UFA will mit eigenem Video gegen Piraterie vorgehen

Die Produktionsgesellschaft UFA will sich mit einem neuen Spot speziell an Zuschauer im Alter von acht bis 13 Jahren wenden. Nicht die Abmahnung von Downloadern sondern der kulturelle Schaden soll thematisiert werden. Vor allem mangels Masse ausgefallene Filme und verloren gegangene Arbeitsplätze sollen in den Vordergrund der Kampagne gerückt werden. Die Dreharbeiten sind bereits angelaufen.


Every time you torrent, god kills a cinema

Die UFA bereitet aber derzeit nicht nur das Video, sondern gleich eine komplette Werbekampagne rund um das Thema Filmpiraterie vor. Neben der Bewerbung in sozialen Netzwerken und einer eigenen Webseite sind auch Workshops an Schulen geplant. Der Spot "Out of Money" soll zeigen, dass die ständige Nutzung von Filmwerken ohne Bezahlung auf Dauer nicht folgenlos bleibt. Startet der Actionfilm mit aufwendigen Stunts, so sollen die Dreharbeiten quasi nackt beendet werden. Am Schluss verfügt man aufgrund der fehlenden Geldmittel über keine Requisiten und Mitarbeiter mehr. Irgendwann gehen sogar Ton und Bild aus. Daneben ist die Produktion von einem fiktiven Making-Of geplant, das den Zuschauern die konkreten Probleme der Filmwirtschaft durch schmelzende Budgets aufzeigen soll. Für die Umsetzung des Films sind Crewmitglieder vorgesehen, die zuvor Musikvideos und Werbefilme verwirklicht haben. Um dem Video den nötigen Nachdruck zu verleihen, wurden für den Dreh die Schauspieler Kai Schumann, Maxim Mehmet und der Jungdarsteller Frederik Lau verpflichtet.

Lars Sobiraj meint: Auf die tatsächlich entstehenden Schäden durch die Nutzung von Streaming-Portalen und den Download von Filmkopien hinzuweisen statt die Downloader mit Videos anzuprangern oder diese zu kriminalisieren ist ein Weg, der in der Vergangenheit viel zu selten beschritten wurde. Interessant ist dabei, dass man die PR-Kampagne speziell auf die jüngste Generation der Medienkonsumenten abzielt. Wahrscheinlich will man mit der Viral-Kampagne verhindern, dass in dieser Altersgruppe die Nutzung von kinox.to, movie2k.to, The Pirate Bay & Co. bald so normal ist wie schon jetzt das Abspielen von schwarzkopierter Musik. Wenn bei der nächsten Generation eines Tages die unbezahlte Nutzung von Filmen "normaler" und weiter verbreitet als als der Kauf von digitalen Medien sein sollte, dann hat die Kreativwirtschaft ihren Kampf endgültig verloren.

Noch ist man davon aber noch weit entfernt. Der Umsatz der deutschen Filmindustrie wurde für das Jahr 2011 auf insgesamt rund 2,6 Milliarden Euro geschätzt. Bis zum Jahr 2015 soll der Umsatz der Filmbranche laut einer Prognose von PricewaterhouseCoopers (PwC) auf knapp 3 Milliarden Euro ansteigen. Die Anzahl der Kinos sinkt hingegen seit dem Jahr 2007 kontinuierlich und belief sich im Vorjahr auf 1.671 Lichtspielhäuser. Wenn die Heranwachsenden wirklich nicht mehr ins Kino gehen sollten, so wäre die deutsche Filmwirtschaft tatsächlich eines Tages "out of Money".
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