Vier mutmassliche Anonymous-Aktivisten haben einiges zu lachen. Sie wurden auf Kaution freigelassen – dürfen aber ihr Lieblings-Pseudonym nicht mehr im Internet verwenden.


Vier junge Männer konnten am Mittwoch das Londoner Gericht (Archivbild) unter speziellen Auflagen verlassen. (Bild: Keystone)

Vier Briten im Alter zwischen 17 und 26 Jahren sind am Mittwoch auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden, wie der «Guardian» berichtet. Über den Entscheid des zuständigen Haftrichters dürften die jungen Männer ziemlich erstaunt gewesen sein. Sie kommen nach dem Bezahlen einer Kaution (in unbekannter Höhe) frei, dürfen aber ihre Online-Spitznamen nicht weiter im Internet verwenden.

Und es wird noch kurioser: Einer der Verdächtigen, ein 22-jähriger Student namens Peter G., darf sich nun online nicht mehr «Peter» nennen. Er muss also wegen der richterlichen Verfügung (vorläufig) im Internet auf die Verwendung seines richtigen Vornamens verzichten.

Angeklagt wegen Verschwörung

Den vier jungen Männern wird vorgeworfen, an mehreren Internet-Protestaktionen von Anonymous und Lulz Security (LulzSec) teilgenommen zu haben. Die Anklage lautet auf Verschwörung zu verschiedenen Computer-Straftaten. Das zuständige Gericht war offenbar der Ansicht, dass die Verdächtigen ohne ihren richtigen Spitznamen («Nickname») aufgeschmissen sind im Internet. Die Aktivisten verwenden bekanntlich Pseudonyme, um sich in Chat-Räumen zu organisieren, ohne die wahre Identität offenzulegen.

Angesichts der Schwere der Verbrechen, die den Männern zur Last gelegt werden, gibt es nun auch heftige Kritik. Man hätte ihnen die Internet-Nutzung völlig verbieten müssen, heisst es. Dies hatte der zuständige Richter aber offenbar als «nicht durchführbar» abgelehnt, wie das IT-Portal Gulli berichtet.

Die vier mutmasslichen Anonymous-Aktivisten müssen sich laut «Guardian» voraussichtlich am 18. November vor Gericht für ihre Taten verantworten.

Quelle: 20 Minuten - Gericht verbietet