Abercrombie & Fitch Trading Co.: Abmahnung beim Verkauf von Bekleidungsstücken
Wer bei eBay Kleidungsstücke zum Verkauf anbietet, will eigentlich ein wenig Geld verdienen, statt noch mehr auszugeben. Alle Anbieter sollten unbedingt selbst geschossene Fotos und keine aus Online-Shops benutzen. Das US-amerikanische Modeunternehmen Abercrombie & Fitch Trading Co. lässt derzeit Privatpersonen abmahnen, die bei eBay ihre professionell erstellten Fotos benutzt haben.


Vorsicht bei eBay: Abmahnung droht!
Dem Mutterkonzern gehören neben der Hauptmarke Abercrombie & Fitch auch die Marken Hollister Co., Gilly Hicks und abercrombie Kids. Insbesondere Bekleidungsstücke von Hollister konnten in Deutschland während der letzten Monate viele Anhänger unter den Jugendlichen gewinnen.

Privatpersonen, die Bekleidungsstücke bei eBay zum Kauf anbieten wollen, müssen derzeit doppelt vorsichtig sein. Auf keinen Fall darf man ohne jede Prüfung auf Fotos aus dem Internet zurückgreifen, egal wie professionell sie aussehen mögen. Vielleicht kann man seine Waren so schneller verkaufen, doch eine kostenpflichtige Abmahnung landet schneller im Briefkasten, als es einem lieb ist. Auch hier schützt Unwissenheit leider nicht vor teuren Kostennoten.

Diverse Rechtsanwälte aus ganz Deutschland geben im Moment über ihre Webseiten Warnungen heraus, weil ihnen Mandanten Abmahnungen der Firma Abercrombie & Fitch Trading Co. vorlegen. Die Abmahnungen wurden dabei stets durch die Winterstein Rechtsanwälte ausgesprochen. Die Kanzlei Winterstein erlangte in der Vergangenheit Bekanntheit durch Abmahnungen, die aufgrund von Filesharing-Transfers (Urheberrechtsverletzungen) und Markenrechtsverletzungen ausgesprochen wurden. Beispielsweise wurde bei der Handelsplattform eBay häufiger die Marke Ed Hardy rechtlich verteidigt.

Gegenstand der Schreiben an die privaten eBay-Händler ist hingegen die nicht lizenzierte Verwendung von Produktfotos. Die Firma Abercrombie & Fitch Trading Co. besitze die ausschließlichen Nutzungsrechte an den Bildern, heißt es dort. Das Problem: Zu den Rechtsanwaltskosten addiert sich jeweils noch ein Lizenzschadenersatz für den Zeitraum der unerlaubten Nutzung der Fotos. In einem kürzlich im Internet aufgetauchten Fall wurde für vier unerlaubt genutzte Fotos eine Abmahnung in Höhe von 1.371,80 Euro ausgesprochen. Für diese Summe müsste man eine Vielzahl an Klamotten verkaufen, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Wer die Zahlung schlichtweg verweigert und nicht reagiert, dürfte das anschließende Verfahren vor Gericht verlieren. Den Kopf in den Sand zu stecken, ist demnach keine Option. Wer betroffen ist, sollte stattdessen umgehend einen Fachanwalt aufsuchen.

Anwalt Tobias Röttger glaubt, Abmahnungen an Filesharer seien mittlerweile „ein alter Hut, gefühlt ein Auslaufmodell“. Bis auf ein paar wenige Filme sei die abmahnende Kanzlei Winterstein aus Frankfurt in letzter Zeit in diesem Sektor nicht sonderlich aktiv gewesen. Röttger weiter: „Bildrechtsverletzungen sind Verstöße gegen das Urheberrecht. Jetzt kann auch der Privatmensch wieder fleißig abgemahnt werden. Bei der Nutzung von zwei Bildern werden gleich Summen von über 1.000 EUR geltend gemacht.“ Der Vorteil für abmahnende Anwälte liegt auf der Hand, denn im Gegensatz zum Marken- und Wettbewerbsrecht müssen sich die abmahnenden Kanzleien nicht mehr nur auf gewerblich tätige Händler konzentrieren. Für den Versand von Kostennoten steht beim Urheberrecht statt einiger weniger Empfänger wieder eine Vielzahl an Privatpersonen zur Verfügung.

Und selbst wenn sich manche Kanzleien weigern, Abmahnungen an Privatpersonen auszusprechen, so kann es jetzt wieder jeden treffen. Genauer gesagt die Personen, die beim Umgang mit Fotos nicht die nötige Sorgfalt walten lassen. Die Rufschädigung für die Marken Hollister, Abercrombie & Fitch dürfte sich hingegen in Grenzen halten, denn die meisten Kaufinteressenten dürften von den ausgesprochenen Abmahnungen noch nichts mitbekommen haben.
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