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    Russland zapft Olympia in Sotschi an

    Überwachungsprogramm "wie 'Prism' auf Steroiden"
    Russland zapft Olympia in Sotschi an
    Die russische Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um die Kommunikation jedes Teilnehmers und Besuchers der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi vollständig zu überwachen. Wie der "Guardian" berichtet, soll das Progamm "Sorm" sein US-Gegenstück "Prism" noch deutlich übertreffen.


    Besucher und Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2014 müssen mit einer umfassenden
    Überwachung durch russische Behörden rechnen. (Foto: picture alliance / dpa
    Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi plant Russland eine intensive und systematische Überwachung der Kommunikation von Sportlern und Besuchern. Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, soll es sich bei der Maßnahme des russischen Geheimdienstes FSB um die umfassendste Abhöraktion in der Geschichte der Spiele handeln.

    Der FSB, Nachfolger des sowjetischen Geheimdienstes KGB, will sicherstellen, dass dem Staat während des sportlichen Großereignisses keinerlei Kommunikation von an den Spielen beteiligten Personen entgeht, was die Überwachung von Zuschauern miteinschließt. Dies ergaben Nachforschungen russischer Journalisten über die Vorbereitung zu den Winterspielen am Schwarzen Meer. Während einer Zeremonie auf dem Roten Platz in Moskau, bei der das kurz zuvor unbeabsichtigt erloschene Olympische Feuer auf seine Reise durch Russland geschickt wurde, sprach Präsident Wladimir Putin noch von der "Offenheit und Freundschaft" Russlands, die Sotschi zum perfekten Austragungsort für die Olympiade machten.

    Diese Offenheit scheint der russische Staat jedoch auch von seinen Gästen zu erwarten. Wie Ausschreibungsunterlagen russischer Telekommunikationsunternehmen belegen, sollen neu geschaffene Überwachungsmechanismen dem FSB eine genaue Verfolgung aller Datenübertragungen erlauben und dabei auch die gezielte Suche nach Schlagwörtern in E-Mails, Chats und sozialen Netzwerken möglich machen.

    Filtertechnik erlaubt individuelle Verfolgung
    Bei der Durchsicht dutzender Dokumente der staatlichen Sicherheitsbehörden stießen die Journalisten Andrei Soldatow Irina Borogan auf Anordnungen, die eine tiefgreifende Umstrukturierung der Telefon- und Internetnetze in der Kurstadt an der russischen Küste bedeuten. Dabei soll das Programm "Sorm" eine vollumfängliche Überwachung und Filterung der Telekommunikation sicherstellen. Das Überwachungssystem war bereits im Jahr 1996 eingeführt worden. Alle russischen Internetanbieter sind seit dem Jahr 2000 zu einer vollständigen Übermittlung ihrer Verbindungsdaten an das System verpflichtet.

    Das Sorm-System ist dafür offenbar in ganz Russland einer Modernisierung unterzogen worden, wobei der Region um Sotschi jedoch besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden sein soll. Ein zusätzliches Filterprogramm soll zudem die Suche nach Schlagwörtern erleichtern. "Sie können beispielsweise nach dem Wort 'Nawalny' suchen und herausfinden, welche Leute in einer bestimmten Gegend dieses Wort verwenden, um diese dann weiter zu überwachen", erklärt Soldatow und bezieht sich dabei mit Alexei Nawalny auf Russlands bekanntesten Oppositionspolitiker.

    Der an den Nachforschungen beteiligte Ron Deibert, Professor an der Universität von Toronto in Kanada, nennt Sorm ein "Prism auf Steroiden". Das Programm Prism wird von der amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA zur Überwachung des globalen Internetverkehrs genutzt und war nach den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden im "Guardian" weltweit in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. "In den USA waren viele der Kontrollmaßnahmen für Prism sehr schwach oder wurden übergangen, aber im russischen System ist der umfassende Zugriff durch Sorm eine Grundlage für die Infrastruktur", ergänzt Deibert. Edward Snowden selbst hält sich zurzeit in Russland auf, um einer Strafverfolgung durch die Behörden der USA zu entgehen.

    USA warnt eigene Bürger vor "Sorm"
    Die USA selbst scheinen jedoch schon länger besorgt über die Fähigkeiten von Sorm zu sein, wie eine von der Abteilung für diplomatische Sicherheit kürzlich herausgegebene Broschüre nahelegt. Darin werden US-Bürger, welche die Spiele besuchen wollen, darauf hingewiesen, bei ihrer elektronischen Kommunikation besondere Vorsicht walten zu lassen.

    "Insbesondere Geschäftsreisende sollten sich bewusst sein, dass Betriebsgeheimnisse, Verhandlungspositionen oder andere Interna von anderen Wettbewerbern oder den russischen Behörden aufgegriffen und weitergegeben werden können", warnt die Broschüre. Überdies liefert sie eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, die Besucher vor der Überwachung schützen können. So sollten ausschließlich "saubere" Geräte verwendet werden und die Akkus aus Telefonen entnommen werden, die sich nicht in Benutzung befinden.

    Außer Geschäftsleuten könnten vor allem Aktivisten für die Gleichstellung von Homosexuellen unter den Maßnahmen leiden. Die Frage der Rechte von Schwulen und Lesben in Russland hatte im Vorfeld der Spiel bereits mehrfach zu Unruhen geführt. Putin hatte zwar zugesichert, dass Sportlern, die beispielsweise regenbogenfarbene Anstecknadeln tragen, trotz des neuen Gesetzes gegen "homosexuelle Propaganda" keinerlei Strafverfolgung drohe, jedoch könnten Kundgebungen zum Thema sowie andere öffentliche Unterstützungsaktionen schnell durch die Polizei unterbunden werden, so wie es in vielen Städten des Landes schon früher der Fall war.

    "Einige Sportler haben bestimmte politische Ansichten oder gehen offen mit der eigenen Homosexualität um", sagt Deibert. "Angesichts der jüngsten Entwicklungen meine ich, dass all dies großen Anlass zur Sorge bietet."
    Quelle
    Geändert von delle59 (12.11.14 um 19:07 Uhr)
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
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    IOC verlangt Löschung von Material "innerhalb von Minuten"
    Geht es nach dem Internationalen Olympischen Komitee, soll für die Winterspiele im russischen Sochi im kommenden Jahr ein "Rapid Response Team" ins Leben gerufen werden. Dieses hat dann die Befugnis, nicht autorisierte Videos und Streams innerhalb weniger Minuten zu löschen oder zu blockieren, um Medien-Unternehmen - lokal wie international - zu schützen.

    Einem Schreiben zufolge, das der russischen Zeitschrift Gazeta vorliegt, hat sich das Olympische Komitee (IOC) mit einer Bitte zur Schaffung eines "Rapid Response Teams" zum Schutz der Lizenznehmer direkt an russische Behörden und Organisationen gewandt. Dieses Team soll mit Vollmachten ausgestattet werden, die es der Gruppe erlauben, nicht autorisierte Streams, Links oder andere Inhalte "innerhalb von Minuten" aus dem Netz zu nehmen oder zumindest zu blockieren. Die neuen Anti-Raubkopier-Gesetze würden nicht ausreichen, da es zu lange dauern würde, bis entsprechende Beschwerden seitens der Rechteinhaber bearbeitet werden. In Russland hat die Bundesbehörde zur Überwachung von Kommunikation, Informationstechnologie und Massenmedien (Roskomnadzor) bereits jetzt die Befugnis, Webseiten sofort vom Netz zu nehmen, die einer Aufforderung zur Löschung von illegal kopierten Inhalten nicht innerhalb von 72 Stunden nachkommen – für den IOC eine zu lange Zeitspanne.

    Direkter Zugriff anstatt Beschwerde
    Stattdessen schlägt das IOC Präventivmaßnahmen vor. Demnach verlangt die Organisation nach einer Liste mit verdächtigen Webseiten, auf denen während der Olympischen Spiele mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht lizensierte Übertragungen auftauchen werden. Landet eine Webseite auf dieser "schwarzen Liste", sieht der IOC den verpflichtenden Einbau eines Tools vor, das es dem "Rapid Response Team" ermöglicht, Inhalte direkt und ohne großes Prozedere vom Netz zu nehmen. Zwar mangelt es dem Bericht von Gazeta an den notwendigen Details, es wird jedoch vermutet, dass der IOC auch die Unterstützung durch Regierungsbehörden sucht, um mit entsprechenden Strafen drohen zu können, sollten sich Seitenbetreiber dem Einbau der Software widersetzen.

    Die Übertragung der Olympischen Spiele ist ein Milliardengeschäft für IOC und TV-Sender – kein Wunder also, dass die Veranstalter und Organisatoren bemüht sind, die Exklusivrechte bestmöglich zu schützen und illegale Übertragungen auf ein Minimum zu reduzieren. Vergangenes Jahr zahlte beispielsweise der Sender NBC rund eine Milliarde US-Dollar für die Übertragungsrechte. Insgesamt werden die Kosten für die Olympischen Winterspiele in Sochi im kommenden Jahr auf 50 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 37 Milliarden Euro, geschätzt. Die Exklusivrechte zur Übertragung der Sportveranstaltung wurden an die russischen TV-Sender Channel One, RTR, NTV und RIA Novosti vergeben. Alle übrigen TV-Sender der Welt dürfen maximal sechs Minuten des Originalmaterials pro Tag in ihr Programm einbauen.
    Quelle

    Das hat zwar nichts mit der Überwachung der Russen durch das Progamm "Sorm" zu tun, da es aber um die Olympischen Winterspiele 2014 geht, denk ich, das ich das erstmal zusammen in einen Thread packe, eben allgemeine Überwachung der Spiele in Sotschi. hone: :cool:
    Geändert von delle59 (12.11.14 um 19:06 Uhr)
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    Russischer Olympia-Verantwortliche spricht von Videoüberwachung in Presse-Hotels
    Der russische Verantwortliche für die Olympischen Winterspiele 2014, Dmitri Kosak hat ausländische Journalisten bezichtigt, die für die Presse bereitgestellten Hotelzimmer in Sotschi grundlos zu kritisieren. Als Beweis führte der Politiker an, dass die "Videoüberwachung der Hotels" gezeigt hätte, dass Personen unsachgemäß mit der Einrichtung umgegangen seien.

    Die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi stehen bereits seit Monaten in der Diskussion. Der umstrittene Führungsstil des Machthabers Wladimir Putin und die politisch vorgeschriebene Intoleranz gegenüber Homosexuellen ließ vielerorts die Frage aufkommen, ob die Föderation der richtige Austragungsort für die Olympiade ist.

    Eine Äußerung des für die Veranstaltung zuständigen Vize-Ministerpräsident, Dmitri Nikolajewitsch Kosak sorgt nun für weiteren Trubel. Am Donnerstagmorgen war eine Pressekonferenz einberufen worden, in der zu den Vorwürfen vieler Journalisten Stellung genommen werden sollte, die ihnen zugewiesenen Hotelzimmer seien in miserablem Zustand. In vielen Medien war in den vergangenen Tagen von unsauberem Wasser, fehlenden Betten und andersartig üblen Zuständen die Rede. Kosak erklärte die Beschwerden der ausländischen Presse jedoch kurzer Hand für völlig übertrieben. Einige der westlichen Gäste hätten gar versucht, Sotschi durch selbst verursachte Schäden, schlecht dastehen zu lassen. Diese erwartbare Reaktion wäre an sich nichts Besonderes gewesen. Jedoch belegte Kosak seinen Vorwurf darauffolgend mit der unfassbaren Aussage: „Wir haben Überwachungsvideos von den Hotels, die zeigen, dass Leute die Dusche aufdrehen und das Zimmer dann für den ganzen Tag verlassen.“ Gemeint war offenbar, dass ein Wasserschaden absichtlich herbei geführt wurde.

    Wie das Wall Street Journal berichtet, hatten die anwesenden Journalisten nach dieser Äußerung natürlich vor, dem Politiker Fragen über Überwachungsmaßnahmen in den Hotelzimmern der Presse zu stellen. „Ein Berater zog einen Reporter [jedoch] weg, bevor weitere Fragen […] gestellt werden konnten“, berichtet das Blatt. Es folgte das abrupte Ende der Pressekonferenz mit einer vom Assistenten angekündigten Tour durch das Media Center von Sotschi.

    Zurück blieben verwunderte Journalisten. Eine Sprecherin von Kosak reagierte dann am späten Nachmittag auf die ersten Presseberichte über die Konferenz und erklärte, es habe sich um ein Missverständnis gehandelt: „Gemeint war die Überwachung von Gebäuden während des Baus und der Reinigung der Hotels“, heiß es. Auf Nachfrage des Wall Street Journals bestätigte der Geschäftsführer einer der Baufirmen zudem, dass in den bewohnten Hotelzimmern keine Videoüberwachung stattfinde.

    Inwiefern den Worten der russischen Olympia-Verantwortlichen Glauben geschenkt werden kann, ist unklar. Dass die Hotelzimmer der Presse videoüberwacht werden, dürfte unwahrscheinlich sein, da den Journalisten Kameras innerhalb ihrer Zimmer wohl auffallen sollten. Vorwürfe, dass die Berichterstatter teilweise in halb fertiggestellten Hotels untergebracht werden, blieben derweil bestehen. Auf Twitter kursieren bereits Dutzende Fotos (1,2,3), die die Wohnsituation der Reporter zeigt.
    Quelle
    Foto: @bishopk via twitter
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    Zitat Zitat von 'delle59',
    USA warnt eigene Bürger vor "Sorm"
    Schon lustig und traurig zugleich, dass die USA vor ihrem eigenem tun warnt. :facepalm:
    Geändert von salviner01 (22.10.14 um 21:23 Uhr)
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
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