraucherpreise ähnlich wie bei uns. Backwaren und Gemüse werden dir dort zwar hinterher geschmissen, aber sobald es in Richtung LUXUS wie WURSTWAREN oder Alltagsgegenstände geht, sind die Preise wie in Deutschland. Die Menschen müssen dort leben, wie die ärmsten Schweine. Die Leute die bei uns Hartz IV bekommen, haben mehr Geld zur Verfügung (incl. Miet- und Heizzuschuss, Kleidergeld, ...) als die, die dort unten 50 Stunden pro Woche arbeiten. Klar hat nicht jeder die Gelegenheit andere Länder kennenzulernen, aber man sollte sich schon bewusst sein wie schön, wir Deutschen es doch haben. :heart:
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
    Albert Einstein (1879-1955)

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