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    Europäisches Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität eröffnet am 11. Januar

    Europäisches Cybercrime-Zentrum kurz vor dem Start

    Ab 11. Jänner ist das neue Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität funktionsfähig und steht europäischen Bürgern und Unternehmen bei Bedrohungen durch Cyberkriminalität bei. Das Zentrum hat seinen Sitz beim Europäischen Polizeiamt (Europol) im niederländischen Den Haag.

    „Dank des Zentrums wird die EU wesentlich effizienter gegen Cyberkriminalität vorgehen und ein freies, offenes und sicheres Internet verteidigen können. Cyberkriminelle sind clever und setzen neue Technologien direkt für kriminelle Zwecke ein. Mit dem Zentrum wollen wir mindestens genauso clever und schnell sein, so dass wir den Straftaten vorbeugen und sie bekämpfen können“, so Kommissarin Malmström.

    „Wir brauchen ein flexibles, adäquates Vorgehen gegen Cyberkriminalität, die keine Grenzen kennt und es Straftätern sehr leicht macht, sich zu verstecken. Als Mittelpunkt der operationellen investigativen und forensischen Unterstützung soll das Zentrum das entsprechende Knowhow sammeln und verbreiten. Da es alle einschlägigen Ressourcen in den EU-Mitgliedstaaten mobilisieren kann, soll es aber auch dazu dienen, die Bedrohung durch Cyberkriminelle- wo auch immer diese operieren - abzuschwächen und zu reduzieren“, so Troels Oerting, Leiter des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität.

    Neues Vorgehen der EU gegen Cyberkriminalität
    Bei Online-Betrug, Online-Missbrauch von Kindern und anderen Online-Straftaten – mit Tatverdächtigen überall auf der Welt – sind regelmäßig Hunderte von Opfern gleichzeitig betroffen. Vorgänge dieser Größenordnung sind durch nationale Polizeikräfte nicht erfolgreich zu bewältigen.

    Die Eröffnung des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität verdeutlicht das neue Vorgehen der EU gegen Cyberkriminalität. Von nun an wird ein stärker zukunftsgerichteter, integrativer Ansatz verfolgt. Das Zentrum soll Erfahrungen und Information bündeln, strafrechtliche Ermittlungen unterstützen und EU-weite Lösungen fördern.

    Das Zentrum wird sich auf illegale Online-Tätigkeiten organisierter krimineller Gruppen konzentrieren, insbesondere im Zusammenhang mit e-banking und anderen Online-Finanztätigkeiten sowie der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Internet. Im Focus stehen auch Straftaten, die das System der kritischen Infrastrukturen und das Informationssystem in der EU beeinträchtigen.

    Gezielte Schulung von Strafverfolgern, Richtern und Staatsanwälten
    Das Zentrum wird ferner Forschung und Entwicklung erleichtern, die gezielte Schulung von Strafverfolgern, Richtern und Staatsanwälten gewährleisten und Bewertungen der Bedrohungen, einschließlich Trendanalysen und Frühwarnung, erstellen. Um mehr Cyberkriminalitätsnetze zu zerschlagen, wird das Zentrum die einschlägigen Daten sammeln und verarbeiten und den Strafverfolgungseinheiten in den EU-Staaten ein Helpdesk für Cyberkriminalität bieten. Es wird die EU-Staaten operationell unterstützen (z.B. gegen Eindringen in Computernetze, Betrug, sexuellen Missbrauch von Kindern usw.) und hochkarätiges technisches, analytisches und forensisches Fachwissen in die gemeinsamen Untersuchungen auf EU-Ebene einbringen.

    Nach einer kürzlich durchgeführten Eurobarometer-Umfrage machen sich Europäer weiterhin große Sorgen hinsichtlich der Cybersicherheit. 89 % der Internetnutzer vermeiden es, persönliche Daten im Netz offenzulegen und 12% hatten es bereits mit Online-Betrug zu tun.

    Täglich sind etwa eine Million Menschen weltweit Opfer einer Form von Cyberkriminalität. Schätzungen zufolge verlieren Opfer weltweit rund 290 Mrd. EUR pro Jahr aufgrund von Cyberkriminalität.
    Quelle
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
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    Vernichtendes Urteil zum Cyberabwehrzentrum
    Das vor drei Jahren gegründete Cyberabwehrzentrum des Bundes sei in seiner jetzigen Konzeption nicht gerechtfertigt: Zu dem Urteil kommt der Bundesrechnungshof in einem vertraulichen Bericht.

    Das Cyberabwehrzentrum erfülle gegenwärtig in keiner Weise die Erwartungen, derentwegen es 2011 eröffnet wurde, zitiert die Süddeutsche Zeitung aus dem Bericht des Bundesrechnungshofs. Es sollte Gefahren für Angriffe aus dem Netz auf kritische Infrastrukturen wie etwa die Strom- und Wasserversorgung abwehren und dazu behördenübergreifend arbeiten. Aber nicht einmal alle drei Kernbehörden nähmen an den täglichen Lagebesprechungen teil.

    Das Cyberabwehrzentrum ist beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) angesiedelt, das auch sechs der zehn Mitarbeiter stellt. Beteiligt sind zudem das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), die je zwei Arbeitskräfte ins NCAZ entsenden. Außerdem sollen die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt, der Bundesnachrichtendienst, die Bundeswehr sowie das Zollkriminalamt als Vertreter in der Behörde in Bonn mögliche Angriffe aus dem Netz überwachen und Gegenmaßnahmen einleiten.

    Erwartungen nicht erfüllt
    Vor der Eröffnung des Cyberabwehrzentrums 2011 warnte der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im Interview mit der Frankfurter Rundschau vor der wachsenden Bedrohung über das Internet. "Kritische Infrastrukturen wie etwa die Strom- und Wasserversorgung kommen heutzutage ohne hochmoderne IT-Systeme nicht mehr aus", sagte Friedrich. Die Gefahr, dass diese Systeme angegriffen würden, wachse ständig. Sollten solche Infrastrukturen lahmgelegt werden, könnte das einen großen Teil der Bevölkerung treffen. Mit Hilfe des Nationalen Cyberabwehrzentrums könnten diese Gefahren "besser analysiert und abgewehrt werden".

    Der Arbeitsalltag der Behörde sehe aber anders aus, heißt es in dem Bericht, der der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und dem WDR vorliegt. Bereits 2013 habe der Bundesrechnungshof festgestellt, dass das ZKA nur einmal bei einer Besprechung erschienen sei, die dafür bestimmten Teilbereiche der Bundeswehr bis auf den MAD überhaupt nicht. Das Cyberabwehrzentrum sei gegenwärtig "nicht geeignet, die über die Behördenlandschaft verteilten Zuständigkeiten und Fähigkeiten bei der Abwehr von Angriffen aus dem Cyberraum zu bündeln." Dabei hatte Friedrich die notwendige Kooperation zwischen den einzelnen Behörden unterstrichen.

    Die Einrichtung einer solchen Institution sei aber nicht gerechtfertigt, wenn der einzige vorgegebene Arbeitsablauf eine tägliche Lagebesprechung sei und die Handlungsempfehlungen der Behörde auf "politisch-strategischer Ebene" nur einmal im Jahr ausgegeben würden, moniert der Bundesrechnungshof. Er empfiehlt, das Abwehrzentrum "sollte mit eigenen Aufgaben und Kompetenzen für die Abwehr von Cyberangriffen ausgestattet sein".
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