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    Netzneutralität tötet!

    Ich hab ja zuerst überlegt ob ich das auch in den "Deutsche Telekom führt ab Mai Volumengrenzen bei Festnetz-Anschlüssen ein" packe, war mir aber nicht sicher, egal, mitzeichnen. :nod:

    Petition für Netzneutralität findet rasanten Zuspruch


    Jahrelang hat die Bundesregierung alle Rufe nach einer gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität als unnötig abgetan. Angeblich würde der Markt die Einhaltung der Netzneutralität schon von alleine regeln. Seit den Drosselungs-Plänen der Deutschen Telekom ist klar, dass diese Hypothese nicht länger haltbar ist. Deshalb gibt es nun eine offizielle Bundestags-Petition, die den Gesetzgeber zum Handeln zwingen soll.

    Der Petitions-Text von Johannes Scheller lautet: "Der Deutsche Bundestag möge ein Gesetz beschließen, das Internetanbieter ('Provider') verpflichtet, alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von Ihrem Inhalt und Ihrer Herkunft gleich zu behandeln. Insbesondere sollen keine Inhalte, Dienste oder Dienstanbieter durch diese Provider benachteiligt, künstlich verlangsamt oder gar blockiert werden dürfen."

    Schnellster Petitions-Erfolg aller Zeiten?

    Mit dieser Forderung spricht Scheller offenbar einem großen Teil der Deutschen aus dem Herzen. Seit dem 21. Mai kann man die Forderung online unterschreiben ("mitzeichnen") und bereits bei Erstellung dieses Artikels war die Marke von 30.000 Unterzeichnern überschritten. Damit ist die Petition 41906 "Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität" auf dem besten Wege die am schnellsten erfolgreich abgeschlossene Bundestags-Petition aller Zeiten zu werden.


    Ab einer Zahl von 50.000 Mitzeichnern muss der Deutsche Bundestag Johannes Scheller das Recht einräumen, sein Anliegen in einer öffentlichen Sitzung des zuständigen Fachausschusses vorzutragen. Diesen Meilenstein erreichte zum Beispiel Mitte 2009 die Petition gegen Netzsperren. Damals wurde rund eine Woche für die erforderliche Anzahl an Unterschriften benötigt. Die Petition zur gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität könnte diese Marke bereits morgen erreichen, falls die aktuelle Unterschrifts-Rate aufrechterhalten werden kann.

    Die Telekom demonstriert mit ihren aktuellen Drosselungs-Plänen drastisch, wie das Internet der Zukunft im schlimmsten Fall aussehen könnte: Einige wenige Dienste wie in diesem Fall Entertain werden bevorzugt behandelt und können jeder Zeit ohne Einschränkung genutzt werden. Andere Dienste sind nur dann uneingeschränkt verfügbar, wenn ihre Anbieter oder die Kunden dafür extra zahlen. Dies kann in letzter Konsequenz dazu führen, dass man beispielsweise Informationen nur noch aus bestimmten Quellen konsumieren kann, da andere nur eingeschränkt oder gar nicht erreichbar sind. "Das käme einer Zensur aus wirtschaftlichen Aspekten gleich", schreibt Scheller und genau dieses Szenario gilt es daher zu verhindern.
    Quelle


    Jetzt Petition unterzeichnen: Mitzeichnen der Petition

    Johannes Scheller über seine Petition zur Netzneutralität: “Es reicht, wir müssen etwas tun!”
    Geändert von delle59 (12.05.15 um 12:43 Uhr)
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    AW: Netzneutralität tötet!

    Alexander Lehmann hat wieder ein super Animations-Video gemacht: Netzneutralität tötet! Eines der besten Videos zum Thema Netzneutralität bisher. Chapeau! Besonders gut ist gelungen, alle üblichen Argumente der Gegner von Netzneutralität anschaulich zu widerlegen.

    Teilt das überall und helft mit, mehr Menschen über das Thema aufzuklären. Und macht bei savetheinternet.eu mit und kontaktiert EU-Abgeordnete, damit diese sich ebenfalls für ein freies, faires und bezahlbares Internet einsetzen.
    netzpolitik.org



    eHealth-Startup wirbt in Offenen Brief an Oettinger für Netzneutralität
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  4. Bedankos F3, master_of_disaster, Monteee, Mr.Maguu, Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
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    Netzneutralität: Telecom-Firmen denken über Werbe-Blockade auf Handys nach


    Netzneutralität: Telecom-Firmen denken über Werbe-Blockade auf Handys nach

    Attacke auf die Netzneutralität auf einer ganz anderen Ebene: Mobilfunkprovider sind in Planungen eingestiegen, Werbung von Internet-Anbietern wie Google oder Yahoo auf Smartphones zu blockieren. Sie wollen am Werbekuchen beteiligt werden.



    Es ist eine Idee, die Spannungen zwischen Telekom-Branche und Internet-Unternehmen auf die Spitze treiben könnte: Mehrere Mobilfunk-Anbieter arbeiten laut einem Zeitungsbericht daran, Online-Werbung in ihren Netzen zu blockieren. Ein europäischer Netzbetreiber habe bereits die dafür nötige Software in seinen Rechenzentren installiert und wolle sie bis Ende 2015 einschalten, schrieb die Financial Times.


    Ein solcher Schritt könnte Internet-Firmen wie Google oder Yahoo Umsätze kosten. Anzeigen in Form bezahlter Nachrichten - wie sie etwa Facebook oder Twitter in ihren Streams nutzen - wären davon hingegen nicht betroffen.

    Blocking-Software

    Entwickelt worden sei die Blocking-Software von der Firma Shine, einem israelischen Start-up, in das unter anderem die Investment-Firma Horizon Ventures von Li Ka-shing investiert hat. Li kontrolloert mit Hutchison Whampo eine der weltweit größten Telecom-Firmen. In Europa verkündete Hutchison Whampoa vor kurzem die Übernahme der britischen O2. Pikanterweise will angeblich auch Google mit Hutchison Whampoa zusammenarbeiten, um sein globales Mobilfunk-Roamingangebot realisieren zu können.

    Ein ranghoher Manager eines europäischen Netzbetreibers sagte der Financial Times, man wolle den Kunden zunächst die Möglichkeit bieten, einen werbefreien Service zu buchen. Erwogen werde aber auch ein radikalerer Schritt, bei dem Anzeigen auf einen Schlag über das gesamte Netzwerk aus Millionen Kunden blockiert werden könnte. Die Idee dahinter sei, vor allem Google dazu zu drängen, Werbeerlöse zu teilen, schrieb das Blatt.

    Neue Attacke

    Die Telekom-Unternehmen beschweren sich schon lange, dass Internet-Firmen viel Geld in ihren Netzen verdienten, ohne sich an den hohen Infrastruktur-Kosten zu beteiligen. Sie stellen daher regelmäßig die Gleichbeandlung jedweden Internetverkehrs (Netzneutralität) in Frage und wollen für einzelne Dienste von Internet-Anbietern auch gesondert entlohnt werden.

    Kritiker sehen darin die Aufgabe des Prinzips eines einheitlichen Netzes für alle Beteiligten und befürchten, die User könnten in einem Zwei-Klassen-Netz benachteiligt oder in speziellen Provider-Netzen eingeschlossen werden. Eine Anzeigen-Blockade würde auf einer weiteren Ebene erneut die Frage nach einem Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität aufwerfen.

    Quelle: heise.de

  6. Bedankos delle59, Struppi, eddy-dien8 bedankte(n) sich für diesen Post
  7. #4
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    AW: Netzneutralität tötet!


    Netzneutralität mit Einschränkungen beschlossen

    Die Verhandlungen rund um die Netzneutralität sind abgeschlossen und es gab nun eine Einigung. Diese ist allerdings nicht ganz so netzneutral wie man gehofft hatte, denn man will mit den neuen Regelungen einen Kompromiss zwischen den Nutzern und den Providern schaffen.


    Die Netzneutralität wurde nun mit einigen Kompromissen beschlossen.


    Lange haben die Verhandlungen angedauert und es fand ein ewig erscheinendes Hin und Her statt, doch nun gab es eine Einigung in Sachen Netzneutralität.

    Netzneutralität - zumindest ein wenig


    Auf die detaillierten Ausführungen muss man derzeit noch warten, doch grundsätzlich ist es so, dass es nur in Ausnahmesituationen - etwa bei Hackerangriffen - zu Drosselungen oder dem Blockieren von Inhalten kommen soll. Zudem wird einigen Spezialdiensten wie Anrufen des automatischen Auto-Notrufs E-Call Priorität eingeräumt. Diese Dienste müssen aber notwendig sein und es muss ausrechende Netzkapazität zur Verfügung gestellt werden. Denn die "generelle Qualität" dürfe für andere Nutzer nicht drastisch geringer ausfallen.

    Der Beschluss zur Netzneutralität muss nun noch von den EU-Staaten und Parlamenten bestätigt werden, bevor er in Kraft treten kann und die EU-Kommission müsse noch einige Details ausarbeiten. Doch das alles wäre kein Problem. Vor allem EU-Digital-Kommissar Günther Oettinger ist mit den Kompromissen, die man gefunden hat, zufrieden. Die Europa-Abgeordnete der SPD Petra Kammerevert meint: "Alle Verkehre werden gleich behandelt, ob es das Katzenbild von Oma ist, ein Spielfilm, den ich mir herunterlade oder eine E-Mail. Es ist nicht alles so schön, wie wir uns das gewünscht haben, aber wir haben eine Menge erreicht."

    Allerdings sind nicht alle begeistert. So fordert der Verein Digitale Gesellschaft, dass ein Diskriminierungsverbot beim Netzzugang festgelegt sowie Spezialdienste nur in klar definierten Grenzen erlaubt und sachfremde Elemente wie Spamschutz und Kindersicherungen vollständig aus dem Text entfernt werden müsse. Sonst werde "Europas digitale Zukunft zu Grabe getragen". Telekommunikationsunternehmen wie die Deutsche Telekom äußerten sich noch nicht zu dem Beschluss. Man will erst die schriftliche Form abwarten.

    Quelle

  8. Bedankos Struppi, delle59 bedankte(n) sich für diesen Post
  9. #5
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    AW: Netzneutralität tötet!

    Adieu, Netzneutralität

    In zwei Wochen dürften bei den großen Telekom-Firmen die Sektkorken knallen: Der EU-Kompromiss zur Netzneutralität lässt viele Schlupflöcher für kostenpflichtige Dienste im Internet zu. Beschlossen wird er trotzdem.

    Dieser Oktober wird kein guter Monat für die Netzpolitik werden. Während die große Koalition in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung beschließen will, wird das Europäische Parlament aller Voraussicht nach den Kompromissvorschlag für den gemeinsamen Telekommunikationsmarkt verabschieden. Der federführende Industrieausschuss (Itre) stimmte am Dienstag mit großer Mehrheit für das Paket (50 zu 10 Stimmen). Das EU-Parlament soll am 27. Oktober 2015 darüber abstimmen. Trotz Widerstands einzelner Fraktionen und Abgeordneter ist ein Scheitern unwahrscheinlich.

    Dabei gibt es selbst in der großen Fraktion der Sozialdemokraten warnende Stimmen. Den Schilderungen der SPD-Abgeordneten Petra Kammerevert zufolge hat sich das Parlament in den Verhandlungen mit EU-Kommission und den Vertretern der 28 Mitgliedsländer (Trilog) über den Tisch ziehen lassen. So hatten die Verhandlungsführer des Parlaments darauf gesetzt, dass in den sogenannten Erwägungsgründen des Gesetzestextes Unklarheiten über die Definition von Netzneutralität und Spezialdiensten beseitigt würden. "Eine Hoffnung, die sich leider nicht erfüllt hat", räumte Kammerevert nun ein. Ihr Resümee: "Für die Abschaffung des Roamings bezahlen wir einen zu hohen Preis - wenn auch nicht die Abschaffung der Netzneutralität, so aber doch zumindest deren völlige Aufweichung."

    Bei weitherziger Auslegung alles möglich

    Es ist bezeichnend, dass in dem gesamten Kompromissvorschlag der Begriff Netzneutralität nicht mehr auftaucht. In Artikel 1 wird lediglich festgeschrieben, dass Internetverkehr "gleich und nicht-diskriminierend" behandelt werden soll. Eine genaue Definition, was im Gegensatz zum allgemeinen Internetzugang mit sogenannten Spezialdiensten gemeint ist und wann diese erlaubt sind, fehlt ebenfalls. Nach Artikel 3.5 sind sie in Zukunft erlaubt, wenn die Optimierung von Traffic erforderlich ist, "um den Anforderungen der Inhalte, Anwendungen oder Dienste an ein spezifisches Qualitätsniveau zu genügen".

    Diese Formulierung ist laut Kammerevert "derart schwach, dass bei einer weitherzigen Auslegung alles möglich ist". Auch nach Ansicht des Mannheimer IT-Rechtsexperten Thomas Fetzer enthält der Entwurf "keine präzise Bezugnahme auf technische Notwendigkeiten". Spezialdienste sollten jedoch "eine Übertragungsqualität gewährleisten, die aus technischer Sicht etwa im Hinblick auf Jitter, Latenz und Packet Loss erforderlich ist", schreibt Fetzer in einem kürzlich veröffentlichten Kurzgutachten.

    Die EU-Kommission hat inzwischen selbst eingeräumt, derzeit keine konkreten Anwendungen für Spezialdienste zu kennen. "Dass in dem Gesetzestext keine Liste von Diensten oder Applikationen steht, hat einen guten Grund: Nachdem die Technologie in diesem Bereich so rasante Fortschritte macht, wäre eine solche Liste wahrscheinlich schon in kürzester Zeit obsolet", teilte die Sprecherin von EU-Digitalkommissar Günther Oettinger auf Anfrage von Golem.de mit.

    Parlament vor Alles-oder-Nichts-Entscheidung

    Problematisch könnte sich zudem das Traffic-Management erweisen. Dieses ist laut Artikel 3.3 auch dann zulässig, wenn die Gefahr einer Netzwerküberlastung bereits besteht. "Droht denn schon eine Netzwerküberlastung, falls jemand eine datenintensive App, die zum Beispiel mobile Videos präsentiert, einführen will, so dass Internetserviceprovider diese von vornherein ablehnen können?", fragte Kammerevert. Es fehle an einer hinreichend konkreten Eingrenzung des Begriffs, "was auch unter dem Blickwinkel der Garantie kommunikativer Freiheiten nur schwer erträglich ist".

    Fetzer sieht in Sachen Traffic-Management ebenfalls Defizite in dem Text. Denn dort sei von bestimmten "Verkehrskategorien" die Rede, ohne dass diese näher definiert würden. Dazu könnten beispielsweise VoIP-Daten zählen.

    Eine Präzisierung des Begriffs Verkehrskategorie sei aber erforderlich, "um eine klare Abgrenzung zu Spezialdiensten zu ermöglichen". Zumindest konnte das EU-Parlament Spamschutz und Kindersicherungen als Gründe für die Datenfilterung bei den Providern verhindern. Solche Verfahren hätten die umstrittene Deep-Packet-Inspection erforderlich gemacht, wogegen sich das Parlament gesperrt hatte.

    Unklarheiten beim Zero-Rating

    Völlig unklar scheint weiterhin, ob das sogenannte Zero-Rating mit der Verordnung erlaubt wird. Auch dieser Begriff taucht in der Verordnung gar nicht auf. Was die EU-Kommission aber nicht davon abhielt, in einer Mitteilung dieses Verfahren für erlaubt zu erklären. Beim Zero Rating werden bestimmte Daten nicht auf den verbrauchten Traffic angerechnet. "Zero Rating blockiert keine Konkurrenzangebote und kann zu einem größeren Angebot für kostenbewusste Nutzer führen", schrieb die Kommission.

    Auch in diesem Fall warnt die SPD-Abgeordnete: "Um es ganz klar zu sagen: Zero Rating wird sich als eine der schärfsten Formen der Verdrängung von Konkurrenten im digitalen Markt entpuppen, von der ausschließlich schon heute Marktmächtige profitieren können." Fetzer hält die Auslegung der EU-Kommission ebenfalls für problematisch. Denn der Kompromiss erlaubt zwar ausdrücklich Volumenvereinbarungen zwischen Zugangsanbietern und Endkunden, erwähnt jedoch keine Verträge zwischen Zugangsanbietern und Inhaltelieferanten wie Facebook, Google oder Wikipedia.

    Alles oder nichts

    Trotz dieser Einwände dürfte die Mehrheit der EU-Abgeordneten dem Kompromiss zustimmen. Ausgeschlossen scheint, dass der Verordnungstext noch einmal geändert wird, obwohl das Parlament im April 2014 noch mit großer Mehrheit gegen ein Zwei-Klassen-Internet gestimmt hatte. Selbst der bestehende Kompromiss soll nur mit äußerst knapper Mehrheit von der Vertretung der Mitgliedsländer, dem Ministerrat, angenommen worden sein. Das Parlament steht daher vor der Entscheidung: alles oder nichts. Falls das komplette Paket scheitert, müssten sich die Abgeordneten vorhalten lassen, die Abschaffung der Roaming-Gebühren im Jahr 2017 verhindert zu haben.

    Wie die Entscheidung des Itre-Ausschusses gezeigt hat, sind viele Abgeordneten bereit, diesen Preis für die Unklarheiten bei der Netzneutralität zu zahlen.
    golem.de

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    AW: Netzneutralität tötet!

    Netzneutralität: Europaparlament beschließt umstrittene Internet-Regeln

    Es gab lautstarke Proteste, doch die Mehrheit steht: Das Europaparlament hat das Telekomgesetz beschlossen. Die Roaming-Gebühren fallen weg, aber Kritiker fürchten nun ein Zwei-Klassen-Internet.

    Das EU-Parlament in Straßburg hat das Gesetz zur Netzneutralität beschlossen. Eine deutliche Mehrheit stimmte für die umstrittene Vorlage.

    Aktivisten und mehrere Internet-Unternehmen hatten in letzter Minute noch versucht, die Abgeordneten zu Änderungen zu drängen. Sie sehen die Netzneutralität, ein Grundprinzip des Internets, durch das Gesetz bedroht. Die Änderungsanträge wurden im Plenum am Dienstagmittag allesamt abgelehnt.

    Es geht dabei um die Frage, ob weiter alle Daten gleichberechtigt und gleich schnell durch die Netze fließen. Kritiker befürchten, dass Anbieter, die es sich leisten können, sich in ein Überholspur-Internet einkaufen dürfen - während der Rest auf die Schleichspur abgedrängt wird. Bisher gibt es für dieses "offene Internet" keine europäischen Regeln, nur einzelne EU-Staaten haben Vorschriften.

    Teil des Gesetzes ist auch die weitgehende Abschaffung von Roaming-Gebühren bei Telefonaten im EU-Ausland. Sie sollen im Frühjahr 2016 sinken und zum Sommer 2017 ganz fallen.

    Über den Roaming-Teil herrscht größtenteils Einigkeit, während die Vorgaben zur Netzneutralität auch innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion zu Meinungsverschiedenheiten geführt haben.

    Kritik an Ausnahmen der Netzneutralität

    Die Kritik dreht sich vor allem um die vagen Formulierungen der Ausnahmen vom Prinzip der Datengleichberechtigung. Internet-Anbieter dürfen künftig zwischen Kategorien von Datenverkehr unterscheiden - "um die Gesamtqualität und das Nutzererlebnis zu optimieren". Laut Entwurf können auch bestimmte "Spezialdienste" privilegiert behandelt werden. (Hier lesen Sie die Hintergründe.)

    Der Digitalkommissar der EU-Kommission, Günther Oettinger (CDU), verteidigte das Gesetz. Er sprach vor der Abstimmung von einem "Kompromiss zwischen Interessen der Wirtschaft und Gesellschaft". Unter die "Spezialdienste" würden nur Gesundheits-, Notruf- und Mobilitätsdienste fallen. Ein Gutachten, das die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegeben hat, kritisiert allerdings, dass die Definition der Dienste im Gesetzestext völlig offen bleibt.

    Der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, hatte am Montag gewarnt, sollten die Parlamentarier das Gesetz so beschließen, seien "Innovationsfähigkeit, Meinungsfreiheit und Datenschutz" in Europa bedroht.
    spiegel.de

    Netzpolitik.org: EU-Parlament beschließt umstrittene Netzneutralitätsregeln
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  12. Bedankos eddy-dien8, Struppi bedankte(n) sich für diesen Post
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    AW: Netzneutralität tötet!

    Bezahl-Internet der Telekom: "Die Pläne erschrecken uns"



    Netzwerkkabel: Kostet Turbo-Internet bald extra?

    Kosten ruckelfreie Online-Spiele oder Streams bald mehr? Die Pläne der Telekom, Überholspuren für bestimmte Webdienste einzuführen, sorgen für Aufregung. Eine Umfrage bei Tech-Firmen.

    Die Drosselkom-Diskussion schien so langsam aus der Welt zu sein, jetzt macht die Telekom Internetnutzern erneut schlechte Laune: Nach der Abstimmung des Europaparlaments zur Netzneutralität hat Unternehmenschef Timotheus Höttges aufgezählt, welche "Spezialdienste" künftig schneller durchs Netz geleitet werden könnten.

    Praktisch bedeuten könnten die Pläne, dass die Telekom auf Deals mit den Anbietern solcher Dienste drängt, mit dem Ziel, dass diese für eine bevorzugte Behandlung ihres Datenverkehrs bezahlen. Die Firmen könnten diese Zusatzkosten später wieder auf die Kunden umlegen. Verzichten Firmen auf einen Turbo-Deal, droht ihnen möglicherweise ein Nachteil gegenüber zahlenden Konkurrenten.

    Höttges nennt auf der Telekom-Website unter anderem Online-Gaming und Videokonferenzen als Bereiche, in denen Spezialdienste denkbar sind. Er schreibt aber auch: "Gemeinsam haben diese Dienste, dass sie andere, teilweise höhere Qualitätsanforderungen haben als das einfache Surfen oder die E-Mail, die auch ein paar Millisekunden später ankommen kann." Nimmt man diesen Anspruch als Maßstab, hätte wohl auch jedes Streaming-Portal Spezialdienst-Potenzial - also Angebote, die für Millionen Internetnutzer zum Alltag gehören.

    Wir haben bei einigen Tech-Firmen nachgefragt, was sie von den Telekom-Plänen halten.

    Das sagt ein Internetradiosender

    Das Hamburger Webradio ByteFM schreibt in einer Stellungnahme, es sei "erschreckt" über die Pläne. ByteFM finanziere sich durch einen Förderverein und verzichte auf Werbung. Mit zusätzlichen Kosten verbundene Spezialangebote würden für den Sender daher nicht in Frage kommen.

    "Sollte eine zusätzliche Abgabe für das Streaming unseres Programms nötig werden, würde dies unser Geschäftsmodell gefährden und die Existenz unseres Unternehmens bedrohen", sagt Sendergründer Jonas Schnell. "'Netzneutralität' muss eine Unterscheidung zwischen wirtschaftlichen starken und schwachen Anbietern grundsätzlich ausschließen."

    Das sagen die Videostreaming-Dienste

    Das zu ProSiebenSat.1 gehörende Streaming-Portal Maxdome schreibt, Spezialdienste seien grundsätzlich nichts Neues, es gebe ja zum Beispiel bereits Angebote wie IP-TV, die auch ProSiebenSat.1 zum Ausspielen seiner TV-Programme nutze. Wichtig sei jedoch, im Auge zu behalten, "dass Netzbetreiber nicht nach Gutsherrenart bestimmen können, was als Spezialdienst zu gelten habe, sondern auf Dienste beschränkt sind, die das offene Internet nicht bieten kann".

    Der Maxdome-Konkurrent Netflix verweist auf Anfrage auf ein Schreiben, das Netflix gemeinsam mit anderen Tech-Firmen vor der Abstimmung im Europaparlament verschickt hatte. Darin heißt es, adressiert an den Parlamentspräsidenten Martin Schulz: "Wenn manche Firmen bezahlen können, damit ihre Daten schneller übertragen werden, wird es für EU-Bürger schwieriger, Websites zu erreichen, deren Betreiber sich den Zuschlag nicht leisten können."

    Das sagt der Computerspielhersteller-Verband

    Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), der zum Beispiel Computerspielhersteller vertritt, ist beim Thema zwiegespalten. Einerseits sagt Geschäftsführer Maximilian Schenk, dass die Branche angesichts von technischen Innovationen wie dem Spiele-Streaming auf den Ausbau "besonders schneller, verlässlicher und latenzarmer Breitbandnetze angewiesen ist".

    Anderseits sei es von zentraler Bedeutung, dass Online-Multiplayer-Spiele auch künftig ohne Einschränkungen für die Spieler genutzt werden können: "Entscheidend ist daher, dass alle Datenpakete auch weiterhin diskriminierungsfrei in den Breitbandnetzen behandelt werden", sagt Schenk. "Eine absichtsvolle Verlangsamung spezieller Internet-Dienste durch die Netzbetreiber, um zusätzliche Einnahmequellen zu generieren, lehnen wir ab."

    Das sagt ein Telekom-Partner

    Einen Sonderstatus in der aktuellen Debatte hat Spotify. Der Streaming-Dienst agiert mit großen Datenmengen, hat allerdings schon jetzt einen Deal mit der Telekom. Wer die Musik-Flatrate über die Telekom bucht, kann unterwegs Musik streamen, ohne dass das auf sein Datenvolumen angerechnet wird.
    Auf eine aktuelle Anfrage zu den Höttges-Plänen antwortet Spotify nur knapp: "Da Spotify keine Infrastrukturen für stationäres oder mobiles Internet besitzt oder betreibt, können und wollen wir uns nicht zu den Regeln in diesen Netzwerken äußern."

    Das sagt der Start-up-Verband

    Der Bundesverband deutscher Start-ups lehnt den Telekom-Vorstoß ab. Mit dem Vorschlag des Telekom-Chefs würden Start-ups "ausgebremst", sagt der Verbandsvorsitzende Florian Nöll. "Mit der Entscheidung sind wir Start-ups von Höttges' Gnaden, das werden wir nicht hinnehmen." Die Entscheidung des Europaparlaments zur Netzneutralität bezeichnet Nöll als "historische Fehlentscheidung".

    In seiner Stellungnahme war Telekom-Chef Höttges explizit auf das Thema Start-ups eingegangen. "Gerade Start-ups brauchen Spezialdienste, um mit den großen Internetanbietern überhaupt mithalten zu können", schrieb er. "Nach unseren Vorstellungen bezahlen sie dafür im Rahmen einer Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent. Das wäre ein fairer Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur."

    Ein Telekom-Sprecher betonte allerdings am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, es gebe keine neuen oder aktuellen Pläne, "Start-ups zur Kasse zu bitten". "Der Vorschlag Umsatzbeteiligung zielte lediglich auf die Sorge der Netzgemeinde, große Wettbewerber könnten sich durch ihre finanzielle Stärke Vorteile gegenüber kleineren erkaufen."

    Da hatte die erwähnte "Netzgemeinde" Höttges' Satz allerdings schon vielfach umformuliert und sich darüber lustig gemacht. Der Netzaktivist Mathias Schindler etwa machte den Satz zu: "Schönes Start-up haben Sie da. Wäre doch schade, wenn da mal eine Verbindung wackeln oder abbrechen würde."

    Quelle

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    AW: Netzneutralität tötet!

    Netzneutralität: Telekom führt Drosselung für Spotify ein

    Wegen einer rechtlichen Änderung in der EU nimmt die Telekom den Musikstreamingdienst Spotify nicht mehr von der Drosselung aus. Doch schuld ist die Telekom, die EU hat nur entschieden: Wenn gedrosselt wird, muss das für alle gelten.

    Die Deutsche Telekom nimmt ihren Partner Spotify nicht mehr von der Drosselung aus. Das Unternehmen hat in seinen Kundenhilfeforum bekanntgegeben: "Das Inkrafttreten einer neuen EU-Verordnung zur Netzneutralität zum 30. April 2016 kann sich künftig nach Verbrauch Ihres Datenvolumens auch auf die Nutzung von Spotify auswirken. Nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens muss auch der Datenverkehr beim Streamen von Musik gedrosselt werden."

    Für einen Aufpreis von 10 Euro verspricht die Telekom ihren Mobilfunkkunden die Nutzung des Musikdienstes, ohne dass dies beim Datenvolumen berechnet wird. Das schwedische Unternehmen zahlt der Telekom dafür Geld. Nicht frei sind die Funktionen "Entdecken", das Laden von Albencovern über die Suchfunktion und das Feature "Browse". Die reguläre Suche, das Abspielen per Stream sowie der Download von Titeln und Playlisten sind im "Music Streaming"-Paket enthalten.

    Doch auch weiterhin belaste die Nutzung von Spotify das Datenvolumen nicht, versichert das Unternehmen. Die Beschränkung der Datenübertragungsrate auf maximal 64 KBit/s im Download und 16 KBit/s im Upload durch die Telekom macht "Musikhören im mobilen Netz faktisch unmöglich", erklärte das Unternehmen.

    Die Offline-Nutzung funktioniere weiterhin wie auch die Nutzung im WLAN oder an Hotspots. Die Telekom rät, die kostenpflichtige Option SpeedOn zu buchen, dann "funktioniert Spotify auch mobil wie gewohnt".

    Das Europäische Parlament stimmte im Oktober 2015 mit deutlicher Mehrheit für eine Verordnung zum Telekommunikationsmarkt, die zahlreiche Ausnahmen für Überholspuren im Netz vorsieht.
    golem.de

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    AW: Netzneutralität tötet!

    Netzneutralität: Bundesregierung droht Internetprovidern mit Bußgeldern

    Die Regierung will ein Zwei-Klassen-Internet unter anderem mit Geldstrafen verhindern. Providern drohen bis zu 500.000 Euro Strafe, wenn sie Daten unzulässig drosseln.

    Die Bundesregierung will mit einer Reform des Telekommunikationsgesetzes (TKG) den freien Zugang zum offenen Internet sicherstellen. Das Kabinett verabschiedete einen Gesetzentwurf, mit dem EU-Vorgaben zur Netzneutralität umgesetzt werden sollen. Danach müssen Internetanbieter alle Datenpakete gleich behandeln. Verstößt ein Anbieter dagegen, drohen ihm künftig empfindliche Bußgelder. Dem Gesetzentwurf zufolge kann es einen Internetanbieter bis zu 500.000 Euro kosten, wenn er den Datenverkehr "in unzulässiger Weise" beschränkt. Drosselt ein Provider das Datenvolumen seiner Kunden, ohne sie darüber vollständig zu informieren, droht ein Bußgeld von 100.000 Euro.

    Zuständig für die Beaufsichtigung der Anbieter und die Verhängung der Bußgelder soll demnach die Bundesnetzagentur sein. Ziel der Maßnahmen sei es, "einen diskriminierungsfreien Zugang zum Internet" sicherzustellen, erklärte die Bundesregierung. Hinter den Neuregelungen steht eine EU-Verordnung, die in nationales Recht umgesetzt werden muss.

    "Mit den heute beschlossenen Ergänzungen des TKG stellen wir sicher, dass die EU-weit geltenden Vorgaben auch tatsächlich eingehalten werden," sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

    Die EU-Verordnung 2015/2120 regelt nach Angaben des Ministeriums, dass Internetzugangsanbieter einen diskriminierungsfreien Zugang zum offenen Netz gewährleisten müssen. Zudem müssen die Anbieter die Endnutzer über die Auswirkungen von Geschäftsmodellen auf den Zugang zum offenen Internet informieren.

    Die EU-Verordnung zur Netzneutralität ist umstritten. Die Mehrheit im EU-Parlament und EU-Kommissar Günther Oettinger sahen darin einen geeigneten Schutz der Netzneutralität. Vertreter der Opposition und Internetaktivisten wie der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, befürchten dagegen eine massive Einschränkung des Neutralitätsgebotes.

    Konstantin von Notz, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen und Sprecher für Netzpolitik, warf der Regierung vor, sie habe über Jahre hinweg eine gesetzliche Sicherung verweigert und dem "Ausverkauf der Netzneutralität auf EU-Ebene tatenlos zugesehen". Die jetzigen Nachbesserungen würden absehbar nicht ausreichen, um ein "Zwei-Klassen-Internet" zu verhindern, sagte von Notz.

    Zwei-Klassen-Internet ab August?

    Ob es in der EU bald ein Zwei-Klassen-Internet gibt, entscheidet sich im August. Das zuständige Gremium europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (Gerek) berät seit dem heutigen Dienstag in Brüssel über die Leitlinien zur Netzneutralität. Am 30. August soll das Ergebnis verkündet werden. Verteidiger der Netzneutralität befürchten eine Niederlage.

    Bisher gilt, dass Internetprovider wie die Telekom alle Daten gleich gut befördern müssen. "Anbieter von Internetzugangsdiensten behandeln den gesamten Verkehr (…) gleich, ohne Diskriminierung, Beschränkung oder Störung, sowie unabhängig von Sender und Empfänger, den abgerufenen oder verbreiteten Inhalten, den genutzten oder bereitgestellten Anwendungen oder Diensten oder den verwendeten Endgeräten", heißt es in der EU-Verordnung 2015/2120, die im April in Kraft getreten ist.

    Das Gremium muss diese Verordnung nun konkretisieren. Die Telekommunikationsunternehmen würden dabei gerne eine Art "Überholspur" durchsetzen. Mit diesen sogenannten Spezialdiensten könnten sie dann gegen eine Gebühr bestimmte Dienste bevorzugen. Damit wäre das Prinzip der Netzneutralität jedoch ausgehebelt.
    zeit.de



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    AW: Netzneutralität tötet!

    Netzneutralität in Europa: "Riesiger Schritt zum Erhalt der Freiheit im Internet"

    Bürgerrechtler jubeln, die Provider jammern: Die zuständige EU-Behörde hat klare Regeln zum Erhalt der Netzneutralität vorgestellt. Wir erklären, was das für Internetnutzer bedeutet.

    Es war ein jahrelanges Ringen zwischen den großen Telekommunikationsunternehmen, Bürgerrechtlern und der EU. Nun hat die Berec (Body of European Regulators for Electronic Communications), das Gremium der europäischen Regulierungsstellen für den Telekommunikationssektor, entschieden: Ab sofort gibt es klarere und robustere Regeln zum Schutz der Netzneutralität.

    Die Netzneutralität beschreibt ein wichtiges Grundprinzip des Internets: Alle Internetprovider sollen alle Daten gleichberechtigt und unabhängig von Ausgangspunkt, Ziel oder Datentyp durchs Netz schicken. Für einen fairen Wettbewerb zwischen Onlinediensten, für Innovation und für freie Meinungsäußerung im Netz ist das von entscheidender Bedeutung.



    Im vergangenen Jahr hatte das Europäische Parlament eine Verordnung auf den Weg gebracht, die die Netzneutralität in Europa regeln sollte. Die Verordnung war damals auf viel Kritik gestoßen: Bürgerrechtler und Internetfirmen befürchteten unter anderem wegen der unklaren Formulierung der Verordnung, dass die Freiheit des Internets untergraben werden könnte. Insbesondere ging es dabei um die Gestaltung des sogenannten Zero Rating, um Spezialdienste und um das Verkehrsmanagement.

    Hintergrund:

    Zero Rating:

    Zero Rating kennt man vor allem aus dem mobilen Internet. Bei Zero Rating geht es darum, dass auch, wenn das gekaufte Datenvolumen aufgebraucht ist, bestimmte Dienste weiterhin mit der gleichen Bandbreite angeboten werden können, z.B. Spotify oder andere Streamingdienste.

    Spezialdienste:


    Ein Spezialdienst ist ein bestimmter Dienst, der bevorzugt behandelt wird. Wenn man diesen Spezialdienst bucht, bekommt man garantiert, dass dieser Dienst ruckelfrei übertragen wird. Zahlt man nicht für den Spezialdienst, gibt es keine Garantie dafür, dass man den Dienst überhaupt nutzen kann.

    Verkehrsmanagement:

    Verkehrsmanagement bedeutet, dass bestimmte Dienste höher oder niedriger priorisiert werden, wenn viel Traffic anfällt. So könnte zum Beispiel die Live-Übertragung eines WM-Fußballspiels im Netz Vorrang bekommen. Zeitgleich anlaufende E-Mails hingegen werden um wenige Sekunden verzögert verschickt.
    Große Telekommunikationskonzerne wie die Telekom dagegen hatten strenge Regeln für die Netzneutralität sogar als Gefahr bezeichnet. In einem gemeinsamen Manifest drängten sie auf eine Aufweichung des Prinzips.

    Die Berec hat sich nun um eine konkrete Auslegung der Verordnung bemüht. Nach einer Befragung der 28 nationalen Regulierungsbehörden - in Deutschland ist die Bundesnetzagentur zuständig -, einer öffentlichen Konsultation und einem Vergleich mit der US-Gesetzgebung zur Netzneutralität, stellte das Gremium am Dienstag die finale Lesart der Verordnung vor.

    Nachbesserungen bei Spezialdiensten

    Die Gefahr von Spezialdiensten als bezahlte Überholspuren im Internet scheint gebannt, lautet ein erstes Fazit zur Berec-Interpretation der Regeln. Internetdienste wie Spotify oder Netflix können den Regeln zufolge keine bevorzugte Datenleitung bei einem Provider einkaufen, wenn sie beispielsweise in ihren AGB einfach festlegen, dass ihr Dienst eine erhöhte Qualitätsanforderung hat. Auch die Provider dürfen nicht beliebig Überholspuren an Internetdienste verkaufen.

    Für die Nutzer bedeutet das wohl, dass sie solche Dienste auch weiter nutzen können, ohne für eine bessere Datenübertragung draufzahlen zu müssen. Außerdem dürfen Spezialdienste nicht wie im ursprünglichen Entwurf vorgesehen zu Lasten der Bandbreite der Nutzer gehen.

    Wirkliche Spezialdienste, etwa für die Telemedizin, die man nicht öffentlich im Internet findet, die aber zum Teil dieselbe Netzinfrastruktur benutzen, sind weiter möglich. Für solche Dienste müssen gesonderte Bandbreiten zur Verfügung gestellt werden.

    Einschränkungen beim Datenverkehrsmanagement


    Auch beim Thema Datenverkehrsmanagement hat die Berec nachgebessert. So steht in den Leitlinien, dass Provider den Datenverkehr nicht überwachen und dahingehend bewerten dürfen, wie wichtig, rechtmäßig oder moralisch ein Inhalt, ein Dienst oder eine Anwendung ist. Nur wenn es zu Engpässen kommt, dürfen Provider in Ausnahmefällen eingreifen.

    Kommt es allerdings zu langanhaltenden Engpässen, sind Eingriffe nicht erlaubt. Dann müssen Internetanbieter ihr Netzwerk beziehungsweise dessen Kapazität erweitern. Es bleibt spannend, wie sich diese Regelung in der Praxis auswirken wird. Die Telekommunikationskonzerne hatten angedeutet, dass sie erwägen, sich im Falle von strengeren Netzneutralitäts-Regeln weniger um den 5G-Ausbau zu kümmern.

    Wenig Bewegung beim Zero Rating

    Zero-Rating-Angebote sind künftig grundsätzlich möglich, es soll im Einzelfall entschieden werden. Das birgt die Gefahr, dass dasselbe Zero-Rating-Angebot in einem Land erlaubt ist und in einem anderen verboten - zum Beispiel eine Spotify-Premium-Mitgliedschaft, bei der der Datenverbrauch durch die Kooperation mit einem Provider nicht aufs reguläre Datenvolumen schlägt.

    Die Regulierungsbehörden müssten jeweils die Stellung eines Unternehmens im Markt mit in Betracht ziehen, erklärt der Richter und Netzexperte Ulf Buermeyer: "Platzhirsche dürfen nicht mehr versuchen, über Zero-Rating-Deals mit Providern die letzten Wettbewerber aus dem Markt zu drängen. Newcomer können aber durchaus per Zero Rating versuchen, um überhaupt erst einmal ins Spiel zu kommen."

    Ein Erfolg für die Verbraucher

    Bürgerrechtler wie der Netzaktivist Thomas Lohninger zeigten sich am Dienstagnachmittag mit der Regel-Interpretation der Berec zufrieden. "Europa hat heute einen riesigen Schritt zum Erhalt der Freiheit im Internet vollbracht. Die Regulierungsbehörden sind unter dem Lobby-Druck von Telekom-Industrie und Kommissar Günther Oettinger nicht eingeknickt", so Lohninger. Die vom ihm unterstützte Initiative "Save the Internet" hatte im Vorfeld der Entscheidung 500.000 Unterschriften pro Netzneutralität gesammelt.

    Ein Sprecher der Telekommunikationsfirma Telefónica zeigte sich gegenüber SPIEGEL ONLINE enttäuscht über die Leitlinien. Er kritisiert: "Die Berec hat hier in einigen Teilen engere Interpretationen des Regelwerks festgelegt, die der Idee von Markt- und Innovationsförderung zum Teil entgegenlaufen und einem notwendigen Investitionsschub in die Breitbandinfrastruktur Europas nicht so förderlich sind, wie sie im Ursprung der EU-Regelung waren."

    Von der Telekom heißt es, die Berec lege die gesetzlichen Regelungen überwiegend restriktiv aus: "Dadurch werden innovative Geschäftsmodelle - insbesondere für den industriellen Anwendungsbereich - gefährdet."

    Netz-Experte Ulf Buermeyer dagegen hält die Berec-Entscheidung für einen Erfolg für die Zivilgesellschaft - wenngleich das Thema Netzneutralität weiter akut bleiben werde. "Letztlich hängt der Grad der Netzneutralität in Europa jetzt davon ab, wie konsequent die nationalen Regulierungsbehörden ihre heute verkündeten gemeinsamen Absichten umsetzen werden", sagt Buermeyer.
    spiegel.de
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