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    Erste Konferenz zum Thema Trolle geplant: Trollcon 2012

    Erste Konferenz zum Thema Trolle geplant: Trollcon 2012

    Im Internet bevölkern sie Foren, soziale Netzwerke, News-Portale, Blogs und andere Orte. Trolle wollen provozieren, zum Nachdenken anregen oder manchmal auch einfach nur destruktiv sein. Wie und warum sie das tun, wird vom 20. bis 21. Oktober erörtert. Im Mannheimer Hackerspace RaumZeitLabor findet die erste Konferenz statt, die sich explizit mit dem Thema Online-Trolle beschäftigt.


    Trolle. In ihrer ursprünglichen Bedeutung sind sie gigantische Fabelwesen aus Skandinavien, die einem Menschen ähnlich sehen, uns aber aufgrund ihrer Größe in Angst und Schrecken versetzen. Im Internet sorgen sie auch für Furcht. Sie bringen die Administratoren und Moderatoren von Foren nicht selten zur Weißglut. Ihnen ist allen gemeinsam, dass sie mit viel Freude und Eifer ihre Mitmenschen herausfordern und oftmals über zu viel freie Zeit verfügen. Die Accounts der Trolle enden nicht selten dort, wo sie eigentlich nicht hin wollten, aber nach Meinung der genervten Armins hingehören: im Mülleimer. Manche bringt man zum Schweigen, indem man sie ignoriert. Wieder andere lassen nicht mehr davon abbringen, haben sie sich einmal auf ein Opfer eingeschossen. Manche Diskussionsteilnehmer und Leser finden sie nervig und störend, manche finden sie bereichernd und lustig. Einige Leser können eine gute Trollerei bewundernd würdigen, andere Menschen zeigen sich empört oder beginnen die Trolle zu zensieren. Trollerei kann sich in einem Thread destruktiv auswirken, sie kann aber auch eine kreative Rolle im Diskurs spielen. Es kann höchst anstrengend, aber auch wohltuend sein, einen Spiegel vorgehalten zu bekommen. Durch die absichtliche Provokation und das Stellen von Fragen können Denkprozesse eingeleitet und gruppendynamische Synergieeffekte beschleunigt werden. Davon zumindest sind die Organisatoren der ersten Konferenz zum Thema Online-Trolle überzeugt. Nicht etwa im fernen Skandinavien, sondern in Mannheim soll auf der Trollcon 2012 hinterfragt werden, ob Trolle wirklich alles dürfen und ob sie sogar über eine eigene Ethik verfügen. Die Keynote der kostenlosen Veranstaltung spricht der Trollexperte Stefan Krappitz. Er hat seine Diplomarbeit dem Thema "Troll Culture" gewidmet. Da die Veranstaltung räumlich begrenzt ist, ist eine Anmeldung im Vorfeld sinnvoll. Wer die Macher unterstützen möchte, kann bei der Registrierung gleich ein T-Shirt mitbestellen. Der Eintritt der Trollcon ist aber frei, die Veranstalter hoffen, die Kosten durch Spenden decken zu können.

    Passend dazu findet nächstes Wochenende in Bielefeld die FlauschCon One der Piratenpartei Deutschland statt. Wer häufiger mit Piraten diskutiert, hat sicher schon bemerkt, dass hier häufiger als anderenorts Trolle unterwegs sind. Im Umfeld der Piraten rutscht schneller und ohne erkennbaren Grund der Tonfall ab und die Diskussion verkommt nicht selten zu einer reinen Hetztirade. Die Organisatoren der FlauschCon One versuchen gemeinsam mit allen Sprechern und Gästen zu erörtern, wie es dazu kommt und wie man einen konstruktiveren Diskurs herstellen kann. Vor allem die in den Medien bekannten Vertreter der Piratenpartei sind oftmals der ungebremsten Kritik ihrer Mitglieder ausgeliefert. Das nicht enden wollende Trommelfeuer aus der Stalinorgel der Basis sorgte unter anderem dafür, dass Marina Weisband ihren Posten als Politische Geschäftsführerin aufgab. Sie spricht nächsten Samstag ab 16 Uhr darüber, wie einen der Erfolg verändert und wie man mit dieser Problematik umgehen sollte. Die Psychologie-Studentin wird aber sicher auch auf das Thema Verletzungen durch Internet-Trolle zu sprechen kommen. Das Programm der zweitätigen Veranstaltung ist hier einsehbar.
    Quelle

    Tja, wer`s braucht. :clown:
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
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    Der miese Ton im Netz zieht immer weitere Kreise und macht vor keinem Halt. - auch nicht vor Politikern. Ist das wirklich Kommunikation zwischen Bürgern und Gewählten - oder eher das Gegenteil davon?
    Interesant, unbedingt anschauen !! :bunny:
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    Piraten-Abgeordneter Christopher Lauer ist Troll des Jahres

    Darauf hat sich die für die Preisverleihung zuständige Jury im Rahmen der Konferenz Trollcon in Mannheim geeinigt. Dem 28-jährigen Lauer folgen die Redaktion der Satirezeitschrift Titanic und Kim Dotcom auf den Plätzen. In der Laudatio wird vor allem der positive Aspekt des Trollens betont.


    Der Piraten-Abgeordnete Christopher Lauer wurde auf der vom RaumZeitLabor in Mannheim organisierten Trollcon zum “Troll des Jahres 2012? gewählt. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass sie so die “kontinuierliche Arbeit von Christopher Lauer am positiven Bild der Trolle in der Öffentlichkeit” würdigen könne. Lauer konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen, bedankte sich aber bei den Veranstaltern mit einer Videobotschaft.

    Lauer ist, so die Begründung der Jury, ein hervorragendes Beispiel für die “gesellschaftliche Dualität”, in der Trolle aktiv sein können. Trollerei, so die Jury weiter, könne nicht wie oft angenommen nur destruktiv wirken, sie könne auch eine “kreative Rolle im Diskurs spielen und anderen einen Spiegel vorhalten und gesellschaftliche Entwicklungen beschleunigen.”

    Dies erreiche sie durch die absichtliche Überzeichnung neuralgischer Fragen. Dadurch entstünden gruppendynamische Synergieeffekte, die mit traditionellen Diskurstechniken nicht in der Geschwindigkeit möglich wären. Für ihre Beiträge in dieser Richtung erhielten neben Lauer die Zeitschrift Titanic und das Web-Phänomen Kim Dotcom ebenfalls einen Award.

    In ihrer Laudatio macht die Jury noch einmal deutlich, dass sie den Begriff des Trolls nicht in erster Linie negativ sieht: “Durch kalkulierte Eskalation hat es Christopher Lauer im Jahr 2012 häufig geschafft, auch erfahrene Berufspolitiker aus ihren inhaltsleeren Worthülsen zu befreien. Seine oft demaskierenden Zwischenrufe haben dabei nicht nur den lebens- und talkshowerfahrenen Kurt Beck aber auch zum Beispiel Moderatoren des GEZ-finanzierten Rundfunks an den Rande der Weißglut gebracht.”

    Und weiter: “@Schmidtlepp", wie er auf Twitter heißt, nimmt selten ein Wort vor den Mund, auch wenn es in Einzelfällen möglicherweise besser gewesen wäre.

    Was zunächst witzig klingt, hat also durchaus ernsthafte Hintergründe. Trolle sind offenbar nicht nur nervige Zeitgenossen, die ihren Senf überall dazugeben müssen, sondern können durch ihre Teilnahme an Diskussionen diese auch entlarven oder vielleicht sogar beleben – so zumindest die Erkenntnisse der Teilnehmer der Trollcon, die sich mit der Trollerei auseinandergesetzt haben.

    Im Rahmen von Vorträgen und Gesprächsrunden tauschten sie sich über die gesellschaftlichen Folgen und Möglichkeiten von positiver und negativer Trollerei aus. Veranstaltungsort war der Hackerspace RaumZeitLabor. Referenten waren unter anderem der Rechtsanwalt Udo Vetter sowie die Schriftstellerin und Journalistin Julia Seeliger. Thematisch befasten sich die Vorträge mit ganz unterschiedlichen Aspekten der sogenannten Troll-Kultur – von Patenttrollen bis zu berufsalltäglicher Trollerei im Geschäftsumfeld.

    Der Mannheimer Hackerspace RaumZeitLabor wurde 2009 gegründet. Es hat sich seitdem durch zahlreiche Aktionen, Videos bei YouTube und Auftritte der Beteiligten als Expertenh in den Medien einen Namen gemacht. Der RaumZeitLabor e.V. finanziert sich durch seine mittlerweile rund 100 Mitglieder und Spenden.

    Quelle
    Geändert von salviner01 (21.12.14 um 10:41 Uhr)
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