Bedanken Bedanken:  0
Ergebnis 1 bis 5 von 5
  1. #1
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.108
    Points
    6.782
    Level
    54
    Level completed: 16%, Points required for next Level: 168
    Overall activity: 51,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive

    Deutsche Kanzlei plant offenbar "Internetpranger"

    Deutsche Kanzlei plant offenbar "Internetpranger"

    Einer der größten deutschen Kanzleien im Abmahngeschäft plant offenbar, die Namen ihrer Gegner im Internet zu veröffentlichen. Folglich könnten Tausende Daten von mutmaßlichen Schwarzkopierern im Internet bekanntgemacht werden. Besonders brisant erscheint dies, da die Regensburger Anwälte „Urmann + Collegen“ vor allem Abmahnungen wegen illegaler Downloads pornografischer Inhalte versenden sollen.


    Filesharing

    Auf der Internetseite, der U+C Rechtsanwälte ist offenbar seit einigen Tagen ein Satz zu lesen, der einigen deutschen Schwarzkopierern sicherlich Sorgen bereiten dürfte. Unter dem Stichwort „Gegnerliste“ ist die Ankündigung zu lesen, dass voraussichtlich ab dem 1. September eine „Auswahl der Gegner aus offenen und anhängigen Mandatsverhältnissen, gegen die uns Mandat erteilt wurde oder Mandat erteilt ist zur außergerichtlichen oder gerichtlichen Tätigkeit“, veröffentlicht werden soll.

    Rechtsexperten wie der bekannte Anwalt Udo Vetter deuten diese vage Bekanntgabe als die Einführung einer Art Internetpranger. „Wer sich nicht [außergerichtlich] einigt, könnte [aber] namentlich auf einer Online-Liste landen“ schreibt Vetter auf seinem Lawblog.

    Besonders prekär ist die Angelegenheit, da die Kanzlei offenbar insbesondere Abmahnungen wegen dem illegalen Beziehen pornografischer Inhalte verschicken soll. Die Veröffentlichung der Privatnamen könnte für den Betroffenen also unangenehme Folgen haben. Zudem richten sich die Abmahnungen in der Regel gegen den Anschlussinhaber, der sicherlich nicht in allen Fällen auch der Downloader beziehungsweise Konsument der Inhalte sein muss.

    Zumindest Udo Vetter vermutet, dass ein derartiges Vorgehen rechtswidrig ist. Da es sich bei den abgemahnten Personen wohl größtenteils um Privatbürger handeln dürfte, habe eine Gegnerliste keinen Informationswert. Die Regensburger Anwälte berufen sich bei dem Vorgehen auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts,
    das sich jedoch nur auf Mandate im gewerblichen Bereich bezieht. Inwiefern ein Gericht eine unterstellte Urheberrechtsverletzung allerdings als gewerblich beurteilt, bliebt ungewiss.

    Letztendlich hält es auch Lawblog für fraglich, ob die U+C Rechtsanwälte die Namen von mutmaßlichen Filesharern tatsächlich publizieren. Sollte dies tatsächlich geschehen, empfiehlt Vetter sofort eine einstweilige Verfügung zu erwirken.
    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  2. #2


    Registriert seit
    Apr 2012
    Beiträge
    102
    Points
    565
    Level
    11
    Level completed: 30%, Points required for next Level: 35
    Overall activity: 0%
    Achievements:
    7 days registered500 Experience Points
    gibts das nicht schon für kinderschänder?

    egal, diese strafe steht in keinerlei verhältnis zum tatsächlichen delikt, damit werden die nicht durchkommen.
    sonst kann ja gleich jeder ladendieb mit der eselsmaske im netz stehen....

  3. #3
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.108
    Points
    6.782
    Level
    54
    Level completed: 16%, Points required for next Level: 168
    Overall activity: 51,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    Porno-Pranger: BDK rät dazu, die Kanzlei U+C anzuzeigen

    Die Kanzlei U+C will am 1. September im Internet bis zu 150.000 Datensätze von abgemahnten Personen veröffentlichen. Man beruft sich dabei auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach die Veröffentlichung von Gegnerlisten zulässig sei. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) sieht dies als Erpressungsversuch und mittelalterlichen Pranger an und rät Betroffenen, die Kanzlei anzuzeigen.


    Gerade für Personen, die pornographische Werke heruntergeladen haben, steht viel auf dem Spiel. Abmahnungen in diesem Bereich werden im Durchschnitt weitaus schneller beglichen als irgendwo sonst, denn wer im Internet ohne Bezahlung Pornos bezogen hat, möchte dies nicht veröffentlicht wissen. Oftmals wird der Umstand sogar gegenüber der eigenen Lebensgefährtin verheimlicht. Vielleicht möchte die Regensburger Urmann + Collegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH genau diesen Umstand zum eigenen Vorteil ausnutzen. Bereits am 1. September will man die Datensätze von bis zu 150.000 Pornofilm-Downloadern ins Netz stellen. Man beruft sich dabei auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach man die Daten der juristischen Gegner veröffentlichen dürfe. Angeblich möchte man anfangs die Daten von Polizeistationen, arabischen Botschaften und Pfarrämtern veröffentlichen, die an einem Transfer urheberrechtlich geschützter Werke beteiligt waren.

    Für den Bund Deutscher Kriminalbeamter stellt sich die Angelegenheit aber ganz anders dar: "Da hat bei der Kanzlei U+C wohl jemand das Urteil des Verfassungsgerichts falsch gelesen oder nicht verstanden. Das Urteil hatte eine andere Zielrichtung und rechtfertigt nicht, die Namen von vermeintlichen Urheberrechtsverletzern ins Internet zu stellen", stellt der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz klar. Für den BDK ist es offensichtlich, dass man mit der Ankündigung lediglich Einfluss auf die Zahlungsbereitschaft der vielen Abgemahnten ausüben möchte. Auch könne es laut BDK sein, dass es nie zu dieser Veröffentlichung kommen wird. Schon die reine Androhung könnte viele Betroffene zu einer Überweisung ihrer Kostennote bewegen. Unklar ist auch, ob tatsächlich der Name der Downloader oder nur die Realdaten der Anschlussinhaber veröffentlicht werden. Die Internet-Anbieter können den Filesharer nicht identifizieren, sondern lediglich feststellen, über wessen Anschluss der Transfer durchgeführt wurde. Vor allem bei ungesicherten WLAN-Routern oder in Wohngemeinschaften führt dies häufiger zu Komplikationen. Den Täter könnte man lediglich mit Hilfe kriminalpolizeilicher Maßnahmen feststellen, die für Polizei und Staatsanwaltschaft in den meisten Fällen mangels krimineller Energie nicht in Frage kommen.

    "Der Pranger ist seit dem Mittelalter in Deutschland verboten. Das gilt auch in der virtuellen Welt. Bei einer Veröffentlichung würden ganz klar Persönlichkeitsrechte verletzt. Die Kanzlei U+C wäre gut beraten, auch weiterhin rechtsstaatliche Wege zu beschreiten. Wenn die Kanzlei die Daten wirklich veröffentlichen sollte, was ich nicht glaube, kann man jedem der auf der Liste steht nur raten, Strafanzeige zu erstatten", ist die Empfehlung des BDK-Bundesvorsitzenden André Schulz. Empfängern einer Abmahnung sei abgesehen von dieser Ankündigung geraten, sich einen Fachanwalt seines Vertrauens zu suchen statt wie von U+C erhofft die geforderte Summe kampflos zu zahlen.
    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  4. #4
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.108
    Points
    6.782
    Level
    54
    Level completed: 16%, Points required for next Level: 168
    Overall activity: 51,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    [ Update: (31.08.2012) ]

    Das Landgericht Essen verbot Urmann & Collegen am Donnerstag Abend mit einer einstweiligen Anordnung, ab morgen die Namen und Adressen der Abgemahnten zu veröffentlichen. Das vom Bundesverfassungsgericht bestätigte Recht auf die Veröffentlichung der "Gegnerlisten" bezog sich im dortigen Fall auf das Kapitalrecht. Das Vorhaben von U+C gefährdete aber die Intimsphäre und die Reputation der Betroffenen. Den Antrag auf einstweilige Verfügung stellte der Dortmunder Rechtsanwalt Hendrik Peters.

    Strafrechtler Udo Vetter kommentiert den Sachverhalt: Der Tausch von erotischen Filmen mag zwar gegen das Urheberrecht verstoßen, der Vorgang hat aber nun mal einen direkten Bezug zur Privat- und sogar Intimsphäre. Von daher ist es wenig überraschend, dass das Landgericht Essen der Betroffenen recht gegeben hat. Ihr und Rechtsanwalt Hendrik Peters gebührt aber das Verdienst, die Sache in die Hand genommen zu haben – der Regensburger Porno-Pranger sollte Anfang September online gehen.

    Die Entscheidung ist natürlich nur vorläufig. Urmann & Collegen können Widerspruch einlegen und schauen, ob sie Gerichte finden, die ihr mieses Spiel erlauben. Andererseits werden sich nun sicher viele Betroffene ermuntert fühlen, sich von den Regensburger Anwälten nichts gefallen zu lassen. Wenn massenweise einstweilige Verfügungen ergehen, könnte das für die Kanzlei jedenfalls sehr, sehr teuer werden."

    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  5. #5
    Awards:
    Posting Award
    Avatar von delle59




    Registriert seit
    Apr 2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    6.108
    Points
    6.782
    Level
    54
    Level completed: 16%, Points required for next Level: 168
    Overall activity: 51,0%
    Achievements:
    SocialRecommendation Second Class7 days registered5000 Experience PointsOverdrive
    Landgericht Essen

    Gericht stoppt geplanten Porno-Pranger
    Das Landgericht Essen hat entschieden, dass eine bayerische Anwaltskanzlei nicht die Namen von Konsumenten von Porno-Inhalten veröffentlichen kann. Damit ist der "Porno-Pranger" nun erst mal gestoppt.


    Porno-Pranger gestoppt ©iStockphoto.com/blackred
    Eine Regensburger Rechtsanwalts-Kanzlei war in die Schlagzeilen geraten, weil sie in einem "Porno-Pranger" die Namen von Anwendern im Internet veröffentlichen wollte, die urheberrechtlich geschützte Pornos aus Tauschbörsen heruntergeladen hatten und deshalb abgemahnt wurden. Das Landgericht in Essen hat nun in einem Eilverfahren am Mittwoch entschieden, das die Kanzlei den Namen einer privaten Klängerin nicht im Internet veröffentlichen darf. Die Klägerin soll angeblich pornographische Dateien illegal aus dem Internet heruntergeladen haben und daher wäre ihr Name in einem von der bayerischen Rechtsanwaltskanzlei geplanten Porno-Pranger erschienen.

    Der Porno-Pranger sollte eigentlich bereits am 1. September an den Start gehen und war dann aber kurzfristig aufgrund einer Anordnung des Bayerischen Landesamtes für Datenschutz gestoppt worden. Die Regensburger Kanzlei hatte sich bei ihren Plänen auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahre 2007 berufen, das es Anwälten erlaube, mit den Namen der Gegner zu werben.
    Quelle

    Darf das Internet zum Pranger werden?
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


Ähnliche Themen

  1. Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 14.11.13, 11:34
  2. Nintendo 3DS offenbar gehackt
    Von delle59 im Forum Konsolen
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 03.01.13, 11:39
  3. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 01.07.12, 10:40

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •