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    [ST] NSA / BND Spionageaffäre / Snowden / WikiLeaks

    UN fordert Internet-Überwachung zur Terrorismus-Bekämpfung
    Die Vereinten Nationen (UN) fordern eine stärkere Überwachung des Internets zum Ziel der effektiveren Terrorismus-Bekämpfung. Dies geht aus einem am heutigen Montag in Wien veröffentlichten UN-Bericht mit dem Titel "The Use of the Internet for Terrorist Purposes" ("Die Nutzung des Internets für terroristische Zwecke") hervor.

    In dem 148 Seiten starken Bericht des "UN Office on Drugs and Crime" (UNODC) heißt es, Terroristen nutzten soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook, aber auch andere Dienste wie YouTube oder Dropbox zur Verbreitung von "Propaganda". "Potentielle Terroristen nutzen hochentwickelte Kommunikations-Technologie, oftmals in Form des Internet, um relativ anonym und mit relativ geringen Kosten ein weltweites Publikum zu erreichen," erklärte UNODC-Sprecher Jurij Fedotow anlässlich der Veröffentlichung des Berichtes.

    Laut Bericht ist es für die Ermittlungsbehörden weltweit ein großes Problem, dass "ein international anerkanntes Abkommen über die Speicherung von bei Internet-Providern gesammelten Daten" fehle. In Europa gibt es mit der umstrittenen, aber von der EU vorgeschriebenen Vorratsdatenspeicherung bereits ein derartiges Abkommen. Für die USA und die Mehrheit der anderen UN-Mitgliedsstaaten gilt dies jedoch nicht.

    Die Forderungen des UNODC-Berichtes gehen jedoch über die in Europa vorgeschriebene Form der Vorratsdatenspeicherung - die Deutschland derzeit aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht umsetzt - hinaus. Nach Ansicht der UNODC wäre es wünschenswert, dass bestimmte Websites - insbesondere die Anbieter von Instant Messaging und Internet-Telefonie (VoIP) - Logs der über den Dienst geführten Gespräche archivieren. In der EU werden dagegen bislang nur reine Verbindungsdaten, keine Inhalte der Kommunikation, gespeichert.

    Daneben fordert die UNODC noch weitere Maßnahmen, die bei Bürgerrechtlern und Datenschützern auf wenig Gegenliebe stoßen dürften. So soll für die Nutzung von öffentlichen WLANs demnächst eine Registrierung erforderlich sein.

    Bislang handelt es sich bei den von der UNODC als wünschenswert angesehenen Maßnahmen um reine Empfehlungen. Ob und in welchem Umfang diese tatsächlich umgesetzt werden, ist derzeit noch vollkommen ungewiss. Klar ist jedoch: Sollte tatsächlich versucht werden, diese Form der Überwachung in die Tat umzusetzen, wird dies für erhebliche Diskussionen sorgen.
    Quelle
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    [ST] NSA Spionageaffäre/Snowden/PRISM/Tempora/BND/XKeyscore

    Da wir jetzt auch noch den Fall Snowden haben und das ganze mit dem US-Militär und der NSA zusammenhängt, mach ich mal nen Sammelthread nur für die beiden auf, alles also hier rein.
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    Whistleblower Snowden und Manning: Die neuen Weltverbesserer
    Sie setzen ihre Existenz aufs Spiel, obwohl sie aus ihrem Handeln keinen persönlichen Profit ziehen. Sogenannte Whistleblower wie Edward Snowden und Bradley Manning decken Skandale in US-Militär und Geheimdiensten auf - weil sie sich von der Politik im Stich gelassen fühlen.

    "Ich bin nur ein ganz normaler Typ ohne besondere Fähigkeiten, der jeden Tag in seinem Büro sitzt und sieht, was passiert." Der Mann, der ein beispielloses Überwachungsprogramm des US-Geheimdienstes NSA aufgedeckt hat, spielt seine Rolle herunter. In seinem ersten Interview nach Bekanntwerden des Prism-Projekts wirkt Edward Snowden abgeklärt und souverän. Ein Mann, der sich der Tragweite seines Handelns voll bewusst ist, der aber auch deutlich macht, dass die Weitergabe der geheimen Dokumente fast kinderleicht war.

    Die Prism-Enthüllung ist der vierte große Skandal innerhalb von drei Jahren, der Amerikas Militär- und Sicherheitsapparate erschüttert.

    # Im April 2010 veröffentlichte die Enthüllungsplattform WikiLeaks Videoaufnahmen, die zeigen, wie US-Kampfhubschrauber 2007 in Bagdad vorsätzlich zwölf Zivilisten töteten.

    # Ein halbes Jahr später folgte bei WikiLeaks die Veröffentlichung von US-Botschaftsdepeschen.

    # Im April 2011 stellte die Plattform geheime Unterlagen über das Gefangenenlager Guantanamo online.

    [img=200,left]https://darklight.to/picshare/images/249image_503812_galleryV9.jpg[/img] Für diese Enthüllungen war der US-Soldat Bradley Manning verantwortlich. Die geheimen Daten schöpfte er während seiner Stationierung im Irak ab. Ähnlich wie Snowden im Geheimdienstapparat nahm Manning in der Militärhierarchie keine besonders herausragende Position ein. Er war gerade einmal im Rang eines Obergefreiten und hatte dennoch Zugang zu hochsensiblen Informationen.

    Snowden sucht die Öffentlichkeit
    Die Fälle von Snowden und Manning zeigen das Dilemma, in dem staatliche Institutionen, aber auch große Unternehmen stecken. Im Zeitalter der digitalen Datenverarbeitung können sie gewaltige Datenmengen sammeln, speichern und intern auf Knopfdruck zugänglich machen. Dies führt aber gleichzeitig dazu, dass die geheimen Dokumente ziemlich leicht in die Hände Dritter gelangen können.

    [img=200,right]https://darklight.to/picshare/images/699image_223476_galleryV9.jpg[/img] Daniel Ellsberg musste Ende der sechziger Jahre die als "Pentagon-Papiere" bekannt gewordenen Dokumente über den Vietnam-Krieg noch in mühevoller Fleißarbeit kopieren. Eine Informationssammlung, die sich über Jahre hinzog und nur möglich war, weil Ellsberg hochrangiger Pentagon-Beamter und Berater von Verteidigungsminister Robert McNamara war. Ellsberg spielte die Unterlagen damals der "New York Times" und der "Washington Post" zu.

    Anders als Manning und Ellsberg hat Snowden nach seiner Enthüllung selbst gezielt den Weg in die Öffentlichkeit gesucht. Es ist ihm wichtig, über seine Motive für die Aufdeckung des Spionageprogramms zu sprechen. "Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der so etwas möglich ist", sagte Snowden dem "Guardian". "Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage und tue, aufgenommen wird." Er betrachte die Weitergabe der Unterlagen daher auch nicht als Straftat. Die Regierung habe den Spielraum für eine Einflussnahme der Öffentlichkeit auf die Geheimdienste in den vergangenen Jahren kontinuierlich eingeschränkt, argumentiert Snowden.

    Parlamente geben Geheimdiensten einen Freibrief
    In der Tat können die Abgeordneten in den Vereinigten Staaten ihrer Aufgabe, die Arbeit der Sicherheitsdienste zu überwachen, kaum noch nachkommen. Sechs Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verabschiedete der Kongress mit nur einer Gegenstimme den Patriot Act, der die Bürgerrechte maßgeblich einschränkte und den Geheimdiensten weitreichende Befugnisse gab. Seither können US-Behörden auch ohne richterliche Genehmigung Telefone und E-Mail-Korrespondenzen überwachen.

    Trotzdem äußerten sich in der vergangenen Woche viele Parlamentarier überrascht darüber, dass der Geheimdienst NSA offenbar Verbindungs- und Positionsdaten sämtlicher In- und Auslandsgespräche sammelt. Doch es findet sich sowohl bei Republikanern als auch Demokraten kaum ein Politiker, der über die Sammelwut der Geheimdienste erbost ist. Stattdessen richtet sich ihr Zorn in erster Linie gegen den Whistleblower Snowden.

    Schon nach den WikiLeaks-Enthüllungen über den Irak-Krieg und die Zustände in Guantanamo kreiste die politische Debatte in den USA nicht darum, ob die Vereinigten Staaten dort gegen Menschenrechte verstoßen und die Werte ihrer eigenen Verfassung mit Füßen treten. Stattdessen standen die Suche nach dem Verräter der geheimen Informationen und die Frage nach einer Bestrafung Mannings im Mittelpunkt der Debatte.

    Solange Whistleblower wie Snowden und Manning den Eindruck haben, dass Politik und Gerichte ihre Aufgabe, die Bürgerrechte zu schützen, nicht adäquat erfüllen, werden sie selbst brisante Daten an Medien weitergeben. Die Informanten selbst zahlen dafür einen hohen Preis: Manning droht eine lebenslange Gefängnisstrafe, Snowden stellt sich darauf ein, sein Leben auf der Flucht vor den US-Behörden im Exil zu verbringen.
    Quelle
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    BND will Internet-Überwachung massiv ausweiten

    100-Millionen-Programm: BND will Internet-Überwachung massiv ausweiten

    BND-Zentrale in in Pullach: Suche nach verdächtigen Inhalten. DPA
    Trotz des Skandals um das US-Spähprogramm Prism plant der Bundesnachrichtendienst, das Internet stärker zu überwachen. 100 Millionen Euro sollen nach SPIEGEL-Informationen investiert werden - geplant sind technische Aufrüstung und die Einstellung von bis zu hundert neuen Mitarbeitern.

    Berlin - Der Name ist umständlich, das Ziel ist eindeutig: Mit dem "Technikaufwuchsprogramm" will der Bundesnachrichtendienst (BND) nach Informationen des SPIEGEL deutlich stärker als bislang das Internet überwachen. 100 Millionen Euro kostet das Programm, das sich über die kommenden fünf Jahre streckt. In einer ersten Tranche hat die Bundesregierung bereits fünf Millionen Euro freigegeben.

    Geplant sind demnach der Ausbau der Abteilung "Technische Aufklärung" mit bis zu 100 neuen Mitarbeitern und in großem Umfang der Aufbau neuer Rechen- und Serverkapazitäten.

    Der Auslandsgeheimdienst treibt das Programm trotz des Abhörskandals des US-Geheimdienstes NSA und dessen Spähprogramm Prism voran. Mit den neuen Kapazitäten möchte der BND - ähnlich wie die NSA - sicherstellen, dass der grenzüberschreitende Datenverkehr möglichst umfassend überwacht werden kann.

    Im G-10-Gesetz ist festgelegt, dass der Geheimdienst bis zu 20 Prozent der Kommunikation zwischen der Bundesrepublik und dem Ausland auf verdächtige Inhalte prüfen darf. An zentralen Knotenpunkten des deutschen Internets wie in Frankfurt am Main unterhält der Dienst eigene Räume, um Zugriff auf die Daten zu haben. Die Auswertung erfolgt vor allem in Pullach. Aufgrund technischer Probleme werten die Beamten bislang aber nur knapp fünf Prozent der E-Mails, Telefongespräche, Facebook-Konversationen oder Skype-Unterhaltungen aus.

    Anders als die NSA speichert der deutsche Geheimdienst allerdings nicht sämtlichen Internetverkehr auf Verdacht, sondern siebt die Kommunikation nur. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) rechtfertigt gegenüber dem SPIEGEL die Netzüberwachung: "Natürlich müssen auch unsere Nachrichtendienste im Internet präsent sein." Der Staat müsse dafür sorgen, "dass wir Kontrollverluste über die Kommunikation von Kriminellen durch neue rechtliche und technologische Mittel ausgleichen".

    Merkel soll mit Obama über NSA-Skandal sprechen
    Friedrich hatte am Samstag die USA vor deutscher Kritik an dem Vorgehen der NSA verteidigt. "So geht man nicht mit Freunden um, die im Kampf gegen den Terrorismus unsere wichtigsten Partner sind", sagte der Minister der "Welt am Sonntag". Deutschland sei von Datenzulieferungen aus den USA abhängig.

    Tatsächlich gibt es seit Jahren im Anti-Terror-Kampf einen regen Datenaustausch zwischen deutschen und amerikanischen Diensten, manch ein Anschlag hierzulande ist nicht zuletzt aufgrund von US-Informationen verhindert worden.

    Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) lässt eine solche Rechtfertigung aber nicht gelten - sie hat die USA für die weltweite Auswertung der Daten von Internetnutzern scharf kritisiert. Auch Vertreter der Opposition fordern, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse beim Besuch von US-Präsident Barack Obama in der kommenden Woche in Berlin eine harte Position einnehmen. Innenminister Friedrich ließ Obamas Regierung über den US-Botschafter bereits eine Liste mit 16 Fragen zu dem Thema zukommen.

    Der Computerexperte Edward Snowden hatte den Zeitungen "Guardian" und "Washington Post" Dokumente zu Prism übermittelt. Mit dem geheimen Überwachungsprogramm hat sich die NSA Zugang zu Daten großer Internetkonzerne wie Facebook, Google, Microsoft, Apple, Yahoo und AOL verschafft. Der Geheimdienst kann so das Kommunikationsverhalten von Netznutzern weltweit auswerten. Die betroffenen Unternehmen bestreiten aber, dass der Geheimdienst direkten Zugriff auf ihre Server hat.

    Facebook veröffentlichte am Freitag erstmals Details zu Anfragen der US-Behörden: Im zweiten Halbjahr 2012 seien 9000 bis 10.000 Anfragen der US-Behörden eingegangen. Bei den Anfragen, die rund 18.000 bis 19.000 Konten auf dem sozialen Netzwerk betrafen, sei es sowohl um Fälle vermisster Kinder, gewöhnliche Kriminalfälle als auch um Terrordrohungen gegangen. Facebook teilte nicht mit, wie oft es den Anfragen entsprach.
    Quelle
    Geändert von delle59 (01.12.14 um 08:14 Uhr)
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    Weitere Enthüllung durch Snowden-Dokumente
    Briten sollen G-20-Gipfelteilnehmer ausgespäht haben
    Telefonanrufe abgehört, E-Mails kontrolliert: Der britische Geheimdienst soll 2009 Teilnehmer zweier G-20-Gipfel in London überwacht haben. Das berichtet der "Guardian" unter Berufung auf Dokumente von NSA-Whistleblower Snowden. Selbst Verbündete sollen betroffen gewesen sein. Der Zeitpunkt der Enthüllung könnte für die britische Regierung kaum unangenehmer sein - lädt sie doch heute zum G-8-Gipfel.


    GCHQ-Zentrale in Cheltenham: Schwere Vorwürfe gegen Geheimdienst. Foto: REUTERS
    Der britische Geheimdienst hat einem Zeitungsbericht zufolge 2009 die Teilnehmer zweier G-20-Gipfeltreffen in London ausgespäht. So seien Computer überwacht und Telefonanrufe abgehört worden, berichtete der Guardian am Sonntag unter Berufung auf Dokumente des Ex-US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.

    Einige Delegationen seien auch dazu gebracht worden, Internetcafés zu nutzen, die zuvor vom Geheimdienst eingerichtet worden seien. So habe man den E-Mail-Verkehr überwachen können. Durchgeführt worden sei die Überwachung vom Government Communications Headquarters, dem britischen Gegenstück zum US-Geheimdienst NSA.

    Mit der Aktion habe die britische Regierung offensichtlich einen Verhandlungserfolg beim Gipfeltreffen sicherstellen wollen, heißt es in dem Bericht. Ziele von Spähattacken seien auch Delegationen langjähriger Verbündeter wie Südafrika oder die Türkei gewesen.

    Der Zeitpunkt der Enthüllung dürfte für die britische Regierung äußerst unangenehm sein: Sie ist Gastgeber des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten, das an diesem Montag in Nordirland beginnt.

    Der Guardian stützt sich in seiner Berichterstattung auf als streng geheim klassifizierte Dokumente, die von NSA-Whistleblower Edward Snowden stammen sollen. Der Techniker Snowden hatte als als externer Dienstleister Zugang zu Informationen des US-Militärgeheimdienstes NSA. Vor etwa einer Woche hatte er die fragwürdige Überwachungspraxis Prism der USA bekannt gemacht.
    Quelle
    Geändert von delle59 (01.12.14 um 08:14 Uhr)
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    Prism-Skandal: Apple nennt Zahl der Datenabfragen durch US-Behörden
    Nach Microsoft und Facebook hat auch Apple nun die Zahl der Nutzerdaten-Anfragen durch US-Behörden veröffentlicht. Geheime Abfragen werden nicht einzeln aufgeführt, sollen sich aber in den Zahlen wiederfinden. Es geht um Tausende Kundenkonten.


    Apple-Logo: Unternehmen verraten ihre Nutzer an die Regierung. REUTERS
    Cupertino - Nach Facebook und Microsoft hat auch Apple Zahlen zu Anfragen der US-Behörden nach Nutzer-Informationen veröffentlicht. Demnach erhielt der iPhone-Konzern in den sechs Monaten von Dezember 2012 bis Ende Mai dieses Jahres zwischen 4000 und 5000 solcher Anträge. Davon seien 9000 bis 10.000 Kunden-Konten mit Apple-Geräten betroffen gewesen, berichtete Apple am Montag.

    Den Internet-Unternehmen ist es seit dem Wochenende erlaubt, auch bisher geheime Anfragen mit Bezug zur nationalen Sicherheit in die Statistik aufzunehmen. Mehr als solche Größenordnungen in Tausender-Schritten dürfen die Unternehmen nicht veröffentlichen. Die Zahlen enthalten alle Anfragen von Sicherheitsbehörden insgesamt, von der Anfrage eines Dorfsheriffs bis hinauf zu Ersuchen von FBI und NSA. Google geht das nicht weit genug, der Konzern will auch die Staatssicherheitsanfragen einzeln beziffern können.

    Apple betonte, bei dem Großteil der Behörden-Anfragen gehe es um Polizeiarbeit, wenn etwa nach verschwundenen Kindern gesucht werde oder es gelte, einen Selbstmordversuch zu verhindern.

    Ortungsdaten in "nicht identifizierbarer Form"
    Zugleich versucht der Konzern, Datenschutz-Sorgen seiner Kunden zu zerstreuen. So seien alle Nachrichten in dem hauseigenen Messaging-Dienst iMessage verschlüsselt und auch Apple habe keinen Zugriff auf die Inhalte. Das gleiche gelte für den Videochat-Service FaceTime. Außerdem speichere Apple nicht in "identifizierbarer Form" Daten zu Aufenthaltsorten von Kunden, Suchen in Kartendiensten oder Fragen an den persönlichen Assistenten Siri.

    Microsoft hatte am Wochenende bekanntgegeben, im zweiten Halbjahr 2012 habe man zwischen 6000 und 7000 Anfragen erhalten, die zwischen 31.000 und 32.000 Konten betroffen hätten. Auch in diesen Zahlen seien sowohl Anfragen zu Kriminalfällen als auch solche mit Bezug zur nationalen Sicherheit enthalten.

    Im Microsoft-Transparenzbericht für das Jahr 2012 ist von insgesamt 11.073 Anfragen von US-Behörden für das gesamte Jahr die Rede, 24.565 Personen oder Accounts seien davon betroffen gewesen. Grob geschätzt wären das also etwa 5500 Anfragen zu 12.250 Accounts pro Halbjahr.

    Im Vergleich dazu wirkt die nun enthüllte Zahl von 6000 bis 7000 für ein Halbjahr nicht übermäßig groß - das spräche dafür, dass die Zahl der bislang geheimen Anfragen sich etwa in der Größenordnung von 500 bis 1500 bewegt. Gleichzeitig berichtet Microsoft nun aber von 31.000 bis 32.000 nur in diesem Halbjahr betroffenen Personen oder Accounts, also fast 20.000 mehr als nach dem eigentlichen Transparenzbericht im Halbjahr in etwa betroffen waren. Stimmen all diese Zahlen, wäre die Anzahl der geheimen Datenabfragen bei Microsoft vergleichsweise klein - die Anzahl der jeweils von einer einzelnen Abfrage betroffenen Accounts aber relativ hoch.

    Die Zeitungen "Guardian" und "Washington Post" hatten geheime Dokumente veröffentlicht, nach denen der US-Geheimdienst NSA in großem Stil Nutzerdaten bei amerikanischen Internet-Unternehmen abgreift. Auch der Informant Edward Snowden berichtete, dass er sich bei der NSA einfach Zugriff zu allen möglichen Nutzerdaten habe verschaffen können.

    Die Firmen bestreiten vehement einen direkten Zugriff der Behörden auf ihre Server und betonen, dass Daten nur auf Gerichtsbeschluss übergeben würden. Über einen Teil dieser Beschlüsse dürfen die Unternehmen allerdings keine Angaben machen - sie sind geheim. Für die Unternehmen ist die Situation höchst unangenehm: Ihre Kunden fühlen sich verraten und ausspioniert, weil die sehr persönlichen Daten aus den Netz-Diensten offenbar dem US-Geheimdienst zur Verfügung gestellt werden. Die Konzerne forderten deshalb von der US-Regierung die Möglichkeit, die Zahl der Anfragen zu nennen, um einem Gefühl der digitalen Totalüberwachung jedes Nutzers entgegenzuwirken.
    Quelle
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    NSA-Hacker verursachen weltweit Systemabstürze
    Der NSA-Whistleblower spricht über die tägliche Praxis der US-Geheimdienste und die Folgen für die Angegriffenen. Er bekräftigte, dass er von seinem NSA-Rechner aus an die elektronischen Kommunikationsdaten von jedem kommen konnte.

    Der NSA-Whistleblower Edward Snowden hat die Hackerpraktiken des Geheimdienstes kritisiert. Er habe keine US-Operationen gegen legitime miltärische Ziele offengelegt, sagte Snowden in einer Fragerunde des britischen Guardian. "Ich wies darauf hin, wo die NSA zivile Infrastruktur wie Universitäten, Krankenhäuser und private Unternehmen hackt, weil das gefährlich ist." Diese offen aggressiven kriminellen Handlungen seien falsch, egal gegen welches Ziel. Wenn der NSA während der Hackeroperationen "technische Fehler" unterliefen, würden "kritische Systeme zum Absturz gebracht".

    Der US-Kongress habe den betroffenen Ländern nie den Krieg erklärt, die meisten seien sogar Verbündete der USA. "Aber die NSA betreibt Netzwerk-Operationen gegen sie, die Millionen unschuldige Menschen betreffen. Und wofür? Damit wir Zugang zu Computern in einem Land bekommen, mit dem wir gar nicht in Konflikt stehen." Die Öffentlichkeit habe ein Recht dazu, zu wissen, was die Regierung in ihrem Namen macht.

    Er sei in die Öffentlichkeit gegangen, damit die Regierung die Enthüllung nicht beenden könne, indem sie ihn "inhaftiert oder ermordet. Die Wahrheit kommt ans Licht, und das kann nicht mehr aufgehalten werden."

    Die Analysten der US-Geheimdienste und Ermittlungsbehörden NSA, FBI, CIA, DIA und andere hätten vollen Zugriff auf Nutzerdaten, sogenannte Signals Intelligence, sagte Snowden. Sie hätten vollen Zugriff "auf alles, was sie wollen", dazu gehörten Telefonummern, E-Mail-Adressen, Nutzer-IDs oder IMEIs. Bestehende Restriktionen könnten jederzeit geändert werden. Die Überprüfungen der Geheimdiensttätigkeit seien oberflächlich, unvollständig und einfach durch gefälschte Freigaben zu umgehen.

    Nicht nur für den britischen Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) gelte, dass nur 5 Prozent der getätigten Überwachungszugriffe wirklich ausgewiesen und geprüft würden.

    Snowden bekräftigte, dass er vom seinem Schreibtisch bei der NSA jede Person abhören und ihre elektronische Kommunikation ausspionieren konnte.
    Quelle

    Edward Snowden: Informelle Asyl-Anfrage in Island
    Hero oder Zero?
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    Snowden landet in Moskau
    Während seiner spektakulären Flucht rund um die Welt erreicht der Prism-Enthüller Edward Snowden Moskau. Von Hongkong kommend möchte er weiter nach Lateinamerika reisen. Die US-Regierung fordert seine Auslieferung. Bei seiner Flucht bekommt er Hilfe von Wikileaks-Experten.

    Der von den USA gesuchte Geheimdienstspezialist und Informant Edward Snowden ist an Bord einer Maschine der russischen Fluggesellschaft Aeroflot in Moskau gelandet. Das Flug mit der Nummer SU213 sei auf dem großen Hauptstadt-Airport Scheremetjewo gelandet, teilte der Flughafen am Sonntag mit. Die Passagiere landeten auf dem Terminal F. Russische Medien berichteten von zahlreichen Reportern in der Ankunftshalle.

    Von dort werde er zu einem dritten Ziel reisen, berichtete die "South China Morning Post" auf ihrer Website. Laut russischer Medienberichte will er nach Lateinamerika weiterfliegen. So führe seine Route über die kubanische Hauptstadt Havanna nach Venezuela. Ob Venezuela das von den Wikileaks-Experten angesprochene Asylland ist, wurde nicht deutlich. Die USA haben Snowden wegen Spionage angeklagt und fordern seine Festnahme sowie seine Auslieferung.

    Rechtsexperten von Wikileaks haben Snowden offenbar geholfen, in einem "demokratischen Land" politisches Asyl zu bekommen. Das verbreitete die Enthüllungsplattform im Kurznachrichtendienst Twitter. Auch habe Wikileaks bei seiner "sicheren Ausreise" aus Hongkong geholfen. Details wurden nicht genannt. Der Gründer der Enthüllungsplattform, Julian Assange, fand vor einem Jahr Zuflucht in der Londoner Botschaft Ecuadors und lebt seither dort.

    USA spionieren China aus
    Vor seiner erneuten Flucht hatte Snowden den nächsten Skandal enthüllt. Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) soll Millionen chinesischer Mobilfunknachrichten sowie wichtige Datenübertragungsleitungen der Tsinghua-Universität in Peking ausspioniert haben. 2009 habe es auch Angriffe auf Computer von Pacnet in Hongkong gegeben, die seither aber eingestellt wurden, berichtete Snowden in einem Interview der Zeitung "South China Morning Post". Pacnet ist Betreiber eines der größten Glasfasernetze in der Asien-Pazifik-Region und wickelt auch Internetverkehr mit den USA ab.

    Mit den Angriffen auf die renommierte Tsinghua-Universität in Peking zielte der Abhördienst auf eines der sechs großen Netzwerke des Landes, das Bildungs- und Forschungsnetzwerk CERNET, das dort angesiedelt ist. Es war einst das erste Internet-Netzwerk in China und hat sich zum größten Forschungsnetz entwickelt. Bei dem jüngsten Angriff im Januar seien allein an einem Tag mindestens 63 Computer und Server der Universität gehackt worden, berichtete Snowden.

    Der Abhördienst habe auch Mobilfunkanbieter in China angegriffen, um SMS-Kurznachrichten abzufangen, so Snowden weiter. Solche Kurznachrichten über Handy sind in China ein besonders beliebtes Kommunikationsmittel. Im vergangenen Jahr wurden nach offiziellen Angaben fast 900 Milliarden SMS verschickt. Zuvor hatte der Ex-Geheimdienstmitarbeiter schon enthüllt, dass auch die chinesische Universität in Hongkong angegriffen worden sei, die die Zentrale des Internetverkehrs in der Hafenmetropole ist.

    USA verlangen Snowdens Auslieferung
    Die mutmaßlichen US-Spähaktivitäten in China sind nun der dritte Skandal, den Snowden enthüllt. Er hatte im Mai den "Guardian" und die "Washington Post" über das Programm Prism informiert, mit dem der NSA die Daten von Internetkonzernen wie Google und Facebook absaugt. Erst am Wochenende hatte der "Guardian" unter Berufung auf Snowden über eine systematische Bespitzelung von Telefon- und Internetnutzern durch den britischen Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) berichtet. GCHQ soll ein noch viel umfangreicheres Abhörprogramm betreiben als die USA. Der Abhördienst könne täglich bis zu 600 Millionen Telefonverbindungen erfassen.

    Angesichts jahrelanger Vorwürfe der USA, dass chinesische Hacker in Netzwerke und Computer in den USA eindringen, hatte die Regierung in Peking immer beteuert, dass China selbst Opfer großangelegter Computerspionage sei. Die Enthüllungen Snowdens stützten die chinesische Argumentation, weil plötzlich die USA als Täter darstünden, meinten Diplomaten in Peking.

    Pekings amtliche Nachrichtenagentur Xinhua erhob in einem Kommentar schwere Vorwürfe gegen die USA. Die Enthüllungen zeigten, dass sich die USA, die sich lange als unschuldiges Opfer von Cyberattacken dargestellt hätten, als "größter Schurke unserer Zeit" entpuppt hätten, hieß es. Washington müsse reinen Tisch machen. "Es schuldet China und anderen Ländern, die es ausspioniert haben soll, eine Erklärung."

    Berlin äußert sich zurückhaltend
    Zum Bericht über die Datenüberwachung durch britische Behörden, der am Samstag veröffentlicht wurde, will die Bundesregierung vorerst keine Bewertung abgeben. "Die Bundesregierung nimmt den Zeitungsbericht sehr ernst. Sie wird der Angelegenheit nachgehen und zum gegebenen Zeitpunkt dazu Stellung nehmen", sagte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger reagierte dagegen alarmiert. "Die Vorwürfe gegen Großbritannien klingen nach einem Alptraum à la Hollywood", sagte die FDP-Politikerin in Berlin. "Die Aufklärung gehört sofort in die europäischen Institutionen."

    Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte der "Welt am Sonntag", die Regierung in London müsse ihre europäischen Partner umfassend und schnell unterrichten. "Wenn das berichtete Ausmaß der Datenüberwachung so stimmt, wäre dies nicht akzeptabel." Zur Abwehr terroristischer Gefahren seien zwar große Anstrengungen notwendig. "Auf der anderen Seite müssen die Rechte der Bürger gewahrt werden." Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte dem Blatt gar, der Kampf gegen den Terrorismus rechtfertige keine flächendeckende Überwachung der gesamten Kommunikation.

    Der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Steffen Bockhahn, äußerte indes den Verdacht, dass die Bundesregierung mit ihren Geheimdiensten an dem Geschäft der Datenerfassung und des Datenaustausches beteiligt sei. "Es liegt die Vermutung nahe, dass sie andere Regierungen nicht besonders scharf kritisiert, weil sie Gleiches oder Ähnliches tut", sagte Bockhahn.
    Quelle


    Geändert von delle59 (01.12.14 um 08:13 Uhr)
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    Netz-Spähsystem Tempora: Der ganz große britische Bruder

    Netz-Spähsystem Tempora: Der ganz große britische Bruder

    Das umstrittene US-Spähprogramm Prism? Ist harmlos im Vergleich dazu, in welchem Umfang ein britischer Geheimdienst unter dem Codenamen Tempora weltweit das Internet ausspioniert - und damit auch deutsche Nutzer. Doch selbst Datenschutzaktivisten halten das Vorgehen für legal.

    Hamburg/London - Die Aufregung war riesig, als bekannt wurde, dass die National Security Agency (NSA) im Rahmen ihres unter US-Präsident Barack Obama initiierten Spähprogramms Prism die Kunden von Telefon- und Internetfirmen ausleuchtet - Big Barack is watching you. Doch Brit Brother tut genau dies auch. Und in mancher Hinsicht scheint die Überwachung durch die britischen Netzspione viel umfassender zu sein als die der Amerikaner.

    Der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) mit Hauptsitz in Cheltenham späht - so ein Bericht der Zeitung "Guardian" - im ganz großen Stil den weltweiten Telefon- und Internetverkehr aus. Er zapft dafür die Glasfaserkabel an, durch die der transatlantische Datenverkehr abgewickelt wird.

    Ob ein Telefonat mit Freund oder Freundin, eine Stippvisite auf Facebook oder eine E-Mail an den Chef: Die Briten hören und lesen mit. Und zwar in einem Ausmaß, das Edward Snowden zu dem Urteil kommen lässt, sie seien "schlimmer als die USA". Er nannte die Spähaktion, die unter dem Codenamen Tempora läuft, "das größte verdachtslose Überwachungsprogramm in der Geschichte der Menschheit".

    192-mal die British Library

    Der US-Amerikaner dürfte eine Ahnung davon haben, denn er hatte vor einigen Wochen weltweit für Aufregung gesorgt, als er dem "Guardian" und der "Washington Post" Informationen über Prism zuspielte und sich deswegen nun offenbar in Hongkong versteckt hält, um der Strafverfolgung der US-Behörden zu entgehen. Ihm wird unter anderem Diebstahl von Regierungseigentum und der Verrat von Informationen über die Landesverteidigung vorgeworfen. Und nun fütterte er den "Guardian" auch mit dem Material zu Tempora.

    Wie Snowden zu seiner Einschätzung kommen mag, machen einige Zahlen deutlich: Mehr als 200 der wichtigen Glasfaserverbindungen sollen die Briten angezapft haben, um den Datenstrom von mindestens 46 davon gleichzeitig überwachen zu können. Insgesamt gebe es 1600 solcher Verbindungen, die GCHQ plane, sich Zugriff auf 1500 davon zu verschaffen.

    Die Kommunikation von Hunderten Millionen Menschen ist davon betroffen, auch die deutscher Internetnutzer. Inhalte würden bis zu drei Tage lang gespeichert, Metadaten - also etwa IP-Adressen, Telefonnummern, Verbindungen und Verbindungszeiten - bis zu 30 Tage. Die bisher angezapften Kabel hätten laut "Guardian" theoretisch die Kapazität, 21 Petabyte am Tag zu übermitteln - was hieße, die geschätzt 150 Millionen in der British Library versammelten Bücher 192-mal am Tag durch die Kabel zu jagen.

    Stolze Spione

    Demgegenüber nimmt sich das US-amerikanische Spähprogramm Prism fast bescheiden aus: Die US-Unternehmen Microsoft, Apple, Facebook und Yahoo haben vor kurzem grobe Angaben über die Zahl von Behördenanfragen im Rahmen von Prism veröffentlicht. Der iPhone-Konzern Apple zählte in den sechs Monaten von Dezember 2012 bis Ende Mai dieses Jahres zwischen 4000 und 5000 solcher Anträge, Yahoo erreichten in dieser Zeit zwischen 12.000 und 13.000 Anfragen. Und Facebook kam auf 9000 bis 10.000 Anfragen im zweiten Halbjahr 2012, Microsoft meldet zwischen 6000 und 7000 Anfragen im selben Zeitraum.

    Während die NSA mit Prism also relativ gezielt gegen - aus ihrer Sicht - mögliche Verdächtige vorgeht, ist Tempora eher eine Art gigantischer Datenstaubsauger, der alles schlucken will. Das britische Programm ist zudem älter: Der GCHQ begann offenbar bereits vor fünf Jahren mit dem Anzapfen der Transatlantikkabel, wie der "Guardian" berichtet.

    Entsprechend groß ist das Selbstbewusstsein der Briten: Zwei Jahre später brüstete sich der GCHQ bereits damit, den größten Internetzugang der "Five Eyes" zu haben, der Spionageallianz zwischen Australien, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und den USA. Nicht einmal der US-Dienst NSA würde derart viele Verbindungsdaten sammeln, die laut "Guardian" seit etwa 18 Monaten nun auch gezielt ausgewertet werden.

    Die Schnüffler kontrollieren sich selbst

    Ein vom "Guardian" nicht namentlich genannter hochrangiger Jurist des GCHQ soll, als er US-amerikanische Geheimdienstkollegen von der NSA zur Nutzung der gewonnenen Daten instruierte, betont haben: "Wir haben ein leichtes Kontrollsystem im Vergleich zu den USA." Was er damit gemeint haben könnte, erschließt sich, wenn man bedenkt, dass der Datenverkehr inhaltlich kaum in Gänze mitgelesen werden kann, die Netzspione also sowohl aus pragmatischen als auch aus gesetzlichen Gründen anhand definierter Suchkriterien die Datenmengen durchforsten.

    Eine anonyme Quelle berichtet dem "Guardian", dass der Fokus dabei auf vier Themenkomplexen liegt: "Sicherheit, Terror, Organisiertes Verbrechen. Und wirtschaftliches Wohlergehen." Zumindest der letztgenannte Punkt aber wirkt reichlich weit interpretierbar; mit etwas Kreativität dürfte es den Geheimdienstlern im Zweifel nicht sonderlich schwerfallen, sich unter Bezug auf diese Kategorie weitreichende Befugnisse herbeizudefinieren.

    Erschwerend kommt hinzu, dass der GCHQ zwar alle sechs Monate zu erneuernde, sogenannte Certificates des britischen Außenministeriums benötigt, um das Netz zu scannen - inwieweit sich der Geheimdienst aber an eben diese Certificates hält, bewertet nur eine interne Kontrollinstanz des Geheimdiensts. Deren diesbezügliche Bewertungen sind ebenfalls geheim.

    Die britische Regierung hält laut Außenminister William Hague das Tempora-Programm dennoch für legal - der "Guardian" beschreibt en détail, welche "juristischen Schlupflöcher" genutzt werden, um die gewaltige Überwachungsmaßnahme zu rechtfertigen. Offenbar scheint sich zumindest innenpolitisch auch wenig Widerspruch gegen diese Lesart des britischen Rechts zu regen.

    Britische Datenschutzaktivisten reagierten zwar schockiert, scheinen aber ebenfalls von der grundsätzlichen Legalität überzeugt - und forderten daher eine Überarbeitung der entsprechenden Paragrafen. Shami Chakrabarti von der Menschenrechtsorganisation Liberty warf dem GCHQ in der BBC immerhin vor, sich selber eine "sehr großzügige Auslegung der Gesetze" zu erlauben. Und Nick Pickles von der Gruppe Big Brother Watch sagte, Großbritannien komme einer "zentralen Datenbank all unserer Internetkommunikation" gefährlich nahe; dies müsse "dringend im Parlament diskutiert werden".

    Ob die Briten oder die Amerikaner die übleren Netzschnüffler sind, ist letztlich aber wohl eher eine sportliche Frage, da beide Staaten im Rahmen der "Five Eyes"-Kooperation zusammenarbeiten. Im Falle von Tempora bedeutet das: Von den 550 Analysten, die damit beschäftigt sein sollen, in dem riesigen Datenwust nach nützlichen Informationen zu suchen, sollen 250 vom US-Geheimdienst NSA stammen.

    Quelle


    Britische Internet-Überwachung: Freund liest mit
    Überwachungsprogramm Tempora: Es geht um unsere Freiheit
    Geändert von salviner01 (21.12.14 um 11:43 Uhr)
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    Lange Nase aus Moskau
    Moskau genießt die Verärgerung der USA über die mangelnde Kooperation. Die Beziehungen der beiden Länder sind ohnehin eher schlecht.


    Schon 2010 installierte Barack Obama im Rücken Dmitri Medwedews eine Abhörwanze.
    Bild: dpa
    Die russisch-amerikanischen Beziehungen bewegen sich seit Langem um den Gefrierpunkt. Der Neustart im bilateralen Verhältnis, den Präsident Barack Obama und der damalige Kremlchef Dmitri Medwedjew 2009 in Gang zu setzen versuchten, wurde nie wirklich umgesetzt. Störversuche, Sticheleien und Schadenfreude bestimmen den Umgang miteinander.

    Die Affäre um Edward Snowden, der auf der Flucht vor den US-Behörden im Transitbereich des Moskauer Flughafens auf seine Weiterreise wartete, hat die Spannungen noch erhöht, weil Moskau es ablehnte, den Wünschen der Vereinigten Staaten nach einer Auslieferung des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters nachzukommen. Für eine Festnahme gebe es keine rechtlichen Anhaltspunkte, so die russische Begründung. Auch die Interpol-Datenbank enthalte keine Informationen über den flüchtigen 30-Jährigen, der Ecuador um politisches Asyl gebeten haben soll.

    Obwohl sich die russischen Medien zu diversen Spekulationen verstiegen, scheint Snowden nicht um Asyl in Russland ersucht zu haben. Ob es Kontakte zwischen dem Transitreisenden und russischen Sicherheitsstrukturen gab, ist so wenig bekannt wie die Frage, ob der russische Geheimdienst versucht hat, den US-amerikanischen Whistleblower zu bewegen, in Russland zu bleiben.

    Klar ist dagegen, dass die Tatsache, dass Snowden sein US-Pass aberkannt wurde, für die russischen Behörden keinen Grund zur Festnahme darstellt: Der Reisende hielt sich im Transitbereich des Flughafens auf – und musste folglich zu keinem Zeitpunkt eine russische Passkontrolle durchqueren.

    Kaum zu übersehen ist, dass Russland die Aufregung in den USA auskostet und jede Anfrage aus Washington genüsslich abtropfen lässt. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Duma, Alexei Puschkow, erinnerte daran, dass die USA auf dem G20-Treffen 2009 in London den damaligen Präsidenten Medwedjew abgehört hatten. Damals habe sich die Regierung in Washington auch keine Gedanken über die Konsequenzen gemacht.
    Quelle

    USA drohen Moskau und Peking mit Folgen
    Peking und Moskau demütigen Obama
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    Britischer Geheimdienst überwacht Deutsche-Telekom-Seekabel
    Der britische GCHQ hört das Kabelsystem TAT-14 ab, über das ein großer Teil der deutschen Übersee-Kommunikation läuft. Die Deutsche Telekom ist einer der Eigner und hat keine Ahnung. Vodafone und British Telecommunications (BT) sollen an der Überwachung beteiligt sein.

    Der britische Geheimdienst GCHQ hat sich über Tempora Zugang auf Daten aus dem Seekabel TAT-14 verschafft, das die Deutsche Telekom mit betreibt. Das geht aus Dokumenten des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden hervor, die die Süddeutschen Zeitung und der NDR geprüft haben. Über das Seekabel, das Nordamerika mit Europa verbindet, läuft ein großer Teil der deutschen Übersee-Kommunikation.

    Deutschland ist in der Stadt Norden in Ostfriesland an TAT-14 angebunden. Vermutlich holt sich der GCHQ die Kommunikationsdaten in der britischen Küstenstadt Bude. Laut dem Bericht waren Vodafone und British Telecommunications (BT) an der Spionage und Überwachung beteiligt. Vodafone betonte laut Süddeutsche Zeitung, der Konzern halte sich an die Gesetze der Länder, in denen das Unternehmen tätig sei. Weitere Angaben lehnt der britische Konzern wegen Belangen der "nationalen Sicherheit" ab. BT hat einen Kommentar abgelehnt.

    Über das Überwachungsprogramm Tempora soll sich der GCHQ Zugang zu mehr als 200 Seekabeln verschafft haben. Der Telekom liegen nach eigenen Angaben "keine Erkenntnisse" zu Spionage am TAT-14 vor.

    Das transatlantische Seekabelnetz TAT-14 wurde 2001 in Betrieb genommen. Hauptinvestoren waren laut Angaben der Telekom aus dem Jahr 2001 Concert, die Telekom, France Telecom, KPNQwest, Mertromedia Fiber Networks, Sprint, Swisscom, Telenor und Telia.

    "Das Kabelsystem TAT-14 ist als Ringkonfiguration realisiert, das den Nordatlantik zweifach durchquert und auf diese Weise Europa und die USA miteinander verbindet. Das Netz ist auf eine geschützte Kapazität von 640 GBit/s und eine Gesamtübertragungsrate von mehr als einem TBit/s ausgelegt. Dies entspricht der gleichzeitigen Übertragung von mehr als 15 Millionen Telefongesprächen. TAT-14 ist ein bisher einzigartiges System, da es fünf europäische Länder über Ende-zu-Ende-geschützte Kanäle direkt mit den USA verbindet" erklärte die Telekom.

    Der Co-Vorsitzende des Konsortiums, Sheel Manchanda aus den USA, hob hervor: "Das 15.000 Kilometer umspannende System mit vier Faserpaaren verbindet die in den USA befindlichen Stationen in Manasquan und Tuckerton in New Jersey mit folgenden europäischen Standorten: Noerre Nebel (Dänemark); Norden (Deutschland); Katwijk (Niederlanden); Saint-Valery-en-Caux (Frankreich) und Bude (Großbritannien). Die gesamten Projektkosten liegen voraussichtlich zehn Prozent unter den ursprünglich veranschlagten Kosten von 1,5 Milliarden US-Dollar."
    Quelle
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