500-jährige Tradition
:beer: Reinheitsgebot soll Weltkulturerbe werden :beer:
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Zwischen Tausenden Sorten Bier kann der Liebhaber des Gerstensafts wählen.
(Foto: picture alliance / dpa)

Aus nur vier Zutaten entstehen allein in Deutschland inzwischen Dutzende Biersorten mit Tausenden Marken. Seit 1516 dürfen zum Brauen allein Wasser, Hopfen, Malz und Hefe verwendet werden. Zum Jubiläum soll das Reinheitsgebot umfassend gewürdigt werden.

Mal angenommen, man wollte in seinem Leben jedes in Deutschland gebraute Bier probieren. Und damit es nicht ausartet, beschränkte man sich auf eine Sorte am Tag: Laut dem Bund deutscher Brauer nimmt das Vorhaben dann 13,5 Jahre in Anspruch. Mehr als 5000 Biere werden hierzulande gebraut. Ihnen gemein ist, dass sie nur aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe bestehen. So will es das deutsche Reinheitsgebot seit inzwischen mehr als 500 Jahren. Für die Brauer Grund genug, die Verordnung zum Weltkulturerbe erklären zulassen.

Einen entsprechenden Antrag habe der Branchenverband an die Kultusministerkonferenz und die Unesco gerichtet, hieß es. Die am 23. April 1516 verkündete Verordnung ist die älteste noch gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt. Erlassen wurde es im bayerischen Ingolstadt von den Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X. in einer Landesordnung. Seit 1906 ist sie geltendes Recht in ganz Deutschland.

Neid auf Reinheitsgebot
Brauerbund-Präsident Hans-Georg Eils verwies darauf, dass Deutschland als Biernation gilt und dies dem Reinheitsgebot zu verdanken sei. "Es garantiert Reinheit, Qualität und Bekömmlichkeit der nach dieser Vorgabe hergestellten Biere." Um das Reinheitsgebot würden "viele andere Bereiche der Nahrungsmittelwirtschaft die deutschen Brauer beneiden". Es sei eine traditionelle Handwerkstechnik und deren Aufnahme "in das Verzeichnis des Weltkulturerbes wäre für die deutschen Brauer und Mälzer Würdigung und Ansporn zugleich".

Dafür konnten bis Ende November 2013 erstmals Gruppen, Gemeinschaften oder Einzelpersonen Bewerbungen bei den Bundesländern einbringen. Die erforderlichen beiden Gutachten wurden von Experten der Universität Bayreuth, vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan und der Technischen Universität München erarbeitet.

Der Unesco-Evaluierungsprozess dauert insgesamt etwa zwei Jahre. Jedes Bundesland wird nach einer Vorauswahl bis zu zwei Vorschläge an die Kultusministerkonferenz übermitteln. Diese erstellt eine höchstens 34 Bewerbungen umfassende Vorschlagsliste und leitet diese an die Experten der deutschen Unesco-Kommission weiter. Nach der Prüfung geht die Liste von dort zur Unesco nach Paris. 2016 könnte das Reinheitsgebot somit zum 500-jährigen Bestehen in die Kulturerbeliste aufgenommen werden.

Bierweltmeister wohnen in Tschechien
Was sich hinter dem Begriff Biernation verbirgt, zeigen ganz nüchtern auch die Zahlen: In Deutschland gibt es den Angaben zufolge derzeit noch mehr als 1300 Brauereien. Diese produzieren ihr Bier in über 40 verschiedene Sorten - vom Rauchbier über das "Weizen" bis zum "U" und dem "Kölsch". In den ersten zehn Monaten des Jahres setzten die Brauereien und Bierlager hierzulande 80,5 Millionen Hektoliter ab - allerdings zwei Prozent weniger als vor einem Jahr. Gut die Hälfte davon entfällt auf die Sorte Pils. Spitzenreiter sind Nordrhein-Westfalen und Bayern. Auf beide Länder zusammen entfällt gut die Hälfte der Menge. Hinzu kommen deutschlandweit weitere knapp 3,8 Millionen Hektoliter Biermischungen. In Summe macht das 697 Millionen Euro Biersteuer.

Im Bierverbrauch kommen die Deutschen immerhin auf Platz zwei in Europa. Mit 107 Litern pro Kopf liegen sie etwa gleichauf mit den Österreichern. Noch deutlich größer ist der Durst dagegen in Tschechien. Dort sind 2011 pro Kopf 154 Liter verzehrt worden. In Frankreich und Italien waren es dagegen jeweils nur 30, in der Türkei sogar nur 11 Liter.

Dies alles führt dazu, dass die Brauereien ein nicht unbedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland sind: Knapp 27.000 Beschäftigte erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 7,95 Milliarden Euro. 2004 allerdings hatten 33.400 Mitarbeiter noch 8,4 Milliarden Euro erlöst. Die produzierte Menge sank in dieser Zeit von 108,4 Millionen auf 94,6 Millionen Hektoliter.

Für die Praxis rät der Brauer-Bund übrigens zur kühlen und dunklen Lagerung. Deswegen wird Bier überwiegend auch in dunklen Flaschen abgefüllt. Gelagert werden soll der Gerstensaft zwischen vier und sieben Grad Celsius. Die optimale Trinktemperatur liege zwischen fünf und acht Grad.

Übrigens enthält das kleine Durchschnittsbier (0,25 Liter) 10 Gramm reinen Alkohol - und gut 100 Kalorien.
Quelle


Und damit das :beer: auch jeder versteht noch mal:

und Prost liebe Leut. :beer: :bear: :beer: :flower: