UN-Konferenz stärkt die Rechte von Frauen weltweit
Zwei Wochen lang wurde auf der UN-Frauenkonferenz verhandelt. Doch erst in letzter Minuten haben sich Vertreter von 193 Staaten auf eine Stärkung der Rechte von Frauen einigen können. Widerstand kam von muslimischen Staaten und aus dem Vatikan.


Vorsitzende der Frauenorganisation UN Women, Michelle Bachelet aus Chile,
auf Besuch in Nigeria. Reuters
In letzter Minute ist auf der großen Konferenz der Vereinten Nationen zu den Rechten von Frauen doch noch eine Einigung erzielt worden. Die mehr als 2000 Vertreter von fast 200 Regierungen verabschiedeten am Freitagabend in New York eine Erklärung, die Frauen weltweit die gleichen Rechte einräumen soll wie Männern. Zuvor hatte es vor allem von muslimischen Staaten, aber auch von Russland und dem Vatikan erheblichen Widerstand gegeben.

„Ja, wir haben es geschafft“
Das Papier schreibt die Pflicht der Staaten fest, die Rechte von Frauen und Mädchen genauso zu schützen wie die von Männern und Jungen. Die sexuelle Selbstbestimmung aller Menschen wurde ebenso festgehalten wie das Recht auf gynäkologische Versorgung. Die muslimischen Länder konnten sich nicht mit einer Ausnahmeregelung durchsetzen, mit der die Rechte von Frauen aufgrund „kultureller Besonderheiten“ eingeschränkt werden können.

„Die Menschen weltweit haben von uns erwartet, dass wir aktiv werden. Ja, wir haben es geschafft“, sagte die frühere chilenische Präsidentin und Vorsitzende der Frauenorganisation UN Women, Michelle Bachelet. Shannen Kowalski, Direktorin der Internationalen Frauen-Gesundheits-Koalition, begrüßte die Einigung, die ihr jedoch nicht weit genug ging. Es hätte auch spezifisch die Gewalt gegen Lesben und Transsexuelle berücksichtigt werden müssen, kritisierte Kowalski.

Westliche Staaten mussten Kompromisse hinnehmen
Vor allem westliche Staaten, deren Forderungen noch weitergegangen waren, hatten Kompromisse hinnehmen müssen. So gibt es zwar ein Recht auf Sexualkundeunterricht, das letzte Wort haben aber die Eltern. Und im Vertragstext heißt es nicht einfach „alle Geschlechter“, sondern „Frauen und Mädchen“ – viele Teilnehmer hatten nicht gewollt, dass eine Unterscheidung überhaupt gemacht wird.

Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig begrüßte die Einigung: „Wir sind glücklich, dass doch noch Brücken gebaut werden konnten“, sagte er nach der Konferenz. „Das Ergebnis ist ausgewogen und deutlich und sendet die dringend notwendige Nachricht an alle Frauen auf der ganzen Welt: Eure Rechte sind wichtig.“

Einigung in letzter Minute
In New York hatten Tausende Delegierte der 193 UN-Staaten und noch einmal Vertreter von 6000 Organisationen fast zwei Wochen lang über das Vertragswerk verhandelt. Unter anderem verständigte man sich darauf, künftig von einem „Femizid“ zu sprechen, wenn Frauen allein wegen ihres Geschlechts ermordet werden. Bei den entscheidenden Elementen der Abschlusserklärung hatte es aber bis kurz vor Ende keinen Kompromiss gegeben. Die Einigung kam erst in letzter Minute.

Neben Ägypten und dem Vatikan hatten der Iran, Saudi-Arabien, Katar, Libyen, Nigeria, Sudan und Honduras Vorbehalte gegen die Erklärung. Am Ende standen sie der Verabschiedung des 18-seitigen Dokuments nicht im Weg. UN-Generalsekretär Bank Ki Moon sagte, nun sei es Aufgabe der Staaten, die Erklärung umzusetzen.
Quellel

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