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    Download-Trödelmarkt REDIGI für Musik & E-Books will in Europa starten

    Redigi: Download-Trödelmarkt für Musik & E-Books will in Europa starten


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    Der Download-Marktplatz Redigi will bis Ende März in Europa starten. Das berichtet die Financial Times. Der 2011 in den USA gestartete Dienst bietet eine Plattform an, auf der Nutzer digital gekaufte Musik weiterverkaufen können. Mit der Musikindustrie liegt er im Streit. Auf der Website des Dienstes war bislang nur ein kurzer Hinweis zu lesen: „Coming soon to the EU”. Gegenüber der Financial Times kündigte Redigi-Gründer John Ossenmacher nun an, den digitalen Trödelmarkt noch vor April auch in Europa starten zu wollen. Er solle zunächst „gebrauchte” Musik und E-Books umfassen, später auch weitere Inhalte. Ob Ossenmacher dabei konkrete EU-Länder im Auge hat, ist noch nicht bekannt.

    In den USA ist Redigi in juristische Auseinandersetzungen mit der Musikindustrie verwickelt: Der Branchenverband RIAA und das Plattenlabel Capitol Records (EMI/UMG) gehen gerichtlich gegen den Dienst vor, da er unerlaubt Kopien anfertige und damit Urheberrechte verletze. Im Februar letzten Jahres entschied ein US-Gericht zugunsten von Redigi und lehnte eine von Capitol Records geforderte Unterlassungsverfügung ab. Der eigentliche Streit dauert aber noch an.

    Weiterverkauf in Europa
    In Europa scheinen sich die Redigi-Macher bessere Voraussetzungen zu erhoffen, vielleicht auch Rückendeckung für den US-Streit. Hier hatte der Europäische Gerichtshof im Juli ein grundlegendes Urteil gefällt. Für Software hatte er entschieden: Sie darf auch dann weiterverkauft werden, wenn sie als Download erworben wurde. So das Urteil im Fall Oracle vs. Usedsoft. Dahinter steckt der Streit, ob der sogenannte Erschöpfungsgrundsatz auch für die digitale Welt gilt. Er besagt, dass sich das Verbreitungsrecht der Rechteinhaber „erschöpft”, wenn ein Produkt rechtmäßig in den Verkehr gebracht wurde. Gilt er auch für digitale Inhalte, könnten Rechteinhaber und Store-Betreiber nicht verbieten, die Dateien weiterzuverkaufen.

    Im EuGH-Urteil ging es aber um einen Sonderfall, da es für Software eigene Regelungen und eine spezielle EU-Richtlinie gibt. Die Argumentation lässt sich zwar der Idee nach auf Musik, Filme und andere digitale Inhalte übertragen, aber das bleibt umstritten. Klarheit würden erst weitere Urteile bringen. In Deutschland hatte die Linkspartei Anfang des letzten Jahres einen Gesetzentwurf vorgestellt, der den Weiterverkauf digitaler Downloads ausdrücklich erlauben sollte. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels kritisierte das Vorhaben gegenüber iRights.info (PDF). Der Erschöpfungsgrundsatz sei nicht anwendbar, Käufer von E-Books würden nicht das Recht erwerben, sie auch weiterzuverkaufen.

    Wie Redigi funktioniert
    Redigi erlaubt es den Nutzern, ihre MP3-Dateien über eine Software auf die Plattform hochzuladen. Das Unternehmen betont, dass es sich dabei um einen privaten Cloud-Speicherplatz der Nutzer handele – in den USA ist das ein weiterer Aufhänger der Auseinandersetzung. Nach eigenen Angaben prüft Redigi dann, ob es sich tatsächlich um legal gekaufte Dateien handelt. Nur diese würden zum Weiterverkauf akzeptiert und lokale Kopien entfernt. Vom Cloud-Speicher aus können die Songs dann verkauft werden, indem der Dateibesitzer umgeschrieben wird. Der Streit zwischen Redigi und der Musikindustrie macht sich neben dem Weiterverkaufsrecht daran fest, ob auf diesen Zwischenschritten Urheberrechte verletzt werden.

    Den Urhebern der gehandelten Musikstücke verspricht Redigi dabei seit Sommer einen Anteil von 20 Prozent an den Einnahmen ihrer Titel, sofern sie sich dafür registrieren. Redigi selbst behält eine Provision bei jedem Verkauf ein. Wer auf der Plattform Dateien verkauft, bekommt zunächst kein Geld ausgezahlt, sondern Gutscheine für den eigenen Store oder für Apples iTunes.

    Falls Redigi die Ankündigung umsetzen kann, dürften wohl auch noch weitere Gerichtstermine folgen. Am Ende würde aber klar sein, welche Regeln beim Verkauf von digitalen Gütern gelten. Sie könnten noch für einigen Wirbel sorgen.
    Quelle

    Was darf man mit Dateien aus Online-Shops machen?
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
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    US-Urteil: Weiterverkauf von Musikdateien ist verboten
    Ein US-Bundesbezirksgericht hat entschieden, dass Inhaber legal erworbener Musikdateien zwar deren Eigentümer sind, online weiterverkaufen dürfen sie diese Dateien aber trotzdem nicht. ReDigi, eine Handelsplattform für Musikdateien aus zweiter Hand, hat damit in erster Instanz gegen Capitol Records (EMI) den Kürzeren gezogen. Sollte das Urteil (Capitol Records vs ReDigi, 1:12-cv-00095, Southern District of New York) rechtskräftig werden, muss ReDigi zusperren.

    ReDigi möchte das Online-Äquivalent zu einem Laden für gebrauchte Tonträger sein: Wer eine legal erworbene Datei nicht mehr nutzen möchte, kann sie bei ReDigi feilbieten. Dazu muss die Datei auf einen ReDigi-Server übertragen und lokal gelöscht werden. Spezielle Software stellt sicher, dass die Datei auch tatsächlich vom Datenträger des Nutzers sowie den damit synchronisierten Datenträgern entfernt wird. Zudem analysiert ReDigi die Datei und will dabei erkennen, ob die Datei auch tatsächlich als Datei gekauft und nicht etwa von einer CD kopiert wurde.

    So wollte ReDigi eine legale Plattform zum Handel gebrauchter Musikdateien anbieten. Bargeld gibt es beim Weiterverkauf auf ReDigi übrigens nicht. Der Anbieter erhält 40 Prozent des Verkaufserlöses in Form von Punkten, die er zum Erwerb anderer Gebrauchtmusik auf ReDigi einsetzen kann. Den Plattenlabel gefällt ReDigi gar nicht. Capitol Records klagte, der Branchenverband RIAA unterstützte das. Den Antrag auf einstweilige Verfügung zur sofortigen Einstellung des Handels hatte der Richter noch abgelehnt, doch im Hauptverfahren entschied er für die Plattenlabel. ReDigi wurde der Urheberrechtsverletzung sowie der Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung durch die ReDigi-Nutzer schuldig befunden.

    Denn nach Ansicht des Richters st der feilbietende Nutzer zwar Eigentümer des Werkstücks, was für sich schon eine Feststellung mit Neuigkeitswert ist. Bei der Übertragung auf die ReDigi-Server wird aber nicht die Originaldatei übertragen, sondern eine Reproduktion vorgenommen. Und dieser Kopiervorgang sei illegal.

    Sollte das Urteil bestätigt werden, könnte das auch Anbieter von Online-Musikspeichern wie Google Music in Gefahr bringen. Denn auch dort wird eine Kopie abgelegt, und beim späteren Streamen oder Herunterladen erfolgt eine weitere Reproduktion. Selbst private RAID-Systeme oder die Übertragung einer Datei vom Computer auf einen MP3-Player sind im Lichte der Entscheidung womöglich illegal. Dagegen schützt im privaten Bereich höchstens das im amerikanischen Recht verankerte Fair-Use-Prinzip. Da ReDigi von dem Geschäft zwischen Anbieter und Käufer profitiert hat, der Richter das Fair-Use-Argument hier nicht gelten lassen. Der Käufer einer Musikdatei habe lediglich das Recht, seinen Datenträger (Festplatte) als Ganzes zu verkaufen, mitsamt der darauf gespeicherten Musik.

    Wie viel ReDigi nun zahlen soll, ist noch offen. Der Richter hat die Prozessparteien um Vorschläge für die weitere Vorgehensweise ersucht. Capitol Records fordert für jede einschlägige, kopierte Datei den gesetzlichen Maximalbetrag von 150.000 US-Dollar (etwa 117.000 Euro).
    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
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