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    Der Mann, der uns die Maus gab ist tot

    Douglas Engelbart ist tot
    Der Mann, der uns die Maus gab

    [img=420]https://darklight.to/picshare/images/387douglas_engelbart.jpg[/img]
    Douglas Engelbart erfand die Maus, um "den menschlichen Intellekt zu verstärken"
    © Alex Handy/CC BY-SA 2.0
    Dem amerikanischen Ingenieur Douglas Engelbart ist gelungen, was nur wenigen vergönnt ist: Er hat etwas erfunden, das Hunderte Millionen Menschen jeden Tag in der Hand haben, weil es ihr Leben leichter macht - die Computermaus. Dank seiner Idee kann heute jeder eine so komplexe Maschine wie einen Computer bedienen, nicht nur Informatiker und Programmierer. Die Maus war eine zutiefst demokratische Erfindung, und sie prägt bis heute die Vorstellung davon, wie ein Computer zu bedienen ist. Ohne sie hätte es weder die digitale Revolution gegeben noch das World Wide Web als Massenphänomen. Engelbart hat die Welt verändert. Dabei hatte der Junge vom Lande sehr lange Zeit keine Ahnung, was er mit seinem Leben eigentlich anfangen wollte.

    Geboren wird Douglas Carl Engelbart in der Zeit der großen Depression in den USA, am 30. Januar 1925 auf einem Bauernhof bei Portland, Oregon. Das Radiogeschäft seines Vaters wirft zu wenig ab, um die Familie zu ernähren. Die Kinder arbeiten auf der Farm oder tragen Zeitungen aus. Die Engelbarts sind arm, aber sie sind nicht unglücklich. Gerade für Douglas und seine Geschwister David und Dorianne ist das Leben auf dem Land ein Traum. Vor dem Haus plätschert ein Bach, Hühner laufen herum, es gibt viel Platz zum Spielen. Doch als Douglas neun Jahre alt ist, stirbt plötzlich sein Vater. Die Mutter bringt die Familie fortan alleine durch, die beiden großen Söhne helfen ihr dabei nach Kräften.

    Die Armee ruft
    Mit 17 Jahren geht Douglas auf das 80 Meilen entfernte College, so weit war er noch nie von zu Hause weg. Doch es bleibt ihm nicht viel Zeit für private Studien, Amerika ist im Krieg. Und Engelbart geht zur Armee. Es ist sein erster Schritt in die große weite Welt. Bei der Navy lässt er sich zum Radar- und Elektrotechniker ausbilden. Er wird auf den Philippinen stationiert. Und dort geschieht etwas, das ihm einen Weg in die Zukunft aufzeigt: In einer Bambushütte hat das Rote Kreuz eine Bücherei für die Soldaten aufgebaut, und Douglas Engelbart ist einer der wenigen, der sie nutzt. Er liest in einer Zeitschrift den bis heute berühmten Artikel des amerikanischen Computer-Pioniers Vannevar Bush über das "Memex" genannte Konzept eines "Gedächtnis-Erweiterers". "Wie wir denken werden" heißt der Text, und er beschreibt ein System, das Wissen speichert und Informationen miteinander verknüpft - ein geistiger Vorläufer des heutigen World Wide Web. Engelbart ist beeindruckt und intensiviert sein Studium zum Elektroingenieur. 1948 schließt er es ab, 1955 promoviert er an der Universität von Berkeley und findet einen Job bei der "National Aeronautic Commission", dem Vorläufer der Nasa.

    [img=420]https://darklight.to/picshare/images/212engelbart_maus.jpg[/img]
    So sah Douglas Engelbarts erste Maus aus
    © Logitech
    1950 heiratet er, und in dieser Zeit macht er sich zum ersten Mal wirklich Gedanken darüber, was aus ihm werden soll. "Da mein Vater so früh starb, hat mich nie jemand danach gefragt", hat er einmal gesagt. Doch nun ist es soweit: Douglas Engelbart beschließt, dass er etwas Nützliches machen will, etwas, das der Menschheit hilft, mit den immer komplexeren Problemen der Zeit zurecht zu kommen. Er will daran mitarbeiten, das wachsende Wissen beherrschbar zu machen. Ein Mittel dazu ist für ihn die neue Computertechnik, die sich in diesen Jahren rasant entwickelt. 1957 geht er ans Stanford Research Institute und beginnt dort, an seiner Version von Bushs "Memex" zu arbeiten.

    Fast eine religiöse Erfahrung
    1962 erscheint sein wissenschaftlicher Aufsatz "Verstärkung des menschlichen Intellekts", in dem er beschreibt, wie die Menschheit Probleme durch das Lernen mit Computern lösen kann. Dazu jedoch muss die Menschheit mit dem Rechner umgehen können. In den kommenden Jahren widmet sich Douglas Engelbart mit seinem Team dieser Frage, und am 9. Dezember 1968 stellt er auf einer Konferenz in San Francisco die Maus vor, den sogenannten "X-Y-Positions-Anzeiger für Bildschirmsysteme". Außerdem präsentiert er seine Ideen zu Videokonferenzen, E-Mail und Hypertext. Er spricht langsam und monoton, doch das Publikum applaudiert begeistert, einige beschreiben die Demonstration später als religiöse Erfahrung. Vielen ist an diesem Tag bewusst geworden, dass die tonnenschweren Computer dieser Zeit weitaus mehr sein können als teure Rechenmaschinen: Kommunikationsinstrumente.

    In den kommenden Jahrzehnten wird die Erfindung Douglas Engelbarts zum Standard-Eingabegerät für Apples Macintosh und den PC. Reich wird der Junge vom Lande allerdings nicht. Zwar erhält er 1970 das US-Patent 3.541.541 für die "Computermaus", es verfällt jedoch 1987, bevor die digitale Revolution richtig in Gang kommt. Die Firma Apple soll eine der wenigen Firmen sein, die ihm einige Dollars haben zukommen lassen. Der Schweizer Maushersteller Logitech stellt ihm später ein Zimmer in seinem Bürogebäude, in dem er bis ins hohe Alter über neuen Ideen brütete - weil er davon ausging, dass sich noch einiges ändern müsse, bis die Menschheit den Computer wirklich beherrschen und begreifen würde. Bis sie sich endlich davon gelöst hätte, dass zum Beispiel ein Text auf dem Bildschirm auszusehen habe wie auf einem Blatt Papier geschrieben. Im Jahr 2000 erhielt Douglas Engelbart vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton die "National Medal of Technology", die höchste Auszeichnung der Vereinigten Staaten für technische Errungenschaften. Viele seiner Ideen werden nun leider nie mehr umgesetzt werden. Am 2. Juli starb Douglas Carl Engelbart im Alter von 88 Jahren in Atherton (Kalifornien) an Herzversagen. Er hinterlässt seine Frau und vier Kinder.
    Quelle

    R.I.P :flower: :flower:
    Ich bin fest davon überzeugt, daß es für den Tonfilm einen Markt gibt.
    Thomas Alva Edison (1847 - 1931)
    [Regeln] News-Bereich


  2. #2
    Avatar von Rungor


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    Dank dir können viele Menschen ihre Familie ernähren, jedes Kind einen PC bedienen, komplexe Gedanken bei Grafikprogrammen verwirklicht werden... Die Liste ist endlos und die geistige Evolution des Menschen wird ewig in deiner Schuld stehen!

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