Italien sperrt Domains von 27 Cyberlockern
Die italienische Justiz lässt große Mengen an Domains von Filehostingdiensten sperren. Insgesamt 27 Adressen, unter anderem die Webpräsenzen von Bitshare und Uploaded, sind betroffen. Besonders der Anlass der Blockierung scheint dabei kurios. Denn statt großer Contentfirmen steckt der Urheberrechtsinhaber eines einzelnen Comicfilms hinter dem Löschantrag.


Italienische Fehlermeldung des Firefox
Das Nachrichtenportal TorrentFreak spricht von der größten Sperraktion seit der US-Homeland-Razzia von 2010, in deren Rahmen 70 Domains beschlagnahmt wurden. In Italien traf es nun insgesamt 27 Adressen, die für Bürger des Landes nun nicht mehr ohne Weiteres verfügbar sind. Ein römischer Verwaltungsrichter veranlasste die Blockierung der Inhalte bei den einzelnen Internet Service Providern.

Betroffen sind unter anderem die Domains weltweit bekannter Filehoster und Cyberlocker wie beispielsweise Bitshare, Uploaded, Rapidgator und Freakshare. Beim Aufruf der Adressen ist statt des eigentlichen Seiteninhalts nur eine Fehlermeldung des Browsers zu sehen, da die italienischen ISPs verpflichtet sind, die DNS-Auflösung zu unterbinden.

Kurios scheint bei dem Vorfall die Tatsache, dass kein größeres Contentunternehmen hinter dem Löschantrag steckt. Stattdessen verlangte der Urheberrechtsinhaber eines einzelnen italienischen Comicfilms die Deaktivierung der Webseiten. Nach Einschätzung des Anwalts Fulvio Sarzana sei das Vorgehen der Justiz vollkommen unverhältnismäßig. Schließlich böten die Downloadportale neben dem einen vermeintlich rechtswidrigen Download Millionen von legalen Dateien an. Laut Sarzana, der in seiner Vergangenheit mehreren ISPs und Cyberlockern zur Seite stand, sei dies eine Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung sowie eine Einschränkung des freien Internets. Der zuständige Richter kündigte derweil an, die Sperre auch auf internationaler Ebene durchsetzen zu wollen.

Auf technischer Seite scheint die Sperre wie zu erwarten wenig effektiv zu sein. Nicht nur die Verwendung eines Proxies oder VPNs reichen aus, um die Domain wieder zugänglich zu machen. Auch die Änderung des DNS-Servers umgeht die Maßnahme.
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