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    Galileo legt Grundlage für GPS-Konkurrenz

    Galileo legt Grundlage für GPS-Konkurrenz

    Das europäische Projekt Galileo soll das US-Navigationssystem GPS übertrumpfen. Mit dem Start von zwei Satelliten am Freitagabend beginnt nun die Testphase. Verkehrsminister Ramsauer betont die Rolle Deutschlands.


    Kourou/Oberpfaffenhofen Die nächsten beiden Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo sind am Freitagabend erfolgreich ins All gestartet. „Es war ein Bilderbuchstart und auf die Sekunde genau“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

    Die Trabanten Nummer drei und vier hoben vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus mit einer Sojusrakete ab. Mit nun vier Satelliten am Himmel startet die Testphase für das Navigationssystem - von Anfang 2013 an sollen erstmals Ortsbestimmungen möglich sein.

    Auf ihren künftigen Erdumlaufbahnen in 23.000 Kilometer Höhe werden die Satelliten vom Galileo-Kontrollzentrum im oberbayerischen Oberpfaffenhofen gesteuert. Zunächst bringen die Spezialisten die Trabanten im Orbit auf die korrekte Laufbahn, danach aktiviert das Kontrollzentrum die hochpräzisen Atomuhren zur Ortsbestimmung. „Diese haben auf 100 Jahre gesehen nur eine Sekunde Verzug“, sagte die Sprecherin. Italienische Experten sind für die Synchronisierung der Uhren zuständig.

    Mit nun vier Satelliten am Himmel startet die Testphase für das Navigationssystem. „Mit den Signalen dieser vier Galileo-Satelliten können wir erstmal eine Ortsbestimmung auf der Erde durchführen“, hatte der Leiter des Kontrollzentrums, Walter Päffgen, vor dem Start gesagt.

    Von 2020 an sollen 30 Satelliten um die Erde kreisen und noch genauere Daten liefern als das amerikanische System GPS. Wegen seiner hohen Kosten wurde Galileo jedoch auch kritisiert. Statt anfangs angenommenen 3,4 Milliarden Euro veranschlagt die EU-Kommission aktuell fast 5 Milliarden Euro.

    Die ersten Galileo-Satelliten waren am 21. Oktober 2011 mit jahrelanger Verspätung gestartet. Nach Angaben des Galileo-Programmleiters bei der Europäischen Kommission, Paul Flament, soll das Navigationssystem von 2014 an zuverlässig arbeiten.

    Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erklärte nach dem erfolgreichen Sojus-Start, Galileo sei ein "Musterbeispiel für die erfolgreiche europäische Zusammenarbeit in der Hochtechnologie". Angesichts des Baus der Satelliten in Deutschland unterstrich der Minister "den großen Anteil des deutschen Raumfahrtsektors".
    Quelle
    So funktioniert die Mission Galileo
    [spoiler=Warum ein europäisches System?]Galileo sichere die Unabhängigkeit Europas in einem Sektor, der für die Wirtschaft wie auch die Bürger „kritisch“ geworden sei, erklärt die Europäische Kommission. Das US-System steht trotz der zivilen Nutzungsmöglichkeiten unter militärischer Kontrolle, ebenso das russische Projekt Glonass. Im Fall bewaffneter Konflikte könnte GPS nur dem US-Militär zugänglich sein. „Galileo ist fortschrittlicher, effizienter und verlässlicher als das bestehende US-amerikanische System GPS“, verspricht die EU außerdem.[/spoiler]
    [spoiler=Wie funktioniert die Technik?]Kernstück des Systems sind Satelliten, die auf drei verschiedenen Umlaufbahnen in mehr als 23.000 Kilometern Höhe kreisen und ihre Position sowie die Uhrzeit zur Erde senden. Das Empfangsgerät - etwa ein Navi - berechnet, wie lange die Signale unterwegs waren und ermittelt so den eigenen Standort. Je mehr Satelliten in Reichweite sind, desto genauer ist die Peilung. Für eine genaue Zeitangabe sollen Atomuhren sorgen.[/spoiler]
    [spoiler=Wann ist das System betriebsbereit?]Ursprünglich sollte Galileo 2008 an den Start gehen, doch der Zeitplan musste mehrfach überarbeitet werden - nicht zuletzt weil Verhandlungen mit einem Industriekonsortium um den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS scheiterten. Nun ist der Betrieb 2014 geplant.[/spoiler]
    [spoiler=Wie hoch sind die Kosten?]Höher als erwartet: Statt der zunächst veranschlagten 3,4 Milliarden wird das System wohl 4,8 Milliarden Euro kosten, wie die EU-Kommission im Sommer mitgeteilt hat. Zuvor hatte es noch in der „Halbzeitüberprüfung“ der Kommission geheißen, das Projekt werde gar 5,3 Milliarden Euro kosten.[/spoiler]
    [spoiler=Wo soll Galileo zum Einsatz kommen?]Ähnlich wie schon GPS soll Galileo der Ortung und Navigation dienen - nur präziser. Als Einsatzszenarien nennt die EU den Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft, zudem Landwirtschaft und Bauindustrie. Auch Behörden sollen das System nutzen. Fahnder könnten die Daten bei der Verbrecherjagd benutzen, Bauingenieure beim Einmessen von Gebäuden, Landwirte beim Verteilen von Dünger.[/spoiler]
    Satelliten bringen OHB Gewinne
    Europa will die Vormachtstellung des US-Dienstes GPS (Global Positioning System) brechen.
    Galileo - das europäische Satellitennavigationssystem
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    Galileo IOV FM3 sendet erste Navigationssignale
    Der dritte europäische Navigationssatellit aus der IOV-Reihe hat erste Navigationssignale zur Erde übertragen. Er und sein mit ihm gestarteter Schwestersatellit befinden sich mittlerweile auf ihren endgültigen Erdumlaufbahnen.

    Am 12. Oktober 2012 hatte eine Sojus-Rakete von Kourou in Französisch-Guayana aus das zweite Satellitenpaar für die Galileo-Testkonstellation (IOV) ins All gebracht. Zusammen mit den beiden rund ein Jahr zuvor gestarteten Navigationssatelliten komplettieren die im Oktober in den Weltraum beförderten Satelliten die IOV für In-Orbit Validation genannte Galileo-Testkonstellation, die später im aktiven Betriebsnetz von Galileo aufgehen soll. Die zwei zuletzt gestarteten Satelliten, welche als Flight Models FM3 und FM4 bezeichnet werden, kreisen mittlerweile auf den vorgesehenen Bahnen um die Erde, und die Tests der beiden Raumfahrzeuge schreiten voran.

    Galileo-IOV-Satelliten über der Erde - Illustration
    (Bild: ESA/P. Carril)
    Das dritte Flugmodell namens FM3 übertrug sein erstes Navigationssignal am 1. Dezember 2012. Das Signal wurde im E1-Band ausgesendet, das künftig zur freien Nutzung im zum US-amerikanischen Satellitennavigationssystem GPS kompatiblen offenen Dienst verwendet werden soll. Ab dem Morgen des 4. Dezember 2012 strahlte FM3 zusätzlich auch Signale auf den Bändern E5 und E6 ab.

    Das Satellitennavigationssystem Galileo wurde entworfen und entwickelt, um Nutzer rund um den Globus mit extrem genauen Navigationsdaten zu versorgen und ihnen eine hoch akkurate Zeitbasis zur Verfügung zu stellen. Neben den standardisierten, für gerade in den Weltraum transportierte Anwendungssatelliten üblichen Testprozeduren werden deshalb zusätzliche Testprozeduren abgewickelt, um festzustellen, ob wesentliche Bestandteile der Navigationsnutzlast an Bord eines Satelliten nicht vielleicht Schaden durch die Belastung bei Start und Transport auf der Rakete genommen haben.

    Der raumflugtechnische Teil der Galileo-IOV-Satelliten, also beispielsweise Antriebe und Energieversorgungssysteme, wird vom Galileo-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen in der Nähe von München überwacht und gesteuert. Die Kontrolle der Navigationsnutzlasten obliegt dem Galileo-Missionskontrollzentrum im italienischen Fucino. Um die Tests der jüngst ins All transportierten Satelliten kümmert sich zusätzlich die in den belgischen Ardennen gelegene Kontrollstation Redu, welche über eine S-Band-Antenne mit einem Schüsseldurchmesser von 15 Metern Kommandos an Satelliten übertragen kann. Für Empfang und Beurteilung der Navigationssignale von den Satelliten existiert in Redu eine L-Band-Antenne mit einem Schüsseldurchmesser von 20 Metern.

    FM3 ist der Satellit, bei dem die Navigationsnutzlast zum ersten Mal von Redu aus aktiviert wurde. Dort hat man sich zwischenzeitlich in die Lage versetzt, in Fucino vorbereitete Kommandos selber zu einem Satelliten zu senden, wenn dieser die Station überfliegt, und unmittelbar anschließend das resultierende Navigationssignal zu empfangen. Von dieser Verfahrensweise versprach man sich deutlich effektivere Abläufe. Nach Angaben von Marco Falcone, der die Testkampagne in Redu als System Manager betreut, konnte die benötigte Zeit für die Tests einer frisch ins All gebrachten Navigationsnutzlast erfolgreich reduziert werden.

    Die Galileo-IOV-Satelliten bewegen sich in rund 23.222 Kilometern über der Erdoberfläche. Für einen Erdumlauf benötigen sie rund 14 Stunden. Im Sichtbarkeitsbereich der Station Redu ist jeder Satellit zwischen drei und neun Stunden pro Tag. Die zusammen gestarteten Satelliten FM3 und FM4 sind in gleicher Flughöhe, aber in einer anderen Bahnebene wie die beiden ersten, 2011 gestarteten Galileo-IOV-Satelliten unterwegs. Letztere haben die erforderlichen Test im Orbit bereits überstanden. Später im Monat Dezember 2012 will man FM4 erste Testsignale zur Erde schicken lassen, nachdem die Navigationsnutzlast des FM3 jetzt aktiviert ist.

    Ab Ende 2014 sollen mit Hilfe von dann 18 in der Galileo-Konstellation eingebundenen Satelliten erste Navigationsdienste für die Allgemeinheit verfügbar werden. Die Vervollständigung des Weltraumsegments von Galileo erwartete die ESA zuletzt für das Jahr 2018. Dann wäre die volle Einsatzkapazität (Full Operational Capability, FOC) von Galileo erreicht.
    Quelle
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    Galileo-Satelliten finden erstmals Position auf der Erde
    Europäisches System soll GPS Konkurrenz machen


    Modell eines Galileo-Satelliten. Foto: AFP
    Das europäische Satellitensystem Galileo hat einen wichtigen Test bestanden: Das künftige Ortungssystem bestimmte erstmals die Position eines Punktes am Erdboden, wie die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) mitteilte. "Diese grundlegende Etappe hat bestätigt, dass das Navigationssystem Galileo erwartungsgemäß funktioniert." Die Positionsbestimmung erfolgte mithilfe der vier Galileo-Satelliten, die sich bislang im Weltall befinden. Die beiden ersten Satelliten waren im Oktober 2011 im All ausgesetzt worden, die beiden anderen im vergangenen Oktober.

    Der Projektleiter von Galileo bei der ESA, Javier Benedicto, sagte, es sei das erste Mal, dass Europa es geschafft habe, "völlig autonom mit seinem eigenen Navigationssystem eine Position auf dem Boden zu orten". Bestimmt wurden Längen- und Breitengrad sowie die Höhe des Punktes über dem Meeresspiegel, an dem sich das Technikzentrum der ESA im niederländischen Noordwijk befindet. Der Punkt sei mit einer Genauigkeit von zehn bis 15 Metern bestimmt worden. Die Abweichung erkläre sich durch die bislang begrenzte Infrastruktur, erklärte die ESA.

    Das Navigationssystem Galileo soll einmal aus 30 Satelliten bestehen. Es soll dem US-System GPS Konkurrenz machen und eine noch genauere Positionsbestimmung erlauben. Ende 2014 soll es erste Dienste von Galileo geben, vier Jahre später soll das System vollständig einsatzbereit sein.
    Quelle

    Europas Eigenständigkeit in der Satellitennavigation wird Wirklichkeit
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    Hat zwar nicht direkt mit Galileo zu tun, passt aber vom Thema gut hier rein.

    ESA: Satellitennavigation wird revolutioniert
    Der Navigation durch Satelliten steht nach Ansicht der Europäischen Weltraumbehörde ESA ein großer Sprung bevor. Im Jahr 2020 seien voraussichtlich dreimal so viele Satelliten im All wie heute. „Zusammen mit der wachsenden Fähigkeit gibt es komplett neue Anwendungsfelder", so ein Experte.

    „In Ihrem Auto im Navigationsgerät reichen heute fünf Meter Genauigkeit", erklärte Professor Werner Enderle vom Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt, der die Abteilung Navigation leitet. „In Zukunft, wenn Sie automatisch fahren wollen, brauchen Sie zehn Zentimeter. Und das ist erreichbar."

    Einige Möglichkeiten aus der Welt der Satelliten wird Enderle am Freitag bei der Konferenz „Global Navigation meets Geoinformation 2013" in Darmstadt vorstellen. Die Fachtagung ist zugleich Auftakt in Hessen für einen weltweiten Wettbewerb, der neue Ideen für Satellitennavigation sucht.

    GPS
    Bisher stützen sich Navigationsgeräte auf das US-amerikanische Global Positioning System (GPS). Europa baut parallel ein eigenes System auf, vier von 30 Galileo-Satelliten sind bereits im All. In sieben Jahren sollen alle oben sein. Nutzer können dann zivile Signale von beiden Systemen empfangen - und haben damit eine bessere Verfügbarkeit, wie Enderle berichtete.

    „Das heißt, Sie haben 2020 über 100 Satelliten da oben", sagte der Ingenieur. „Das ist die Chance, was wir auch den Unternehmen immer wieder sagen: "Ihr seid an einer Stufe, kurz bevor wir einen wirklichen Quantensprung machen.„" Denn mit der verbesserten Technik eröffneten sich neue Anwendungen und Geschäftsfelder.

    Zentimetergenau
    Für den Experten ist es nur eine Frage der Zeit, bis Autos automatisch fahren können. „Wenn ich in die Zukunft denke, sagen wir mal 20 Jahre: Dann setzen Sie sich rein und werden wie im Taxi von A nach B gefahren", sagte Enderle. In der Landwirtschaft könnten Maschinen Felder zentimetergenau düngen - und damit Geld und Ressourcen sparen. Denkbar sei auch ein Einsatz im Altersheim: Orientierungslose Bewohner könnten geortet und Pfleger automatisch informiert werden, wenn sich die Menschen auf die Straße verirrten. Ob das im Datenschutz durchzusetzen ist? „Das ist dann eine gesellschaftliche Akzeptanz-Frage", sagte Enderle.

    Die Entwicklungen stellten nicht nur Wirtschaft und Gesellschaft vor neue Herausforderungen, sondern zum Beispiel auch das Rechtssystem. Geklärt werden müsse zu Beispiel die Schuldfrage, wenn ein automatisiertes Auto einen Unfall baue.
    Quelle

    Sachen gibt`s :facep: : Friedhofs-Navi zeigt Weg zum gesuchten Grab
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    EU über Finanzierung von Galileo einig
    Die EU ist einig über die Finanzierung der beiden Satellitennavigationssysteme Galileo und EGNOS. Wie der Ministerrat am Mittwoch mitteilte, nahmen die EU-Botschafter am Mittwoch einen entsprechenden Kompromiss mit dem Europaparlament an.
    __________________________________________________ __________________________________
    So sind für beide Programme bis 2020 6,3 Milliarden Euro aus dem EU-Budget vorgesehen. Sie sind für den Aufbau von Galileo und für den weiteren Betrieb beider Systeme budgetiert. Bis zu 100 Millionen Euro sollen jährlich in die Entwicklung von konkreten Anwendungen, Chipsätzen und Empfängern fließen.

    Die endgültigen Beträge könnten im Zuge der laufenden Verhandlungen zwischen dem EU-Rat und dem Europaparlament über den nächsten Finanzrahmen noch einmal überprüft werden, hieß es.

    Zwei Systeme
    Als Vorläufer zum europäischen Satellitennavigationssystem „Galileo" wurde bereits im Oktober 2009 der satellitengestützte europäische Navigations-Ergänzungsdienst EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) in Betrieb genommen. Die beiden ersten Galileo-Satelliten wurden im Oktober 2011 gestartet, die Satelliten 3 und 4 folgten ein Jahr später.

    Alternative zu GPS
    Mit dem Galileo-System will Europa vor Ende 2014 die Vormacht des US-amerikanischen GPS („Global Positioning System") brechen. Galileo soll weltweit metergenaue Positionsbestimmungen ermöglichen. Autos, Schiffe, Rettungsdienste, aber auch Industrie und Landwirtschaft könnten die Navigation nutzen. Immer wieder brachten Verzögerungen im Zeitplan und höhere Kosten Galileo in die Kritik. Der Betrieb war eigentlich schon für 2008 geplant.
    Quelle
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    Chinas GPS-Alternative nimmt Fahrt auf
    Pakistan will künftig auf das chinesische Satelliten-Navigationssystem Beidou setzen. Nach Thailand, Laos und Brunei gewinnt die GPS-Alternative aus dem Reich der Mitte damit einen weiteren Kunden, obwohl das System erst 2020 seine volle Kapazität erreicht.

    Pakistan hofft mit dem Umstieg auf Beidou seine Abhängigkeit von US-Technologie zu vermindern, wie theregister schreibt. Das chinesische Navigationssystem kann derzeit auf 16 Satelliten zurückgreifen. Damit ist eine ausreichend genaue Positionierung im Asien-Pazifik-Bereich möglich, für einen weltweiten Einsatz sollen bis 2020 weitere 16 Satelliten um den Globus positioniert werden.

    Die chinesische Regierung will dafür rund fünf Mrd. Euro investieren. Die Investition soll auch her die Abhängigkeit vom GPS-System der USA mindern. Vor allem das Militär wünscht sich eine eigenständige Lösung.
    Quelle

    Chinas Satellitennavigation weitet seine Präsenz in der Region Asien-Pazifik aus
    Geändert von delle59 (18.11.14 um 09:27 Uhr)
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    Europa schießt sein eigenes GPS ins Weltall
    Die European Space Agency schießt erstmals Satelliten für ein eigenes Navi-Netz ins All. Damit beendet Europa die Abhängigkeit von amerikanischen Geodaten – und öffnet Handynutzern neue Möglichkeiten.


    Foto: dpa
    Europäische Weltraumexperten wollen am Donnerstag die ersten einer neuen Generation von Navigationssatelliten ins All schießen. Damit will sich Europa von der GPS-Satellitentechnik der USA lösen, die zum Rückgrat des weltweiten Handels geworden ist.

    Das erste Paar voll einsatzfähiger Galileo-Satelliten soll am Freitag mithilfe einer russischen Sojus-Rakete vom Raketenstartplatz Kourou in Französisch-Guayana in den Weltraum geschossen werden. Wegen schlechten Wetters wurde der Start verschoben. Ursprünglich war er am Donnerstag geplant.

    Europa will insgesamt 30 dieser Satelliten in die Umlaufbahn bringen. Das Vorhaben kostet mehr als zehn Milliarden Euro.

    Galileo ermöglicht genauere Navigation als das GPS der USA
    Die Galileo-Satelliten sollen parallel zu amerikanischen GPS-Satelliten funken. Diese wurden ursprünglich eingesetzt, um amerikanische Schiffe und Truppen zu leiten und Militärflugzeugen dabei zu helfen, Präzisionsbomben abzuwerfen.

    Das amerikanische GPS-Netz, das mindestens 24 Satelliten umfasst, wird längst nicht mehr nur zu militärischen Zwecken eingesetzt und ist inzwischen die Basis für alles Mögliche – von Kfz-Navigationssystemen bis zu Bankdiensten.

    Die Europäische Union begann mit der Entwicklung von Galileo unter anderem aus Sorge, dass die USA anderen Staaten den Zugang zum amerikanischen GPS-System einschränken oder sogar komplett verbieten könnten.

    Jahrelang war es gängige Praxis, dass die USA das GPS-Signal selektiv verschlechterten, damit das eigene Militär präzisere Navigationsinformationen bekommt als der Rest der Welt. Im Jahr 2000 beendeten die USA dieses Vorgehen jedoch, und in künftigen GPS-Satelliten aus den USA fehlt diese Möglichkeit ganz.

    Auch Russland baut an einem eigenen GPS-Netz
    Europa ist nicht die einzige Region, die ein eigenes GPS-Satellitensystem aufbaut. Russland hat zwar ein landeseigenes System namens Glonass lange vernachlässigt, inzwischen aber wieder neue Kapazitäten aufgebaut. China und Indien arbeiten ebenfalls an eigenen Satellitennavigationssystemen.

    "Diese Technologie, die für viele Dienste sehr wichtig ist, sollte in europäischer Hand sein", sagt Didier Faivre, Programmdirektor bei der Europäischen Weltraumorganisation (Esa). Diese finanziert zusammen mit der EU die Galileo-Satelliten.

    Das europäische Satellitensystem soll in vielerlei Hinsicht besser sein als die amerikanische GPS-Technik. Unter anderem soll sein Signal nicht so leicht zu blockieren sein wie das amerikanische.

    Die europäischen Satelliten können außerdem verschlüsselte Signale senden, sodass nur autorisierte Regierungsvertreter Zugang bekommen. Das soll die übertragenen Informationen noch sicherer machen.

    Schnellere Rettung für Wanderer, Segler, Piloten
    Galileo soll außerdem ein Such- und Rettungssystem verbessern, das Wanderer, Segler und Piloten nutzen, um Notrufe zu senden. Derzeit dauere es bis zu 45 Minuten, bis ein Notruf erkannt werde, sagt Jean-Yves Courtois, Gründer der an der Entwicklung der Notruftechnik beteiligten McMurdo Group. In Zukunft soll ein Notruf bereits in wenigen Sekunden erfasst werden, sagt er.

    Die Arbeit an Galileo begann schon vor mehr als zehn Jahren. Ein erster Testsatellit namens "Giove-A" wurde 2005 ins All gebracht. Ein zweiter folgte. Airbus baute vier weitere Testsatelliten und brachte diese 2011 und 2012 in den Weltraum, um das System weiter zu überprüfen. Drei dieser Testsatelliten funktionieren immer noch und werden mit den beiden neuen, die am Donnerstag ihre Reise aufnehmen, zusammenarbeiten.

    Die beiden neuen Satelliten sind die ersten Exemplare, die voll betriebsbereit sind und nicht mehr zu Testzwecken gebaut wurden. Entstanden sind sie in den Werken des deutschen Konzerns OHB.

    Ab 2017 volle Unabhängigkeit von den USA
    "Wir fangen jetzt richtig mit der Umsetzung an", sagt Esa-Programmdirektor Faivre. Die beiden neuen Satelliten werden mehrere Wochen lang überwacht, sobald sie im All sind, und sollen im Herbst ihre eigentliche Arbeit aufnehmen.

    Noch vor Jahresende sollen zwei weitere Satelliten in die Umlaufbahn gelangen. Laut Esa sollen danach jährlich sechs bis acht neue Satelliten ihren Betrieb aufnehmen.

    Anfangs sollen die Galileo-Satelliten mit den amerikanischen GPS-Einheiten zusammenarbeiten. Ab Mitte 2017, wenn 24 Satelliten in Betrieb sind, könnte das Galileo-System dann eigenständig werden.

    Die verbesserte Such- und Rettungsfunktion soll bereits nächstes Jahr aktiv sein, sagt Courtois. Dann sollen acht Satelliten in Betrieb sein. Zwei der vier Testsatelliten, die sich bereits in der Umlaufbahn befinden, verfügen schon über die entsprechende Funktion.
    Quelle
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    Russen schießen Satelliten in falsche Umlaufbahn
    Die zwei Staelliten sollten für das europäische Navigationssystem Galileo wichtige Daten liefern. Nach dem Start am Freitag zeigt sich nun: Die Hightech-Geräte kreisen nicht im richtigen Orbit um die Erde. Ob der Fehler behoben werden kann, ist unklar.

    Die beiden am Freitag gestarteten Satelliten für das globale europäische Navigationssystem Galileo sind von ihrer Trägerrakete nicht in der richtigen Erdumlaufbahn ausgesetzt worden.

    Beobachtungen hätten gezeigt, dass es eine Abweichung zwischen dem Zielorbit und der erreichten Bahn gebe, teilte die Raketenbetreibergesellschaft Arianespace in der Nacht zum Samstag mit. Ob die Satelliten genügend Treibstoff an Bord haben, um aus eigener Kraft ihre richtige Umlaufbahn zu erreichen, war zunächst unklar. Es liefen weitere Untersuchungen, hieß es.

    Die beiden Satelliten waren am Freitagnachmittag an Bord einer russischer Sojus-Rakete ins All gestartet. Zunächst hatte es von allen beteiligten Seiten geheißen, der Flug sei nach Plan verlaufen.

    Die beiden in Bremen gebauten Satelliten sind eigentlich als Nummer 5 und 6 in der Galileo-Konstellation geplant, die Europa bis 2020 unabhängig von fremder Technik machen soll. Aktuell verfügen nur die USA sowie Russland über satellitengestützte Navigationssysteme.

    Beide werden nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) vom Militär kontrolliert und können "bei Bedarf" - zum Beispiel aus sicherheitspolitischen Gründen - verfälscht oder sogar abgeschaltet werden. Autofahrer, Rettungsdienste und andere zivile Nutzer von GPS-Geräten wären dann aufgeschmissen.

    Ursprünglich sollte das europäische Prestigeprojekt mit geplanten 30 Satelliten bereits 2008 an den Start gehen. Wegen Streitigkeiten unter den Partnerländern gab es aber immer wieder Verzögerungen. Ein eingeschränkter Betrieb soll nun ab 2015 möglich sein. Die volle Einsatzfähigkeit ist bis 2020 vorgesehen. Insgesamt wird das System einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten.
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    AW: Galileo legt Grundlage für GPS-Konkurrenz

    Europa zieht Galileo in den richtigen Orbit

    Die Rettungsaktion für die Pannen-Satelliten läuft an: In einem zweiwöchigen Manöver soll die Umlaufbahn der Galileo-Flugkörper angehoben werden. Eine russische Rakete hatte sie falsch abgesetzt.



    Europa versucht, das Beste aus dem Pannenstart der ersten beiden regulären Galileo-Navigationssatelliten zu machen. Knapp drei Monate nachdem eine russische Sojus-Rakete die beiden Satelliten in einem falschen Orbit aussetzte, wird jetzt die Umlaufbahn um die Erde zunächst für einen Satelliten angehoben. Klappt das in dem zweiwöchigen Manöver, folgt der zweite Satellit. Dies bestätigt der Chef des Galileo-Projektes bei der Raumfahrtagentur Esa, Günter Hein, auf Anfrage der "Welt".

    Zwar werde es nicht möglich sein, die falsche, stark elliptische Bahn in den ursprünglich vorgesehenen kreisrunden Umlauf zu korrigieren. Dazu reicht der Treibstoff nicht. Die Höhe des Perigäums, also der erdnächsten Entfernung, soll aber um etwa 4000 Kilometer steigen. Derzeit eiern die Satelliten elliptisch zwischen 25.900 und 13.700 Kilometer Höhe um die Erde.
    Der neue erdnächste Punkt soll nach der Korrektur dann bei gut 17.400 Kilometern liegen. Vorteilhaft sei, dass die Elektronik der Satelliten damit nicht mehr so stark einem Strahlengürtel um die Erde ausgesetzt ist.

    Im neuen Orbit soll dann Anfang Dezember die Nutzlast getestet werden. "Über die weitere Verwendung der beiden Satelliten gibt es noch keinen definitiven Beschluss", erklärte der Esa-Verantwortliche. Bei den Tests werde sich zeigen, ob die unter Führung des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB gebauten Navigationssatelliten wie geplant funktionieren.

    Die 150-Millionen-Dollar-Mission ist nicht versichert

    Auch OHB-Chef Marco Fuchs räumte jüngst bei der Vorlage der Quartalszahlen ein, dass die eigentliche Nutzlast erst noch in Betrieb genommen wird. Bisher funktionierten die Satelliten.
    Die Tests sollten nach der Ursprungsplanung längst erfolgt sein. Doch die Oberstufe der Sojus-Rakete hatte bei der zweiten Zündung im All am 22. August nicht richtig funktioniert. Als Ursache wurde ein Montagefehler ermittelt. Eine kalte Heliumleitung war zu dicht an einer Treibstoffleitung verlegt worden, die deswegen zeitweilig im Weltraum einfror. Damit verlief die 150 Millionen Dollar teure, nicht versicherte Mission nicht mehr plangemäß.

    Zwischen der EU-Kommission und der Raumfahrtbehörde ESA gab es diverse Besprechungen, wie die beiden Satelliten noch zu nutzen sind. Ursprünglich sollten sie den Grundstein für Europas Navigationssatellitennetz als Gegenstück zum GPS-Netz der US-Militärs bilden. Nun könnten es reine Testsatelliten werden – aber entschieden ist dies noch nicht. OHB verweist darauf, dass sie auch auf der neuen Umlaufbahn für Navigationszwecke nutzbar wären.

    Auftrag für die Lieferung von 22 Galileo-Satelliten

    Wegen des Pannenstarts verzögert sich der ursprünglich für Dezember geplante nächste Galileo-Start. Die Entscheidung über den nächsten Start werde voraussichtlich Mitte nächsten Monats fallen, erklärt Galileo-Projektchef Hein. Bei der Abnahme der Satelliten von OHB könnte es zu geringen Verzögerungen kommen, "die sich jedoch in engen Grenzen halten und wahrscheinlich bis zum nächsten Start kompensiert werden können", sagte Hein.

    Ähnlich äußerte sich OHB-Chef Fuchs. Die Produktion der Satelliten laufe auf Hochtouren. In Bremen werde bereits an Satellit Nummer 17 gearbeitet. "Wir haben ein Interesse, dass die Abnahme schnell geht", sagte Fuchs. Tatsächlich könnte es durch die Startverzögerungen aber zu Verschiebungen und damit einem späteren Geldzufluss kommen, räumte der Chef der börsennotierten Firma ein. Der OHB-Konzern will dieses Jahr wie geplant über 700 Millionen Euro Umsatz erzielen.

    Bislang hat OHB den Auftrag für die Lieferung von 22 Galileo-Satelliten. Im Endausbau soll das Galileo-Netz aus 30 Satelliten bestehen. Seit 2005 wurden bereits mehrere Test- und Vorseriensatelliten vom OHB-Konkurrenten Airbus Space gestartet, die aber nur noch teilweise funktionieren. Das Milliardenprojekt hat sich bereits um grob zehn Jahre verzögert.
    Voll einsatzfähig soll das Navigationsnetz nach den jüngsten Schätzungen nun in den Jahren 2019/2020 sein. Während die Europäer an ihrem System laborieren, bauen nicht nur die USA ihr führendes GPS-Netz mit modernster Technologie weiter aus. Auch China, Russland und Indien forcieren den Aufbau oder die Erweiterung ihrer Navigationsnetze.

    Quelle
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
    Albert Einstein (1879-1955)

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    AW: Galileo legt Grundlage für GPS-Konkurrenz

    Europa schießt zwei neue Galileo-Satelliten ins All

    Experten von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA verfolgten kürzlich gebannt die Flugbahn einer russischen Sojus-Rakete. An Bord befanden sich zwei Satelliten der europäischen GPS-Alternative Galileo. Bei dem letzten Start von Galileo-Satelliten kam es zu einer schweren Panne.



    Aufbau von Galileo schreitet voran

    Bei den Satelliten an Bord der russischen Rakete handelt es sich um die Satelliten Nr. 7 und Nr. 8 des Galileo-Projekts. Die Sojus-Rakete startete von Europas Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guyana. Vier Stunden lang dauerte der Flug, dann setzte die Fregat-Oberstufe die Satelliten in einer Höhe von etwa 22.500 km ab, so berichtet die Betreibergesellschaft der Rakete, Arianespace aus Evry bei Paris. Die beiden Satelliten sollen sich nun von selbst auf ihre Umlaufbahn in einer Höhe von 22.322 km absenken.

    Panne vor sieben Monaten

    Bei dem letzten Versuch, Satelliten für Galileo in ihre Umlaufbahn zu bringen, kam es vor 7 Monaten zu einer Panne: Durch eine eingefrorene Hydrazin-Leitung in der Oberstufe der Sous-Trägerrakete wurde die Nutzlast auf einer zu tiefen Umlaufbahn abgesetzt. Es handelte sich um einen schweren Rückschlag für das Multimilliarden-Programm Galileo. Zwar konnte die Umlaufbahn der beiden Satelliten inzwischen korrigiert werden, aber es gilt weiterhin als unklar, ob sie für das Galileo-System nutzbar sein werden.

    Galileo soll Europa von den USA unabhängig machen

    Kurz nach der Panne im letzten Jahr wurde die Vorbereitung für den nächsten Start vorgenommen. Dieser sollte Ende 2014 stattfinden und die Satelliten Nr. 7 und Nr. 8 in ihre Umlaufbahn bringen. Durch die Untersuchungen der Panne verzögerte sich der Start jedoch bis jetzt. Die beiden Satelliten, die nun ins All geschossen wurde, werden eine Testphase durchlaufen und dann Mitte des Jahres ihren Betrieb aufnehmen. Der im Sommer aus seinem Amt ausscheidende Esa-Chef Jean-Jacques Dordain erklärte, dass bereits mehrere neue Satelliten-Paare für den Start bereitstünden.

    Das Galileo-Projekt verfolgt ehrgeizige Ziele. Bisher muss sich auch Europa bei der terrestrischen Navigation auf Daten des US-Projekts GPS verlassen. Galileo soll Navigations- und Ortsdaten bereitstellen, um so eine Unabhängigkeit von der Großmacht USA zu schaffen. Dies wird nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch für banale Dinge wie Navigation im zivilen Straßenverkehr genutzt werden können. Die EU ist nicht die einzige Macht, die sich diesbezüglich von den USA lösen will. Russland betreibt mit Glonass bereits ein eigenes System, und auch Indien und China arbeiten an eigenen Lösungen.

    Eigene Infrastruktur für zivile und militärische Nutzung

    Satellitennavigation ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Die zivile Luftfahrt nutzt entsprechende Systeme, aber auch jedes Navigationssystem im Auto greift (noch) auf GPS-Daten zurück. Und selbst Smartphones nutzen inzwischen GPS-Technologien.

    Doch neben der zivilen Nutzung sind Navigationsdaten selbstverständlich auch im militärischen Bereich wichtig. Egal, ob es sich um militärische Luftfahrt, Lenkflugkörper oder “simple” Bodeneinheiten handelt: Ohne Satellitennavigation läuft gar nichts. Im Konfliktfall ist damit zu rechnen, dass die Betreiberländer ihre Systeme abschalten oder den Zugang einschränken. Ein eigenes, europäisches System ergibt daher auf jeden Fall Sinn.

    Im täglichen, zivilen Gebrauch lassen sich derartige Einschränkungen bereits beobachten. GPS-Daten für die zivile Nutzung sind sehr viel ungenauer als im militärischen Bereich. Zivile Kartendienste verbessern die Navigation daher durch terrestrische Sendeeinheiten oder Kreuzpeilungen.

    Das Galileo-System soll im Jahr 2020 einsatzbereit sein. Derzeit befinden sich acht Satelliten in ihrer Umlaufbahn. Nach der Fertigstellung des Systems sollen 30 Satelliten die Erde umkreisen und die Empfängereinheiten auf dem Boden mit Daten versorgen.
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    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
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