Mit WLAN-Routern durch Wände sehen: Scanner in der Entwicklung

Am University College London haben zwei Wissenschaftler den Prototypen eines Geräts entwickelt, der aufgrund von WLAN-Strahlung außerhalb von Gebäuden jede Bewegung darin sichtbar machen kann. Die Geschwindigkeit, die Richtung und der Aufenthaltsort jeder Person kann auch durch dicke Wände hindurch erkannt werden. Bislang gibt es keine Möglichkeit, diese neue Form der Überwachung zu enttarnen.


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Wenn der Prototyp tatsächlich so leistungsfähig ist, wie uns die beiden Wissenschaftler Karl Woodbridge und Kevin Chetty Glauben machen wollen, so wäre dies der absolute Privatsphären-GAU. Der Anteil der Wohnungen und Büroräumlichkeiten mit einem drahtlosen Netzwerk ist hoch und steigt langsam weiter an. Bei Tests konnte auch durch dicke Wände hindurch erkannt werden, wo sich eine Person aufhält und mit welcher Geschwindigkeit sie sich in welche Richtung bewegt. Das dafür eingesetzte Gerät ist klein und tragbar, die Überwachung soll man nicht lokalisieren können. Somit eignet sich die Hardware perfekt als Überwachungsinstrument für Geheimdienste, die Polizei oder das Militär.

Bei dieser Technologie kommt der Doppler Effekt zum Einsatz, der den Aufenthaltsort der Personen preisgeben soll. US-amerikanische Wissenschaftler haben bereits eine vergleichbare Technik im medizinischen Bereich zu Forschungszwecken zur Anwendung gebracht. Mit 20 Transceivern konnte in der Universität von Utah die Herztätigkeit und Atmung von Patienten überwacht werden, bis zur Serienreife sollen aber noch etwa 5 Jahre vergehen. Das britische Verteidigungsministerium kündgigte an, man prüfe derzeit den Einsatz der Technologie für die Durchführung von Straßenkämpfen. Eine sinnvolle Alternative wäre beispielsweise der Einsatz bei Sondereinsatzkommandos, insbesondere wenn man mit Hilfe des Gerätes den Aufenthaltsort aller Personen lokalisieren kann. Der See Through The Wall (STTW)-Technologie der Universität London ist es natürlich nicht möglich, zwischen den Signalen der Kriminellen und Inhaftierten zu unterscheiden.

Dafür könnte man damit Kinder genauso wie Erwachsene in geschlossenen Räumen überwachen, ohne dass sie davon etwas ahnen. Wer sich davor schützen will, muss seinen WLAN-Router ausschalten und sein Internet wieder wie früher über ein Netzwerkkabel beziehen.
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